Der Handel mit Afrikas Frauen
Sendung vom Freitag, 18.3.2011 | 0.00 Uhr | SWR Fernsehen

Mit bebilderten Informationskampagnen wird versucht, über die Gefahren für die Mädchen aufzuklären.
MEINE HÖLLE EUROPA erzählt die Geschichte von Faith, Linda, Betty und Queen - vier nigerianischen Mädchen, deren Traum von einem besseren Leben in Europa zu einem Prostitutionsalbtraum auf den Straßen Italiens wird. Vom vermeintlichen Reichtum Europas verführt, geraten sie in die Fänge brutaler Frauenhändler und müssen sich zunächst einem okkulten "Juju"-Ritual in einem heimischen Schrein unterziehen. Erniedrigt und eingeschüchtert schwören sie ihren Peinigern in einer blutigen Zeremonie bedingungslose Treue. Wer die anschließende gefährliche Reise durch die Sahara, die Einführung in die Prostitution in Mali oder Marokko und die Überfahrt nach Europa überlebt, landet sofort als exotische Sexsklavin auf den Straßen von Turin, Rom oder Verona. Eine Flucht vor Abtragung ihrer individuellen "Schulden" von bis zu € 60.000 ist für die meisten Mädchen unmöglich.
An der Spitze dieses neuen und brutalen afrikanischen Sklavenhandels stehen die sogenannten "Madames" - skrupellose nigerianische Zuhälterinnen, die den nigerianischen Frauenhandel zum einzigen organisierten Verbrechen weltweit machen, das ausschließlich von Frauen kontrolliert wird.
Aus der Sicht der Opfer erzählt, konzentriert sich der investigative Dokumentarfilm MEINE HÖLLE EUROPA auf die sehr persönlichen Erfahrungen der jungen Frauen. Durch ihren Mut, mit ihren Erfahrungen an die Öffentlichkeit zu gehen, gelingt es, erstmals Licht ins Dunkel einer neuen Form der Sklaverei zwischen Afrika und Ländern wie Italien zu bringen, wo heute jede dritte Prostituierte aus Nigeria stammt.
Mit MEINE HÖLLE EUROPA (Internationaler Titel: Sisters of no mercy) gibt der junge Bonner Autor Lukas Roegler sein Dokumentarfilm-Debüt. Der Film entstand aus einem völlig unabhängigen, investigativen Journalismusprojekt in Nigeria. Für sein persönliches Engagement erhielt der Autor den Shell Personal Development Award. Am 29. September 2007 feierte der Film seine Weltpremiere auf dem Rio de Janeiro Int'l Film Festival und wird am 17. November beim 24. Kassler DokFest gezeigt.
Ein Film von Lukas Roegler
Letzte Änderung am: 16.03.2011, 11.57 Uhr