. . Ein Projekt vom SWR2

Was Schreie zum Alarmsignal macht – Die akustische Struktur menschlicher „Notrufe“.

18.07.2015, von

Schreie, die Menschen vor Schmerz ausstoßen oder in Todesangst, lösen in uns fast reflexartig Alarm aus. Sie klingen völlig anders als Schreie aus Wut oder Trotz. Oft werden sie als besonders schrill oder spitz beschrieben. Aber daran liegt ihre besondere Wirkung offenbar nicht. Was uns alarmiert ist vielmehr eine Eigenschaft, die Akustiker als Rauigkeit bezeichnen. Damit ist gemeint, dass Lautstärke und Tonhöhe so schnell variieren, dass wir das nicht bewusst wahrnehmen können. Das hat ein internationales Team aus deutschen, schweizerischen und US-amerikanischen Wissenschaftlern jetzt herausgefunden und im Fachblatt current biology veröffentlicht.

(Redaktion / Moderation: Markus Bohn)

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Digitaler Wühltisch für freie Studienpätze – Die Börse von „studieren.de“ startet wieder.

18.07.2015, von

Am Mittwoch dieser Woche ist die Bewerbungsfrist für zulassungs-beschränkte Studiengänge abgelaufen. Aber es gibt noch jede Menge freie Studienplätze ohne Numerus Clausus. Weit über 20.000 sind derzeit z. B. über das Internetportal „studieren.de“ zu finden.

(Redaktion / Moderation: Markus Bohn)

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Gentherapie bei angeborener „Leber‘ s Blindheit“ – Wird das Auge geheilt, regeneriert sich auch das Gehirn.

18.07.2015, von

Amaurosis congenita Leber ist eine Erbkranheit, die die Betroffenen meist schon im Kindesalter erblinden lässt. Die Sehzellen in der Netzhaut verlieren dabei nach und nach ihre Lichtempfindlichkeit. Diese Leber‘ sche Blindheit beruht auf einem einzigen Gendefekt und deshalb haben Forscher in den USA schon vor vielen Jahren versucht, sie zu heilen, indem sie das defekte Gen durch ein intaktes Gen ersetzen. 2008 ist das dann tatsächlich erstmals gelungen, zumindest in Ansätzen. Das Sehvermögen von wenigen Probanden hatte sich innerhalb eines Monats nach der Behandlung messbar verbessert. Offen geblieben war allerdings die Frage, wieweit sich die Sehkraft auf diese Weise wieder herstellen lässt. Denn jene Strukturen im Gehirn, die für das Sehen zuständig sind, könnten ja durch eine lange Blindheit ebenfalls beschädigt worden sein. Diese Befürchtung ist aber offenbar unbegründet. Auch das Gehirn lernt wieder sehen, sobald das Auge wieder funktioniert. Das zeigt eine neue Studie, die jetzt im Fachblatt science translational medicine erschienen ist. Klaus Herbst hat nachgefragt.

(Redaktion / Moderation: Markus Bohn)

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Preispoker auf Kosten der Patienten – Das Langzeitinsulin degludec wird vom deutschen Markt genommen.

18.07.2015, von

Rund 40.000 Diabetiker in Deutschland spritzen sich täglich das Insulin degludec. Dieses Mittel, das unter dem Handelsnamen Tresiba vertrieben wird, wirkt besonders lange, und hat sich deshalb seit seiner Einführung im Mai 2014 schnell etabliert. Doch ab Oktober wird Tresiba in Deutschland nicht mehr auf dem Markt sein. Hersteller und Krankenkassen haben sich nicht auf einen Preis einigen können. Im ersten Jahr durfte Novo Nordisk Tresiba noch ohne Preisbindung verkaufen, für die Folgezeit aber hätte ein neuer Preis ausgehandelt werden müssen. So steht es im Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz, kurz AMNOG. Betroffene Patienten müssen nun auf andere Medikamente umgestellt werden.

(Redaktion / Moderation: Markus Bohn)

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Künstliche Klunker aus dem Plasma – Ein neues Verfahren zur Produktion von Schmuck-Diamanten.

11.07.2015, von

Diamanten entstehen in der Natur unter gewaltigen Drücken und bei Temperaturen weit über 1000 Grad Celsius. Bedingungen also, wie sie in großen Tiefen des Erdmantels herrschen. Und wenn man Diamanten künstlich herstellen will, ahmt man das gewissermaßen nach. Man setzt Graphit, also reinen Kohlenstoff z. B. in hydraulischen Pressen ebenfalls solchen Extrembedingungen aus und dann verwandelt sich der unscheinbare Graphit in die edelste Form von Kohlenstoff, eben Diamant. Für technische Zwecke, z. B. für Schleifmittel reichen diese Industriediamanten allemal aus. Für Schmuck aber sind sie i. d. R. viel zu klein.

Diamant lässt sich künstlich aber auch noch anders gewinnen, nämlich durch Abscheiden von Kohlenstoff aus der Gasphase, genauer aus einem Plasma. Und diese Methode haben Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für angewandte Festkörperphysik inzwischen soweit verbessert, dass man damit tatsächlich auch Schmuckdiamanten produzieren kann. Nicht die ganz großen Klunker, aber immerhin.

(Redaktion / Moderation: Markus Bohn)

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Die Qual der Wahl beim Studienfach – Welche Rolle spielen Neigung und Verdienstaussichten?

11.07.2015, von

Wer zum Wintersemester 2015/16 ein Studium beginnen will und sich noch nicht beworben hat, sollte sich sputen. An vielen Hochschulen endet die Frist für zulassungsbeschränkte Fächer am kommenden Mittwoch, dem 15. Juli. Es wird also höchste Zeit, sich zu entscheiden, für ein Fach und einen Studienort. Aber das ist oft leichter gesagt als getan. Die Auswahl erscheint fast grenzenlos. Und woran soll man sich orientieren? An den persönlichen Neigungen, oder an den späteren Verdienstaussichten?
Anja Braun hat sich mal unter Studierenden umgehört, wie sie ihre Wahl getroffen haben und auch mit einem Bildungsexperten gesprochen.

(Redaktion / Moderation: Markus Bohn)

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Fruchtbarkeitstest für Spermien – Kleine Erbgutmoleküle zeigen die Qualität von Samenzellen an.

11.07.2015, von

Wenn es mit dem Kinderwunsch partout nicht klappen will, stehen die Chancen etwa fifty fifty, dass das Problem beim Mann liegt. Und um das herauszufinden, wird i. d. R. ein sogenanntes Spermiogramm erstellt. Man ermittelt zunächst, wie viele Samenzellen sich im Ejakulat befinden. So 20 Millionen pro Milliliter sollten es schon sein. Dann wird zusätzlich mikroskopisch nachgeschaut, ob die Samenzellen auch normal geformt sich und ob sie sich ausreichend lebhaft bewegen. Diese relativ simple Diagnostik ist allerdings nicht wirklich zuverlässig. Auch wenn äußerlich betrachtet alles in Ordnung scheint, können die Spermien Mängel haben, die die Fruchtbarkeit erheblich herabsetzen. Das zeigt eine neue Studie aus den USA. Klaus Herbst hat nachgefragt.

(Redaktion / Moderation: Markus Bohn)

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Metastasen aufspüren und angreifen – Eine neue Strategie zeigt erste Erfolge bei Prostatakrebs.

11.07.2015, von

Solange ein Prostatakarzinom noch ganz auf die Vorsteherdrüse beschränkt ist, lässt es sich i. d. R. vollständig herausoperieren. Wenn der Krebs aber schon gestreut hat, dann müssen vor allem die Metastasen bekämpft werden. Derzeit geschieht dies meist durch Bestrahlung von außen – mit den bekannten Nebenwirkungen. Künftig aber wird es vielleicht möglich werden, die Absiedelungen direkt im Körper ganz gezielt anzugreifen. Und dabei könnte ein neues Molekül mit der etwas kryptischen Bezeichnung „PSMA 617″ eine Schlüsselrolle spielen. Und zwar buchstäblich. Denn dieses Molekül passt wie ein Schlüssel zum Schloss zu einem Erkennungsmerkmal, das bevorzugt auf Prostatakrebszellen vorkommt. So kann PSMA 617 einerseits Prostata-Krebszellen aufspüren. Andererseits kann es sie aber auch gezielt attackieren, wenn es z. B. radioaktiv beladen wird. Entwickelt wurde dieser neue Ansatz am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Und Heidelberger Universitätsmediziner haben ihn vereinzelt auch schon erfolgreich an Patienten ausprobiert.

(Redaktion / Moderation: Markus Bohn)

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Vulkane überwachen mit Atomuhren – Die allgemeine Relativitätstheorie macht’s möglich.

04.07.2015, von

Atomuhren erreichen heute eine unvorstellbare Genauigkeit: Die neuesten Modelle würden nach zehn Milliarden Jahren um weniger als eine Sekunde falsch gehen – wenn sie denn solange halten würden. 10 Milliarden Jahre, das ist fast das Alter des Universums.
In Verbindung mit Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie, die heuer 100 Jahre alt wird, eröffnen diese Superchronometer ganz neue verblüffende Möglichkeiten. Ein Beispiel dafür haben jetzt Physiker an der Universität  Zürich ersonnen und im Fachblatt Geophysical Journal International veröffentlicht. Die Wissenschaftler schlagen vor, mit Atomuhren Vulkane zu überwachen, um bevorstehende Ausbrüche frühzeitig zu erkennen.

(Redaktion / Moderation: Markus Bohn)

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Juniorprofessor auf Bewährung – Baden-Württemberg will sichere Karrierewege fördern.

04.07.2015, von

Nachwuchswissenschaftler, die eine Professur anstreben, haben es noch immer schwer an unseren Universitäten. Wenn sie mit Ende Zwanzig endlich ihren Doktortitel in der Tasche haben, müssen sie entweder die Ochsentour einer Habilitation auf sich nehmen, oder sie bekommen mit viel Glück auch ohne Habilitation eine Stelle als Juniorprofessor und müssen dann sechs Jahre lang ackern – sowohl als Forscher wie als Hochschullehrer – immer in der Hoffnung, irgendwann danach vielleicht eine unbefristete Professorenstelle zu ergattern. Und oft ist das reine Glückssache. Doch es geht auch anders. Die Alternative heißt tenure track, ist in den USA seit langem üblich und bedeutet: Man bekommt mit der Juniorprofessur auch gleich die Zusage für eine feste Stelle, sofern man sich nur bewährt. An einigen Universitäten in Deutschland gibt es vereinzelt schon solche Angebote, z. B. in Berlin, Aachen, Köln und München. Aber nun wollen der Bund und die Länder, allen voran Baden-Württemberg, diesen Karriereweg massiv ausbauen.

(Redaktion / Moderation: Markus Bohn)

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