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Messbares Erfolgsrezept Kosten-Nutzen-Rechnung spricht für Guttenberg

Karl-Theodor zu Guttenberg ist angezählt, aber noch lange nicht k.o. Die Union hält an ihm fest und das ist nach Ansicht von Politologen auch mehr als logisch. Solange zu Guttenberg die Mehrheit der Deutschen hinter sich hat, profitieren CDU/CSU vom Charisma des Freiherren.

Man kann die Frage, ob ein Politiker noch tragbar ist, auf eine Formel bringen. Der Nutzen für Basis und Partei muss größer als der Schaden sein, den der Betroffene verursacht. Das sei eine ganz einfache Kosten-Nutzen-Rechnung, die Wissenschaftler an der Universität Köln aufgestellt hätten, erläutert der Journalist und Politologe Dr. Frank Überall in SWR cont.ra. Im Fall der Plagiatsvorwürfe steht Karl-Theodor zu Guttenberg eindeutig auf der Haben-Seite der Unions-Bilanz. "Umfrageergebnisse sprechen für ihn", sagt der Politologe. "Das ist ein Pfund, mit dem die Union wuchern muss. Bei Wahlkampfauftritten im Superwahljahr 2011 sind Bundespolitiker gefragt. Karl-Theodor zu Guttenberg schafft es, die Stimmung herumzureißen und die neue, moderne CDU zu repräsentieren."

Weiße Weste ruiniert - warum Politiker Skandale überstehen


Guttenbergs politisches Überleben ist noch nicht sicher

Welche Rolle Karl-Theodor zu Guttenberg in der CSU und der Bundespolitik in Zukunft spielen wird, hängt stark vom weiteren Prüfverfahren der Doktorarbeit durch die Universität Bayreuth ab. Im Moment genieße er noch ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit in der Bevölkerung. Das können sich jedoch ändern, sagt der Politologe Frank Überall: "Wir wissen nicht, wie die Doktorarbeit zustande gekommen ist; wie viele Passagen zu Guttenberg abgeschrieben hat." Deshalb ist er ein Minister unter verschärfter Beobachtung. Schon die nächste umstrittene Entscheidung könne das Fass zum Überlaufen bringen. Die Rückgabe des Doktortitels nütze nichts, "zu Guttenberg hat schwierige Zeiten vor sich."

Margot Käßmann

Margot Käßmann

Moralische Rücktritte
Im Oktober 2009 wurde Margot Käßmann als erste Frau an die Spitze der Evangelischen Kirche (EKD) gewählt. Ihre Karriere bei der EKD endete abrupt im Februar 2010, nachdem sie alkoholisiert mit dem Auto über eine rote Ampel gefahren war. Obwohl die EKD-Spitze Käßmann das Vertrauen ausgesprochen hatte, zog sie die Konsequenzen und trat von ihrem Amt als Ratsvorsitzende zurück.

Medienschelte muss bei der Basis ankommen

Zeitungen und Zeitschriften können über Wohl und Weh eines Politikers entscheidend mitbestimmen. Das gelingt aber nur, wenn Lob oder Kritik "auch von der eigenen Basis wahrgenommen wird", so der Politologe Frank Überall. "Wenn die BILD-Zeitung hinter Karl-Theodor zu Guttenberg steht, ist das ein gutes Zeichen für ihn." Die Schelte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung "tut dagegen richtig weh", weil sie die klassische Unions-Klientel bediene. Sollte es weitere schwarze Flecken auf der weißen Weste zu Guttenbergs geben, dürfte diese Makel ans Licht kommen, ist der Politologe überzeugt. Das sollte zu Guttenberg in seiner Verteidigungsstrategie beachten. Denn "Journalisten, die sich an einem Thema festgebissen haben, lassen nicht so schnell locker."

Andreas Böhnisch

Letzte Änderung am: 22.02.2011, 13.14 Uhr

Die Doktorarbeit von Verteidigungsminister zu Guttenberg Doktortitel ade Und das ist auch gut so

Es geht um Glaubwürdigkeit. Diese Charaktereigenschaft Karl-Theodor zu Guttenberg zum Maßstab seiner Politik gemacht. An diesem Anspruch ist er gescheitert, findet SWR-Hauptstadt-Korrespondent Stephan Ueberbach in seinem Kommentar. [mehr zu: Und das ist auch gut so]

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