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Die Fahrradinnovation kommt im Frühjahr 2012: Dann bringt der Autobauer Daimler sein Elektrofahrrad auf den Markt. Bislang haben gerade einmal fünf Prozent der verkauften Fahrräder einen Elektromotor. Doch der Markt wird wachsen, denn E-Bikes werden immer besser.
Auf der 20. Eurobike in Friedrichshafen zeigen die Aussteller zum ersten Mal elektrobetriebene Fahrräder mit Automatikschaltung. Außerdem sind die bislang eher klobigen Motoren kleiner geworden. Bei manchen Modellen werden sie in den Rahmen eingebaut und sind damit unsichtbar. Die Reichweite pro Batterieladung erhöht sich auf 140 Kilometer. Mit diesen Erneuerungen soll das E-Bike in der Stadt dem Auto Konkurrenz machen. Die Hersteller sind optimistisch, dass das gelingen wird. Angesichts ständig steigender Benzinpreise und verstopfter Straßen entwickelt sich das E-Bike zu einem alltagstauglichen Verkehrsmittel.
Fakten und Zahlen
Deutschland ist das Land der Fahrradfahrer. Etwa 69 Millionen Räder sind zwischen Nordsee und Alpen unterwegs. Die Eurobike in Friedrichshafen gilt als weltweit wichtigste Fahrradmesse. Fast 1.200 Aussteller aus 45 Ländern haben sich angemeldet. Erwartet werden 40.000 Besucher. Die Eurobike dauert vom 31. August bis 3. September. Allerdings ist die Messe nur am letzten Tag für alle geöffnet. Die ersten drei Tage sind für das Fachpublikum reserviert.
Die Fahrradbranche hofft, dass sie den E-Bike-Anteil von derzeit fünf Prozent auf 10 bis 15 Prozent am Gesamtmarkt steigern kann. Das wären immerhin 400.000 bis 600.000 E-Bikes - bei etwa vier Millionen verkauften Fahrrädern pro Jahr in Deutschland. Mit elektrobetriebenen Fahrrädern will der Zweiradindustrieverband gerade unter den Berufspendlern neue Kunden gewinnen. Als größten Pluspunkt sieht man, dass die Reichweite größer wird. Das Fahrrad eignet sich gut für Entfernungen bis fünf Kilometer. Mit dem E-Bike können Strecken von zehn bis 15 Kilometer ohne größere körperliche Anstrengungen zurückgelegt werden.
Die wichtigsten Fakten über Pedelec und E-Bike
Die Umsätze bei den Zweiradherstellern sind im Jahr 2010 zurückgegangen. Im Vergleich zu 2009 verzeichneten sie ein Minus von zwei Prozent. Die Branche bleibt dennoch gelassen, da es in den Vorjahren stetig bergauf gegangen war. Ein große Rolle beim Fahrradverkauf kommt dem Wetter zu. Bis Juni dieses Jahres ging der Umsatz um zehn Prozent nach oben. Der verregnete Sommer hat allerdings zu einem Einbruch bei den Verkäufen geführt. Deshalb hoffen die Zweiradhersteller jetzt auf einen schönen Spätsommer und einen golden Oktober, damit die Kassen doch noch klingeln.
Thomas Wagner, Online-Redaktion: Andreas Böhnisch
Letzte Änderung am: 30.08.2011, 14.42 Uhr