Dies ist das Archiv zu der Kategorie 'Verbraucherschutz'.

Bioeinkauf in Rheinland-Pfalz

Abgelegt unter Ernährung, Gesundheit, Landwirtschaft, Verbraucherschutz, Versorgung am 29.09.2009

Die Verbraucherzentrale hat ihr Internetangebot erweitert: mit wenigen Klicks lassen sich unter www.bioeinkaufen.rlp.de zahlreiche Bezugsquellen für eine Vielzahl von Bioprodukten finden. Vom Hofladen über kleinere Bioläden über Bäckereien, Metzgereien, Partyservice bis zum Caterer reicht das Angebot, das gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau gepflegt wird. Eine Karte erleichert die grobe Navigation beim Suchen, noch schöner wäre freilich, wenn die so gefundenen Adressen direkt dann auf einer Karte zu sehen wären und sich eine Route planen ließe.  Aber das kommt ja vielleicht noch. Und als App fürs iPhone wären die Infos natürlich auch nicht übel.

Verbraucherdesinformationsministerium?

Abgelegt unter Abfall, Ernährung, Gesundheit, NGO, Verbraucherschutz am 22.09.2009

Die Deutsche Umwelthilfe ist sauer. Und soweit ich das beurteilen kann: zu Recht. Denn es ist nicht das erste Mal, dass starke Zweifel daran aufkommen, dass das Verbraucherministerium wirklich seinen Namen ernst nimmt. Bis zum zwölffachen des Unbedenklichkeitswertes waren Milchgetränke und Fruchtsäfte mit der Druckchemikalie ITX im Jahr 2006 belastet, die von Getränkekartons stammt, teilt die DUH heute mit. Aber mehr als drei Jahre habe der damalige Minister Horst Seehofer und dann seine Nachfolgerin Ilse Aigner die Herausgabe der einschlägigen Akten verweigert.

Trotz einer Serie von fünf Gerichtsurteilen, bis hin zur höchstrichterlichen Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes, die allesamt die Rechtswidrigkeit der Auskunftsverweigerung durch die Bundesregierung feststellten, schützte das Ministerium mit seiner Informationsblockade die für den Lebensmittelskandal verantwortliche Industrie – zu Lasten der Verbraucherinnen und Verbraucher – und führte damit nebenbei das neue Verbraucherinformationsgesetz (VIG) ad absurdum.

Statt die belasteten Säfte vom Markt zu nehmen sei die Wirtschaft geschützt worden. Das Seehofer-Ministerium habe statt dessen “den Chemiecocktail durch die Kehlen der Verbraucher” entsorgen lassen. Fazit für die Umwelthilfe:

Das Verbraucherschutzministerium verdient seinen Namen nicht, wenn es den Interessen der Industrie mehr Gewicht beimisst als seinen eigentlichen Schutzbefohlenen. Faktisch verständigten sich Industrie und Politik darauf, mit der Gesundheit der Verbraucherinnen und Verbraucher Roulette zu spielen.

Mit der Sprache - und nicht nur der - lässt sich halt allerlei Schindluder treiben.

Umwelt ist erste Wahl

Abgelegt unter Allgemein, Umweltschutz, Verbraucherschutz am 25.08.2009

Alle Parteien sind grün. Zumindest vor der Wahl. Aber: Es gibt nichts Gutes außer man tut es (mein Lieblingsspruch, zugegeben). Das gilt auch für die Umweltpolitik und vor einer Bundestagswahl erst recht. Zunächst also: erst mal nach der Bilanz schauen. Was hat die derzeitige Regierung auf die Beine gestellt bei Umwelt- und Agrar-/Verbraucherpolitik? Das können wir zum Beispiel  hier für Umweltthemen überprüfen oder auch hier für Agrarthemen.

Und dann gibt’s die zahlreichen mehr oder minder grünen Verheissungen, die uns an der Urne erwarten, der Umweltcheck für Abgeordnete und Parteien also, mehr dazu findet sich etwa hier. Dazu der direkte Vergleich aus dem Hause ARD: Die Kollegen von der ard.de vergleichen die Wahlprogramme der größeren Parteien, die Umwelt lässt sich dort als eigenes Stichwort anklicken. Später lässt sich dann im Wahlomat überprüfen, welche Partei den eigenen Interessen am ehesten entspricht, der Wahlomat der Bundeszentrale für politische Bildung ist aber wohl erst im September in Betrieb, hoffen wir, dass bis dahin auch die Serverprobleme der bpb.de behoben sind. Interessant ist auf deren Webangebot nämlich auch noch das  Umweltdossier.

Effizientere Kühlschränke

Abgelegt unter Energie, Europa, Verbraucherschutz am 02.04.2009

Was die EU in Sachen Energieeffizienz-Kennzeichnung vor hat  bringt mehr Klarheit für Verbraucher darüber, was wirklich energiesparende Geräte sind und was nicht. Ab kommenden Juli gibt’s zum Beispiel keine Kühlschränke mehr neu im Handel, die nicht mindestens die Energieeffizienzklasse A schaffen. Das ist ein echter Fortschritt.

Über die bisher üblichen Kategorien von G bis A einschließlich Unterkategorien hinaus soll auf den Energie-Etiketten künftig ausgewiesen werden, dass ein Gerät so und so viel Prozent weniger Strom verbraucht als ein Modell der Effizienzklasse A. Bei einem 20 Prozent niedrigeren Stromverbrauch würde auf dem Label von Gerät X dann “A-20%” stehen. Zwei Jahre später sollen dann auch die A-Klasse-Kühlschränke aus dem Handel verschwinden und Geräte der bisherigen Klasse A+ als Referenz dienen.

Quelle: heise online - EU-Kommission: Stromfressern im Haushalt geht es an den Kragen.

Das Gift kommt zurück

Abgelegt unter Dritte Welt, Landwirtschaft, Pestizide, Verbraucherschutz am 23.03.2009

Die Kollegen vom NDR zeigen heute abend einen Globalisierungskrimi. Die Umweltreportage “Das Gift kommt zurück” der Filmemacherin Inge Altemeier verfolgt den Weg von pestizidbelasteten Textilien: vom Baumwollfeld in Indien über die chinesische Textilfabrik in deutsche Wohnzimmer. Die “Selbsthilfegruppe für Chemikaliengeschädigte”, die mich auf den Film aufmerksam gemacht hat, zitiert Inge Altemeier so:

Überall begegneten wir den Opfern. Menschen, die durch Industriechemikalien vergiftet wurden. Zwar hat die EU eine neue Richtlinie erlassen, die die Unternehmen verpflichtet nachzuweisen, dass die Chemikalien, die sie verwenden, nicht gesundheitsschädlich sind. Aber das gilt eben nur für Europa und hat keinerlei Auswirkung auf die globale Vergiftung.

Im Film wird deutlich, schreibt der NDR in seiner Vorschau, dass wir hierzulande viele Giftimporte nicht verhindern und mehr tun könnten:

Nach wie vor gibt es für Importware keine Grenzwerte für Pestizide. Zudem werden zahllose Container aus Gründen des Transportschutzes mit Nervengiften besprüht, bevor sie die Umschlaghäfen in Europa erreichen. Findet etwa der Hamburger Zoll einen solchen Container, hat er keine Möglichkeiten den Verbraucher zu schützen und die Ware beispielsweise zu beschlagnahmen - obwohl viele dieser gesundheitsschädlichen Gifte in Europa längst schon verboten sind.

“Das Gift kommt zurück”, heute abend, 23 Uhr, NDR-Fernsehen.

Goldene Verbrauchertäuschung

Abgelegt unter Verbraucherschutz am 20.03.2009

www.abgespeist.de heute mit dem Goldenen Windbeutel

Gute Idee von foodwatch, besonders irreführende Verbrauchertäuschung herzhaft an zu prangern. Seit heute steht also fest: der Goldene Windbeutel 2009 geht an Danone (die diese Kritik natürlich nicht nachvollziehen). Einzelheiten dazu finden sich hier. Und ich muss wieder einmal feststellen: den mündigen Verbraucher kann es solange nicht geben, solange die Spielregeln der Werbung nicht enger und verbraucherfreundlicher gefasst werden. Selbst ein Fachredakteur für Umwelt und Ernährung hat zum Beispiel gerade erst lernen müssen, dass “Pesto” auf der Verpackung eben nicht bedeutet “hier sind nur Olivenöl, Basilikum und Pistazien drin”. :(

Metaphorisches Netzteil

Abgelegt unter Verbraucherschutz am 02.02.2009

Wie, bitte, soll ich einem Elektronikanbieter vertrauen, der mir mit folgenden Worte in seiner Werbung begegnet:

Metaphorisch können Sie sich einen Fully AUTO-Netzteil so vorstellen, dass der abgeschnittenen Stecker eines normalen Netzteils wieder verbunden wird, dadurch ist kein Unterschied aus der Seite der technischen Funktionen zwischen dem Fully AUTO- und dem normalen Netzteil.

Quelle: Netzteil Apple iBook PowerBook G3/G4 A1021 A1036 120w bei eBay.de: Netzteile (endet 08.02.09 20:51:57 MEZ).

Legal vergiftet - dann vergessen

Abgelegt unter Allgemein, Umweltschutz, Verbraucherschutz am 28.01.2009

Als ich vorhin die Pressemitteilung der Kollegen von “betrifft” gelesen habe mit der Schlagzeile “Legal vergiftet, dann vergessen” ist mir erst wieder eingefallen, dass das mal ein Mega-Thema war: Krank durch Holzschutzmittel. Da gab es Riesenprozesse wegen Vergiftungen. Und diese Prozesse gingen aus wie das Hornberger Schießen (wie so oft in ähnlichen Fällen). Aber was ist eigentlich mit den Opfern, was ist aus ihnen geworden?

Es gibt Tausende von Holzschutzmittelgeschädigten, die damals krank wurden. Und es gibt neue Opfer. Der Film schlägt einen Bogen vom Frankfurter Holzschutzmittelprozess bis heute und beleuchtet anhand konkreter Beispiele die Auswirkungen und Folgen moderner Holzschutzmittel. “Was zählt, ist nicht, ob unsere Mittel krank machen, sondern ob wir dafür haften” wird einer der damals im Frankfurter Holzschutzmittelprozess verurteilten Manager zitiert.

Der Film von Mirko Tomic lief letzten November schon mal im SWR-Fernsehen, heute abend wird er zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr wiederholt. Über’s Internet und Zattoo oder Kabel bzw. Satellit ist er auch im Rest der Republik zu sehen. Die Interessensgemeinschaft der Holzschutzmittelgeschädigten e.V. findet sich übrigens hier.

Abwatsche für Molekularköche

Abgelegt unter Verbraucherschutz am 18.11.2008

Kurz vor Feierabend lese ich noch eine Meldung von dpa. Darin kritisiert der Chefredakteur des Gault-Millault-Restaurantführers massiv diejenigen Köche, die zuviel Chemie einsetzen. Künftig würden auch Spitzenköche schlechter bewertet, wird Manfred Kohnke zitiert, wenn sie zuviel chemische Zusatzstoffe einsetzen. Spitzenköche setzen Chemie ein? Dass Großküchen im Verdacht stehen, allerlei Gelier- und Verdickungsmittel einzusetzen, ist bekannt. Einschlägige Backmischungen lassen per Chemie auch aus Bäckerbrot eine Art Hightech-Produkt werden (außer bei Slowbakers und ein paar gottseidank konservativen Bäckern), das wusste ich auch. Dass allerdings selbst in Edelküchen nur mit chemischer Hilfe allerlei luftige Schäumchen stabilisiert, Gemüslein geliert und Säfte hübsch zu kleinen Bläschen verarbeitet werden, das war mir neu. Ich hatte da noch handwerkliche Illusionen. Nichts davon: Transglutaminase etwa klebt Schinkenfitzelchen zu industriellem “Formschinken” - oder klebt beim Starkoch die dünnen Forellenfilets aneinander, lese ich. Noch ein Beispiel: Xanthan, ein Verdickungsmittel.

Das wird für Tapetenkleister verwendet und macht Ketchup dickflüssig. Muss ein Spitzenkoch damit Radieschensaft zu rosa Ravioli formen?

fragt Manfred Kohnke laut dpa. Das frag’ ich mich jetzt auch. Und mach’ meine Nudeln heute abend vielleicht doch lieber besser auch selbst…