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Dokumentarfilm am Montag Gefangen im Dschungel - Die Entführung der Ingrid Betancourt

Sendung vom Montag, 21.2.2011 | 23.30 Uhr | SWR Fernsehen

Entführung und Gefangenschaft

Ingrid Betancourt

Ingrid Betancourt

Am 23. Februar 2002 wurde die damalige kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt entführt. Über sechs Jahre befand sie sich als Geisel in der Gewalt der FARC, einer Gruppe marxistischer Revolutionäre, die seit 40 Jahren die kolumbianische Regierung bekämpft. Eine weltweite Kampagne ihrer Familie und Freunde machte die damals international weitgehend unbekannte Politikerin weltberühmt. Zahlreiche Medienberichte und Erzählungen freigelassener Mitgefangener zeichneten das Bild einer schwer kranken, aber unbeugsamen Heldin im Dschungel, deren Willen die Rebellen selbst mit schweren Strafen für missglückte Fluchtversuche nicht brechen konnten. Ein Foto, das sie im Dschungelcamp zeigt, mit traurigem Blick und langem Haar, kauernd auf einer Bank, ist längst zur Ikone geworden. Wer die zielstrebige und energische junge Frau erlebt hatte in der Zeit des Wahlkampfes 2002, wenige Tage vor ihrer Entführung, konnte sie kaum wiedererkennen auf den Aufnahmen aus dem Dschungel vom Dezember 2007.


Im Juli 2008 wurde Ingrid Betancourt nach mehr als sechs Jahren Geiselhaft im kolumbianischen Dschungel in einer spektakulären Aktion gemeinsam mit weiteren Geiseln vom Militär befreit, ohne dass ein einziger Schuss fiel. Damit war sie endgültig zum lebenden Mythos geworden.

Aber was war wirklich während ihrer Gefangenschaft im Dschungel geschehen? War Ingrid Betancourt wirklich immer so heldenhaft, wie die Presse berichtete? Frühere Leidensgenossen klagten sie nach der Befreiung scharf an. In einem Buch wurde ihr Arroganz, Egoismus und Geltungssucht vorgeworfen. Zwei Jahre nach ihrem Entkommen aus der Geiselhaft erzählt Ingrid Betancourt in einem Dokumentarfilm zum ersten Mal exklusiv ihre eigene Version der Gefangenschaft im Dschungel. Sie berichtet vom Ausmaß an Folter und Erniedrigung, vom langweiligen und erschöpfenden Leben im Dschungel, der Dramatik der gescheiterten Fluchtversuche, der Isolation und geistigen Monotonie sowie der fehlenden Kommunikation mit der Außenwelt.


Aber nicht nur Ingrid Betancourt kommt im Film zu Wort. Ihre ehemalige Freundin und Mitstreiterin Clara Rojas, die im Dschungel ein Kind zur Welt brachte, erzählt vom angespannten Verhältnis in der Enge des Gefangenenlagers. Ihr Freund, der kolumbianische Senator Luis Eladio, und andere Mitgefangene kommentieren die komplexe Dynamik der Geiselgruppe und das tägliche Leben mit den Peinigern.

Der Film dokumentiert das traumatische Wechselspiel von Ohnmacht und Hoffnung, von Leben und Tod in einer Mischung aus Interviews, exklusivem Archivmaterial und Dreharbeiten vor Ort und rekonstruiert dramatische Momente wie Gefangennahme, Fluchtversuche und Befreiung.

Letzte Änderung am: 16.02.2011, 08.32 Uhr

Dokumentarfilm am Montag

Sendezeit Dokumentarfilm

Montags, ab 23:30 Uhr
und
Donnerstag auf Freitag ab 00:15 Uhr
SWR Fernsehen