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Junger Dokumentarfilm 2010 Die Maßnahme

Sendung vom Montag, 27.9.2010 | 23.30 Uhr | SWR Fernsehen

"Die Maßnahme" ist ein tragikomischer Dokumentarfilm über einen Modellversuch, der Hartz-IV überflüssig machen soll und den Menschen in Zeiten der Krise neues Glück verspricht.

Knut Brandt (m.) und seine Kollegen sortieren Steine. Das geht ganz schön ins Kreuz. Trotzdem machen sie es gerne. Jahrelang arbeitslos zu sein, das frustet schon ungemein.

Knut Brandt (m.) und seine Kollegen sortieren Steine. Das geht ganz schön ins Kreuz. Trotzdem machen sie es gerne. Jahrelang arbeitslos zu sein, das frustet schon ungemein.

Es klingt wie ein modernes Märchen: In einem kleinen Ort in Sachsen-Anhalt gibt es ein Jobwunder. Über Nacht bekommen viele Arbeitslose endlich eine neue Aufgabe. Die Zauberworte der Arbeitsagentur und ihres agilen Chefs lauten: Arbeit für alle! - wie einst in der DDR.

Statt weiter auf den Aufschwung zu warten, sollen die Arbeitslosen jetzt „Bürgerarbeiter“ werden: 30 Stunden gemeinnützige Arbeit pro Woche, für einen Stundenlohn zwischen fünf und sieben Euro. Sie müssen Aufgaben im sozialen oder kommunalen Bereich übernehmen, erhalten statt Arbeitslosengeld einen geringen Lohn und zahlen wieder Sozialabgaben.

Der Dokumentarfilm begleitet die Menschen der Versuchsgemeinde Gerbstedt und beobachtet die öffentlich vielgelobte neue Maßnahme. Tatsächlich sinkt dort die Arbeitslosenquote innerhalb kurzer Zeit von 24 auf sieben Prozent und auch viele Langzeitarbeitlose schöpfen neue Hoffnung. Aber es gibt auch eine Reihe von negativen Aspekten der Maßnahme. Erfolg und Misserfolg werden seitens der Betroffenen und der Behörden völlig unterschiedlich wahrgenommen und bewertet.

  • Gerbstedt, Sachsen-Anhalt. Hier wird "Die Massnahme" eingeführt.Gerbstedt, Sachsen-Anhalt. Hier wird "Die Massnahme" eingeführt.
  • Bernd Wetzel, Koordinator der Massnahme.Bernd Wetzel, Koordinator der Massnahme.

Der Film erzählt vielschichtig von der individuellen Bedeutung von Arbeit im Leben der Menschen. Er fordert die Zuschauer heraus, über Sinn und Neubestimmung von Arbeit nachzudenken. In Zeiten, in denen Politiker gerne von Vollbeschäftigung sprechen, zeigt der Film, wie sich die Strategen der Bundesagentur für Arbeit die Zukunft vorstellen. Inzwischen ist die Bürgerarbeit ein echter Exportschlager und wird auch in anderen Bundesländern getestet.

DVD Mitschnitt bestellen bei:

Filmakademie Ludwigsburg

Mathildenstr. 20
71638 Ludwigsburg

E-Mail:
sales@filmakademie.de

Ein Film von Maik Bialk

Letzte Änderung am: 20.08.2010, 23.28 Uhr



Der Filmemacher Maik Bialk und sein Team

Meine erste Begegnung mit dem Mansfelder Land hatte ich mit Gregor Gysi, den ich für meinen letzten Film in die einstige Bergbauregion begleitete. Meine Erinnerungen daran sind geprägt von hilflosen Auftritten vor ratlosen Menschen. Dazu gab es Suppe aus der Gulaschkanone. Lösungen hatte auch Gysi nicht im Gepäck, noch nicht einmal Hoffnung. Wenig später weinten ausgerechnet diese Menschen vor Glück, wie ich in einer Zeitung las. Ein Manager der Arbeitsagentur hatte angeblich das „Perpetuum mobile der Arbeitsmarktpolitik“ entdeckt. Mich machte das misstrauisch und neugierig zugleich. Als die Schlagzeilen langsam verblassten, ging unsere Geschichte los.



Buch und Regie:Maik Bialk
Kamera:Marcel Seehuber
Ton: Maik Bialk
Schnitt:Sarah Krumbach
Musik:Can Erdogan
Herstellungsleitung:Thomas Lechner
Produktion:Maik Bialk, Claudia Krüger
Betreuung:Helga Reidemeister, Kay Gauditz

Eine Produktion der Filmakademie Baden-Württemberg

Letzte Änderung am: 20.08.2010, 23.28 Uhr