Seite vorlesen:

In Zeiten strengen Reglements durch die Landesoberen war Fastnacht oft die einzige Zeit des Jahres, in denen Menschen ihre Meinung kundtun konnten, ohne rechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen.
Die sogenannte "Bütt" bot und bietet auch heute noch dafür die perfekte Plattform. Auf ihr genießt der Vortragende die viel zitierte Narrenfreiheit.
Es ist der Moment, in dem der Vortragende glaubt, das sagen zu können, was er sich sonst nicht zu sagen getraut hätte. Die Bütt ist das närrische Rednerpult für Witz, Geist und Satire, die wichtige Elemente der Fastnacht sind.
Ihrer Herkunft nach, ist die Bütt ein halbes, nach hinten geöffnetes Weinfass. Doch warum gerade ein Weinfass?
Eine einfache Interpretation wäre die, dass der Wein schließlich unabdingbar zum närrischen Geschehen gehört. Eine andere Deutung verweist auf die Antike und zieht eine Verbindung zu Diogenes, dem weisen Mann aus dem alten Griechenland. Diogenes verkündete seine Philosophie aus einem Weinfass heraus.
Im Laufe der Zeit hat man der Bütt das Aussehen einer Eule gegeben und bezeichnet sie oft auch als "Eulentonne". Die Eule ist zum einen der Vogel der Weisheit, zum anderen das Markenzeichen für die Narrenfigur "Till Eulenspiegel".
Die Bütt hat unter anderem die Aufgabe durch gesunde, konstruktive Kritik Anregungen zu geben und bei zu tragen, dass lokale Probleme im Bürgersinne gelöst werden können.
Deshalb bedient sich auch gerne die politische Prominenz der Bütt, um ihren Standpunkt möglichst gereimt und humorvoll vorzutragen.
Letzte Änderung am: 07.09.2011, 10.18 Uhr