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Demokratie-Forum Hambacher Schloss Info-Star Satire: Warum gelten Satiriker heute als die Journalisten mit Haltung und Tiefgang?

Mittwoch, 18. Mai 2016

Über welche politischen Themen wird heute bei Wohngemeinschafts-Feten zwischen Chili-Con-Carne und Aldi-Nudelsalat "gestritten"? Antwort: höchstens noch über die aktuellen Gags und Pointen der "heute show" im ZDF. Oliver Welkes Kakaobad, in dem die gesamte politische Klasse berechenbar ertrinkt, ist offenbar spannender als jeder Politiker-Einwurf oder gar zündende Programm-Idee zu einem wirklich drängenden Thema. Nun hat sogar ein Satiriker mit einem "Schmähgedicht" eine Staatskrise mit der Türkei ausgelöst. Die Macht der Satire erscheint grenzenlos.

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Die Mechanik der populären TV-Satire lebt von Ressentiments, der grassierenden Politikverachtung und den Paradoxien des politischen Betriebs. Der Dreiklang aus Empörung – Erregung – Entlastung ist kalkuliert und berechenbar. Schenkelklopfen statt Standpunkt, ein Wellness-Bad der moralischen Selbstgewissheit statt wirksamen Engagement gegen die beklagten Missstände.

Thomas Leif

Moderation: Thomas Leif

Über das Spannungsfeld zwischen wirkungsvoller satirischer Aufklärung und überraschungsfreien journalistischen Hintergrund-Angeboten wurde beim Demokratie-Forum Hambacher Schloss am 18. Mai diskutiert.







Folgende Fragen standen zur Diskussion:

  1. Entwickeln sich die Premium-Satire-Sendungen in ZDF und ARD als Ersatz für die klassischen Magazine, auch weil Satire weniger angreifbar ist?
  2. Sind die prominenten TV-Satiriker mehr als "Empörungs-Dienstleister"?
  3. Liefern die recherchierten Erklärstücke etwa zur Finanzkrise in der "Anstalt" mehr Erkenntnisgewinn für die Zuschauer als die klassischen politischen Formate?
  4. Was sagt der Satire-Boom über den Zustand unserer Gesellschaft und die Bedürfnisse des Publikums?
  5. Geht es bei den Satire-Sendungen um Gratis-Mut, gepaart mit überschäumenden Moralismus und Pseudo-Informationen?
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Das Podium

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Lisa Politt (politische Kabarettistin, Chefin im Hamburger Theater Polittbüro)

Lisa Politt (politische Kabarettistin, Chefin im Hamburger Theater Polittbüro)

Matthias Deutschmann (Kabarettist aus Freiburg)

Prof. Bernd Gäbler (Medienexperte, ehemaliger Leiter des Adolf-Grimme-Instituts)

Dr. Benedikt Porzelt (Medienwissenschaftler, Fachgebiet: Politik und Komik)

Georg Restle (Leiter und Moderator des ARD-Politmagazins Monitor)

Andreas Lange (Redaktionsleiter "extra3", NDR)

Wofür steht das Demokratie-Forum Hambacher Schloss?
In der Tradition des "Hambacher Fests" und dem hiermit verbundenen Geist der Meinungsfreiheit und der Bürgerrechte, diskutieren lebenserfahrene und streitlustige Politiker, Publizisten sowie Vertreter aus Wirtschaft, Kultur und  Zivilgesellschaft auf dem Demokratie-Forum Hambacher Schloss. Politische, gesellschaftliche und kulturelle Themen von grundlegender Bedeutung werden aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln aufgegriffen. Im Zentrum der kontroversen Debatten steht der "Geist der Gegenwart" und die zentrale Frage, welche Werte, Ideen und Konzepte künftig unsere Gesellschaft noch zusammenhalten. Das kritische Bürgerforum bietet eine Bühne für substantielle Diskurse und fairen Konfliktaustausch.