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Fahrradhelm

SENDETERMIN Do, 18.5.2017 | 12:15 Uhr | Das Erste

Lebensretter im Test Das sind die besten Fahrradhelme

Es gibt eigentlich nur Argumente FÜR einen Fahrradhelm. Aber welche Helme sind wirklich gut? Stiftung Warentest hat sie getestet - und wir haben die Ergebnisse.

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Sichere Stoßdämpfer

Die Stiftung Warentest hat den Helmen schon beim letzten Test mehr abverlangt als die Normprüfung. Nun erweiterte sie die Stoßprüfung noch einmal. Das Ergebnis: Jeder zweite Helm ist gut. Vor allem beim Schläfenschutz haben viele Anbieter nachgebessert. Einige Helme zeigen jedoch Schwächen beim Unfallschutz.

Tiefere Helmschale

Stürze auf Stirn und Schläfe sind bei einem Fahrradunfall besonders gefährlich. Nachdem die Stiftung Warentest ihre Tests lange an der Norm orientiert hatte, prüfte sie vor zwei Jahren erstmals auch diese neuralgischen Punkte in einer erweiterten Stoßprüfung – prompt kassierten die Anbieter in diesem Prüfpunkt reihenweise schlechte Noten: Beim Schutz der Schläfenpartie zeigten viele Helme ihre großen Schwächen. Das hat bei den Herstellern offenbar etwas bewirkt. Viele Helmschalen im aktuellen Test reichen an den Seiten tiefer nach unten und schützen so auch die empfindlichen Schläfen.

Gute Helme ab 55 Euro

Insgesamt schneiden 7 der 15 geprüften Erwachsenenhelme gut ab – der günstige von ihnen, der Lazer BeamBeam Mips, kostet nur 55 Euro. Mit zwei Helmen fahren Radler am sichersten: Testsieger Casco Activ für 80 Euro und der Zweitplatzierte Cratoni Pacer für 60 Euro schützen nicht nur sehr gut vor Kopfverletzungen, sondern sitzen auch angenehm. Daneben gibt es viel Mittelmaß, zum Teil für deutlich mehr Geld. Abzuraten ist vom einzigen Falthelm im Test, dem Overade Plixi für 85 Euro. Er soll im Handumdrehen eingeklappt und in die Tasche gesteckt werden können. Auf dem Kopf bietet er jedoch kaum Schutz.

Prüfungen jetzt noch praxisnäher

Die Stiftung Warentest hat die Prüfungen noch einmal erweitert und praxisnäher gestaltet als vor zwei Jahren. Die Helme fielen nicht mehr nur auf eine flache, sondern auch auf eine schiefe Ebene. Dadurch drehten sie sich beim Aufprall. Ein guter Helm muss auch vor dieser Rotationsbewegung schützen. Zudem prüften die Tester, ob der Helm nach hinten rutscht, wenn zum Beispiel ein Ast beim Fahren in die Quere kommt. Hier zeigten viele Schwächen. Die Norm prüft lediglich das Abziehen nach vorn, also gegen die Fahrtrichtung. Um Handhabung und Komfort der Helme zu beurteilen, schickte die Stiftung Testfahrer auf eine mehrtägige Radtour nach Mallorca. Akribisch notierten sie ihre Eindrücke: Wie leicht lassen sich die Helme anpassen, wie bequem sitzen sie und wie warm wird es unter ihnen? Dabei entpuppte sich auch so manches Werbeversprechen als heiße Luft.

Kein großer Effekt durch Mips

Die Anbieter Bell, Giro und Lazer werben mit der Mips-Technologie, die vor allem die Drehbewegungen beim Sturz abfangen soll: Dabei schmiegt sich eine Plastikfolie an den Kopf, die nur punktuell an der Innenseite der Helmschale befestigt ist und sich leicht unabhängig von ihr bewegt. Das Mips-System macht einen Helm allerdings nicht zwangsläufig zu einem guten Helm.

Mehr Sicherheit dank Reflektoren

Sicherheit bietet ein Helm auch, wenn der Radler mit ihm im Dunkeln gut zu sehen ist – wenngleich dies nicht das Vorder- und Rücklicht ersetzt. Die Prüfer leuchteten alle Helme mit Scheinwerferlicht an und bewerteten, wie gut man sie erkennt. Dabei kommt es nicht auf eine helle Farbe des Helms an, sondern auf einen Reflektor. Der kann bei Tageslicht sogar schwarz erscheinen. Werden sie angestrahlt, strahlen sie hell auf dem Kopf des Fahrradfahrers.

Tipps

  • Haltbarkeit.
    Jeder Helm altert und verliert seine Schutzwirkung. Oft liegen alte Helme in den Läden. Anbieter müssen ein Verfalls- oder Herstellungsdatum angeben. Kaufen Sie nur Helme, bei denen der Hersteller klare Angaben dazu macht.
  • Ein Muss.
    Spätestens nach einem Sturz auf den Helm sollte sich jeder Radfahrer einen neuen kaufen. Denn dabei können auch nicht sichtbare Risse im Material entstehen und der Helm schützt eventuell weniger gut.
  • Einstellungssache.
    Tragen Sie den Helm nicht aus Bequemlichkeit zu locker. Der Helm passt, wenn Ihr Kopf nach dem Spannen des Kopfrings nur an gepolsterten Stellen mit der Helmschale Kontakt hat. Mitgelieferte Wechselpolster schützen vor Druckstellen. Stellen Sie auch die Gurte korrekt ein - auch wenn das manchmal schwer ist. Danach sollten sie sich nicht mehr verstellen.
  • Abstreifsicher.
    Der Kinnriemen sollte zwar locker am Kinn anliegen und nicht drücken. Ist er jedoch zu lose, kann zum Beispiel ein entgegenkommender Ast den Helm nach hinten vom Kopf streifen. Dann besteht kein guter Schutz mehr.
  • Luftdurchlässig.
    Je mehr Luft unter dem Helm an die Kopfhaut gelangt, desto kühler bleibt der Kopf. Manche Cityhelme haben nur kleine Lüftungslöcher. Nur Modelle mit großflächigen Belüftungsöffnungen bewahren ambitionierte Fahrradfahrer vor dem Hitzestau.
  • Fliegenfänger.
    Manche Modelle haben zum Teil Netze hinter den Lüftungslöchern. Das soll davor schützen, dass Insekten in den Helm fliegen. Denn bei Wespen kann das mitunter gefährlich werden.
  • Rücklicht.
    Viele Helme leuchten bei Nacht, wenn Autofahrer sie anstrahlen. Große Reflektoren machen sie sichtbar. Zwei Modelle im Test haben ein integriertes Rücklicht. Das erhöht zwar auch die Sichtbarkeit von hinten, ersetzt allerdings nicht die vorgeschriebene Beleuchtung am Fahrrad.
  • Blendschutz.
    Einen Pluspunkt gab es für Modelle mit Sonnenblende. Sie bewahrt nicht nur vor dem Sonnenbrand um die Augenpartie herum, sondern bietet auch ungeblendete Sicht auf die Straße.

Alle Informationen in test 5/2017 oder unter www.test.de/fahrradhelme (kostenpflichtig)

Im Studio: Meike Sartorius, Stifung Warentest

aus der Sendung vom

Do, 18.5.2017 | 12:15 Uhr

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