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Jetzt investieren die Deutschen wieder Milliardensummen in Weihnachtsgeschenke. Leider oft in die falschen. Schlechte Stimmung an Heilig Abend ist vorprogrammiert. Doch es geht auch anders. Trendforscher Peter Wippermann rät: Schenken Sie Frauen auf keinen Fall etwas Nützliches!
Alles was nützlich ist, deutet darauf hin, dass man den Partner nicht ernst genug nimmt, ist Wippermann überzeugt. "Es geht darum, Freude zu verbreiten, und nicht den Haushalt sinnvoll auszugestalten." Besser sei es, den Partner zu überraschen: "Machen Sie mit Ihrem Geschenk deutlich, dass Sie Zeit investiert haben, um darüber nachzudenken, was ihn wirklich freuen würde." Ganz praktisch schlägt der Trendforscher vor: "Statt ein Schmuckstück zu schenken, könnten Sie mit Ihrer Frau eine Reise machen oder eine gemeinsame Auszeit nehmen. Dann ist die Wirkung größer, als wenn Sie ein kleines Objekt in einen Kasten tun."
Männer sind da etwas weniger romantisch veranlagt, ist sich Wippermann sicher: Er prophezeit, dass in diesem Jahr unter vielen Weihnachtsbäumen Gutscheine in wertvoll gestalteten Geschenkboxen liegen werden.
Das deute darauf hin, dass Menschen versuchen "eher einen Wert zu schenken, als eine Idee". Und das sei allemal besser, als der klassische Weihnachts-Flop, also Socken oder einen Schlips, der nach den Feiertagen umgetauscht wird. Zum Glück für die Frau erkennt Mann die praktischen Vorteile eines Gutscheins, sagt Wippermann: "Stellen Sie sich vor, Sie wünschen sich ein Navigationsgerät. Ehe Ihre Partnerin das falsche Modell kauft, sollte Sie lieber einen Gutschein schenken, und der Mann sucht sich dann das perfekte Gerät im Fachhandel."
"Geldgeschenke sind langweilig, vor allem die kleinen" (Alf, Melmak-Bewohner und TV-Serienheld)
Geldgeschenke hält Wippermann aber für die falsche Wahl: "Es geht nicht darum, einen Umschlag zu nehmen und Geld reinzustopfen. Das zeigt, dass man sich noch weniger Mühe gegeben hat, als mit einem Gutschein."
(Angaben in Prozent, Quelle: Gesellschaft für Konsumforschung)
| Bücher | Kleidung | Spielzeug | Lebensmittel | Gutscheine | Kosmetik | Nichts |
| 39,7 | 33,4 | 33,2 | 26,2 | 23,7 | 20,1 | 7,0 |
Schwierig wird es, die Sprösslinge an Weihnachten zufrieden zu stellen. Ganz oben auf der Wunschliste stehen "kommunikative Medien". Darunter versteht Peter Wippermann digitale Geräte, mit denen Kinder Musikdateien oder Videos austauschen können, oder auch Fußball-Sammelkarten: "Früher ging man zusammen Schlitten fahren, heute verlagert sich das Beisammensein auf den Medienbereich." Der Trost des Trendforschers für Eltern, die von Computerspielen, Handys und iPods gar nichts halten: Der Markt für Kinderbücher wächst seit vielen Jahren, bleibt aber nach wie vor eine Nische.
Einen überraschenden Trend hat Wippermann bei Jugendlichen ausgemacht. Dort habe zur Zeit Gehäkeltes, Gestricktes und Genähtes einen hohen Stellenwert: "Wer Zeit in so ein Geschenk investiert, beweist damit nicht, dass er wenig Geld hat, sondern dass er eine Person außerordentlich lieb hat."
Andreas Braun
Letzte Änderung am: 25.11.2010, 10.35 Uhr