aus der Sendung vom Donnerstag, 9.2. | 12.15 Uhr | Das Erste
Etwa jeder achte Mann erkrankt in Deutschland an Prostatakrebs. Damit ist diese Krebsart die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Männern. Die Heilungschancen sind gut - allerdings nur, wenn der Krebs rechtzeitig erkannt wird. Experten wie unser Gast Professor Frank Sommer raten deshalb zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen.

Die etwa walnussgroße Prostata - auch Vorsteherdrüse genannt - gehört zu den männlichen Geschlechtsorganen. Sie liegt unterhalb der Blase und vor dem Enddarm. Verantwortlich ist sie unter anderem für die Produktion eines Teils der Samenflüssigkeit.
Bei fast allen Männern vergrößert sich die Prostata im Laufe des Lebens - meist ohne große Folgen.
Beschwerden wie Probleme beim Wasserlassen oder häufiger Harndrang sind oft auf eine gutartige Veränderung der Prostata zurückzuführen. Ungefähr 50 Prozent aller Männer zwischen 50 und 60 sind davon betroffen. Man spricht in diesem Fall von einer "benignen Prostatahyperlasie (BPH)", die oft nicht behandelt werden muss.
Bösartige Tumore verursachen dagegen häufig erst dann spürbare Probleme, wenn der Krebs schon fortgeschritten und nicht mehr erfolgreich therapierbar ist.
Ob eine Veränderung vorliegt und falls ja, ob sie gut- oder bösartig ist, kann nur ein Arzt feststellen!
Männer sollten ab dem 45. Lebensjahr - bei Prostataerkrankungen in der Familie bereits ab 40 - am besten jährlich zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Das gilt auch für Männer, die sich kerngesund fühlen.
Routinemäßig erfolgt die Untersuchung der Prostata zunächst durch Abtasten des Organs vom Enddarm aus. Die rektale Untersuchung schreckt viele Männer ab, verläuft jedoch kurz und schmerzlos. In der Regel ist nach fünf Minuten schon alles vorbei.
Noch sehr kleine oder auf der gegenüberliegenden Seite der Prostata liegende Karzinome lassen sich so allerdings nicht erfühlen. Deshalb werden meist noch weitere Untersuchungen durchgeführt.
Zum einen kann nach einer Blutentnahme der sogenannte PSA-Wert ermittelt werden. Erhöhte Werte KÖNNEN auf einen bösartigen Tumor hinweisen - sie müssen es aber nicht. Der Wert steigt zum Beispiel nicht selten auch bei gutartigen Veränderungen oder einer harmlosen Entzündung. Deshalb ist der Test weltweit sehr umstritten.
Zum anderen kann eine transrektale Ultraschalluntersuchung für noch mehr Klarheit sorgen. Auch dieser Eingriff klingt schlimmer, als er ist und tut nicht weh.
Jährlich sterben in Deutschland etwa 14.500 Männer an Prostatakrebs und seinen Folgen.
Grundsätzlich ist Prostatakrebs aber gut heilbar - wenn er rechtzeitig erkannt wird und noch nicht auf andere Organe übergegriffen hat. Hat der Tumor bereits gestreut, ist eine vollständige Heilung nicht mehr möglich. Dann gilt es, zum Beispiel durch eine Hormonbehandlung oder falls nötig eine Chemotherapie, das Wachstum der Krebszellen zu verlangsamen.
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Professor für Männergesundheit am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Letzte Änderung am: 08.02.2012, 17.42 Uhr