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SWR cont.ra Thema "Nacktscanner": Suche nach Alternativen

Verstößt der Einsatz von "Nacktscannern" zur Sicherheit auf Flughäfen gegen die Menschenwürde? Während in Deutschland heftig diskutiert wird, läuft die Forschung auf Hochtouren. Zum Beispiel am Fraunhofer-Institut in Freiburg.

Seit dem versuchten Anschlag auf eine US-Passagiermaschine richten Politiker aller Parteien wieder ihr Augenmerk auf die Sicherheit an Flughäfen. Kontrollen werden verschärft und plötzlich wird wieder der Ruf nach sogenannten Nacktscannern laut. Deutsche Entwickler arbeiten intensiv an Geräten zur besseren Erkennung potentieller Terroristen. Noch ist kein Produkt marktreif.

Laser sollen Verdächtige aus der Ferne scannen

Die Forscher am Freiburger Fraunhofer-Institut suchen Alternativen zum "Nacktscanner". Ein Sprengstoff, der die Wissenschaftler besonders interessiert, ist TNT. Er sei zum Beispiel im ehemaligen Jugoslawien relativ einfach zu bekommen, meint Dr. Harald Müller vom Fraunhofer-Institut in Freiburg. Nachteil für Terroristen: Wenn der Stoff nicht unter Laborbedingungen hergestellt wird, hinterlässt er gerne Spuren. Die kann der Infrarotscanner, den die Wissenschaftler gerade entwickeln, sichtbar machen. Mit dem Laser könnten Menschen und Gegenstände aus der Ferne untersucht werden. Passagiere an Flughäfen würden damit unbemerkt durchleuchtet, erklärt Müller.

Umstritten: Der "Nacktscanner"

So funktionieren "Nacktscanner": Die Geräte machen sich bestimmte elektromagnetische Wellen zunutze: die Terahertz-Wellen. Der menschliche Körper sendet solche Wellen aus, inzwischen hat die Forschung Geräte entwickelt, mit denen sie dargestellt werden können. Dabei werfen am Körper versteckte Waffen oder andere Gegenstände einen Schatten - egal, aus welchem Material sie bestehen. [mehr bei planet-wissen.de]

Ein weiteres, allerdings umstrittenes, Scan-Gerät, das sich gerade in Deutschland in der Erprobung befindet, ist der so genannte "Nacktscanner". Bei der Bundespolizei verwendet man lieber den Begriff Körperscanner. Dass Passagiere auf den Bildschirmen völlig nackt dastehen könnten, hat international heftige Kritik am Einsatz des Gerätes ausgelöst. Die Forschungsabteilung der Bundesbehörde entgegnet dem, die Bilder der Geräte seien so unscharf, dass nur die Silhouetten der Durchleuchteten erkennbar seien. Die Intimsphäre der Passagiere würde also in keiner Weise bloßgestellt.

Weiter Weg bis zum Einsatz

Weder die Sprengstoff-Scanner aus Freiburg, noch die Körperscanner der Bundespolizei haben es bisher auf den Markt oder die Flughäfen geschafft. Die Freiburger Wissenschaftler tüfteln noch daran, die häufigen Fehlalarme auszuschalten. Der Körperscanner muss noch von der EU zugelassen werden.


Sprengstoff riechen: Der "Duftscanner"

Forscher der Universität Bonn entwickeln zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz einen "Duftscanner". Die elektronische Nase soll winzigste Spuren Sprengstoff riechen können.


Natalja Kurz, Anja Braun, Andreas Braun, Stefan Eich

Letzte Änderung am: 29.12.2009, 15.40 Uhr

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