Ein politischer und auch privater Blick auf den RAF Gründer
Sendung vom Freitag, 28.10.2011 | 0.15 Uhr | SWR Fernsehen
Ein verwöhntes Muttersöhnchen, ein bisexueller Schönling, ein narzisstischer Selbstdarsteller ohne moralischen Skrupel, ein taktisch und politisch exzellent denkender Mensch, der ohne Gnade und mit Gewalt seine Ziele durchsetzte - oder einfach "der Mann, der Deutschland in die Luft sprengen wollte", wie die Bild-Zeitung 1972 befand. Die Beschreibungen über Andreas Baader sind vielfältig und widersprüchlich.
Wie kaum ein anderer hat es der RAF Gründer Andreas Baader geschafft, an den demokratischen Grundpfeilern der Bundesrepublik Deutschland zu rütteln. Nach über 30 Jahren nach dem dramatischen Tagen im Deutschen Herbst 1977 und seinem anschließenden Suizid in Stuttgart Stammheim, werden die Mythen und Rätsel um ihn mehr statt weniger. Wer war der RAF-Terrorist Andreas Baader wirklich?
"Andreas Baader - Das Leben eines Staatsfeindes" wartet mit neuem Bildmaterial, Zeugnissen und Protagonisten auf. Und wirft explizit auch ein Blick auf den privaten Andreas Baader. So durch seinen Onkel, dem Schauspieler Michael Kroecher und die Liebesbriefe von Andreas Baader an die Mutter seiner Tochter, Ello Michel. Der Vorsitzende Richter im Stammheim Prozess, Dr. Theo Prinzing, geht mit dem Grimme-Preisträger Klaus Stern nach über 33 Jahren erstmals wieder in das Prozessgebäude und erinnert sich an Andreas Baader("der Mann war mir von Natur her nicht unsympathisch") und seine Verhandlungsführung.
"Andreas Baader - Das Leben eines Staatsfeindes" ist der erste lange Dokumentarfilm, der über den RAF-Terroristen gedreht wurde. Er fußt auf dem 45-minütigen Film von Klaus Stern, der 2003 den Deutschen Fernsehpreis für die beste Dokumentation erhielt.
Letzte Änderung am: 16.09.2011, 23.34 Uhr