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Im Ausland das Glück finden Ein Kind aus der Ferne

Ein Kind aus der Ferne vom Freitag, 1.5.2009 | 23.45 Uhr | SWR Fernsehen

Barbara und Harry Hauschild mit José in Kolumbien.

Barbara und Harry Hauschild mit José in Kolumbien.

Die Zahl der Ehepaare, die sich vergeblich Kinder wünschen, steigt. Daran ändert selbst die moderne Medizintechnik nichts. Ein Ausweg ist die
Adoption eines Kindes. Doch es gibt viel mehr Paare, die ein Kind adoptieren wollen, als Kinder, die zur Adoption frei gegeben werden. 20.000 Paare warten in Deutschland auf die Vermittlung eines Kindes. Adoption im Ausland - oft die letzte Chance.


Caroline Goldie (Regie) und Johann Feindt (Kamera) haben über Monate deutsche Elternpaare auf dem Weg zu ihrem neuen Kind begleitet.
Ute und Bernhard Boos aus Emmelshausen im Hunsrück, Ruth und Thomas Linke aus Rümmelsheim in der Pfalz und Barbara und Harry Hauschild aus Künzell bei Fulda haben sich schon vor längerer Zeit zur Adoption entschieden. Etliche bürokratische Hürden galt es zu nehmen: Vom Gesundheits-Attest bis zu Grundriss und Größe der Wohnung in Quadratmetern will die Familienfürsorge, will das Ausländeramt alles wissen, bevor eine Zustimmung erteilt wird. So lange heißt es warten - und träumen vom eigenen Kind. Dann endlich der Anruf aus Frankfurt: Frau Katz-Heieck, Mitarbeiterin einer Vermittlungsstelle für Kinder aus Kolumbien, ist die Überbringerin der freudigen Botschaften. Nach Jahren der Ungewissheit hat es geklappt. Auf Familie Linke wartet Santiago, genannt Santi, auf Harry und Barbara
Hauschild der kleine José, und Ute und Bernhard Boos mit Tochter Miriam können sich auf Angie-Carolina freuen.


In Kolumbien kann Cecilia, die Pflegemutter des kleinen José, ihre Tränen kaum unterdrücken, als sie der staatliche kolumbianischen Fürsorge den Jungen übergibt. Ein paar Zimmer weiter warten die Hauschilds auf José. Bisher kennen sie ihren künftigen Sohn nur von einem Foto. Pflegemütter und Neueltern werden sich nicht kennen lernen. Die erste Begegnung mit dem Adoptivkind ist ein magischer und spannungsgeladener Moment. Die Kamera ist immer unaufdringlich und doch nah dabei. Sie hält die großen Gefühle genauso fest wie die ersten gemeinsamen Alltags-Erlebnisse der Kinder mit ihren neuen Eltern. Ein paar Wochen später entdeckt José in Fulda Schnee. Stolz zeigen José und sein neuer Vater Harry Hauschild, welche Fortschritte der Junge bereits nach wenigen gemeinsamen Wochen beim Sprechen gemacht hat. Ein Film mit dreifachen "Happy End" - der dennoch die Frage offen lässt: Warum müssen die Kinder ihr Land und ihre Kultur verlassen, um eine Chance auf ein glückliches Leben zu haben?

Ein Film von von Caroline Goldie

Letzte Änderung am: 28.04.2009, 16.31 Uhr

Sendezeit Dokumentarfilm

Montags, ab 23:30 Uhr
und
Donnerstag auf Freitag ab 00:15 Uhr
SWR Fernsehen