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SENDETERMIN Mi, 24.2.2016 | 12:15 Uhr | Das Erste

Haushaltshelfer Waschmaschinen - darauf kommt's an

Waschmaschinen sind die beliebtesten Haushaltsgeräte - lässt sich doch damit die große Wäsche ganz nebenbei erledigen. Beim Kauf gibt es allerdings einiges zu beachten.

Je weniger kraft- und zeitintensiv das Wäschewaschen wurde, desto größer wurden die Wäscheberge. Der pro Kopf-Verbrauch liegt inzwischen jährlich bei 200 bis 300 kg Wäsche.

In deutschen Haushalten stehen 30 Millionen Waschmaschinen, rund 8 bis 10 Prozent pro Jahr werden durch neue Geräte ersetzt. Verbrauchten die alten Waschmaschinen 1990 noch 80 l Wasser pro 5 kg Wäsche, kommen die neuen Geräte mit unter 50l aus. Auch der Stromverbrauch konnte in den letzen 15 Jahren halbiert werden.

Allerdings scheint die Grenze für die Wassereinsparung und damit für die Energieeinsparung bereits erreicht. Viele Gemeinden beklagen die enorme Belastung der Kanalisation durch die konzentrierten Abwässer. Und bei Überprüfung der Spülergebnisse zeigen volle Waschladungen bei saugfähiger Baumwolle zunehmend schlechte Spülergebnisse. Pflegeleichtwäsche und Feinwäsche wird gut gespült, da hier die Trommeln nicht voll beladen werden.

Bauformen

Frontlader sind die in Deutschland favorisierte Bauform, die Befüllung erfolgt von vorne durch das Bullauge. Die Geräte sind integrierfähig und unterbaufähig, deshalb ist eine Kombination mit oben angebrachtem Wäschetrockner möglich. Die Bedienung der Maschine kann durch befestigen auf einem Sockel bequemer gestaltet werden!

Toplader lassen sich ergonomisch günstig von oben befüllen, doch muss die schwere, nasse Wäsche beim Entleeren hochgehoben werden. Toplader brauchen weniger Platz (40 – 45 cm breit, 65 - 90 cm hoch) und können auch auf Rollen stehen. Sie sind geringfügig teurer, hinken in der Technik mitunter etwas hinterher oder verbrauchen etwas mehr Energie.

Waschtrockner sind Waschvollautomaten, in dem jeweils die Hälfte der Wäsche anschließend noch getrocknet werden kann. Gekühlt wird mit Wasser, deshalb hoher Strom- und Kühlwasserverbrauch. Nur für beengte Singlehaushalte bedingt empfehlenswert.

Und das können Sie heute kaufen...

  • Trommelgrößen von 5 bis 8 kg (eine große Trommel ist für große Haushalte und für das Waschen des Bettzeuges in Allergikerhaushalten empfehlenswert!)
  • Geräte mit vergrößertem Bullauge für große Teile
  • Maschinen mit einer Beladungserkennung – sie gibt die prozentuale Beladung und die notwendige Waschmittelmenge an
  • Mengenautomatik und vollelektronische Programmsteuerungen regulieren den Wasserzulauf über die von der Wäsche aufgenommene Wassermenge. Je weniger Wasser zuläuft, desto weniger muss erhitzt werden! Reguliert werden ebenso die Waschbewegungen und die Spülzeit je nach Wäscheart und Beladung. Entsteht zu viel Schaum, wird zusätzlich gespült und die Waschbewegung reduziert. Beim Schleudern werden Unwuchten sofort erkannt und die Drehzahlen angepasst.
  • Ähnlich wie bei Spülmaschinen wird es mehr Modelle mit Schmutzsensoren geben. Zu Beginn des Waschvorganges wird der Anteil an löslichem Schmutz in der Wäsche gemessen und danach der Waschprozess angepasst. Das Resultat ist saubere Wäsche bei minimalem Wasser- und Energieverbrauch.
  • Je mehr elektronische Steuerung, desto mehr Programmvielfalt ist notwendig. So wird im Spezial-Gardinenprogramm die leichte Gardine trotzdem in viel Wasser gewaschen. Ohne Spezialprogramm sind Knitterfalten zu erwarten.
  • 4-Stufeneinspülkammer (Waschmittel, Enthärter, Fleckensalz, Nachbehandlungsmittel)
  • Schutz vor Wasserschäden: Es gibt je nach Hersteller verschiedene Systeme. Steht das Gerät in der Wohnung, sollten Sie ein Sensorsystem wählen. Es stoppt die Strom- und Wasserzuführung, sobald der Boden der Maschine nass wird. Einfachere Wasserschutzsysteme stoppen nur bei geplatztem Schlauch. Trotzdem: Vermeiden Sie Ärger mit der Versicherung - waschen Sie nur, wenn Sie Hause sind und stellen Sie das Wasser ab, wenn die Maschine nicht läuft. Eine kurze Abwesenheit wird meist akzeptiert, aber Waschmaschinen gehören grundsätzlich zu den wartungspflichtigen Hausgeräten!
  • Trommelbeleuchtung! Wer einmal vergaß dunkle Socken aus der Waschmaschine zu entnehmen, weiß dies zu schätzen.
  • Schleuderleistung 400 bis 1800 U/min einstellbar, doch verteuert eine Schleuderleistung über 1200U/min die Maschine erheblich. Hohe Schleuderzahlen lohnen trotzdem bei häufigem Einsatz von Wäschetrocknern.
  • Zeitspartasten können viele Programme verkürzen. Neue Maschinen haben in den Standardprogrammen sehr lange Laufzeiten, da Energie- und Wassereinsparung auf Kosten der Zeit gehen. Lange Laufzeiten sind auch für die Ausnutzung der Reinigungswirkung der Enzyme notwendig.

Innovationen

Immer wieder werden Neuerungen vollmundig angepriesen, aber bisher gab es trotz vielfältiger Bemühungen keine grundlegenden Revolutionen in der Waschküche.

Silber-Ionen werden auf Wunsch während des Waschvorgangs abgegeben. Dadurch sollen auch bei niedrigen Waschtemperaturen und ohne Bleichmittel die Hygiene verbessert und die Geruchsprobleme vermindert werden. Das Verfahren ist umstritten, können doch die Silber-Ionen die Wasseraufbereitung in der Kläranlage stören. In Schweden wurde dieses Verfahren inzwischen aufgrund des Drucks von Verbraucherorganisationen und Wasserwirtschaftsverbänden vom Markt genommen. Das Umweltbundesamt hält im Moment die Silberbelastung gering im Vergleich zu anderen Silberstoffkreisläufen.

Wäsche waschen mit Ultraschall wird immer wieder angekündigt, doch ist die Reinigungswirkung der Schallwellen bisher an weichen Textilien nicht zufrieden stellend. Die durch Ultraschall erzeugten Blasen sollen die Schmutzteilchen aus der Wäsche herauslösen.

Dampfzufuhr während des Waschens soll die Reinigungswirkung erhöhen. Der Effekt ist mäßig, dafür steigen die Energiekosten und Anschaffungskosten.

Die groß angekündigten kontrarotierenden Trommeln können zwar theoretisch die Waschmechanik steigern, doch kommt es zu ganz erheblichem Wäscheverschleiß.

Waschen ohne Wasser steht bei vielen Forschern auf der Wunschliste ganz oben. So laufen in England Versuche mit kleinen saugfähigen Plastikgranulaten, die mit einer Tasse Wasser und Waschmittel getränkt den Schmutz aus der Kleidung binden sollen.

In Asien laufen Prototypen von Waschmaschinen, die mit ganz wenig Waschmittel, dafür aber mit ionisiertem Wasser waschen. Bei der Elektrolyse wird außer H + (zur Desinfektion) und OH – (zum Fettschmutz lösen) auch Ozon erzeugt und damit werden die Flecken entfernt. Deshalb werden nur noch ganz wenig Tenside und Enzyme gebraucht, entsprechend weniger Spülgänge sind notwendig.

Waschen mit CO2 könnte ein weiterer Ansatz für eine neue Waschtechnologie sein, denn schon heute gibt es chemische Reinigungen, die mit flüssigem CO 2 arbeiten.

Wartung der Waschmaschine

  • Lassen Sie immer die Maschinentüre und die Einspülkammer geöffnet.
  • Flusensieb regelmäßig reinigen, ebenso Dichtungsgummi, Einspülkammer und deren Einschubweg.
  • Jede Maschine braucht zur Reinigung ab und zu mind. eine 60°C Wäsche mit bleichmittelhaltigem Vollwaschmittel! Vor allem in Maschinen mit einer Laugenwanne aus Kunststoff baut sich leicht ein Biofilm aus Mikroorganismen auf. Die Maschine und die Wäsche müffelt.
  • Bei modernen Maschinen verkalkt dank moderner Konstruktion kaum noch der Heizstab. Trotzdem sollten Sie für ein gutes Waschergebnis bei der Dosierung des Waschmittels die Wasserhärte berücksichtigen. Denn Kalkseifen oder Kalkablagerungen auf der Wäsche binden den Schmutz und machen die Wäsche hart.
  • Kontrollieren Sie das Geräteinnere regelmäßig auf Roststellen.
  • Siebe im Einlaufschlauch reinigen, evtl. entkalken.

Das schadet der Waschmaschine

Waschen Sie nicht nur mit Flüssigwaschmittel. Bevorzugen Sie mehr kompakte Pulverwaschmittel, dann bildet sich im Inneren weniger "Maschinensumpf".

Regelmäßige Wäschespülungen mit Essig schaden den Dichtungen.

Gelegentliches Waschen unter Zusatz von Hypochloriten ("Chlorzugabe") ist möglich, doch sollten Sie es nur zu alkalischen Waschmitteln (Voll- oder Colorwaschmitteln) zumischen. In neutralem oder schwach saurem Milieu schadet es der Maschine.

Nie in der Waschmaschine entfärben, denn die Reduktionsmittel schaden der oxidativen Schutzschicht auf dem Edelstahl.

Färben in der Waschmaschine ist möglich. Machen Sie es nicht zu oft, denn das beim Färbegang zugegebene Kochsalz begünstigt bei Edelstahlwannen die Lochkorrosion. Für die Trommel selbst sind die Kontaktzeiten zu kurz.

Reinigen Sie die Einspülwege nie mit einem Dampfreiniger. Es kann Feuchtigkeit in die Elektronik eindringen.

Reinigen Sie die Einspülkammer nicht in der Spülmaschine. Der Kunststoff kann spröde werden und das Teil kann sich verziehen.

Überlegungen vor dem Kauf

  1. Will ich evtl. Regenwasser oder eigenes Brunnenwasser nutzen? Von einigen Firmen werden dafür spezielle Geräte angeboten.
  2. Wie erhitze ich mein warmes Wasser? Bei Solarenergie oder Wärmepumpe kann ein Warmwasseranschluss Energie sparen – auch hier gibt es Spezialgeräte oder ein Vorschaltgerät einbauen.
  3. Ist ein Wäschetrockner vorhanden oder geplant? Dann brauchen Sie mindestens 1400 Umdrehungen beim Schleudern.

Mehr dazu im Internet: