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"Es ist allerhöchste Zeit für ein neue Kolumne ..." dieser Ruf meiner Kollegin Ione Scheuble ereilt mich schon seit einigen Tagen. Ich weiß, dass sie Recht hat, ich weiß aber auch, dass ich nicht mehrere Dinge gleichzeitig erledigen kann. Meine "Multitaskingfähigkeit" ist gleich Null.
Nichtsdestotrotz muss und möchte ich mich auf meine neue Kolumne stürzen, denn schließlich hat jeder Eisenbahn-Romantiker und jeder Nutzer unserer Homepage das Recht zu erfahren, was sich bei uns in der Redaktion und darüber hinaus so alles abspielt.
Liebe Leute,
die Winterstaffel neigt sich ihrem Ende entgegen, ehe man es sich versieht, ist der meteorologische Frühling da (am 1. März) und wir, bzw. unsere Winterstaffel ist SWR-Geschichte.
Wer nun glaubt, wir legen alle faul die Beine auf den Schreibtisch und warten auf den Beginn der Sommerstaffel, der liegt falsch, ganz falsch, denn unser kleines Team steht ziemlich unter Strom, oder anders ausgedrückt: wir suchen weiter intensiv nach Eisenbahnromantik. Im entlegendsten Winkel der Welt oder bei uns vor der Haustür. Überall gibt es wunderschöne, interessante und unterhaltsame Geschichten zu entdecken und ins Bild zu setzen.
Der deutsch/französische Kulturkanal "arte" setzt seit vielen Jahren auf unsere Art Eisenbahnthemen zu bearbeiten. In diesem Jahr sollen zehn neue Folgen von "Mit dem Zug durch ..." dem 45-Minuten-Format aus der Eisenbahn-Romantik Redaktion, gedreht werde. Das ist eine ganze Menge Holz für ein kleines Team wie das unsrige. Aber wir kriegen das hin, weil wir die Liebe zur Bahn, die Fähigkeit zur Organisation und das Erstellen eines bebilderten Werkes verinnerlicht haben. Schließlich gibt es Eisenbahn-Romantik im kommenden Jahr bereits 20 Jahre. Wir sind eine Marke, die man bei Eisenbahnfreunden in fünf Kontinenten kennt. Darauf sind wir stolz, aber darauf ruhen wir uns nicht aus, denn wir wollen unsere Zuschauer immer wieder aufs neue mit spannenden Filmberichten erfreuen und überraschen.
Ich selbst befinde mich im Augenblick in Utrecht. Dort findet eine große Modellbahnausstellung statt. "ON TRAXS" heißt sie. 30 wunderschöne Modellbahnanlagen werden drei Tage lang im Eisenbahnmuseum von Utrecht ausgestellt. Traumanlagen in einer traumhaften Umgebung, ja in einem der spannendsten Eisenbahnmuseen der Welt. Ein Ort zum Wohlfühlen. Ein Ort, in dem kleine und große Buben wirklich spielen können. Für mich herausragend sind dabei die kleine "Achterbahn" - der unterwegs eine echte Dampflok entgegenkommt und ein Zusammenstoß erst im letzten Augenblick vermieden wird - und der Zeittunnel, der jeden Besucher in das 18. Jahrhundert zurück versetzt. Dieser Rundgang durch die Zeit endet 1845 mit der ersten Lok in Holland, dem "Arend". Und, das kann ich sagen, ohne meine Neutralität einzubüßen, eigentlich ein Muss für jeden Eisenbahnfreund, für jede Eisenbahnfreundin. Familienfreundlich ist das Stichwort. Auf nach Utrecht. Wir werden diese kleinen und großen Bahnwelten -voraussichtlich- im kommenden Januar in Eisenbahn-Romantik vorstellen.
Mein Kollege Alexander Schweitzer sucht ein Bahnabenteuer im Land der Pharaonen, wobei er einem Geheimnis auf den Grund gehen möchte: Eine Dampflok soll vor vielen Jahrzehnten ins Rote Meer gestürzt sein. Jetzt möchte er diesen Schatz finden und heben. Oder zumindest Bilder vom Meeresgrund präsentieren. Mal sehen, mit welchen Überraschungen er in seinem Rucksack zurückkehren wird.
Bettina Bansbach wird sich ihren beiden Langzeitthemen widmen und beide zu einem guten Ende bringen. Sie wird die Wieslauftalbahn mit der wiederaufgebauten Bergtrasse hinauf in den Schwäbischen Wald portraitieren und im August wird sie wieder zur Furkabahn fahren, der sie erstmals 1997 ihr Aufwartung gemacht hat. Nun begleitet sie den letzten Bauabschnitt nach Oberwald und damit die Bahnfahrt über die komplett wieder aufgebaute Berg-Strecke von Gletsch durch die faszinierende Bergwelt der Furka hinunter nach Oberwald.
Susanne Mayer-Hagmann wird Bahnen, ihre Schönheiten und Geheimnisse auf drei Kontinenten einfangen.
Harald Kirchner taucht wieder in die Eisenbahnwelt der k&k-Zeit ein und wird zwei Beiträge über diese längst vergangenen Zeit machen, die aber an manchen Stellen noch, oder wieder lebendig geworden ist.
Alle Kolleginnen und Kollegen werden natürlich auch Fotos schießen, die Sie dann in unseren Fotogalerien bewundern können.
Ich selbst habe beschlossen, dass der Winter jetzt vorüber ist und ich freue mich auf den Frühling und auf viele Eisenbahnfahrten, die ich auch in meiner freien Zeit unternehmen werde, schließlich ist mein Enkel Louis ein riesiger Bahnfan, der mindestens einmal am Wochenende S-Bahn, Stadtbahn oder Regionalexpress gefahren sein muss. Sie stimmen mir sicher zu, dass kein Opa der Welt solch einem vernünftigen Kind diesen nachvollziehbaren Wunsch verweigern kann.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Zeit.
Bis denn und tschüß
Ihr
Hagen v. Ortloff.
Letzte Änderung am: 01.02.2010, 10.30 Uhr
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