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Wer an Automaten fremder Banken Geld abhebt, den kann das teuer zu stehen kommen. Bis zu zehn Euro müssen die Kunden laut einer aktuellen Untersuchung berappen. Durchschnittlich sind die Gebühren innerhalb der letzten sechs Monate um 13 Prozent gestiegen.

Die FMH-Finanzberatung hat eine Liste mit den Banken erstellt, die ihre Kunden am kräftigsten zur Kasse bitten. Wenn beispielsweise ein Kunde der Sparda Südwest bei der Commerzbank oder der Postbank Geld abhebt, muss er dafür zehn Euro bezahlen. Die Volksbank Kaiserslautern Nordwestpfalz verlangt für Geld aus dem Automaten der Commerzbank ebenfalls zehn Euro, früher waren es fünf Euro. Auch die Deutsche Kreditbank (DKB) nimmt für Fremdabhebungen bis zu zehn Euro. Kunden anderer großer Banken, wie der Deutschen Bank und der Commerzbank, müssen inzwischen fast sechs Euro bezahlen.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband bestätigt, dass die Gebühren der Banken im vergangen halben Jahr um durchschnittlich 13 Prozent gestiegen sind. Eine Abhebung bei einer fremden Bank kostet den Verbraucher im Durchschnitt 5,64 Euro. Die Kosten, die den Banken bei der Abhebung durch Fremdkunden entstehen, liegen gerade mal bei 60 Cent.

Die Schwierigkeit für die Verbraucher: Anders als früher müssen die Banken die genauen Kosten für Fremdabhebungen nicht mehr an ihren Automaten angeben. So kann der Kunde auch nicht nachvollziehen, wie hoch die Gebühren der fremden Banken sind und ob die eigene Bank vielleicht sogar Gebühren aufschlägt.
Beispiel: Ein Kunde hebt 200 Euro bei einer fremden Bank ab. Von seinem Konto werden 208 Euro abgebucht. Der Kunde kann nicht nachvollziehen, ob die acht zusätzlichen Euro ausschließlich durch Gebühren der Fremdbank angefallen sind oder ob die Hausbank beispielsweise zwei Euro zusätzlich verlangt hat.
Tipp gegen Gebührenabzocke: Sehen Sie sich um, welche Banken Filialen in der Nähe Ihrer Wohnung oder Ihres Arbeitsplatzes haben und prüfen Sie, ob diese Banken kostenlose Girokonten anbieten. Dorthin können Sie wechseln oder ein weiteres Konto eröffnen. Dadurch sind Sie nicht auf fremde Geldautomaten angewiesen. In einer anderen Stadt bleibt auch immer die Möglichkeit, direkt mit Karte zu bezahlen.
Auslöser der gestiegenen Kosten ist der Konkurrenzkampf zwischen Filial- und Direktbanken. Letztere haben keine oder kaum Filialen. Durch diese Einsparung können sie höhere Zinsen anbieten und werben so Kunden ab. Die Direktbank-Kunden müssen in der Regel zu Automaten anderer Banken gehen, um an Bargeld zu kommen. Diese Geldhäuser verlangen dafür Gebühren von der Hausbank des Kunden - in der Spitze bis zu 20 Euro pro Abhebung. Die Gebühren gibt die Bank dann vollständig oder zum Teil an den Kunden weiter.
Gebühren fallen nicht nur zwischen Direktbanken und Filialbanken an - auch die Filialbanken untereinander verlangen zum Teil zweistellige Gebühren für Fremdabhebungen. Welches Institut von wem wie viel verlangt, ist für die Kunden kaum nachvollziehbar.
Ruth Boekle (SWR Wirtschaft), Solveig Merkel
Letzte Änderung am: 28.01.2010, 11.27 Uhr