Sendung vom Freitag, 1.7.2011 | 0.15 Uhr | SWR Fernsehen
Nachdem keine Touristen mehr kommen, löst sich die Infrastruktur des kleinen Dorfes auf. Dagegen kämpfen nun Einheimische aber auch einige Zugezogene. Mit neuen Geschäftsideen bemühen sie sich darum, dem Ort und seinen Menschen neue Perspektiven zu eröffnen.

Abendstimmung auf der Kreuzleshöhe, der höchsten Erhebung am Kreuzthal
Wenn Du nicht brav bist, dann kommst Du ins Kreuzthal!
- so sollen in den umliegenden Dörfern früher die Kinder eingeschüchtert worden sein, heißt es. Dabei gibt es wenige schönere Flecken im Allgäu als das Kreuzthal, aber der kleine Ort liegt abgelegen inmitten eines großen Waldgebiets, der Adelegg, zwischen Isny und Kempten. Heute heißt das Dorf Kreuzthal-Eisenbach, weil die bayerisch-württembergische Grenze den Ort teilt.
Früher war das Kreuzthal ein begehrter Urlaubsort. Noch in den 50er Jahren zählte das Dorf jährlich über 12.000 Übernachtungen. Diese Zeiten sind jedoch längst Vergangenheit . Mit dem Wegbleiben der Touristen löste sich im Laufe der Jahre auch die Infrastruktur auf. Heute gibt es weder einen Arzt noch eine Apotheke, weder einen Bäcker noch einen Metzger und von den drei verbliebenen Gastwirtschaften stehen zwei zum Verkauf und für die dritte wird ein neuer Pächter gesucht. Eine Situation, die mittlerweile für viele kleine Dörfer typisch ist.
Aber noch gibt es Menschen, die sich mit dem Niedergang des Dorfes nicht abfinden wollen, vor allem die letzten Landwirte oben auf den Bergen. Sie sind die Bewahrer dieser Landschaft und kämpfen dagegen an, dass der Wald sich allmählich das ihm abgetrotzte Gebiet wieder zurückerobert.
Ein Film von Meinhard Prill
Letzte Änderung am: 27.06.2011, 10.26 Uhr