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Über uns Eine Chance für den Nachwuchs

Junger Filmemacher steht auf einem Tisch und filmt

Themen von gesellschaftlicher, sozialer oder politischer Relevanz verdienen einen zweiten Blick, einen Blick hinter die Nachrichtenaktualität: den Blick des Dokumentarfilmers. Aber auch der ganz normale Alltag birgt spannende Geschichten, die es lohnen genauer und länger beobachtet zu werden. Neugier und das Bedürfnis, die Wirklichkeit aus einem anderen, individuellen und intensiven Blickwinkel zu betrachten, waren und sind die Triebfeder dokumentarischen Arbeitens. Ausdauer, Einfühlungsvermögen und Sensibilität im Umgang mit den beobachteten Personen sind die Anforderungen, denen sich Dokumentarfilmer stellen müssen. Eine eigene Filmsprache und Ästhetik zu entwickeln, ist eine weitere Aufgabe. Dies kostet Zeit und damit Geld. Für junge Autoren alles in allem schwer zu überwindende Hürden. Hier setzt der "Junge Dokumentarfilm" an. Hier bekommt der Nachwuchs eine Chance!

Die Reihe "Junger Dokumentarfilm" gibt es seit 1999. Ins Leben gerufen hat sie der Südwestrundfunk, zusammen mit der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg und der Filmakademie Baden-Württemberg. Jungen Filmemachern ermöglicht dies die Finanzierung und Ausstrahlung ihres Debütfilms. Und sie nutzen ihre Chance!

Jahr für Jahr entstehen völlig unterschiedliche Filme mit ganz eigenen Handschriften. Und Jahr für Jahr zeigen die Autoren des "Jungen Dokumentarfilms", dass sie es verstehen, den Blick zu öffnen für Dinge, die sich nicht nur auf der Oberfläche abspielen. Bei allen Unterschieden ist ihnen eines gemeinsam - sie bilden nicht nur die reine Realität ab. Sie machen sich auf die Suche nach weiteren Ebenen und versuchen, diese einfühlsam zu erspüren und vor allem erlebbar zu machen. Jeder auf seine Weise.

Der Erfolg gibt uns recht. Immer wieder werden die jungen Autoren mit ihren Debütfilmen zu bedeutenden Festivals eingeladen. Paula Rodríguez hat für ihren Film "Pinochets Kinder" schließlich den Babelsberger Medienpreis erhalten. Viele der ehemaligen "jungen Dokumentarfilmer" zählen mittlerweile zu den renommierten Autoren dieses Genres.

Der Dokumentarfilm lebt!

Letzte Änderung am: 12.09.2008, 11.50 Uhr



Wer wird gefördert?Welche Voraussetzungen benötigen junge Filmemacher?

Kaffeebohnen

Kaffeebohnen - aus dem Film "Die Reise des Kaffees" von Martin Jabs

Der SWR kooperiert mit der Filmakademie Baden-Württemberg und der M F G Baden-Württemberg. Pro Jahr werden ca. vier Filme ausgewählt und produziert. In der Regel handelt es sich dabei um drei Diplomfilme und einen Absolventenfilm. Der Studienabschluss des Bewerbers für den Absolventenfilm sollte nicht länger als drei Jahre zurückliegen.

Jährlich tätigt der SWR zudem noch Ankäufe. Die fertiggestellten Filme, deren Rechte erworben werden, müssen nicht ausschließlich an bzw. von der Filmakademie Baden-Württemberg produziert worden sein.

Letzte Änderung am: 12.09.2008, 11.50 Uhr



Partner

Die Filmakademie Baden-Württemberg

Die Filmakademie Baden-Württemberg gehört zur Liga der großen deutschen und internationalen Filmhochschulen. Das Studienfach Dokumentarfilm vermittelt dabei das umfassende Angebot zeitgemäßer, aktueller wie historischer Formen dokumentarischen Arbeitens. Die Spannbreite umfasst den künstlerischen Autoren-Dokumentarfilm, das dokumentarische Essay sowie Reportagen und Features, Mischformen mit fiktionalen Elementen wie das Doku-Drama oder die Doku-Soap.

Die theoretische und praktische Arbeit umfasst die Bereiche Recherche, Exposé und Treatment, Interview- und Gesprächsführung, Drehbuch, Regie, Dramaturgie, Kamera, Licht, Ton, Schnitt, Musik und Postproduktion. Dozenten, die verantwortliche Positionen in der Film- und Medienbranche einnehmen, geben ihr Wissen und ihre Erfahrungen unmittelbar an die Studierenden weiter. Für den Dokumentarfilm sind oder waren dies u. a. Alice Agneskircher, Ulrike Becker (SWR), Ebbo Demant (SWR), Bernd Jacobs (Spiegel TV), Michael Möller, Helga Reidemeister, Prof. Thomas Schadt, Heidi Specognia.

Ziel ist es, teamfähige Autoren und Regisseure auszubilden, die mit eigenen Ideen, verantwortlicher Haltung gegenüber Menschen und Tatsachen Realität kreativ gestalten lernen. Die Studierenden sollen verstehen Inhalt und Form in Beziehung zu setzen. Die handwerkliche Professionalität soll sie befähigen, sich auf dem vielschichtigen Markt, ob kommerziell oder nichtkommerziell, durchzusetzen. Zu den bekannteren Absolventen zählen Wiltrud Baier, Lilly Engel, Sigrun Köhler, Samir Nasr, Lukas Schmid, Dominik Wessely und andere.

Durch die regelmäßige Zusammenarbeit der Abteilung Dokumentarfilm mit namhaften Redaktionen und Filmförderungen, z.B. MFG Filmförderung, Redaktion "Junger Dokumentarfilm" (SWR), lernen die Studierenden bereits während der Ausbildung Erwartungen der Sender kennen.

Mischformen, innovativen Darstellungsmethoden und ungewöhnlichen Erzählweisen im inhaltlichen Bezug zum Thema sind keine Grenzen gesetzt. Bereits im Grundstudium lernen die Studierenden, ihre eigene Handschrift zu entwickeln. Die Qualität der Ausbildung lässt sich auch an den Preisen und Auszeichnungen für Dokumentarfilme, die an der Filmakademie entstanden sind, ablesen. Filme wie "0815 - Leben am Rand von Köln" von Sandra Jakisch, "Janine F." von Teresa Renn sowie "Zwölf ½ Minuten" von Joscha Douma sorgten 2003 und 2004 für Aufsehen.

Letzte Änderung am: 12.09.2008, 11.50 Uhr



Partner

Die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg

Die Dokumentarfilmförderung der MFG Filmförderung

Seit Bestehen der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg unterstützt die Filmförderung des Südwestens die regionale Filmproduktion sowie den Kinosektor mit nunmehr 10,5 Mio. Euro im Jahr. Unter der Leitung von Geschäftsführerin Gabriele Röthemeyer konnte sich der kulturelle und künstlerisch anspruchsvolle Dokumentarfilm erhebliche Anteile am MFG-Förderprofil sichern.

Seit 1995 hat die MFG-Filmförderung mehr als 180 Dokumentarfilmprojekte in den Bereichen Drehbuch, Projektentwicklung, Produktion und Postproduktion sowie Verleih/Vertrieb gefördert (Stand Juni 2004). Zahlreiche Fernseh-Dokumentationen entstehen in Zusammenarbeit mit dem SWR, ARTE oder dem ZDF und anderen Fernsehsendern. Daneben behauptet sich beständig der für die Kinoleinwand hergestellte Dokumentarfilm: weltweit preisgekrönte Filme wie etwa Julian Benedikts international verkaufter Film "Blue Note - A Story of Modern Jazz" oder aber Andres Veiels Dokumentarfilm "Die Spielwütigen".

Neben Kinoproduktionen fördert die MFG auch anspruchsvolle Dokumentarfilme für das Fernsehen, wie die überaus erfolgreiche Doku-Serie "Schwarzwaldhaus 1902 - Leben wie vor 100 Jahren", eine Koproduktion von SWR und der Firma zero südwest für Das Erste.

Um dem Dokumentarfilm-Nachwuchs eine bessere Chance zu geben, initiierte die MFG gemeinsam mit der Filmakademie Baden-Württemberg und dem SWR das Programm "Junger Dokumentarfilm", bei dem jährlich junge Regisseure die Möglichkeit erhalten, einen Dokumentarfilm für das Fernsehen zu drehen.

Außerdem präsentiert und begleitet die MFG Dokumentarfilme gemeinsam mit den Filmemachern und Produzenten kontinuierlich auf nationalen und internationalen Fachmärkten und Festivals: Der Programmmarkt "Sunny Side of the Doc" (Marseille) oder die "Diagonale" in Graz sowie das Forum des "International Documentary Festival" in Amsterdam bieten dafür ebenso eine Plattform wie die Fernsehkonferenz "Input".

Der im Jahr 2003 erstmals, gemeinsam mit dem SWR ausgelobte Baden-Württembergische Dokumentarfilmpreis, der mit einem Preisgeld von 20.000 Euro verbunden ist, soll die Bedeutung des Dokumentarfilms für die MFG weiter unterstreichen.

Letzte Änderung am: 12.09.2008, 11.50 Uhr



Nachwuchspreis

FIRST STEPS für "Sonbol" und "Die Maßnahme"

First Steps Awards 2009 ging an Maik Bialk

für "Die Maßnahme"

  • Gerbstedt, Sachsen-Anhalt. Hier wird "Die Massnahme" eingeführt.Gerbstedt, Sachsen-Anhalt. Hier wird "Die Massnahme" eingeführt.
  • Bernd Wetzel, Koordinator der Massnahme.Bernd Wetzel, Koordinator der Massnahme.

Es klingt wie ein modernes Märchen: In einem kleinen Ort im Nirgendwo in Sachsen-Anhalt wird ein Jobwunder vollbracht. Über Nacht verschwindet nahezu die Arbeitslosigkeit und die Menschen bekommen endlich eine neue Aufgabe. Die Zauberworte der Arbeitsagentur und ihres agilen Chefs lauten: Arbeit für alle! - wie einst in der DDR. Statt weiter auf den Aufschwung zu warten, sollen die Arbeitslosen jetzt alle „Bürgerarbeiter“ werden. Und tatsächlich sinkt die Arbeitslosenquote rapide von 24 auf sieben Prozent und auch viele der langzeitarbeitlosen Bewohner schöpfen neue Hoffnung.

Über ein Jahr lang begleitet das Filmteam die Menschen der Versuchsgemeinde Gerbstedt und beobachtet die öffentlich vielgelobte neue Maßnahme. Der Film erzählt dabei vielschichtig von der individuellen Bedeutung von Arbeit im Leben der Menschen. Mit sensiblen Fragen und genauen Beobachtungen gelingt es dem Regisseur Maik Bialk, Betroffene und Behörden gleichermaßen zu Wort kommen zu lassen. Erfolg oder Misserfolg der Maßnahme werden hier auf beiden Seiten völlig unterschiedlich wahrgenommen. Durch diesen Kontrast ergeht eine direkte Aufforderung an den Zuschauer, über Sinn und Neubestimmung von Arbeit nachzudenken.

In Zeiten, in denen Politiker gerne von Vollbeschäftigung sprechen, bietet der Film einen Blick in die Zukunft - zumindest wenn es nach den Strategen der Bundesagentur für Arbeit geht. Denn inzwischen ist die Bürgerarbeit ein echter „Exportschlager“ und wird in zahlreichen anderen Bundesländern getestet. „Die Maßnahme“ ist ein tragikomischer Dokumentarfilm über einen visionären Modellversuch, der Hartz-IV überflüssig machen soll und den Menschen in den Zeiten der Krise ein neues Glück verspricht.


Der Film "Die Maßnahme" wurde als bester Dokumentarfilm des Jahres 2009 mit dem Deutschen Nachwuchspreis - First Steps ausgezeichnet und läuft im Herbst 2010 in der Reihe "Junger Dokumentarfilm". Freuen Sie sich darauf!

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First Steps Awards 2008 ging an Niko Apel

für "Sonbol - Rallye durch den Gottesstaat"

Sonbol sitzt im Rennauto mit ihrer Kollegin, beide haben einen Helm auf

Sonbol gehört zu den Schnellsten im Gottesstaat. Die unerschrockene junge Iranerin ist eine Rennfahrerin im Iran. Sie kennt die Grenzen, die Schikanen, mit denen sie in ihrem Heimatland leben muss, gerade auch als Frau. Was noch lange nicht heißt, dass sie sich damit abfindet.

Der Dokumentarfilm "Sonbol - Rallye durch den Gottesstaat" wurde im Herbst 2008 und 2009 im Rahmen einer neuen Staffel der SWR-Reihe "Junger Dokumentarfilm" im SÜDWEST Fernsehen gezeigt. Der Film wurde produziert von der Sommerhaus Filmproduktion, Jochen Laube, in Koproduktion mit der Filmakademie Baden-Württemberg und dem SWR, Redaktion Gudrun Hanke-El Ghomri. "Sonbol" entstand als Abschlussarbeit an der Filmakademie Baden-Württemberg und wurde unterstützt von der MFG Baden-Württemberg.


Der renomierte deutsche Nachwuchspreis FIRST STEPS, der Wettbewerb für Abschlussfilme deutschsprachiger Filmschulen, wird jährlich in fünf Sparten an Spiel-, Dokumentar- und Werbefilme herausragender Nachwuchs-Filmemacher vergeben. Der Dokumentarfilmpreis ist mit 12.000 Euro dotiert.

Letzte Änderung am: 12.09.2008, 11.50 Uhr



LeitfadenRichtlinien für die Filme

Die Themen für die Reihe "Junger Dokumentarfilm" können frei gewählt werden. Es wird jedoch angeregt, insbesondere Filmprojekte mit Baden-Württemberg-Bezug einzureichen.


Die Filme sollten auf Digibeta oder HD gedreht werden, im Format 16:9.


Die vorgegebene Länge ist 58'30 Minuten. Längere Filme werden nur in Ausnahmefällen und nach Rücksprache mit der SWR-Redaktion akzeptiert.


Enthält ein Film fremdsprachige Originaltöne, so muss eine Voice-Over-Fassung erstellt werden. Eine Untertitelung ist nur in Ausnahmefällen und dann nur partiell möglich. Die Entscheidung hierüber muss in enger Absprache mit der SWR-Redaktion getroffen werden.

Letzte Änderung am: 12.09.2008, 11.50 Uhr



Fahrplan / LeitfadenWie ist 2012 der Ablauf?

30. Januar 2012, 12.00 Uhr 

1. Pitching "Junger Dokumentarfilm"-Projekte mit interessierten Diplomanden und Absolventen der Filmakademie der letzten 3 Jahre, Verantwortlichen des SWR und der MFG, der Abteilung Dokumentarfilm und interessierten Produzenten.          

Das Pitching dient als erste Informationsveranstaltung zum Ablauf und zur Abwicklung des Projekts “Junger Dokumentarfilm”. Es ist gleichzeitig auch der Abgabetermin der Projektvorschläge / Treatments für die Vorauswahl. Bewerber, die nicht am Pitch teilnehmen können, müssen die Treatments in 10-facher Ausfertigung bis spätestens 23. Januar 2012, 12 Uhr mittags, bei Thorsten Schütte von der Abteilung Dokumentarfilm der Filmakademie abgegeben haben. (Drei Kopien der Treatments gehen an die SWR-Redaktion, Dr. Gudrun Hanke–El Ghomri.)

Die Treatments der interessierten Dokumentarfilmer sollten einen Umfang von ca. 10 Seiten umfassen und auch eine kurze inhaltliche Zusammenfassung des Projektes, eine sogenannte Synopsis, von ca. acht bis zwölf Zeilen enthalten.


30. Januar 2012, 16 Uhr

Es erfolgt eine Vorauswahl der Projektvorschläge (6-8 Stoffe) durch die Redaktion des SWR (Dr. Gudrun Hanke-El Ghomri) und die verantwortlichen Dozenten der Filmakademie, mit anschließender Benachrichtigung der Autoren. Die hier ausgewählten Projekte sind antragsberechtigt im Projekt "Junger Dokumentarfilm".


01. März 2012

Die Produzenten müssen bezüglich der ausgewählten und antragsberechtigten Projekte die vollständig ausgefüllten Förderanträge nebst allen Anlagen insbesondere Kalkulation, Treatment, Zeit- und Produktionsplan in 9 Exemplaren bei der MFG einreichen. Eine weitere Kopie des Antrags geht an die Abteilung Dokumentarfilm der Filmakademie.

Förderanträge sowie Hilfestellungen / allg. Antragsvoraussetzungen hierzu können direkt bei der MFG angefordert werden oder finden sich auf der Website der MFG (www..mfg.de/film) unter der Rubrik Vergabeordnung/Anträge. Ein  Antragsgespräch mit dem Ansprechpartner der MFG - Oliver Zeller (Tel.: 0711/90715-402) - wird empfohlen.   


Die jungen Autoren müssen an die Redaktion des SWR (Frau Dr. Hanke-El Ghomri) drei Kopien des endgültigen, bei der MFG eingereichten Exposés zuschicken. Hierzu sollen die Studenten an den Anfang ihres Exposés eine kurze inhaltliche Zusammenfassung Ihres Projektvorhabens, eine sogenannte Synopsis, ca. 8-12 Zeilen, setzen.

Am 31. Mai 2012 trifft die MFG ihre Förderentscheidungen. Die Filmteams der eingereichten Projekte sind aufgefordert, ihr Projekt an diesem Tag vor dem Vergabegremium der MFG zu pitchen. Die Länge des eingereichten Pitches sollte 5 Minuten nicht überschreiten.

Letzte Änderung am: 12.09.2008, 11.50 Uhr