Navigation

Navigation

Volltextsuche
Radio im SWR

Seite vorlesen:

SWR cont.ra Aktuell Glück führt die deutschen Katholiken

Alois Glück (CSU) ist neuer Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Die Herbstvollversammlung des obersten katholischen Laiengremiums hat ihn mit großer Mehrheit gewählt. Der 69-jährige Glück wird auch von den Bischöfen unterstützt.

Eigentlich war der fast 70-jährige ja schon im Ruhestand. Und auf den ersten Blick scheint er nur eine Notlösung bei der Besetzung des Präsidentenamtes zu sein. Aber der Schein trügt, glaubt BR-Kirchenredakteur Wolfgang Küpper: Alois Glück ist ein sehr agiler Mann, er wird als Präsident gewaltige Akzente setzen und sich für eine offene Kirche, die offen diskutiert, stark machen. Eine Auffassung, die die Mehrheit der katholischen Laien offenbar unterstützt. "Ich sehe in unserer Kirche zu viel Ängstlichkeit gegenüber der modernen Welt, zu viel Abwehr, zu viel Tendenz, in den eigenen Schutzräumen zu bleiben", so Glück. Ohne die Mitwirkung der Laien werde die Kirche allerdings wenig wirksam sein können.


Auch die Bischöfe zollen Alois Glück Respekt, sie gratulierten zu seiner Wahl. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Zollitsch (Bild) schrieb in einem Brief an das Zentralkomitee, Glück verfüge über großes Ansehen innerhalb und außerhalb der Kirche. In seiner Antrittsrede unterstrich Glück, gemeinsam mit den Bischöfen nach Perspektiven für die Zukunft der Kirche in Deutschland suchen zu wollen.
Glück hat den Ruf eines Vordenkers und Vermittlers. Das wird die katholische Kirche auch brauchen, immerhin gab es im Vorfeld der Wahl tiefe Risse zwischen dem Zentralkomitee und den Bischöfen. Der zunächst vorgesehene Nachfolger für ZdK-Präsident Hans Joachim Meyer, der hessische Kultur-Staatssekretär Heinz-Wilhelm Brockmann, CDU, war von der Deutschen Bischofskonferenz abgelehnt worden. Einige Bischöfe wollten dem ZdK offenbar einen Denkzettel verpassen, weil es sich nach ihrer Ansicht zum kirchlichen Nebenlehramt aufspielte.

Inhaltlich geht es bei der Versammlung der Katholiken mit etwa 230 Mitgliedern unter anderem um Bildung, Integration und die Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft.

Matthias Kunstmann, Doris Bimmer

Letzte Änderung am: 19.11.2009, 16.40 Uhr

Der SWR ist Mitglied der ARD 

Sitemap | Impressum | Datenschutz | © SWR