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Es wurde dunkel. Wind kam auf. Dann wirbelte alles durch die Luft. In der Nähe von Gießen richtete ein Tornado am Montag einen Millionenschaden an. Auch wenn der Eindruck entsteht, dass die Zahl dieser zerstörerischen Windhosen zugenommen hat, geben Meteorologen Entwarnung. Tornados hat es auch bei uns immer schon gegeben.
Was ist ein Tornado?
Tornados sind Wirbelstürme. Sie entstehen bei großen Temperaturunterschieden und treten meist zusammen mit Gewittern auf. Wichtige "Zutaten" sind große Wolken und unterschiedliche Windrichtungen in verschiedenen Höhen. Es entsteht eine rotierende Bewegung in der Wolke. Diese wächst nach unten heraus und sieht aus wie ein "Rüssel". Tornados werden in den Stärken F0 bis F5 kategorisiert. Ein F5-Tornado hat Windgeschwindigkeiten von bis zu 500 Kilometern pro Stunde. Tornados können für einer auf die andere Sekunden entstehen. Deshalb können sie nur schwer vorausgesagt werden.
20 bis 30 Tornados registrieren die Meteorologen jedes Jahr in Deutschland. Diese Zahl ist in den vergangenen Jahrzehnten relativ konstant geblieben. "Allerdings ist unsere Aufmerksamkeit für Tornados größer geworden", sagt SWR3-Wetterman Gernot Schütz. Die Medien berichten häufiger darüber. Denn dank moderner Handys mit eingebauten Kameras hat die Zahl der Fotos von Tornados stark zugenommen. Dadurch wiederum ist auch das allgemeine Interesse an diesen extremen Wetterphänomen gestiegen, mutmaßt Gernot Schütz: "Es gibt inzwischen auch in Deutschland so genannte Tornado-Jäger, wie man sie aus den USA kennt. Sie gucken sich die Wetterlagen an, fahren gezielt in die Gegenden, wo Tornados entstehen können und dokumentieren die Naturgewalt als Foto oder Film."
Der Tornado in Hessen ist laut SWR3-Wetterman Gernot Schütz "nur" ein F1-Tornado gewesen. Trotzdem hat er nach Polizeiangaben Schäden in Millionenhöhe verursacht. An zehn Gebäuden wurden die Dächer komplett abgedeckt, 44 Häuser wurden beschädigt. Dies vermittelt einen Eindruck von der Zerstörungskraft solcher Windhosen. Der bislang heftigste in SWR3-Land dokumentierte Tornado verwüstete 1968 Teile der Stadt Pforzheim. "Das war ein F4-Tornado", sagt Gernot Schütz. "Die Verwüstungen waren so gewaltig, dass damals Katastrophenalarm ausgelöst wurde."
Andreas Böhnisch
Letzte Änderung am: 24.08.2010, 15.13 Uhr