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Fernsehen im SWR

Der Dokumentarfilm am Montag Farah Diba - Die Kaiserin und ich

Sendung vom Montag, 15.6.2009 | 23.00 Uhr | SWR Fernsehen

"Als ich Kind war, da hatten wir einen König und eine Königin", erzählt die iranische Filmemacherin Nahid Persson Sarvestani. Noch gut erinnert sie sich an jenen Tag vor über 40 Jahren, als Farah Diba mit Glanz und Gloria zur Kaiserin von Persien gekrönt wurde. Die Ehefrau von Schah Reza Pahlavi war die "Prinzessin Diana" der 60er Jahre. Als Nahid älter wird, hört sie von Unterdrückung und Folter. Hinter der märchenhaften Königsfassade verbarg sich offenbar ein Regime, das keine Opposition duldete. Nahid schließt sich der iranischen Revolution an, die 1979 - vor 30 Jahren - zum Sturz des Schahs führt, während Ayatollah Khomeini die Islamische Republik ausruft. Millionen Iraner fliehen ins Ausland, auch der Schah und Farah Diba. Nahid Persson Sarvestani hat erleben müssen, wie ein Unrechtsregime ein anderes ablöste. Sie setzt ihren Widerstand fort, kämpft im Untergrund gegen Khomeini und die Islamische Revolution - bis ihre Freunde verhaftet werden und ihr 17-jähriger Bruder 1982 hingerichtet wird. Sie flieht, lebt seit Jahren im Exil in Schweden. Seit ihrem Film "Prostitution hinter dem Schleier" kann sie den Iran nicht mehr betreten.

Für den Schah und seine Familie begann 1979 die Flucht, eine Odyssee quer über den Globus. Es gab Morddrohungen aus Teheran und immer wieder Schicksalsschläge für die Kaiserin: 1980 starb der Schah in Ägypten an Krebs, 2002 nahm sich die jüngste Tochter, Leyla, das Leben. Farah Diba-Pahlavi litt unter Depressionen. Heute lebt sie zurückgezogen in Paris und in New York. Sie ist Unesco-Botschafterin für "Kinder in Not". Nach wie vor hofft sie, eines Tages in den Iran zurückkehren zu können. Ihre Wohnungen sind voller Objekte aus ihrem einstigen Schloss in Iran. Ihr größter Wunsch ist es, ihren Mann und ihre Tochter in iranischer Erde begraben zu können. Aber sie kann nicht zurückkehren: Eine Todesstrafe ist vor Jahren über sie verhängt worden.

Die Dokumentation begleitet die einstige iranische Kaiserin in ihrem heutigen Alltag. Ihr Leben und die zeitgenössische iranische Geschichte werden aus der Perspektive Farah Dibas sowie der iranischen Filmemacherin erzählt. Es ist die Geschichte zweier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, die jedoch die Liebe zu ihrem Vaterland und das Leben im Exil verbindet.
Die Begegnung bringt sowohl für Farah Diba als auch für die Filmemacherin Konflikte mit sich: "Natürlich war ich neugierig auf diese Frau, die sich selten in der Öffentlichkeit zeigt und der nur wenige begegnen", erzählt Nahid Persson Sarvestani. "Andererseits war ich innerlich aufgewühlt und dachte an all die Menschen - viele von ihnen alte Freunde -, die während des Schah-Regimes gefoltert und getötet wurden." Entstanden ist ein sehr persönlicher Film, der die außergewöhnliche Begegnung von zwei Frauen mit so unterschiedlicher Herkunft und so verschiedenen politischen Visionen erzählt. Zwei Frauen, die im Laufe des Films immer mehr Gemeinsamkeiten entdecken.

Ein Film von Nahid Persson Sarvestani

Letzte Änderung am: 05.06.2009, 15.10 Uhr

Sendezeit Dokumentarfilm

Montags, ab 23:30 Uhr
und
Donnerstag auf Freitag ab 00:15 Uhr
SWR Fernsehen

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