. . Ein Projekt vom SWR

Yoga-Tag: Mit Om gegen den Klimawandel

20.06.2015, von

Klimaskeptiker, nehmt das: Erst die Enzyklika des Papstes, der den Klimawandel als menschengemacht ansieht, dann das: Am Sonntag ist Yoga-Tag. Weltweit in 192 Ländern. Und die Begründung, zumindest laut „Spiegel“:

Die Geburtsstunde des Yoga-Tags schlug am 27. September 2014, als Indiens Ministerpräsident Narendra Modi die Vollversammlung der Vereinten Nationen davon überzeugte, dass die yogische Praxis dabei helfen könne „mit sich selbst eins zu werden“ und „mit dem Klimawandel umzugehen“.

Es ist nicht davon auszugehen, dass von dieser weltweiten Massenmeditation sofort spürbare Wirkungen ausgehen. Auch das Klima wird sich davon nicht abkühlen, logisch. Aber in einer an vielen Orten kriegerisch geprägten Welt ist der Yoga-Tag ein friedliches Signal. Auch für ein nachhaltiges Leben.

 

Quelle: Indien: Erster internationaler Yoga-Tag steht an – SPIEGEL ONLINE

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Eine entzückende Enzyklika

18.06.2015, von

Das selbstgemalte Plakat neben dem schlichten Altar ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: „Der Kapitalismus kann nur ausgrenzen.“ Das war Anfang der 1980-er Jahre in einem kleinen Kaff am Amazonas in einer Holzhüttenkirche – letzte Überbleibsel der katholischen Befreiungstheologie. Von der Aufbruchsbewegung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil war nicht mehr viel übrig geblieben zu diesem Zeitpunkt, die letzten Aufrechten vom damaligen Vatikan gemaßregelt und zum Schweigen gebracht.

Und jetzt dieser Papst Franziskus. Kein klassischer Befreiungstheologe, aber sein „Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung“ erinnert mich doch sehr an das Kirchlein am Amazonas, damals. Zu Umwelt hat er sich schon gelegentlich geäußert, für den Erhalt der amazonischen Regenwälder und gegen Verschwendung etwa. In der neuen  Enzyklika zu Umwelt bezieht Franziskus Position und zwar ziemlich deutlich:

„…er wendet die christliche Botschaft und katholische Lehre so konsequent auf die heutige Zeit an, dass er revolutionär wirkt. Etwa, wenn er jetzt die Wegwerfkultur verwirft und einen neuen Lebensstil fordert.“

Bleibt zu hoffen, daß er sich mit seiner nachhaltigen Argumentation auch langfristig durchsetzen kann. Die Gegner sind mächtig, nehmen Einfluß und mit seiner „Weniger ist mehr“-Haltung bringt er sogar noch die Prediger des grünen Wachstums gegen sich auf, denn „Negativwachstum“ ist bisher selbst unter Grünen nur bei wenigen gefragt. Mutig, dieser Mann. Beeindruckend.

Quelle: Enzyklika – Papst Franziskus wird zum Grünen – Panorama – Süddeutsche.de

Schmähpreis für versifften Regenwald

24.01.2015, von

Künftig wird das Weltwirtschaftsforum in Davos um eine – um DIE – kritische Stimme ärmer sein. Noch ein letztes Mal gab’s heuer einen Schmähpreis für die übelsten Konzernpraktiken der Welt. Der Ölkonzern Chevron ist für die Ölverseuchung des südamerikanischen Regenwaldes mit dem Public Eye Livetime Award ausgezeichnet worden. Die Umweltorganisationen Greenpeace und Erklärung von Bern hatten die Public Eye Awards die letzten Jahre immer an wirklich ausgesucht umweltschädlich wirkende Konzerne und Banken wie Gazprom oder Goldman Sachs verliehen bzw. übers Internet wählen lassen. Schade, eine Plattform weniger, auf der die Hintergründe globaler Umweltvernichtung pointiert beleuchtet wurden.

EcoCrowd soll Ökoprojekte finanzieren

09.10.2014, von

Wurde ja mal Zeit, dass es eine eigene Plattform fürs Öko-Crowdfunding gibt. Gegründet hat sie die Deutsche Umweltstiftung und in drei Wochen geht EcoCrowd an den Start. Bin gespannt, welche Projekte da in die Pipeline kommen.

Auf der EcoCrowd-Plattform werden nachhaltige Projekte und Startups vorgestellt, die sich nicht selbst tragen können oder Starthilfe benötigen. Jetzt kommt dann die Gemeinschaft („Crowd“) ins Spiel. Nach dem Motto „Zusammen mehr erreichen“ können alle einen Beitrag zur Finanzierung leisten, Netzwerke bilden und Ideen verbreiten. Bei erfolgreicher Finanzierung erhalten die Unterstützer eine Gegenleistung vom Projektinitiator. Das kann das fertige Produkt – etwa ein solarbetriebenes Ladegerät – sein, aber auch etwas ganz anderes, wie eine Einladung zur Eröffnung des Projektes (bspw. eine Filmpremiere). Wird der vorher festgelegte Betrag nicht erreicht, bekommen alle Unterstützer ihr Geld zurück.

via Home.

Freihandel nicht auf Kosten der Umwelt

08.10.2014, von

Der Abbau von Handelshemmnissen darf nicht auf Kosten der Umwelt gehen. Genau das könnte aber durch die geplanten Abkommen TTIP und CETA geschehen, befürchten 250 Organisationen aus 22 EU-Mitgliedsstaaten und sammeln deshalb jetzt Unterschriften.

„Wir wollen ein Zeichen setzen gegen Demokratieabbau, Geheimverhandlungen und die Absenkung bewährter Umwelt- und Verbraucherschutzstandards durch TTIP und CETA.“

via Trotz Ablehnung durch EU-Kommission: Sammlung für europäische Bürgerinitiative „Stop TTIP“ startet – Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND.

Sanktionen gegen Russland – ökologisch betrachtet

08.09.2014, von

Auf englisch, aber wem das kein Hindernis ist, erwartet hier eine lesenwerte Betrachtung aus Russland über die Sanktionen gegen Russland, Korruption, ihre „ökologischen“ Auswirkungen – und die Querverbindungen zwischen russischem und europäischem Geld.

Our dirty money puts a black stain on the reputations of politicians and civil servants the world over. Because of this, the introduction of sanctions against several Russian companies and businessmen could actually improve both the natural environment in Russia, and the financial situation in the wider world; and even in Russia itself. Only, while making this list, it is necessary to keep in mind the need for financial monitoring – stop the flow of dirty money, sanitised with the help of European companies and banks.

via The ecology of sanctions | openDemocracy.

natürlich! ab heute für Umwelt und Natur

01.04.2014, von

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Wilde Gegend – auf dem Lotharpfad im neuen Nationalpark Schwarzwald. Erstes Thema heute bei „natürlich!“, der neuen Umwelt- und Natursendung im SWR-Fernsehen. Dienstags, 18.15 Uhr oder in der SWR-Mediathek.
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Nachhaltig heiraten: Green Wedding

11.03.2014, von

Der schönste Tag im Leben, das soll ja angeblich der Hochzeitstag sein. Nun gut, man oder frau muss das ja nicht wörtlich nehmen, es gibt viele Arten, glücklich zu werden. Aber wenn schon heiraten, dann wenigstens mit einem guten Gefühl. Das muss sein. Dem Wissen etwa, dass für das Brautkleid keine Textilarbeiterinnen in Bangladesh zum Billigstlohn schuften. Dass für die Eheringe keine Goldwäscher in der Dritten Welt mit hochgiftigen Chemikalien unter Einsatz ihres Lebens den Rohstoff besorgen.
Auch das Klima wird’s danken, wenn dort gefeiert wird, wo die meisten Gäste wohnen. Die Hochzeit geht zu den Gästen und nicht umgekehrt, ein interessanter Gedanke, den sich zum Beispiel Laura und Florian gemacht haben. Zwei bloggende grüne Überzeugungstäter, die sich seit drei Jahren „stets Gedanken machen, welche Auswirkungen unser Handeln auf die Umwelt hat und wie wir einen Beitrag für eine bessere Umwelt leisten können“.
So stets geschrieben im Hochzeitsblog mit dem schönen Namen www.fraeulein-k-sagt-ja.de. Kurzfassung: Hochzeitsort dort gewählt, wo die meisten Gäste wohnen: das spart konkret bei einem Drittel der Gäste weite Wege und damit CO2. Gut für die Klimabilanz. Zudem gute Zuganbindung von Location und Hotel. Das Hotel ist zudem vom Ort der Feier zu Fuss erreichbar. Natürlich CO2-neutrale Deko, weitgehend aus recycelten Materialien. Die Namenskärtchen: bemalte Steine, aus dem Rhein gesammelt. Menükarten aus Recyclingpapier. Caterer, Friseur, Stylistin etc. aus der nahen Umgebung. Dazu regionale Getränke.

Ok, die Bio-Seide fürs Kleid war dann doch etwas zu teuer und wurde ausgemustert, aber wenigstens war das Brautkleid „Made in Germany“. Die Eheringe: recyceltes Gold von der regionalen Goldschmiedin ohne hochgiftige Arbeiten wie Galvanisieren verarbeitet. Keine Selbstverständlichkeit sowas, da gehört ganz schön Rechercheaufwand dazu, um all diese Dinge auf Nachhaltigkeit zu checken.
Weil die Hochzeitsreise nach Schottland gehen sollte, haben Laura und Florian die entstandenen Treibhausgase wie auch die der 70 Hochzeitsgäste kompensiert, dank Organisationen wie den Klimarebellen oder Atmosfair ist das ja nur eine Finanzfrage.

Also, ich bin ehrlich gesagt ziemlich beeindruckt von der Fülle der durchdachten Details und wünsche den beiden eine lange, nachhaltige Beziehung. Alles über Green Wedding, noch mal nachzulesen unter www.fraeulein-k-sagt-ja.de.

Schmähpreise: Stimmen gegen Gazprom und Gap

27.01.2014, von

Der russische Energiekonzern Gazprom sowie das US-amerikanische Textilunternehmen Gap sind die diesjährigen Gewinner der Schmähpreise Public Eye Awards.

Den beiden Unternehmen wird ökologische Rücksichtslosigkeit bzw. Menschenverachtung vorgehalten.

Die Begründung und Details gibt es hier: Schmähpreise verliehen: 100.000 stimmen gegen Gazprom – SWR Fernsehen :: Odysso :: Umwelt | SWR.de.

Weihnachten? Blaugrün Schenken. Oder Zeit und Spenden.

10.12.2013, von

Ja, ich weiß, es ist nicht einfach: Aber warum wollen Sie es auch nicht einfach bleiben lassen, diese Schenkerei an Weihnachten? Wegen des Bruttoinlandsprodukts? Angst vor Ende der Wohlstandsgesellschaft – die so nebenbei bemerkt, ja gar keine ist, siehe Hartz IV und die gar nicht so wenigen, die nur noch mit mehreren Minijobs recht und schlecht über die Runden kommen. Also das kann’s nicht sein. „Weihnachten? Blaugrün Schenken. Oder Zeit und Spenden.“ weiterlesen →

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Ein Blog von Axel Weiß, SWR-Fachredaktion Umwelt und Ernährung

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