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„Badischer Master of Slam“ – Erster Science-Slam bei den ARD-Hörspieltagen

11.11.2011, von , in Karte anzeigen

„Auf die Plätze, Science Slam“ – so starteten die beiden Moderatoren, SWR-Wissen-Redakteurin Anja Brockert und Wissenschaftler Falko Brinkmann gestern Abend an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe die Endrunde des „Badischen Science Slam“.

Die Slammer: Boris Lemmer, Werner Schäfke, Henning Beck, Björn Waterkotte mit Dorothea Helmer

Vier junge Doktoranden aus Natur-und Geisteswissenschaft slammten bei der Premiere eines Wissenschaftswettstreits im Rahmen der ARD-Hörspieltage um die Wette.

Dass sich Science-Slam-Abende in der Studentenstadt Karlsruhe allerdings schon längst etabliert haben, zeigte der große Besucherandrang: Jeden der 75 Sitzplätze im Lichthof 4 der Hochschule für Gestaltung hätte man locker  dreifach  besetzen können. Wer nur einen Platz auf dem Boden ergattern konnte, störte sich allerdings nicht groß daran. Zum einen sind solche Umstände dem studentischen Publikum nicht ganz fremd, zum andern war das Programm so kurzweilig, dass der etwas unbequeme Fußboden wohl nur den wenigsten etwas ausmachte.

Jeder Quadratmeter wurde genutzt

Eröffnet wurde der Science Slam vom Skandinavisten Werner Schäfke von der Universität Freiburg. In seiner Dissertation beschäftigt sich der 28-jährige mit isländischen Märchen-und Abenteuersagas. Sein Vortrag bei der Endrunde des Badischen Science Slam trug dagegen den vielversprechenden Titel „Liebe, Sex und Bärtigkeit“. Wer auf der nächsten Studi-Fete möglicherweise mit „Ich möchte mein Fohlen in deiner Weinquelle tränken“ angesprochen wird, kann ganz beruhigt sein: mit dem Gegenüber ist soweit alles ok, er hat möglicherweise nur den Vortrag von Werner Schäfke gehört und erprobt nun einen „Anmachspruch“ aus der isländischen Literatur in der Praxis.

 

Björn Waterkotte mit "Beispiel-Protein" Doro

Um seine Arbeit über die spezifische Wechselwirkung von Proteinen anschaulich darzustellen, hat sich Björn Waterkotte vom Karlsruher Institut für Technologie charmante Unterstützung mit auf die Bühne geholt. Als wandelndes „Beispiel-Protein“ zeigte seine Kollegin Dorothea Helmer wie es gelingen kann „Proteine glücklich zu machen“. Die ziemlich bühnenreife Darstellung der beiden kam super an und wurde von den Zuschauern auch dementsprechend bewertet.
Die nächsten beiden Slammer machten dem Publikum das Leben ein wenig schwer:
Der Physiker Boris Lemmer von der Universität Göttingen und der Biochemiker Henning Beck von der Uni Ulm lieferten sich ein spannendes Rennen:

Boris Lemmer mit seinem "Elementarteilchen"

In rasantem Tempo und unglaublich wortgewandt erklärte der erfahrene Slammer Boris Lemmer, der schon in wenigen Tagen in Genf bei CERN mit seiner Promotion beginnen wird, was in dem gigantischen Teilchenbeschleuniger in der Schweiz vor sich geht. Die Sprache locker, das Auftreten superlässig – Der Physiker kam bei dem sehr jungen Publikum so gut an, dass es keinen störte, dass sein Vortrag länger dauerte als die erlaubten 10 Minuten. „Weiter, weiter“ riefen alle begeistert und viele belohnten Boris Lemmer nach kurzer Beratungsrunde mit der Bestnote 10.

Video: Science-Slam bei den ARD-Hörspieltagen

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Etwas leiser kam der 27-jährige Biochemiker Henning Beck daher. Sein Thema: „Speed up your mind – wie Gedanken auf Geschwindigkeit kommen“. Der Doktorand von der Universität Ulm schaffte es, sehr wissenschaftlich und dennoch sehr unterhaltsam das Publikum für die Beschaffenheit und Funktion von Nervenzellen zu begeistern. Seine ganz gezielten Übertragungen auf den Alltag gekoppelt mit einem leisen, manchmal versteckten Witz, traf ebenso den Nerv des Publikums. Auch Henning Beck bekam Bestnoten.

Bestnote vom Publikum

Mit nur 3 Punkten Vorsprung konnte zum Schluss Physiker Boris Lemmer denersten Science Slam der ARD-Hörspieltage in Karlsruhe  für sich entscheiden.
Dennoch ging keiner der Slammer leer aus: Alle können sich auf ein Moderatoren-Coaching kommende Woche beim SWR in Baden-Baden freuen.

Das komplette Video vom Science Slam im Rahmen der ARD Hörspieltagen  können Sie sich hier anschauen.

 

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