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Fastnachtslexikon Die Fastnachtsfarben

Rosenmontag 2007 in Mainz: Ein kleiner Junge mit rotem Hut schlägt die Trommel

Die vier Farben Rot-Weiß-Blau-Gelb sind in Mainz die traditionellen Fastnachtsfarben. Sie sind seit den ersten Fastnachtsjahren nachweisbar.

Günter Schenk zitiert in seinem Buch "Fassnacht in Mainz" einen Büttenredner, der im Jahre 1840 seine Narrenkappe in den Saal schwenkte und dazu rief: "Weiß ist die Reinheit unserer Absicht, dein Gelb ist das Sonnengold unserer Herzen, dein Rot ist die Feuerfarbe unserer Gedankenbilder, dein Blau ist der Azurhimmel unserer Freudigkeit."

Hierbei handelt es sich allerdings nur um eine poetisch-romantische Beschreibung, ohne jeden realen Bezug. Ihre Herkunft und die jeweilige Bedeutung sind bis nicht eindeutig geklärt.

Wo kommen die Fastnachtsfarben her?

Eine durchaus interessante Deutung weist auf die Trikolore der französischen Revolution mit den Farben Blau-Weiß-Rot hin, die um die Farbe Gelb erweitert wurde.

Bekanntlich wurde die erste Mainzer Narrenkappe nach dem Vorbild der Jakobinermütze gefertigt, die eine Kokarde in den Farben Blau-Weiß-Rot aufwies. Das Gelb könnte entweder als alte Kirchenfarbe eingebracht worden sein, oder als eine der Farben, die im Kostüm der Clowns und Harlekine dominierten.

Verdanken wir die Farben dem "Hanswurst"?

Eine neuere Interpretation besagt, dass die Fastnachtsfarben auf die Figur des "Hanswurst" zurückgehen. Der "Hanswurst" ist ein Komödienfigur, die bereits seit dem 16. Jahrhundert bekannt ist. In der Frühzeit der organisierten Fastnacht im 19. Jahrhundert nahm er eine dominierende Rolle ein unter den karnevalistischen Figuren.

Die vier Farben wurden in der Anfangszeit noch willkürlich und ohne feste Ordnung benutzt. Der "Hanswurst" verschwand im Laufe der Jahrzehnte, die Farben sind geblieben.

Wie es auch sei: Wichtig für den Fastnachter ist, dass Blau in dem Vierfarbbanner enthalten ist, denn kaum ein anderes Wort reimt sich besser auf HELAU.

Letzte Änderung am: 07.09.2011, 11.03 Uhr