Sendung am Montag, 28.5. | 18.05 Uhr | SWR Fernsehen in Baden-Württemberg
Sein Image als bloßes Hasenfutter haftet bisweilen immer noch an ihm. Aber in Zeiten des Schlankheits- und Fitnesswahns hat der Blattsalat doch eine erstaunliche Karriere gemacht.

Rucola
Fünf Millionen Köpfe werden jährlich allein auf der Gemüseinsel Reichenau geerntet und die Tendenz ist steigend. Vor allem die bunten Italiener sind gefragt: Lollo Rosso zum Beispiel oder Radicchio. Auch die gute alte Rauke, die heute weltläufig Rucola heißt, ist zum Modesalat geworden.
Ein Grund sei die Sehnsucht nach dem Süden, meint ein Gemüsegärtner auf der Insel Reichenau, dem südlichsten Gemüseanbaugebiet Deutschlands. Salat ist hier hoch im Kurs, für manche der 140 kleinen bis mittleren Familienbetriebe ist er sogar Haupterwerbsquelle. Der Film begleitet Gemüsegärtner bei der Salaternte, das ein mühsames Geschäft in reiner Handarbeit ist und in Windeseile über die Bühne gehen muss. Denn einmal abgeschnitten, muss Salat, der bis zu 95 Prozent aus Wasser besteht, zügig auf den Weg zum Verbraucher.
Eine andere filmische Station ist die Staatliche Lehr-und Versuchsanstalt für Gartenbau in Heidelberg. Hier wird für die gärtnerische Praxis schon einmal ausprobiert, welche Sorten sich für den kommerziellen Anbau eignen. Weil Öko-Rucola im Trend liegt, hat man dort versuchsweise 12 Sorten kultiviert und festgestellt, dass es auch ohne Chemie geht. Kopfsalat als Topfsalat- auch das ist für die Heidelberger eine Alternative, vor allem im Winter.
Eine wahre Fundgrube für alte Sorten ist die Stiftung Kaiserstühler Garten in Eichstetten, wie der Film zeigt. Dank vieler ehrenamtlicher Helfer ist es dort gelungen, fast ausgestorbene Salate wie der "Kaiserselbstschluss", eine uralte Römersalat-Art, wieder zu kultivieren.
Ein Film von Christina Brecht-Benze
Letzte Änderung am: 22.06.2011, 14.11 Uhr