. . Ein Projekt vom SWR2

Schnelltest für drohende Blutvergiftungen – Infektionen lassen sich binnen Minuten erkennen.

28.02.2015, von

Wenn Bakterien und andere Krankheitserreger sich über das Blut im ganzen Körper ausbreiten, kann es zu einer lebensbedrohlichen Entzündung kommen, der Sepsis. Umgangssprachlich heißt sie auch Blutvergiftung. An ihr sterben allein in Deutschland rund 60.000 Menschen pro Jahr, damit ist sie die dritthäufigste Todesursache hierzulande. Und das liegt vor allem daran, dass eine Sepsis häufig zu spät erkannt wird. Dann läuft das Immunsystem gewissermaßen Amok, schädigt viele Organe zugleich und das ist auch mit der besten Intensivmedizin oft nicht mehr beherrschbar.

Damit es erst gar nicht soweit kommt, muss die Diagnostik der Blutvergiftung dramatisch verbessert werden. Und dazu soll ein neuer Schnelltest beitragen, der kürzlich vorgestellt worden ist.

(Redaktion / Moderation: Markus Bohn)

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Von aktiven und inaktiven Genen – Die erste Landkarte unseres “Epi-Genoms”.

21.02.2015, von

Mehr als 10 Jahre ist es her, dass das menschliche Erbgut erstmals vollständig entziffert wurde. Damals hat das weltweit für einen enormen Presserummel gesorgt. Es war der umjubelte Abschluss eines gigantischen Forschungsprojekts. Aber zugleich erst der Anfang einer ganz neuen Ära der Genetik, die noch immer in vollem Gang ist.
Seither ist viel geschehen. Und entscheidend für die enormen Fortschritte, die sowohl in der biologischen Grundlagenforschung als auch in der Medizin bis heute erzielt worden sind, waren vor allem immer schnellere und billigere Analysemethoden. Was beim ersten Mal noch zehn Jahre gedauert und mehrere Milliarden Dollar verschlungen hat, die Totalsequenzierung eines menschlichen Genoms, wird heute routinemäßig und vollautomatisch an einem Tag erledigt und kostet nur noch wenige tausend Dollar. Die Analysewerkzeuge sind also da und sie gestatten es längst auch festzustellen, welche Gene in einer Zelle aktiv sind und welche nicht. Aber erst jetzt haben Wissenschaftler erstmals eine systematische Landkarte dieser Genaktivität für all die unterschiedlichen Zelltypen unseres Körpers erstellt und im Fachblatt nature veröffentlicht.
Schlagzeilen hat das diesmal nicht produziert. Und doch ist auch dies ein fliegender Start in eine neue Ära.

(Redaktion / Moderation: Markus Bohn)

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“Ich mach was anderes” – Das Stipendium für “Paradiesvögel”.

21.02.2015, von

Der junge Mann sieht aus wie das Klischee eines MBA-Studenten:
Dunkler Anzug, Krawatte, und eine markante schwarze Brille. Allerdings stehen ihm seine grün gefärbten Haare steil zu Berge. Und darunter steht:
“Geradlinig war gestern. Quantenphysiker mit Heavy Metal Ambitionen, Archäologe und Zirkusclown. Erst die ungewöhnlichen Brüche machen eine Persönlichkeit interessant. AIFS sucht Abiturienten und Studenten, die ihr Leben im Zickzack-, Spiral- oder auch Pendelkurs verbringen. Alle, die erkannt haben, dass die direkteste Route auch oft die langweiligste ist.”

Wer sich von dieser Botschaft angesprochen fühlt, kann sich für das “ichmachwasanderes”-Stipendium bewerben, ausgelobt vom American Institute For Foreign Study. Anja Braun hat darüber mit Dr. Mira Maier gesprochen. Sie hat die gemeinnützige Initiative für transparente Studienförderung mitbegründet, die u. a. das Internet-Portal “mystipendium.de” betreibt.

(Redaktion / Moderation: Markus Bohn)

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Endlich eine Impfung gegen AIDS? – Eine neue Strategie weckt Hoffnungen.

21.02.2015, von

Vermeintliche Impfungen gegen AIDS haben in den letzten fünfzehn, zwanzig Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt und große Hoffnungen geweckt. Aber alle diese Meldungen haben sich letztlich als voreilig erwiesen. Denn das AIDS-Virus ist ungeheuer wandlungsfähig und hat noch immer Wege gefunden, neue Impfstoffe auszutricksen. Deshalb präsentieren wir auch die jüngste Studie, die in dieser Woche im Fachblatt nature erschienen ist, mit aller gebotenen Zurückhaltung.
Allerdings ist die Strategie hinter dieser neuen Impfung zumindest sehr raffiniert und schon deshalb berichtenswert. Bisher haben die Wissenschaftler immer nach herkömmlichen Antikörpern gesucht, die das Immunsystem auf das Virus hetzen sollen. Oder man hat die bewährte AIDS-Therapie mit einem Medikamentencocktail vorbeugend eingesetzt und das als Impfung verkauft. Aber was amerikanische Forscher nun erprobt haben, funktioniert prinzipiell anders. Klaus Herbst hat sich die Details erläutern lassen.

(Redaktion / Moderation: Markus Bohn)

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Tod nach Knochenmarktransplantation – Warum Spender-Immunzellen oft gesundes Gewebe angreifen.

21.02.2015, von

Für viele Patienten mit Leukämie ist eine Knochenmarktransplantation die letzte Chance. Aber selbst dann, wenn endlich ein passender Spender gefunden ist, sind die Betroffenen noch nicht gerettet. Bei etwa der Hälfte der Transplantierten tritt nämlich eine lebensbedrohliche Komplikation auf, die sogenannte Graft versus Host Desease. Mit den gespendeten Blutstammzellen erhält der Patient ja praktisch ein fremdes Immunsystem. Das kann sich prinzipiell auch gegen alle gesunden Zellen im Körper des Empfängers richten. Und solche Attacken enden oft tödlich. Forscher in Freiburg und Zürich haben nun erstmals Mechanismen entdeckt, die solch eine verhängnisvolle Entgleisung auslösen können. Und das weckt die Hoffnung, dass sich die künftig in vielen Fällen verhindern lässt.

(Redaktion / Moderation: Markus Bohn)

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Schreckens-Szenario Black Out – Experten fordern mehr Sicherheit für künftige Stromnetze.

14.02.2015, von

Je höher der Anteil der erneuerbaren Energien an unserer Stromversorgung wird, desto intelligenter müssen die Stromnetze werden, damit sie mit den natürlichen Schwankungen von Wind und Sonnenschein fertig werden. Am Montag dieser Woche hat deshalb das Bundeswirtschaftsministerium erstmals einen Rahmen vorgelegt, ein sogenanntes Eckpunktepapier, indem skizziert wird, wie diese intelligenten Stromnetze der Zukunft aussehen sollen. Und ein wichtiger Baustein in diesem Konzept sind intelligente Stromzähler bei den Kunden. Sie sollen einerseits den Verbrauchern dabei helfen Strom zu sparen, vor allem aber sollen sie dazu beitragen, Stromerzeugung und Stromabnahme besser aufeinander abzustimmen. Diese intelligenten Stromzähler bergen aber auch Sicherheitsrisiken. Der Schriftsteller Marc Elsberg hat das in seinem Bestseller Blackout ja drastisch beschrieben.

Und diese Sicherheitsrisiken sind natürlich auch auf der Energiemesse e-World diskutiert worden, die in dieser Woche in Essen stattgefunden hat. Frage an unseren IT-Experten Peter Welchering, wie wurde denn dort das neue Eckpunktepapier aufgenommen?

(Redaktion / Moderation: Markus Bohn)

 

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Bessere Lehre für angehende Lehrer – Ein Projekt der PH Karlsruhe.

14.02.2015, von

“Lehren – Lernen – Wissen schaffen”, das war das Motto einer bundesweiten Fachtagung, die am Montag und Dienstag dieser Woche in Göttingen stattgefunden hat. Anhand von Praxisbeispielen ist dort darüber diskutiert worden, was man zur Verbesserung der Lehre an unseren Hochschulen konkret tun kann und welche Erfahrungen sich aus der ersten Phase des Qualitätspaktes Lehre ergeben. Der “Qualitätspakt Lehre” ist ein von Bund und Ländern finanziertes Förderprogramm, das 2011 begonnen hat. Insgesamt profitieren davon bundesweit 186 Hochschulen, darunter 29 in Baden-Württemberg. Auch die PH Karlsruhe gehört zu den Gewinnern der ersten Ausschreibungsrunde. Zwei der vier Jahre Förderung sind bereits verstrichen. Und das ist Anlass für uns einmal nachzufragen, was sich seither verändert hat.

(Redaktion / Moderation: Markus Bohn)

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Gehirntumore sichtbar gemacht – Glutamin als Tracer für die Positronen-Emissions-Tomografie.

14.02.2015, von

Glutamin ist die häufigste Aminosäure in unserem Körper und sie hat viele Funktionen. Sie befreit uns z. B. von überschüssigem Ammoniak, das als Abfallprodukt unseres Stoffwechsels entsteht. Glutamin ist aber auch wichtig für unser Immunsystem und nicht zuletzt für die Funktionsfähigkeit unseres Gehirns. Das alles ist lange bekannt. Doch nun haben Forscher in den USA eine weitere Eigenheit von Glutamin entdeckt. Und die kann man nutzen, um Hirntumore sichtbar zu machen mit Hilfe der Positronen-Emissions-Tomografie, kurz PET. Klaus Herbst hat sich die Details erläutern lassen.

(Redaktion / Moderation: Markus Bohn)

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Geringere Folgeschäden nach Schlaganfall – Die Blockade eines Entzündungsproteins wirkt gleich zweifach.

14.02.2015, von

Schlaganfälle sind in den westlichen Industrieländern nicht nur die dritthäufigste Todesursache, sie sind auch der häufigste Grund für mittlere und schwere Behinderungen. Allein in Deutschland trifft dieser Blitz aus heiterem Himmel alljährlich mehr als eine Viertelmillion Menschen. Ursache sind meist Blutgerinnsel im Gehirn. Und je schneller die Betroffenen mit blutverdünnenden Medikamenten behandelt werden, desto besser sind ihre Chancen. Diese bewährten Mittel können aber leider nichts ausrichten gegen ein zweites Folgeproblem von Schlaganfällen, nämlich Hirnödeme. Diese Wasseransammlungen im Gehirn erzeugen einen hohen Druck und schädigen so die Nervenzellen zusätzlich. Doch jetzt haben Würzburger Forscher eine neue Möglichkeit entdeckt, dem entgegenzuwirken.

(Redaktion / Moderation: Markus Bohn)

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Keine Spur vom Urknall – Eine vermeintliche Sensation zerbröselt zu Staub.

07.02.2015, von

Am 17. März des vergangenen Jahres haben amerikanische Kosmologen weltweit einen gigantischen Pressewirbel ausgelöst. Denn an diesem denkwürdigen Tag hat ein Team der Harvard-Universität Beobachtungsdaten veröffentlicht, die gleich in zweifacher Hinsicht sensationell erschienen. Zum einen sollten sie jenen Teil der Urknall-Theorie belegen, der die allerersten Sekundenbruchteile nach dem big bang beschreibt. Und zum anderen sollten diese Daten auch erstmals einen Nachweis enthalten für die Existenz von Gravitationswellen, also von Schwerkraftwellen. Die hat Albert Einstein schon vor 100 Jahren in seiner Relativitätstheorie vorhergesagt, aber noch nie zuvor hat sie jemand experimentell aufspüren können. Die Ergebnisse der Harvard-Forscher wurden deshalb von vielen geradezu enthusiastisch bejubelt. Doch schon wenige Wochen später meldeten sich die ersten Zweifler zu Wort. Und jetzt hat eine gründliche Analyse der Daten ergeben, dass die Forscher tatsächlich keine Spuren des Urknalls gemessen haben, sondern nur etwas ganz Banales: Staub. Dirk Lorenzen kommentiert dieses Lehrstück aus der Welt der Wissenschaft, das man wohl auch ein Bubenstück nennen darf.

(Redaktion / Moderation: Markus Bohn)

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