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Fernsehen im SWR

Junger Dokumentarfilm 2006 Die Unerwünschten - Menschen in Abschiebehaft

Sendung vom Donnerstag, 16.3.2006 | 23.20 Uhr | SWR Fernsehen

Abschiebehäftling Sedat

Abschiebehäftling Sedat

Durch die schwäbische Kleinstadt Rottenburg zieht sich die Mauer eines Gefängnisses. Dahinter erstreckt sich das Gefängnisareal für 700 Strafgefangene. Auf dem Hof, umzäunt von hohem Stacheldraht, steht ein Plastikcontainer: die Abschiebehaft Rottenburg. Es ist ein Gefängnis im Gefängnis.

Hinter den vergitterten Fenstern verbergen sich keine Kriminellen, sondern 45 Männer, von denen die meisten nie eine Straftat begangen haben. Inhaftiert sind hier gröβtenteils illegal Eingereiste und abgelehnte Asylbewerber, die Deutschland nicht innerhalb der ihnen vorgeschriebenen Frist verlassen haben. Jeder Tag im Abschiebecontainer wird dem Häftling mit 70 Euro in Rechnung gestellt. Bis zu 18 Monate kann die Haft dauern, je nachdem wie schnell die Abschiebung organisiert wird.

Sedat wurde wenige Tage nach seiner Einreise verhaftet, da er kein gültiges Visum besaß. Spätestens in drei Monaten soll seine Abschiebung stattfinden, bis dahin muss er 22 Stunden täglich in einer 13 Quadratmeterzelle verbringen.
Sedat kämpft gegen die Depression des Eingesperrtseins, indem er singt und Gedichte an seine Freundin schreibt. Noch hat er die Hoffnung nicht aufgegeben. Falls es ihm und seiner Freundin gelingt, in den nächsten Wochen zu heiraten, wird die Abschiebung ausgesetzt.

Kemal, ein kurdischer Häftling, ist bereit bis zum Äußersten zu gehen, um seine Rückkehr in die Türkei zu verhindern. Als er abgeschoben werden soll, fügt er sich mit einer Rasierklinge blutige Verletzungen zu. Während Sedat versucht die Haft zu verlassen, indem er seine Hochzeit organisiert, stellt Kemal einen Protest auf die Beine. Mit der Drohung, die Zellen anzuzünden, wollen er und andere Mitgefangene die Abschiebung verhindern.


Ein Film von Sarah Moll

Sarah Moll wurde am 22.06.1977 in Freiburg im Breisgau geboren. Nach dem Abitur ging sie für ein Jahr nach Frankreich, wo sie in Paris in einem Heim für geistig behinderte Menschen arbeitete. Danach absolvierte sie eine Ausbildung zur Mediengestalterin in Bild und Ton beim Saarländischen Rundfunk. Sie arbeitet auch als freie Autorin für den Kulturspiegel beim Saarländischen Rundfunk. Seit 1999 Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg mit Schwerpunkt Regie Dokumentarfilm.



Preise und Nominierungen

"Öngören Preis für Demokratie und Menschenrechte" 11. Filmfestival Türkei/Deutschland
2006 in Nürnberg

Nominierung Babelsberger Medienpreise 2005

Nominierung Discovery Channel Filmpreis beim Internationalen Dokumentarfilmfestival Leipzig 2005

Letzte Änderung am: 17.09.2008, 14.23 Uhr

Sendezeit ab 14. November JUNGER DOKUMENTARFILM

Montags 23.30 Uhr
SWR Fernsehen

Sendezeit Dokumentarfilm

Montags, ab 23:30 Uhr
und
Donnerstag auf Freitag ab 00:15 Uhr
SWR Fernsehen