. . Ein Projekt vom SWR

natürlich! ab heute für Umwelt und Natur

01.04.2014, von

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Wilde Gegend – auf dem Lotharpfad im neuen Nationalpark Schwarzwald. Erstes Thema heute bei “natürlich!”, der neuen Umwelt- und Natursendung im SWR-Fernsehen. Dienstags, 18.15 Uhr oder in der SWR-Mediathek.
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Nachhaltig heiraten: Green Wedding

11.03.2014, von

Der schönste Tag im Leben, das soll ja angeblich der Hochzeitstag sein. Nun gut, man oder frau muss das ja nicht wörtlich nehmen, es gibt viele Arten, glücklich zu werden. Aber wenn schon heiraten, dann wenigstens mit einem guten Gefühl. Das muss sein. Dem Wissen etwa, dass für das Brautkleid keine Textilarbeiterinnen in Bangladesh zum Billigstlohn schuften. Dass für die Eheringe keine Goldwäscher in der Dritten Welt mit hochgiftigen Chemikalien unter Einsatz ihres Lebens den Rohstoff besorgen.
Auch das Klima wird’s danken, wenn dort gefeiert wird, wo die meisten Gäste wohnen. Die Hochzeit geht zu den Gästen und nicht umgekehrt, ein interessanter Gedanke, den sich zum Beispiel Laura und Florian gemacht haben. Zwei bloggende grüne Überzeugungstäter, die sich seit drei Jahren „stets Gedanken machen, welche Auswirkungen unser Handeln auf die Umwelt hat und wie wir einen Beitrag für eine bessere Umwelt leisten können“.
So stets geschrieben im Hochzeitsblog mit dem schönen Namen www.fraeulein-k-sagt-ja.de. Kurzfassung: Hochzeitsort dort gewählt, wo die meisten Gäste wohnen: das spart konkret bei einem Drittel der Gäste weite Wege und damit CO2. Gut für die Klimabilanz. Zudem gute Zuganbindung von Location und Hotel. Das Hotel ist zudem vom Ort der Feier zu Fuss erreichbar. Natürlich CO2-neutrale Deko, weitgehend aus recycelten Materialien. Die Namenskärtchen: bemalte Steine, aus dem Rhein gesammelt. Menükarten aus Recyclingpapier. Caterer, Friseur, Stylistin etc. aus der nahen Umgebung. Dazu regionale Getränke.

Ok, die Bio-Seide fürs Kleid war dann doch etwas zu teuer und wurde ausgemustert, aber wenigstens war das Brautkleid “Made in Germany”. Die Eheringe: recyceltes Gold von der regionalen Goldschmiedin ohne hochgiftige Arbeiten wie Galvanisieren verarbeitet. Keine Selbstverständlichkeit sowas, da gehört ganz schön Rechercheaufwand dazu, um all diese Dinge auf Nachhaltigkeit zu checken.
Weil die Hochzeitsreise nach Schottland gehen sollte, haben Laura und Florian die entstandenen Treibhausgase wie auch die der 70 Hochzeitsgäste kompensiert, dank Organisationen wie den Klimarebellen oder Atmosfair ist das ja nur eine Finanzfrage.

Also, ich bin ehrlich gesagt ziemlich beeindruckt von der Fülle der durchdachten Details und wünsche den beiden eine lange, nachhaltige Beziehung. Alles über Green Wedding, noch mal nachzulesen unter www.fraeulein-k-sagt-ja.de.

Schmähpreise: Stimmen gegen Gazprom und Gap

27.01.2014, von

Der russische Energiekonzern Gazprom sowie das US-amerikanische Textilunternehmen Gap sind die diesjährigen Gewinner der Schmähpreise Public Eye Awards.

Den beiden Unternehmen wird ökologische Rücksichtslosigkeit bzw. Menschenverachtung vorgehalten.

Die Begründung und Details gibt es hier: Schmähpreise verliehen: 100.000 stimmen gegen Gazprom – SWR Fernsehen :: Odysso :: Umwelt | SWR.de.

Weihnachten? Blaugrün Schenken. Oder Zeit und Spenden.

10.12.2013, von

Ja, ich weiß, es ist nicht einfach: Aber warum wollen Sie es auch nicht einfach bleiben lassen, diese Schenkerei an Weihnachten? Wegen des Bruttoinlandsprodukts? Angst vor Ende der Wohlstandsgesellschaft – die so nebenbei bemerkt, ja gar keine ist, siehe Hartz IV und die gar nicht so wenigen, die nur noch mit mehreren Minijobs recht und schlecht über die Runden kommen. Also das kann’s nicht sein. „Weihnachten? Blaugrün Schenken. Oder Zeit und Spenden.“ weiterlesen →

Trendy: Zeit statt Zeug schenken

23.11.2013, von

Lange ist es ja nicht mehr hin, das sogenannte Fest der Liebe nähert sich mit untrüglicher Sicherheit. Seit September schreien einen die Nikoläuse in den Supermärkten an: Hallo, bald ist Weihnachten. Tja, und so kurz vor dem 1. Advent stellt sich also wieder die übliche Dezemberfrage: Was darfs denn sein für die Lieben, den Lieben, die Liebste?
Gut, ein schlendernder Gang durch die nächste City kann mit prall gefülltem Geldbeutel ein wenig weiterhelfen, spätestens auf dem weihrauchgeschwängerten Weihnachtsmarkt wird einem nach dem dritten Glühweinglas aber klar: Wir haben da ein Problem.
Denn: sie sind ja nett, die böhmischen Glastierchen, leider sind sie in Wirklichkeit aus Asien und Mama hat schon dreiundvierzig davon. So wie das Enkelchen bereits im Besitz von dreiundzwanzig Stofftieren ist, Opa verträgt leider keinen Wein mehr und außerdem ist sein Keller bereits rappelvoll mit ausgesuchten Bordeaux zu einem lausigen Preis.
Handgestrickte Pullover nutzen sich auch bei weitem nicht so schnell ab wie nötig wäre, um sie alle fünf Jahre wieder an sagen wir: Catharina zu verschenken. Und von neuen Kochbüchern reden wir im Zeitalter von chefkoch.de lieber gar nicht erst. Kurz: die Lage ist ernst.
Denn wer sich nicht rechtzeitig kümmert, rennt dann an Heilig Abend an die Tanke, aber, Leute, wie die dort gekauften Blumen aussehen ist inzwischen allgemein bekannt. Wer sowas schenkt wird gedisst. Das ist keine Alternative. Dabei gibt’s längst eine.
Warum zum Teufel schenken wir denen, die wir lieben, überhaupt DINGE? Den fünften Schal, das zehnte Parfüm? Das ist doch so quatschig wie umweltschädlich hat sich eine Initiative gedacht. Eine Milliarde Euro lassen wir uns jährlich Parfüms kosten, von denen ein Viertel nie zum Einsatz kommt. Dann lieber Zeit schenken.
Ideen gibt’s auf www.zeit-statt-zeug.de. Vorlesen statt Buch. Fotos gucken statt Fotoapparat. Stricken beibringen statt Stricken oder Nackemassage statt Schal. Zoobesuch statt Stofftier oder Kochabend statt Kochbuch. Das fördert zwar nicht das Bruttosozialprodukt, aber hartnäckige Gerüchte besagen, materieller Konsum sei ja auch gar nicht der eigentlich Zweck des Weihnachtsfestes gewesen.

Umweltgerecht Verhalten wird belohnt: ecotastic!

08.11.2013, von

Sind wir nicht alle oft genug etwas träge, wenns drum geht, uns nachhaltig zu verhalten? Bus statt Auto oder Jute statt Plastik-Tüte und sowas. Ein Berliner Startup hat jetzt eine App für Smartphones auf den Markt gebracht und die belohnt umweltbewusstes Handeln mit Gutscheinen von Unternehmen. Immer dann, wenn ich gerade am ökoschweinern bin, zum Beispiel keine eigene Tasche mit in den Supermarkt nehme, auf Pappbecher statt eigener Keramiktasse setze und sowas, immer dann kommt ecotastic ins Spiel. Hey, stopp, ich krieg ja was, wenn ich mich jetzt anders verhalten. Tja, sowas wirkt beim modernen Menschen. Zum Smartphone greifen (vorausgesetzt, das läuft unter Android, eine iPhone-Variante fehlt bisher), die App ecotastic öffnen, dann ein Foto der guten Tat machen, einschicken und kurz danach bekomme ich zehn Punkte gut geschrieben.

Und wenn ich eine gewisse Punktzahl überschritten habe, dann kann ick mir belohnen, am besten, wenn ick jerade ma in Berlin bin, wa, da kommt dette nämlich hea, det ecotastic. 230 Punkte zum Beispiel bedeuten: einmal ein kleines Heißgetränk im Kaffee Mitte und in welchem Stadtteil das liegt können se ja selbst raten. Für 360 Punkte gibt’s einen 5 Euro Gutschein in einen Babyklamotten-Onlineshop oder auch ein Stündchen Kundalini Meditation in Kreuzberg na und so weiter und so weiter. Für ein komplettes T-Shirt – natürlich aus Biobaumwolle und Fairwear – oder einen 30 Euro Gutschein für – achtung – vegane Schuhe sind dann schon 120 gute Taten fällig.
Aber wirklich lange dauert es nicht, wenn man drauf achtet und versucht, auch selbst ein bisschen ökologischer zu leben. So bei den Dingen, die eigentlich klar sind: Stosslüften statt Fenster dauernd offen, und sowas. Die App funktioniert einfach und weil man die Aktionen anderer Leute auch bewerten darf (wofür man selbst mit einem Punkt belohnt wird) – kriegt man für seine guten Taten zudem soziale Anerkennung der Variante „Gefällt mir“. Weniger gefällt mir freilich, dass damit zwangsläufig schon wieder eine Datensammelei anfängt und jeder der mitmacht, ziemlich transparent in seinem Verhalten wird. Ob das besonders nachhaltig ist? Für grüne Puristen ist das wahrscheinlich eher nix, aber der gepflegte Loha jüngeren Alters wird da abgeholt, wo er geht und steht: völlig versunken in sein Smartphone.

T-Shirts wie vom Affen gemalt

01.08.2013, von

Vom Affen gemalt
Das war übel neulich, diese eingestürzte Textilfabrik in Bangladesch mit über tausend Toten und zahlreichen Verletzten, Sie erinnern sich? Und statt besserer Arbeitsbedinungen gab’ später dann für die demonstrierenden Arbeiter – Tränengas. Dazu läßt sich sagen: „Die „Geiz-ist-Geil-Mentalität der Konsumenten und das rücksichtlose Renditestreben von internationalen Handeslunternehmen wird auf dem Rücken von Arbeitern in Billiglohnländern ausgelebt.“ Das stammt nicht von mir, das hat unser früherer Bundespräsident Horst Köhler dieser Tage dazu gesagt. Da hat er wohl Recht, der Ex-Banker.

Wobei: So ganz taufrisch ist diese Erkenntnis nicht, eigentlich sind wir schon weiter – und bei konkreten Lösungsvorschlägen angelangt. Was also wollen wir denn für unsere T-Shirts jenseits von billig-willich: Faire Löhne für die, die sie herstellen! Und: mit sowenig Chemie hergestellt wie möglich, also Bioanbau. Damit ist klar: Tschüss, Schnäppchen, für 2,50 Euro geht sowas nicht. Andererseits sind ja die Gewinnspannen bei diversen Marken-T-Shirts enorm, für die manche hierzulande satte 30 Euro zahlen, von denen in Bangladesh aber nur 30 Cent ankommen: Stinknormale Stoffe in stinknormaler Verarbeitung, teuer ist allein die Marke. Da ist also noch Musik drin in gängigen Preisen für faire Löhne und wenig Umweltbelastung.
Dass es fair und bio geht beweisen inzwischen immer mehr Modelabel, nur mal eins rausgegriffen, was auch auf der diesjährigen Fashionweek in Berlin zu sehen war (die immer mehr Ökoprodukte dabei hat). Ajoofa heißt das kleine Modellabel aus Ulm. Die Biobaumwolle für die T-Shirts stammt aus Westafrika, die Produktion der Shirts erfolgt laut Ajoofa in Portugal unter fairen Bedingungen und die Designer der fröhlichen Kritzeleien auf den Shirts sind, Achtung Alleinstellungsmerkmal: Affen. Ja, Menschenaffen, die malen. Beschäftigungstherapie im Zoo von Krefeld.
Wie zum Beispiel Barito, ein in Köln geborener vierjähriger Orang-Utan. Malt schöne große rote Kringel aufs Shirt (siehe oben). Klar, Orang-Utans gehören in den Wald und nicht in den Zoo. Aber die, die nun mal im Zoo leben, brauchen Beschäftigung und offenbar malen Affen gern, schreiben sie bei ajoofa.com durchaus glaubwürdig. Ein kleiner Teil der Einnahmen geht an die Affen und an Initiativen wie die Berggorilla und Regenwald Direkthilfe. Klar, vierzig Euro sind viel Geld. Aber dann hat man halt nicht so viele T-Shirts, dafür eines. das ist vom Affen gemalt. (Nimmt übrigens Schweiß deutlich schwerer an als andere Shirts, aber das nur nebenbei als praktische Anmerkung.) Eine nachhaltig gute Idee, finde ich.

Bürger retten die Welt, nicht Konsumenten

08.12.2012, von

So ganz taufrisch sind die Erkenntnisse ja nicht, dass eine Minderheit auf diesem unseren Planeten deutlich mehr verbraucht als das auf Dauer zu verkraften ist. Auch die Frage: Was tun? Hat mittlerweile schon ein paar Generationen von Forschern beschäftigt. Die Antworten freilich sind bislang eher unbefriedigend. Von Events wie einer Weltklimakonferenz ist keine schnelle Lösung zu erwarten, also richten sich die Blicke zur Weltrettung auf den Konsumenten. Viele kleine Schritte ergeben schließlich auch einen großen Effekt, wird uns Verbrauchern allerorten gepredigt. Und hängt nicht unsere Wirtschaft zur Hälfte am privaten Konsum?

Gewissen ist geil, die persönliche C02-Bilanz zählt. Licht aus gemacht? Regional gegessen? Den Mallorca-Flug CO2-kompensiert? Nur den kleinen Knopf an der Klospülung betätigt oder hamse etwa den ganze Behälter durchgejagt, Sie kleines speckiges Ökoschweinchen? Dabei ist gut gemeint oft das Gegenteil von gut gelungen. „Bürger retten die Welt, nicht Konsumenten“ weiterlesen →

Die Römer waren genauso Ökoschweine wie wir?!

20.11.2012, von

Nächste Woche im Livestream näher beleuchtet: unser Umgang mit Wasser und Boden im Lauf der Jahrhunderte. Ich freu’ mich schon auf Debatte und die Fragen und Anregungen live und aus dem Netz. Dienstag, 27.9., ab 19 Uhr aus und im Museum für Antike Schiffahrt in Mainz.

Zum Umgang des Menschen der Vergangenheit mit Wasser und Boden kann die Archäologie besonders viele Erkenntnis liefern. Seit der Jungsteinzeit greift der Mensch mit verschiedensten Methoden der Ackerbauwirtschaft in den natürlichen Boden und Wasserhaushalt ein. Besonders interessante Informationen liegen uns hier z. B. aus der römischen Antike und dem späten Mittelalter vor. Monokulturartige Wirtschaftsformen führten schon damals zu Umweltproblemen, die unseren heute verblüffend ähnlich sind.Wir können so vergleichen, wie es die Menschen früher getroffen hat und was sie dagegen unternommen haben, mit dem was wir heute kennen.

via Museumsgespräche 2012 – Livestream – Wissenschaftsjahr Zukunftsprojekt Erde.

Find ich gut: MURKS? NEIN DANKE!

30.08.2012, von

Viele Produkte gehen bereits kurz nach Ende der Garantiezeit kaputt. Das muss sich ändern, findet Stefan Schridde und hat den Blog www.murks-nein-danke.de ins Leben gerufen. Dort informiert er Verbraucher über das Thema geplante Obsoleszenz und sammelt Meldungen über absichtlich fehlerhaft hergestellte Produkte.

via MURKS? NEIN DANKE!.

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Autor

Ein Blog von Axel Weiß, SWR-Fachredaktion Umwelt und Ernährung

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