. . Ein Projekt vom SWR

Ostalpen: Temperaturrekord für November

29.11.2014, von

Passend zur UN-Klimakonferenz in Peru:

Um 3,8 °C war der November 2014 in Österreich wärmer als das Mittel 1981-2010. Diese hohe Abweichung macht diesen November zum wärmsten der 248-jährigen Temperaturmessgeschichte Österreichs.

via Wärmster November seit Messbeginn — ZAMG.

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Zwei Grad mehr weltweit – piepegal oder Desaster?!

19.11.2013, von

Zwei Grad – die werden total unterschätzt Ob ich jetzt bei 36 oder 38 Grad Sommerhitze schwitze oder bei 5 oder 7 Grad friere, das ist doch eigentlich egal, denken wir üblicherweise. Nur: Da vielleicht schon, aber sonst nicht. Ein Eisberg bei minus 1 Grad schwimmt weiter, bei plus 1 Grad schmilzt er weg. Zwei Grad Unterschied im Jahresdurchschnitt, das ist der Klima-Unterschied vom lausig-kalten Berlin zu Mittelmeer-Mailand.
Und zwei Grad plus im weltweiten Schnitt wirken noch stärker. Denn es ist ja nur der Mittelwert, Afrika zum Beispiel würde glatte drei Grad wärmer: Mehr Krankheiten, mehr Katastrophen, mehr Hunger. Für Süd- und Nordpol oder die Hochgebirge bedeutet ein Weltdurchschnitt von zwei Grad mehr regional sogar bis zu sieben Grad plus. Das heisst: Gletscher weg, Flüsse trocken, Polareis geschmolzen, Eisbären tot.

Das Grönlandeis braucht zum Schmelzen gerade mal zwischen 0,8 und 3,2 Grad zusätzlich, sein Ende ist damit nahezu vorprogrammiert. Zwei Grad, da steigt der Meeresspiegel Minimum einen Meter, es könnten aber auch weitaus mehr sein. Und ein Blick auf die Weltkarte und die Großstädte darauf zeigt. Zwei Drittel liegen nahe am Meer.

Zwei Grad verheißen also alles andere als eine gemütliche Zukunft. Außer vielleicht für die Dänen, die zuhause in ein paar Jahren leckeren Riesling anbauen können, der bisher noch an der Mosel wächst. Warum also dieses Zwei-Grad-Ziel für das Weltklima, als – dauerhauft nicht erledigte – Hausaufgaben für die Politik, Dauerthema für die Klimakonferenzen? „Zwei Grad mehr weltweit – piepegal oder Desaster?!“ weiterlesen →

Weiterhin russischer Knast für Ökoprotest von Greenpeace

10.10.2013, von

Was die russische Regierung offenbar vom Klimaschutz hält, lässt sich derzeit im Knast von Murmansk ziemlich klar feststellen. Nichts.

Meine Freundin Sini Saarela sitzt in Murmansk im Gefängnis – mit vielen anderen Greenpeace International-Aktivisten. Sie gehören zu den ersten, denen langjährige Haftstrafen drohen, weil sie ihrer Überzeugung gefolgt sind und sich für mehr Klimaschutz eingesetzt haben. Sie haben friedlich gegen Ölbohrungen in der Arktis demonstriert. Wofür sich Sini und die anderen Aktivisten einsetzen, halten Millionen Menschen für ein dringendes Anliegen: fossile Brennstoffe daran zu hindern, in unsere Atmosphäre zu gelangen.

via Sini, die stille Heldin « Greenpeace Blog.

Vorhersage? Nicht gut. Der neue IPCC-Klimabericht.

28.09.2013, von

Es wird weiter wärmer.

Der neue IPCC-Bericht liefert keinen Grund zur Entwarnung – auch wenn politisch motivierte „Klimaskeptiker“ im Vorfeld mit hektischen PR-Aktivitäten diesen Eindruck zu erwecken versucht haben. Das Gegenteil ist richtig. Viele Entwicklungen werden heute als dringlicher eingeschätzt als noch im 4. IPCC-Bericht aus dem Jahre 2007. Dass der IPCC sich öfters „nach oben“ korrigieren muss ist Ausdruck der Tatsache, dass er aufgrund seiner Konsens-Struktur zu sehr vorsichtigen und zurückhaltenden Aussagen neigt – die IPCC-Aussagen bilden eine Art kleinsten gemeinsamen Nenner, auf den sich viele Forscher einigen können. Trotzdem oder gerade deshalb sind sie sehr wertvoll, wenn man sich dessen bewusst ist.

via Der neue IPCC-Klimabericht | KlimaLounge.

Klimawandel sorgt für Bombenhitze im Meer

25.09.2013, von

Die Meere haben in den letzten dreißig Jahren soviel Wärmeenergie gespeichert, dass dies jede Sekunde der Energie einer Hiroshima-Bombe entspricht. Whew. Sag noch mal einer, der Klimawandel hätte keine Auswirkungen.

The increase in the amount of heat in the oceans amounts to 17 x 1022 Joules over the last 30 years. That is so much energy it is equivalent to exploding a Hiroshima bomb every second in the ocean for thirty years.

via RealClimate: What ocean heating reveals about global warming.

Tag der traurigen Tropenwälder

13.09.2013, von

14. September ist Tag der Tropenwälder. Und alle Jahre wieder jammern sie allerorten darüber, dass die Tropenwälder immer mehr schrumpfen. Jährlich die Fläche Griechenlands etwa. Aber tun dagegen, och, dann vielleicht doch lieber nicht. Zumindest nicht gleich oder besser: sollen doch die anderen was machen.
Und es dauert: Das Verbot, in die Europäische Union illegal geschlagene Tropenhölzer einzuführen zum Beispiel, ja, das gibt es mittlerweile, das ist toll, das freut den Artenschützer. Nur dumm, dass es im Grunde zwanzig Jahre zu spät kommt, weil die wertvollsten Bestände inzwischen schon abgehackt sind. Die Mühlen der Bürokratie sind halt so langsam und ein Schuft der böses dabei denkt.
Oder, auch so eine nette Geschichte, nehmen wir die Palmölplantagen. Fast sieben Milliarden Euro hat unsere Europäische Union im Jahr 2011 ausgegeben, um die Verwendung von Biosprit zu fördern. Biodiesel wurde mit fast vierzig Cent pro Liter subventioniert. 40 Cent pro Liter! Schließlich sollen die Erneuerbaren Energien im Sprit eu-weit mal zehn Prozent ausmachen, da muss man schon was für tun, klar.
Nur: Längst ist klar, dass Biosprit alles andere als Bio ist sondern blanker Unsinn. Zum einen, weil er keineswegs klimaneutral ist. Es ist für das Klima wesentlich besser und für usn Steuerzahler wesentlich günstiger, den Verbrauch der Autos zu drosseln statt dem Treibstoff Biosprit beizumischen, wie das derzeit der Fall ist. Und zum anderen, wir erinnern uns: Tag der Tropenwälder 14. September: Biodiesel ist ein Waldkiller sondergleichen. Denn statt Urwald für Orang-Utans, Tiger oder Elefanten stehen in weiten Teilen Südostasiens mittlerweile Palmöl-Monokulturen ohne Ende und in Mittelamerika siehts auch nicht besser aus.
Fast zwei Milliarden Kilogramm Palmöl werden dem Diesel in der EU pro Jahr zugesetzt, hinzu kommen große Mengen Soja- und Rapsöl. Doch die veränderte Landnutzung in den Tropen für Biosprit hat die EU zwar per Gutachten selbst feststellen lassen, nur Konsequenzen zieht niemand daraus. Das EU-Parlament hat nämlich dieser Tage allem besseren Wissen zum Trotz die weitere Beimengung von Biosprit auf den Weg gebracht, auch wenn deshalb Ökosysteme in den Tropen zerstört werden, um Zuckerrohr-, Palm- und Sojaplantagen zu pflanzen.
So sind wir: Da haben wir einen Tag der Tropenwälder, da fördert das Umweltministerium diese Woche bundesweit 400 Jugendgruppen, die sich für Erneuerbare Energien einsetzen wollen unter www.energiewende-und-du.de – und die Wirklichkeit? Traurige Tropen, gerodet für Profit und Bequemlichkeit. Alle Jahre wieder.

Greener Davos – mehr Klimaschutz im Verkehr: ein dickes Brett

25.01.2013, von

Autos Davos

I had a dream – wie wäre es, wenn beim nächsten Weltwirtschaftsforum alle mit der Bahn anreisen würden?  Netter Ausblick auf die Berge, und nur einmal umsteigen. In 2 Stunden 20 von Zürich-Flughafen, das geht flott.

Okok, ist ja gut, war nur’n Versuch, stimmt, dann käme wahrscheinlich gar keiner zum WEF. Selbst der Greenpeace-Chef maulte per Twitter, ob man nicht mal einen Ort finden könnte, der bisschen besser zu erreichen wäre als mit 3 Stunden per Bus. Und wenn Kumi Naidoo das schon sagt…

Zum richtigen Wirtschaftsboss gehört jedenfalls die rollende Luxusklasse wie der Stöckelschuh an die Blondine. Nicht wenige Davosbesucher reisen erst mal mit dem Privatjet an, (das kann auch schon mal eine Boeing 737 sein), nehmen dann ab Zürich-Dübendorf den Heli, wie die Hubschrauber in der Schweiz liebevoll genannt werden. Anschließend reden sie dann darüber erstens, dass die Umweltgesetzgebung den Markt behindert und zweitens, dass der Klimawandel ein Riesenproblem ist, das wir im Interesse der kommenden Generationen dringend lösen müssen. Der klassische, immer wieder gern genommene  Satz dazu lautet “The time for action is now”.

Das klingt dann manchmal sogar richtig lautmalerisch-lyrisch, so wie bei der Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde:  Die nachfolgenden Generationen werden per Klimawandel, Achtung: “roasted, toasted, fried and grilled”. Geröstet, getoastet, gebraten und gegrillt. Wohl war, und gerade Lagarde unterstelle ich eine Reihe von guten Vorsätzen, kluge Frau. Dennoch: Draußen vor dem Kongresszentrum, da stauen sich die Luxuskarossen, denn von Meeting zu Plenum zu Hinterzimmer zu Party bewegt sich hier kaum einer mit Rang und Namen zu Fuß.

Aber, das Weltwirtschaftsforum ist angetreten, die Welt zu verbessern. Und deshalb müssen alle Autos, die weniger als 7 Sitze haben und die zentralen Orte anfahren wollen, jetzt richtige Ökosparautos sein und bekommen dafür ein Plakettchen: Greener Davos. Und das heißt: dieses Fahrzeug stößt weniger als 192 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer aus, hat mindestens Effizienzklasse D und verbraucht höchstens 9 Liter auf 100 Kilometer. Und tatsächlich: Porsche sind hier kaum zu sehen, die sind nämlich allesamt mit einer Ausnahme Effizienzklasse G, also ganz lausig in der Klimabilanz.

Der Rest was hier rumflitzt: kommt auf den Motor an. Es gibt eine Menge Klimaschweine aus der richtig dicken Oberklasse, keine Frage, aber manchmal sind hier auch schon erstaunlich effiziente Oberklasseschlitten zu finden. Ein Mercedes S400 Hybrid etwa, der mit knapp 8 Liter auf hundert Kilometer auskommt. Wenn er seine 300 PS nicht rausholen muss, natürlich, oder, was hier ständig passiert, im Stand stundenlang läuft. Das ist zwar auch verboten, aber egal. Der Weg bis zur klimaverträglichen Weltgesellschaft ist noch weit, das ist in Davos klar zu sehen.  Immerhin: erste Schritte sind gemacht. Achja, so ganz billig ist die Sache nicht: 85.000 Euro kostet ein 400er S-Klasse Hybrid. Plus Extras.

 

 

 

 

 

 

Klimawandel lässt Schimmelpilze in Grönland sprießen

11.01.2013, von

Die Arktis schmilzt schneller als gedacht, stellte dieser Tage die Europäische Umweltagentur fest. Nicht ganz neu, die Erkenntnis zwar, aber die Dimensionen werden langsam deutlicher. Und: die Nebeneffekte der veränderten Umwelt. Zum Beispiel, dass die Bewohner Grönlands in ihren Häusern und öffentlichen Gebäuden inzwischen vermehrt unter Schimmelpilzen leiden. Die gab’s früher in Grönland nicht.

‘As an example, we are currently struggling with an epidemic of mold fungus in our housing stock. An increasing number of homes and public buildings are infected with a fungus, hitherto unseen in Greenland. This has major implications for human health and for our economy.

via The melting Arctic — European Environment Agency (EEA).

Mehr Klimawandel = Mehr Trüffel. Bei uns!

28.11.2012, von

Der Klimawandel beschert uns Delikatessen. Trüffel. Im Mittelmeerraum ist es mittlerweile zu heiss und zu trocken, dafür wachsen die französischen Trüffelsorten künftig besser bei uns.

Diese Vorhersagen decken sich mit der gegenwärtig zu beobachtenden Zunahme von Pilzwachstum und dem Vorkommen an Burgunder-Trüffeln in der Schweiz und im Süddeutschen Raum.

Warum also sollten Klimaprofiteure wie wir sich in Doha in diesen Tagen für mehr Klimaschutz einsetzen, könnte man etwas zynisch fragen? Tun wir aber natürlich nicht.

via Naturschutz.ch | Mehr Trüffel in der Schweiz?.

Whow: Atlantische Multidekaden-Oszillation!

08.10.2012, von

Was für ein Wort: Atlantische Multidekaden-Oszillation. Heisst im Klartext:

Die Temperatur des Nordatlantiks wechselt zwischen kalten und warmen Phasen, die jeweils etwa 20 bis 30 Jahre andauern.

Und die Folgen sind völlig verregnete Sommer wie dieses Jahr bei uns. Weniger schön: das Phänomen könnte uns noch eine Zeitlang erhalten bleiben.

via Nordeuropa: Warmer Atlantik sorgt für Regensommer – SPIEGEL ONLINE.

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Ein Blog von Axel Weiß, SWR-Fachredaktion Umwelt und Ernährung

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