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Der Rösslerhof liegt inmitten von sanften Hügeln. Auf den Wiesen ringsum döst friedlich eine Herde Braunvieh. Ein Haus, das Ruhe ausstrahlt. Die weißen Mauern des Rösslerhofs wirken streng und klar, doch die Türen der Familie Güldenberg sind für jeden offen, der sich für ökologische Landwirtschaft interessiert. Seit 1981 wird der Hof nach Bioland-Richtlinien bewirtschaftet.
Gereon Güldenberg ist ein Öko-Überzeugungstäter moderner Art. Er denkt umfassend. Sein Hof soll ein geschlossener Kreislauf sein. Er düngt seine Wiesen und Äcker mit dem Mist seiner Kühe. Die wiederrum fressen, was dort wächst, geben Milch, die der Bauer dann zu Emmentaler verarbeitet. Der Rösslerhof ist ein moderner landwirtschaftlicher Betrieb, der vieles hervor bringt: Rindfleisch, Mehl, Hanföl, Käse, Salat, Apfelsaft. Ein Bauer muss heutzutage viele Standbeine haben.
Der Rösslerhof ist ein moderner Hof mit einer wechselvollen Geschichte. Fast 750 Jahre hat er schon auf dem Buckel. 1274 wird er erstmals erwähnt als Besitz des nahen Klosters Weingart. "Grindeln" heißt er damals noch. Gut 300 Jahre später wechselt er den Namen - und heißt nun Rösslerhof. Zum Hof gehört jetzt auch eine Gastwirtschaft. 1734 wird das Wohnhaus neu erbaut und erhält sein heutiges Aussehen. Im Zuge der Säkularisation gerät der Rösslerhof 1803 in private Hände.
In den Jahrzehnten danach macht er so manchen Besitzerwechsel mit - bis er schließlich 1922 von den neuen Weingarter Mönchen gekauft und auch selbst bewirtschaftet wird. Bis 1979 beackern sie den Hof, letztlich aber mit wenig Erfolg. Der Hof wird verpachtet, zuerst an Albert Batzill - seines Zeichens Segler und vierfacher Weltmeister in der Bootsklasse Flying Dutchman - und 1999 dann an Gereon Güldenberg, den heutigen Eigentümer, der den Rösslerhof 2009 auch kauft. Es ist also viel passiert in all diesen Jahren. Doch den Rösslerhof kann so schnell nichts aus der Ruhe bringen.
Letzte Änderung am: 05.08.2011, 09.56 Uhr