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Fernsehen im SWR

Überlebende des Frauen-Konzentrationslagers Die Frauen von Ravensbrück

Sendung vom Freitag, 27.1. | 0.15 Uhr | SWR Fernsehen

Mehr als 200 Interviews mit Überlebenden der berüchtigten Frauen-Konzentrationslager Moringen, Lichtenburg und Ravensbrück hat die Autorin in den letzten 25 Jahren geführt.

Der preisgekrönte Dokumentarfilm will durch die lebhaften, tief beeindruckenden Aussagen der zahlreichen Zeitzeuginnen, aber auch durch seine künstlerische Gestaltungsweise einer ganzen Generation von Frauen des 20. Jahrhunderts - der von ihr bewiesenen Würde und Stärke - ein Denkmal setzen.

Während des zweiten Weltkriegs waren mehr als 100.000 Frauen aus West- und Osteuropa in Ravensbrück inhaftiert. Zehntausende haben nicht überlebt. Die Zeit im Konzentrationslager bedeutete viel mehr als eine relativ kurze, aber schreckliche Epoche im Leben der heute 75 bis 99-jährigen Frauen. Für die einen war es die Schule des Lebens, für die anderen die Tragödie schlechthin. Für alle, die dort eingesperrt waren und die Haft überlebten, hinterließ Ravensbrück bleibende Wunden an Körper und Seele.

Loretta Walz hat umfassende Gespräche zur Vorgeschichte der Frauen geführt, zu den verschiedenen Phasen und Arbeitsbereichen im Lager und auch zu dem Prozess der Verarbeitung jeder Einzelnen nach der Befreiung.

Die Einen erlebten den aufkommenden Nationalsozialismus in ihrer Heimat und setzten sich zur Wehr, Andere mussten mit ansehen, wie ihr Land und ihre Familien überfallen wurden. Junge Mädchen wurden von der Straße weg zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt, andere unterstützten Widerstandsbewegungen, wurden verraten und verhaftet.

Die Würde sollte den Frauen mit den Ankunftsritualen im Lager genommen werden. Qualvolle Enge, Hunger, schwere Arbeit sowie die Angst vor Krankheit und Tod bestimmten von dem Moment an das Leben.
Und doch gab es den Willen zum Überleben. Zeichnungen, Erinnerungsstücke, Gedichte und Lieder sind sichtbare Zeugnisse von Kraft und Hoffnung. Die Frauen erzählen vom täglichen Kampf, von der Verzweiflung, dem Widerstand und kleinen, mutigen Sabotageakten.

Und dann das Leben danach. So vielfältig wie die Wege ins Lager sind die Wege zurück ins Leben. Die Einen leben im Land der Sieger, Andere im Land der Täter. Manche sprechen, schreiben, erzählen, andere schweigen, verdrängen, wollen vergessen.


Ein Film von Loretta Walz

Letzte Änderung am: 11.01.2010, 14.09 Uhr

Sendezeit Dokumentarfilm

Montags, ab 23:30 Uhr
und
Donnerstag auf Freitag ab 00:15 Uhr
SWR Fernsehen