Eine Stepptanz-Legende
Den Künstler Ray Lynch verschlägt es in den sechziger Jahren, während des Vietnamkrieges, nach Deutschland. Der 22-jährige wird als Soldat nach Stuttgart geschickt. Zunächst schließt er sich der Band "Bamboos of Jamaica" an und tourt als Sänger quer durch Europa.
Rays Musikkarriere verläuft vielversprechend, doch dann steht er plötzlich vor einer schwierigen Lebensentscheidung. Das Jugendamt will seinen Sohn Marcus in ein Heim einweisen. Kurzerhand trennt er sich von der Band und beschließt, dauerhaft in Stuttgart zu bleiben.

Ray beim Vortanzen im Studio
Mit einem geliehenen Startkapital von nur 2000 Mark eröffnet Ray Lynch 1975 mit seiner damaligen Frau Sabine in Stuttgart die "New York City Dance School". Ray unterrichtet vor allem südamerikanische Tänze und später auch Stepptanz. Bald gehören nicht nur Stuttgarter zu Ray Lynchs Schülern. Tanzinteressierte aus ganz Deutschland möchten von ihm unterrichtet werden. Dazu zählen auch Showgrößen wie Ute Lemper. Ray: "Ich habe eine bestimmte Energie, einen Motor, der im Kurs läuft. Ich finde, dieser Motor ist nicht schnell, er hat einen bestimmten Drive, er macht den Kurs lebendig." Sein Sohn Anthony wundert sich: "Ich bin immer noch fasziniert, wie er es schafft, bei jedem Kurs jeden einzelnen Schüler mit einem guten Gefühl aus dem Saal gehen zu lassen."
Ein Film von Teresa Renn und Nathalie Schwarz
Teresa Renn wurde 1977 in Tübingen geboren. Nach dem Abitur arbeitet sie im Film- und Fernsehbereich, u.a. als Produktions-, Regie- und Cutterassistentin. von 1999 bis 2004 studierte sie an der Filmakademie Baden-Württemberg Ludwigsburg, Studienfach Regie / Dokumentarfilm. Ihr Abschlussfilm "Janine F." lief ebenfalls in der Reihe Junger Dokumentarfilm.
Nathalie Schwarz studierte nach dem Abitur Diplom-Pädagogik. Danach wechselte sie in die Filmbranche. Von 1998 bis 2005 studierte sie an der Filmakademie Baden-Württemberg Regie für Dokumentarfilm. Ihr Studium schloss sie 2005 mit dem Diplom ab.
Letzte Änderung am: 03.09.2008, 07.44 Uhr