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Ernst Neger im Porträt "Mit dem Herzen musst du dabei sein"

Ernst Neger wäre dieses Jahr 100 Jahre alt geworden

Er ist einer der bekanntesten Charaktere in der Mainzer Fastnacht: Der singende Dachdeckermeister Ernst Neger. Seine Lieder, Texte und seine Leidenschaft als Fastnachter sind legendär. Denn sein Motto war: "Wenn du was machst, dann muss es von Herze' kommen. Das merke die Leit."

Geboren wurde Ernst Hugo Neger 14. Januar 1909 in Mainz-Bretzenheim, bereits mit 15 Jahren arbeitet er im väterlichen Dachdeckerbetrieb, den er später übernimmt. Seine Fastnachtskarriere startet schon in den 1920er Jahren als die Fastnacht noch in Mainzer Wirtschaften und an Stammtischen stattfand. Ende der 1930er tritt er mit Willi Scheu, der später als Bajazz in die närrische Geschichte einging, auf.

Nach dem Krieg stehen die beiden Narren wieder auf der Bühne. Doch Neger geht bald eigene Wege als Solokünstler und erobert die Herzen der Mainzer. Populär wurde er durch die vierte Strophe über das kriegszerstörte Mainz, die er dem Kinderlied "Heile, Heile Gänsje" hinzufügt. Immer wenn er diesen karnevalistischen Evergreen singt, brechen im Saal alle Dämme und viele Mainzer haben Tränen in den Augen. Ernst Neger darf nie die Bühne verlassen ohne das Lied anzustimmen.

Eine erfolgreiche Zusammenarbeit

Ab 1952 unterstützt ihn der blinde Pianist und Komponist Toni Hämmerle. Dieser schrieb rund 50 Lieder für den singenden Dachdecker. Darunter sind Klassiker der Fastnacht wie "Humbta-Täterä" und "Hier am Rhein geht die Sonne nicht unter".

Bundesweit bekannt wird Neger durch die Fernsehsitzungen. Anfang der 1960er haben die Übertragungen des närrischen Treibens traumhafte Einschaltquoten von bis zu 90 Prozent. Schnell avanciert der Mainzer mit seiner unkomplizierten und direkten Art zum Liebling des Fernsehpublikums. Das beschert ihm auch abseits der Fernsehbildschirme ein gutes Einkommen mit seiner Musik. Er nimmt 15 Langspielplatten und 60 Singles auf. "Wini wini wana wana" wird sogar mit Gold belohnt.

1984 tritt er zum letzten Mal auf. Einen Tag nach seinem 80. Geburtstag 1989 stirbt Neger in Mainz. Seine Lieder sind geblieben, über die Fastnacht hinaus. Heute singt sein Enkel Thomas Neger neue Versionen der Klassiker.

Quelle: Fastnacht

Letzte Änderung am: 12.01.2009, 16.47 Uhr

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Fotos von Ernst Neger

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