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Die Tannenburg sieht auf den ersten Blick so gar nicht wie ein Bauernhof aus. Es gibt eine mächtige begehbare Schildmauer, einen Torbau, einen großen Burghof und einen Palas mitsamt Rittersaal. Mittelalter vom feinsten. Nur wer genauer hinschaut, der bemerkt den Biobauernhof unterhalb der Burg. Seit Jahrhunderten sind die Burgherren auch Bauern.
Die Tannenburg hat eine spannende Geschichte. Sie wurde etwa um 1180 im Auftrag des Staufferkaisers Barbarossa erbaut. Fast 500 Jahre diente sie dem Kloster Ellwangen als Verwaltungssitz für die Region um Bühlertann. 1820 gelangte sie dann in den Besitz der Familie von Gleich. Die von Gleichs bewirtschafteten die Burg mitsamt Bauernhof bis 1931.
In jenem Jahr kaufte der erfolgreiche Berliner Kunstmaler Ernst Gustav Zipperer die Tannenburg. Mit ihm begann das spannende neuzeitliche Kapitel der Burg, das bis heute andauert. Der Enkel des Malers, Ernst-Martin Zipperer, ist der jetzige Eigentümer der Tannenburg. Er übernahm den Familienbetrieb im Jahr 1984 und restaurierte die Burg mit viel Liebe und handwerklichem Sachverstand - zusammen mit seiner Frau Ruth, seinen Söhnen und Töchtern.
Es gibt kaum einen Stein, den sie noch nicht angefasst haben. In den letzten Jahren haben die Zipperers viel bewegt: Sie wechselten von der konventionellen Landwirtschaft zur biologischen. Seit Herbst 2005 wird auf der Tannenburg Mutterkuhhaltung betrieben. Die Kälber wachsen bei der Mutterkuh auf. Die größte Veränderung im Burgalltag jedoch sind die Kinder, die seit einigen Jahren die alten Mauern bevölkern. Die Tannenburg ist ein Schullandheim. Mädchen und Jungen aus ganz Deutschland erleben bei den Zipperers Landwirtschaft in Burgatmosphäre. Wo sonst gibt es das?
Letzte Änderung am: 05.08.2011, 09.51 Uhr