Sendung vom Mittwoch, 15.2. | 22.30 Uhr | SWR Fernsehen
Trotz Not-Kaiserschnitt ist alles gut gelaufen für die Zwillinge. Ein anderes Frühchen hat ein Loch im Bauch und kämpft um sein Leben. Das Projekt "FamilieNetz", das schon so vielen Frühchen-Eltern geholfen hat, wird vielleicht gestrichen.

Der intensive Körperkontakt soll die Entwicklung des Frühchens positiv beeinflussen.
Susanne Voigt aus Meißen war vor knapp 14 Tagen noch glücklich schwanger. Von einem Tag auf den anderen ging es den Babys in ihrem Bauch plötzlich schlecht. Lena und Laura kamen per Not-Kaiserschnitt zur Welt, viel zu früh. Inzwischen sind die beiden bereits zehn Tage alt. Während ihre Mutter schon nach Hause konnte, müssen die Frühchen noch in der Klinik bleiben. Jeden Tag kommt Susanne Voigt in die Station, um ihren Babys die Muttermilch zu bringen und zu lernen, die Frühchen selbst zu versorgen. Der Leiter der Station, Professor Mario Rüdiger, ist mit der Entwicklung der beiden sehr zufrieden und auch Susanne Voigt schaut optimistisch in die Zukunft.
Während Susanne Voigt die Zeit mit ihren winzigen Mädchen genießt, bangt eine andere Mutter auf der Sation um das Leben ihres Kindes. In der vergangenen Nacht wurde Leila Sonntag aus Bautzen nach Dresden verlegt. Das kleine Mädchen, ebenfalls ein Frühchen, ist gerade einmal drei Tage alt und befindet sich in einem besorgniserregenden Zustand. Leila hat ein Loch im Bauch, wahrscheinlich hervorgerufen durch eine Infektion. Nur noch eine Operation kann das Baby retten, doch wie diese ausgehen wird, ist ungewiss. Prof. Rüdiger spricht mit der Mutter des Babys, sagt ihr, wie ernst es um ihr Baby steht.
Ein paar Zimmer weiter herrscht Aufbruchsstimmung und Freude. Claudia Hagelgans kann mit ihren Töchtern Lya und Marit nach Hause. Ein letztes Mal hilft ihr eine Schwester dabei, die Zwillinge zu stillen. Der Saugreflex ist bei Frühgeborenen nicht so gut ausgebildet, wie bei anderen Babys, das Stillen deshalb oft schwierig. Dies nun auch noch mit Zwillingen hinzubekommen, ist schon die hohe Schule. Doch Claudia Hagelgans sieht die Sache entspannt.
Dass Claudia Hagelgans keine Angst vor der Zeit zu Hause hat, ist vor allem der Verdienst der Schwestern und Ärzte von FamilieNetz. Das Team muss in den nächsten Tagen vor allem die Krankenkassen vom Sinn seiner Arbeit überzeugen, sonst ist nach drei Jahren erfolgreicher Arbeit Ende des Jahres 2011 Schluss. Bis dahin wird das Projekt über eine Stiftung finanziert. Zwei Mal in der Woche gibt es an der Uniklinik in Dresden Kurse für die Eltern von Frühchen, um sie auf die Versorgung ihrer Babys vorzubereiten. Der Traum von Prof. Rüdiger ist es, eine solche Betreuung der Eltern nicht nur in Dresden, sondern an allen Frühgeborenenstationen zu ermöglichen.
Ein Film von Heike Bittner, Robert Krause und Richard Krause
Letzte Änderung am: 25.01.2012, 09.15 Uhr