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Der Sommer 2009 ist ziemlich verhagelt, nach kurzen schwülwarmen Perioden folgt regelmäßig ein großes Donnerwetter mit viel Regen. Das sind die ersten Folgen des Klimawandels in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Der Kieler Klimaforscher Mojib Latif sagte in SWR cont.ra: „Im Südwesten der Republik ist es deutlich wärmer geworden – und zwar in allen Jahreszeiten. Im Winter merkt man das zum Beispiel an der extremen Schneearmut“. Genau diese Trends werden sich nach Ansicht Latifs weiter fortsetzen, „wir müssen insgesamt immer häufiger mit diesen heftigen Gewittern rechnen, denn in einer wärmeren Atmosphäre ist mehr Wasserdampf unterwegs – und das ist der Treibstoff aus dem sich die heftigen Gewitter entwickeln“.
| Screenshot: Blitzstatistik des Deutschen Wetterdienstes. Gut zu erkennen ist die Häufung von Blitzen im gesamten Südwesten, insbesondere in den Räumen Stuttgart, Rhein-Main und Rhein-Neckar. |
Mojib Latif erwartet in Zukunft auch mehr Tornados im Südwesten. Derzeit gebe es jährlich im Schnitt 20 solcher Unwetter, zu denen auch Windhosen gehören. „Ich muss leider davon ausgehen, dass sich solche Tornados in den nächsten Jahrzehnten häufen werden. Denn wenn sich die Anzahl der Gewitter erhöht, erhöht sich auch die Gefahr, dass Tornados auftreten“. In 50 Jahren kann sich der Klimaforscher im Sommer Extremwerte bis zu 50 Grad in Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz vorstellen. „Aber so weit muss es nicht kommen, ich hoffe, dass sich bei den anstehenden Klimakonferenzen die Verantwortlichen im Klaren darüber sind, dass es so nicht weitergehen kann.“

Es ist nur ein kleiner Ausschnitt aus diesem Sommer. Aber er zeigt, dass Blitzschlag, Starkregen und Hagel in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz lokal immer wieder schwere Verwüstungen anrichten. Die Bilanz im Zeitraum 14. bis 17. Juli unter anderem: Mehrere Autofahrer, die mit ihren Fahrzeugen auf einer überfluteten Straße im Kreis Sigmaringen stecken blieben, große Getreideschäden in der Südpfalz, Zugausfälle im Raum Landau durch umgestürzte Bäume und zahlreiche Aquaplaning-Unfälle auf der A 5 bei Karlsruhe.
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Schon jetzt kann Klimaforscher Mojib Latif mit seinen Studien nachweisen, dass wir „einen Zweiklang bekommen“: Auf der einen Seite sehr heftige Unwetter mit Platzregen und Hagel – auf der anderen Seite das komplette Gegenteil, nämlich längere trockene Phasen als früher. „Deswegen wird unser Wetter in beide Richtungen extremer. Es kann sein, dass man einen ganz trockenen Sommer hat – gefolgt von einem Gewittersommer. Und danach einen Sommer mit beiden Extremwetterlagen nacheinander.“ Man darf laut Latif nach einem einzelnen schneereichen Winter oder einem kühlen Sommer nicht glauben, dass die globale Erwärmung „ein Aprilscherz ist“. Denn langfristig betrachtet wird es im Südwesten immer wärmer.
Andreas Braun
Letzte Änderung am: 22.07.2009, 11.24 Uhr