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Es sieht irgendwie aus wie im 19. Jahrhundert. Jedes Detail stimmt. Der Kachelofen. Der Tisch. Die Fenster. Der Schopf mit fließendem Bergwasser. Es scheint, als ob das Zeitalter der schwedischen Fertigmöbel, der Plastiktüten und Satellitenschüsseln den Windberghof nie erreicht hat.
Kaum zwei Kilometer von St. Blasien entfernt steht der Eindachhof, der so originalgetreu, so unverändert wirkt, wie kein anderer in Deutschland. Und wichtig: Der Windberghof ist kein Freilichtmuseum! Er ist vielmehr Ausdruck eines Wunsches nach Einfachheit und Freiheit. Die Albrechts, die ihn bewirtschaften, möchten möglichst selbstbestimmt und Ressourcen schonend arbeiten im Einklang mit der Natur. Dennoch: Sie betreiben Landwirtschaft nach modernsten Erkenntnissen. Das ist dem Agraringenieur Holger Albrecht wichtig. Er will kein realitätsferner Ökospinner sein. Landwirtschaft auf einer Höhe von fast 1000 Metern erfordert besondere Kenntnisse. Fünfzig Ziegen, sieben Kühe und vier Arbeitspferde wollen fachgerecht gehalten werden.
2003 haben Martina Albrecht, ihr Mann Holger und dessen Bruder Oliver den Windberghof gekauft. Natürlich sah der Hof damals nicht mehr aus wie in seinem Entstehungsjahr 1853. Verschandelt und herunter gekommen war er. Doch das störte die junge Familie nicht. Sie begann den Windberghof zurückzuführen in die Vergangenheit. Seit nunmehr acht Jahren dauert die Restaurierung an.
Besonders Oliver Albrecht, der im Hauptberuf Akkordeonlehrer ist, bringt seine reichhaltigen Kenntnisse auf dem Gebiet der historischen Bauernhausarchitektur ein. Die Liebe zum Vergangenen zeigt sich in jedem Detail: Die Telefone stammen aus den 1920er Jahren, Steckdosen und Lichtschalter aus den 1930ern - alles vom Flohmarkt oder aus alten Höfen. Das Material für die Holztäfelungen und Dielenböden, die Fenster und Türen kommen vorwiegend aus historischen Gebäuden. Nach und nach ist ein Ort entstanden, an dem alles stimmt - die Details, der Gesamteindruck und der Geist, der alles durchdringt.
Letzte Änderung am: 05.08.2011, 09.55 Uhr