Bischof kämpft gegen Fluten

Abgelegt unter Biodiversität, Brasilien, Energie, Wasser am 08.02.2010

Der brasilianische Bischof Erwin Kräutler gehört für mich zu den beeindruckenden Gestalten der Menschheitsgeschichte.  Ich habe ihn vor vielen Jahren kennengelernt und verfolge sein Engagement seither mit einer gehörigen Bewunderung. Mit unglaublicher Kraft und Zähigkeit kämpft der gebürtige Österreicher für die Bewohner seiner Diözese Altamira im Amazonasgebiet und setzt sich für den Erhalt der Regenwälder ein. Gegen massive Widerstände, trotz Morddrohungen. Auch jetzt noch, nach dem die brasilianische Umweltbehörde eingeknickt ist und das gigantische Belo Monte Projekt genehmigen will - das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt. Es wird ein Drittel des Bezirks Altamira fluten.

Altamira wird unter Wasser stehen, und die Verantwortlichen wissen noch immer nicht, wie viele Familien davon betroffen sind, und noch weniger, was mit ihnen geschehen soll.

Wenigstens will jetzt auch die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Pará gegen die erteilte Umweltlizenz vorgehen.

Mehr dazu: Radio Vatikan: Kräutler kämpft weiter.

Warm anziehen, Regenwald

Abgelegt unter Brasilien, Energie, Landwirtschaft am 03.02.2010

Auf den ersten Blick ist es nur eine enge Zusammenarbeit: Shell und Brasiliens Ethanol-Gigant Cosan gehen künftig gemeinsame Wege, lese ich in der Financial Times online. Wert des Joint ventures: 12 Milliarden Dollar. Der Vorstandsvorsitzende von Cosan machte klar, worum es geht: Bioalkohol im großen Stil weltmarktfähig zu machen.

Rubens Ometto, Cosan’s chairman, said the joint venture would provide “the step forward that was lacking, in spite of all our efforts, to make ethanol a global commodity.”

Wenn soviel Geld im Spiel ist wird es wieder ein bisschen schwieriger zu verhindern, dass letztlich der Regenwald die Zeche zahlt und gerodet wird. Weil andere landwirtschaftliche Flächen für den Zuckerrohranbau benötigt werden. Offiziell ist das kein Thema, aber in Brasilien gelten oft die Regeln des Faktischen, nicht unbedingt die geschriebenen Gesetze.

Gefunden bei: FT.com / Shell in $12bn Brazilian biofuels partnership.

Tini atmet Schokolade

Abgelegt unter Ernährung am 02.02.2010


Weil uns mehrfach der Wunsch erreicht hat, unsere Schülerpraktikantin soll doch bitte auch mal testen, wie die Schokolade zum Einatmen schmeckt, die sie von der Kölner Süßwarenmesse mitgebracht hat - bitte schön, gern, hier das Video vom Selbstversuch.

Schokolade zum Einatmen

Abgelegt unter Ernährung am 02.02.2010


Interessante Dinge hat unsere Schülerpraktikantin Tini auf der Kölner Süßwarenmesse gefunden. Seht selbst.

Zweitgrößter See Indiens bedroht

Abgelegt unter Dritte Welt, Fischerei, Naturschutz, Umweltschutz am 01.02.2010

An Indien denken wir üblicherweise nicht, wenn wir an “Seen” denken. Es gibt aber Seen in Indien und einer davon hat heute eine bedauerliche Ehrung erfahren. Der Global Nature Fund aus Radolfzell hat den indischen Pulicat-See zum “Bedrohten See des Jahres 2010″ erklärt. Denn:

Gravierende Umweltbelastungen zerstören die Lebensgrundlage von 50.000 Fischern sowie hunderttausender Menschen am indischen Pulicat See. Die einst sehr artenreichen Fischgründe und die für das Ökosystem so wichtigen Mangrovenwälder in der Lagune nördlich der Stadt Chennai haben einen alarmierenden Zustand erreicht.

Daran wird die heutige Ehrung zwar nicht sofort etwas ändern, aber zumindest ist schon mal Aufmerksamkeit auf das Problem gelenkt. Ein erster Schritt.

Mehr dazu bei:  www.globalnature.org/Presse

Traditionelle Frischmilch, bitte!

Abgelegt unter Ernährung, Gesundheit, Landwirtschaft, Verbraucherschutz am 29.01.2010

Aufdruck: Traditionell hergestellte Frischmilch - Copyright Axel Weiss

Dieser Tage habe ich die erste Milch gesehen, die  damit wirbt, “nur” pasteurisiert zu sein. “Traditionell hergestellte Frischmilch” steht jetzt auf dem Etikett. Da soll sich die Lebensmittelindustrie nicht beschweren, dass ihr keiner mehr über den Weg traut: In den letzten zwei Jahren haben viele Hersteller ihre Frischmilch durch ein zusätzliches Erhitzungsverfahren namens ESL (Extended Shelf Life = verlängerte Haltbarkeit im Regal) zu einer Art H-Milch-Light gemacht und das oft genug, ohne es offen zu deklarieren. Ein gekochtes Ei würde zwar niemand mehr “frisch” nennen, doch bei Milch stört sowas offenbar keinen großen Geist. Der Vitamingehalt der ESL-Milch liegt niedriger als bei nur pasteurisierter Frischmilch, und die verlängerte Haltbarkeit nutzt nur den Supermärkten, denn einmal geöffnet verdirbt die Milch genauso schnell wie früher. Aber: Man schmeckt es nicht mehr so, die Milch wird faulig, aber nicht mehr sauer.

Immer wieder mussten die Verbraucherzentralen eine angemessene Beschriftung einfordern, aber ich wette, auch heute weiß kaum jemand, dass die Milchqualität durch dieses Verfahren klar verschlechtert wurde. Biomilch ist ohne diese Spezialbehandlung  übrigens nach meiner Wahrnehmung in vielen Supermärkten gar nicht mehr erhältlich. Jetzt wird das bisherige Verfahren ohne ESL schon als etwas Besonderes herausgestellt und beworben, ich finde das wirkt fast schon zynisch.

Schweizer Almen in Not

Abgelegt unter Alpen, Landwirtschaft, Schweiz, Wirtschaft am 29.01.2010

Mittagspause für Graubündner Kühe - Copyright Axel Weiss

Die Schweiz ist keinesfalls ein Land nur von Superreichen wie Schumi, die am Genfer See unbezahlbare Liegenschaften bewohnen. Die Schweiz, das sind auch tausende Bergbauern, denen es Jahr für Jahr schwerer fällt, dem Druck der Globalisierung stand zu halten. Da hilft Neutralität nicht weiter. Denn die Bedingungen der Almwirtschaft sind im Vergleich zu, sagen wir: brandenburgischen Milchviehfarmen mit 10.000 Rindern, hundsmiserabel unwirtschaftlich.

Ohne Bewirtschaftung freilich wären die Alpen bald nicht mehr die Alpen, die wir kennen. Und mancher Hang käme ins Rutschen. Das kann keiner wollen und deshalb gibt es in der Schweiz die Berghilfe. Die sammelt ab Sonntag für ihre Projekte zur Unterstützung der Bergbauern. Find ich gut.

Ins Zentrum der diesjährigen Sammelkampagne stellt die Berghilfe die Alpwirtschaft. Diese sei für die Menschen in den Bergen kein Selbstzweck, sondern ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Quelle: Schweizer Berghilfe sammelt für Alpwirtschaft - schweizerbauer.ch.

Vor der 4. Revolution

Abgelegt unter Energie am 28.01.2010

“Die 4. Revolution. Energy Autonomy.” Neuer Film. Ab März im Kino. Soll ziemlich nachhaltig sein. Alles über NewEnergy-Aktivisten und Unternehmer wie Hermann Scheer, Matthias Willenbacher. Im Drehtagebuch erfahre ich vorab nicht nur die Luftfeuchte im brasilianischen Regenwald (95%), sondern auch:

Der Regisseur telefonierte beim Versuch, einen Vertreter aus der Ölbranche als Protagonisten zu gewinnen, insgesamt 17 Stunden.

Cutterin, Regisseur und Regieassistentin sichteten nach dem Dreh 116 Stunden Filmmaterial.

Der Film ist nun 83 min lang.

Die 4.Revolution kann beginnen

Mal gespannt auf die Preview nächste Woche, falls meine Berliner Kollegin hingehen kann.

Mehr dazu: | Drehtagebuch.

Rinder- und Sprachwahn

Abgelegt unter Tiere, Verbraucherschutz am 26.01.2010

Solche Presseerklärungen lieben wir ganz besonders:

Südfleisch GmbH – RA Dolde und Partner, Stuttgart – ./. Stadt Ansbach – RA in Partnerschaft Tacke Krafft, München. Die Beteiligten streiten (noch) über die Festsetzung eines
auszugleichenden Vermögensnachteils wegen der mittlerweile bestandskräftigen Rücknahme von Tauglichkeitserklärungen für Rindfleisch von ca. 38 000 BSE-testpflichtigen Rindern. Die Beklagte
hatte die der Klägerin, einem Schlachtbetrieb, erteilten  Tauglichkeitserklärungen nach Art. 48 BayVwVfG zurückgenommen, weil  die mit den Untersuchungen von der Beklagten als Verwaltungshelfer
beauftragte Firma die Tests in einem behördlich nicht zugelassenen Zweitlabor durchgeführt hat. Klage und Berufung der Klägerin sind erfolglos geblieben. Das Berufungsgericht hat einen Anspruch auf
Ausgleich eines Vermögensnachteils verneint, weil das Vertrauen der Klägerin in den Bestand der Tauglichkeitserklärungen nicht schutzwürdig sei. Zwar habe sie weder gewusst, noch wissen müssen, dass dem Zweitlabor die behördliche Erlaubnis fehle. Sie habe aber eine gesteigerte Verantwortung für die von ihr anempfohlene Untersuchungsfirma und ein erhebliches Eigeninteresse an einer reibungslosen Abwicklung der BSE-Tests gehabt.

Das Revisionsverfahren kann Gelegenheit geben, den Maßstab weiter zu präzisieren, wann das Vertrauen des Betroffenen in den Bestand eines Verwaltungsaktes unter Abwägung mit dem öffentlichen Interesse als schutzwürdig angesehen werden kann.

Alles klar, worum’s da übermorgen beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gehen wird? Das Vertrauen des Lesenden in die Verständlichkeit solcher Presseerläuterungen ist ein missbrauchtes.

Aus für hypoallergene Kost?

Abgelegt unter Ernährung am 25.01.2010

Müssen wir Umdenken in Sachen Allergie und Ernährung? Das könnte man meinen. Bis vor kurzem galt hypoallergene Kost als das A&O der Babynahrung, wenn nicht (mehr) gestillt wurde, verbreitet ist die Meinung:  am besten bis zum 12. Monat. Und jetzt?

Der Kontakt mit möglichen Allergenen ist im ersten Lebensjahr erwünscht und das gilt für alle Babys, auch die allergiegefährdeten. Ab dem fünften Monat dürfen deswegen Schritt für Schritt, entsprechend den Bedürfnissen des Babys Kuhmilch, Weizen oder Fisch eingeführt werden.

Also: nix Zurückhaltung, her mit den kleinen Allergenen. Da könnte was dran sein, schließlich gibt es auch diverse Krankheiten, die besser im frühen Kindsalter durchlebt werden als später. Und zu starke Hygiene gilt auch nicht gerade als supergesund. Meine Erfahrung mit Ziegenmilch statt Kuhmilch ab dem fünften Monat freilich war zumindest bei meinen eigenen Kindern durchaus positiv, sie haben lange Jahre später (immer noch) keine “harten” Allergien. Aber ich will das nicht überbewerten, vom Einzelfall auf die Allgemeinheit schließen, das dürfen sonst nur Ernährungswissenschaftler ;-)

Mehr dazu: aid-infodienst - PresseInfo aktuell.

Endlich da: das Öko-Auto!

Abgelegt unter Nachhaltigkeit, Verkehr am 21.01.2010

Die Idee hat was, die heute im britischen “Ecologist” nach zu lesen ist: Ein Brennstoffzellen-Auto könnte mit weniger als einem Liter Wasserstoff auf 100  Kilometer fahren. Treibhausgas-Emissionen: 30 Gramm auf 100 Kilometer, nicht mal ein Drittel heutiger Spitzenwerte. Wenn der Wasserstoff mit Erneuerbaren Energien erzeugt wird, sinken die Emissionswerte noch einmal um den Faktor Zehn.

Revolutionär: Das Design des Autos wäre Open-Source, d.h. kostenlos für jeden kopier- und veränderbar, ein völliger Wechsel im Geschäftsmodell der Autoindustrie, angeknüpft an den Erfolg von Opensource-Projekten wie dem Computerbetriebssystem Linux oder der Firefox-Browser. Damit aber, hofft der Ideengeber Riversimple, könnte das Auto flexibler weltweit produziert werden und mit kleineren Stückzahlen bereits in die Gewinnzone kommen.

Der Clou freilich: der Wagen wird nicht verkauft, sondern kommt als Leasingmodel auf den Markt. Nur so entsteht ein Anreiz, das Auto wirklich nachhaltig und ressourcensparend zu bauen, sagt Hugo Spowers von Riversimple:

There’s no driver for resource efficiency if we sell the car. If we sell the cars… we have a direct incentive to sell as many cars as possible, so there’s absolutely no commercial sense to build in longevity, low running cost or fuel efficiency – the opposite in fact.

In eins, zwei britischen Städten könnte ein Versuch mit solchen Autos bereits im übernächsten Jahr starten. Manchmal muss die richtige Idee zum richtigen Zeitpunkt kommen - die traditionelle Autoindustrie kriselt kräftig. Mal sehen, ob es den Briten gelingt, den Automarkt mit ihrer revolutionären Ideen aufzurollen.

Mehr dazu:  The open-source hydrogen car set to change the industry - The Ecologist.

Fiese Giftmorde mit Lustkäfern

Abgelegt unter Artenschutz, Biodiversität, NGO, Naturschutz, Tiere, Wald am 19.01.2010

Spanische Fliegen - Foto: B.Stein
Selten dass ein Buch voller Lustkäfer, Mietnomaden und Giftmorde steckt. Und dann noch den putzigen Namen trägt: “Die Ölkäfer von Rheinland-Pfalz und im Saarland”. Die Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz Rheinland-Pfalz, das ist dort der dritte große Naturschutzverband, stellt ein solches Buch heute vor. Aufwändig gemacht, sorgsam gedruckt, ein herrrrliches Stück Literrraturrr. Weil: Zum einen sind die Ölkäfer eine wunderhübsche Tiergruppe und die zeigt das Buch auch in vielen trefflichen Abbildungen. Dann gab es bislang weltweit noch kein Werk, dass sich so intensiv mit den Ölkäfern beschäftigt hat, der Inhalt des Buches reicht also weit über Rheinland-Pfalz hinaus.
Entscheidend ist aber: die Meloidae, die Ölkäfer, sind nicht irgendwelche Krabbelkäfer, sondern sie haben auch ein ganzes Stück menschlicher Kulturgeschichte geschrieben. Der berühmteste Ölkäfer ist zum Beispiel ein kleiner, goldgrün schimmernder Käfer mit dem Namen „Spanische Fliege“. Den hat schon im 12. Jahrhundert die berühmte Heilkundlerin Hildegard von Bingen erwähnt und das liegt wohl an dem Gift, das dieses Käferchen erzeugt. Cantharidin heisst diese ölartige Substanz, sie erzeugt auf der Haut Blasen und Geschwüre und ist 10x giftiger als Strychnin.Ein Männchen des Maiwurms - Foto: M.Auer
Das Gift der Spanischen Fliege wurde gern an europäischen Adelshöfen in früheren Jahrhunderten benutzt, um missliebige Personen ins Jenseits zu befördern. Besonders berüchtigt war da etwa die 1653 geborene Baronessa Teofania di Adamo, die das sogenannte Aqua Tofana erfunden hat. Das war eine geschmacks- und geruchslose Flüssigkeit, die aus Ölkäfern destilliert wurde und davon waren wenige Tropfen bereits tödlich. 600 Morde gehen wohl auf den Einsatz von Aqua Tofana zurück, die Baronessa wurde dafür freilich 1723 dann hingerichtet.
Wenn man das Cantharidin in geringer Dosis nimmt wirkt es erektionsfördernd, als Aphrodisiacum also. Im Internet kann man das heute noch kaufen, ein Fläschchen Liebestropfen Spanische Fliege extra, 15 ml, gibt’s für schlappe zehn Euro. In den USA ist es allerdings strikt verboten. Ja, und echte medizinische Anwendungen von der Substanz gibt es auch, die wird bei Nieren- und Harnwegserkrankungen angewandt.

Spannend ist auch die Biologie dieser Käfergruppe. Nur ein Beispiel: viele Ölkäfer sind Mietnomaden. Der Gemeine Maiwurm, das ist ein tiefschwarzer Ölkäfer, legt pro Käfer bis zu 40.000 Eier, oft am Fuss von Kräutern. Die geschlüpfte Larve kriecht später auf die Blüte und wenn dort die nächste hungrige Wildbiene oder Hummel vorbeikommt, klammert sich die Larve an sie dran und lässt sich mit ins Nest schleppen. Dort lebt sie dann wie die Made im Speck von den Pollen- und Nektarvorräten der Bienen bis sie sich schließlich verpuppt und als erwachsener Ölkäfer das Wirtsnest verlässt.Ölkäfer mit Tröpfchen - Foto: J.Lückmann
Leider ist es wie so oft: je nützlicher ein Tier ist, umso bedrohter ist es - das gilt auch für Ölkäfer. Ende des 19. Jahrhunderts waren die Ölkäfer noch häufig, da wurden allein in England und Frankreich rund 40 Millionen Käfer jährlich für medizinische Zwecke verbraucht. Und allein 1880 wurden noch 15.000 Kilo Ölkäfer nach Deutschland importiert.
Carl Bosch, der Vorstandsvorsitzende der BASF aus der Zeit um den 1. Weltkrieg, war ein leidenschaftlicher Käfersammler und hatte auch einige Ölkäfer in seiner Sammlung gehabt - Sammlungsort war Ludwigshafen. Das wäre dort heute sicher wesentlich schwieriger. Von den 14 in Rheinland-Pfalz und Saarland vorkommenden Arten sind 13 auf der Roten Liste, 5 davon sind ausgestorben, weitere vier sind vom Aussterben bedroht. Umso schöner ist es, dass es jetzt zumindest ein Buch gibt, damit wir wissen, was da verloren zu gehen droht. Ach ja, noch was: Dem Band liegt eine Audio-CD bei - mit dem “Ölkäfer Song” der ostfriesischen Gruppe “Die Deichprinzen”.
„Die Ölkäfer in Rheinland-Pfalz und im Saarland“ von Johannes Lückmann und Manfred Niehuis kostet 34,50 Euro und ist erhältlilch bei: GNOR, Osteinstr. 7-9, 55118 Mainz oder im Buchhandel unter ISBN 978-3-9807669-4-4. Das Gift der Ölkäfer - Cantharidin. Foto: A.Schiffner

Tag der offenen Kältetür

Abgelegt unter Energie, Klima, Umweltschutz am 19.01.2010

Energie sparen fällt schwer. Draußen sind’s null Grad, aber die Wärmeschleuse steht sperrangelweit auf. Zu sehen ist niemand. Na sowas. Bis zur Nullemissionsgesellschaft ist’s noch ein langer Weg. Gesehen heute in Mainz. Klar, der Klimawandel kommt nicht von sowas, aber Kleinvieh macht auch Mist.

Schild, sehr eingewachsen

Abgelegt unter Wald am 18.01.2010

Schild, eingewachsen im Baum - Copyright Axel Weiss
Dieser Baum zeigt, was Natur leisten kann: trotz Verletzung weiteres Wachstum und Integration des Fremdkörpers. Gesehen dieser Tage bei Freiburg am Schwarzwaldrand.

Greenwashing in der Hall of Shame

Abgelegt unter NGO, Schweiz, Verbraucherschutz, Wirtschaft am 15.01.2010

Wer hat das unglaubwürdigste Sozial- und Ökolabel? Wer ist die Mutter aller Schönfärberei? Wer hat die skandalösesten Umweltpraktiken weltweit? Wichtige Fragen, finde ich, in Zeiten, in denen ein unabhängiger Journalismus einen immer schwierigeren Stand hat und die PR boomt. Antworten auf diese Fragen gibt’s bei den “Public Eye Awards”, pünktlich zur Eröffnung des Davoser Welt Economic Forum am 27. Januar.
Vergeben werden diese wenig schmeichelhaften und umso notwendigeren Anti-Oscars von der Schweizer EineWelt-NGO “Erklärung von Bern” sowie von Greenpeace. Die Abstimmung dazu läuft ab sofort im Internet. Nominiert für den “Global Award” sind diesmal aus 40 von NGO vorgeschlagenen Kandidaten unter anderem GDF Suez, Arcelor Mittal oder die Royal Bank of Canada. Zur Begründung schreiben die Preisspender:

“Der indische Stahlgigant Arcelor Mittal betreibt das grösste und zugleich dreckigste Stahlwerk Südafrikas. Die Royal Bank of Canada ist grösster Financier des ökologisch wie sozial fatalen Ölsand-Abbaus in der kanadischen Provinz Alberta. Und GDF Suez schliesslich ist treibende Kraft hinter einem Grosskraftwerk am brasilianischen Madeira-Fluss, das gigantische Umweltzerstörungen und Massenvertreibungen der indigenen Bevölkerung zur Folge hat.”

Neu: Kritischer Agrarbericht 2010

Abgelegt unter Landwirtschaft am 14.01.2010

Der Kritische Agrarbericht ist da - Copyright Axel Weiss/SWR
Alle Jahre wieder liegt der Kritische Agrarbericht des Agrarbündnisses auf meinem Schreibtisch und alle Jahre wieder freue ich mich über diesen Rundumschlag für mehr nachhaltige Landwirtschaft. Die AutorInnen ziehen Bilanz (Wem gehört die Milch?), grübeln über Perspektiven (Nebenerwerb hat Zukunft), denken über die Zukunft des ländlichen Raums nach (Vernetzung stärken) oder plädieren für mehr Erneuerbare Energien (Sonnenkraftwerk bäuerliche Landwirtschaft). Schön an diesem Bericht ist, dass er gut lesbar ist und die breite Vielfalt der Entwicklungen im Agrarsektor von Umwelt bis Soziales und Politisches abdeckt. Wald, Gentechnik, Natur, Regionalentwicklung, Produktion, Ökolandbau, Welthandel - alles wird gestreift, aber nicht oberflächlich abgetan. weiterlesen »

Umweltschäden durch Arznei

Abgelegt unter Landwirtschaft, Umweltschutz, Wasser am 14.01.2010

Medikamente in der Umwelt sind ein Problem. Das bestätigte auch ein Workshop, den die Europäische Umweltagentur EEA zum Thema vor einiger Zeit abgehalten hat.

• Many countries report that the oestrogen
derivate ethinyl estradiol is responsible for
the feminisation of male fish, most likely
in combination with other hormones or
hormone‑mimicking substances;
• The anti-inflammatory drug diclofenac, used as
a veterinary drug, has killed tens of millions of
vultures in Asia.

Besonders problematisch: das Hormon Ethinylestradiol, das männliche Fische “verweiblicht”, wie aus vielen Staaten berichtet wurde. Es ist ein häufiger Bestandteil von empfängnisverhütenden Mitteln. Und der Entzündungshemmer Diclofenac hat nach dem Bericht der EEA viele Millionen Geier im asiatischen Raum auf dem Gewissen, weil er in der verbreitet in der Tiermedizin eingesetzt wurde.
Das sind alles keine neuen Erkenntnisse, die die EEA heute präsentiert, aber: Sind für das Problem der freigesetzten hormonähnlichen Substanzen inzwischen ausreichend politische Vorgaben und entscheidende Verbesserungen auf den Weg gebracht worden? Soweit sind wir offenbar noch nicht. Die Mühlen mahlen langsam, besonders auf EU-Ebene. Immerhin, sie mahlen und unter der schwedischen Ratspräsidentschaft gab’s jetzt im vergangenen Herbst noch mal einen Workshop in Uppsala.
Zu hoffen gibt auch die Tatsache, dass die Industrie selbst an das Problem herangeht. So experimentiert etwa der Fachbereich Ökologie der Uni Landau inzwischen an Nachklärverfahren für die Pharmaindustrie (wir haben dazu in der Sendung Im Grünen berichtet). Erste Ergebnisse mit einer Ozonbehandlung lassen hoffen, dass zumindest die endokrinen Gifte der Hersteller in zunehmend abgebaut werden können, bevor sie im Wasser landen.

Viel Natur im Bild

Abgelegt unter Artenschutz, Biodiversität am 13.01.2010

Trollblume - Copyright Axel Weiss
Hübsche Fotos von Tieren oder Pflanzen? Noch bis zum Tag der Artenvielfalt am 22.Mai 2010 läuft der Fotowettbewerb, den Baden-Württemberg ausgelobt hat:

Jeder, der Freude am Fotografieren in der Natur hat, kann teilnehmen und seine Bilder heimischer Arten über die Internetseite www.natur-portrait.de einreichen.

Zu gewinnen gibt’s immerhin einige Male ein paar hundert Euro und Sachpreise.

Quelle: Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz.

Kritisches Jahr der Vielfalt

Abgelegt unter Artenschutz, Biodiversität am 12.01.2010

Die biologische Vielfalt interessiert keine Sau, die nicht gerade beruflich damit zu tun hat. Oder? Klar, noch ein paar Idealisten und Naturschützer. Schade eigentlich, denn die Vielfalt ist auch ökonomisch wichtig. Sagt der Chef der Europäischen Umweltagentur und der sollte es wissen:

We know that market prices need to reflect the full value of the benefits that we obtain from healthy ecosystems as well as the true costs of using them.

Allerdings: das gilt nur volkswirtschaftlich gesehen - in  betriebswirtschaftlicher Logik rechnet es sich oft genug mehr, die Nachhaltigkeit mit Füssen zu treten. Das ist dann der Punkt, an dem Politik gefragt ist, sonst spiegeln die Marktpreise eben NICHT den wahren Nutzwert gesunder Ökosysteme wider und auch nicht die wahren Kosten der Nutzung der Natur. Aber was die (deutsche) Politik faktisch von der Vielfalt hält, sind Lippenbekenntnisse. Das zeigt die aktuelle Kritik der Umweltverbände an der Umsetzung der deutschen Biodiversitätsstrategie in den letzten beiden Jahren, Motto: aussitzen, konterkarieren, verzögern (siehe anhängendes Audio). Das gilt zumindest für die meisten Vorhaben, die nicht vom Umweltministerium getragen wurden.

Aber auch die lieben Kollegen hängen das Thema reichlich tief: die Eröffnung des Internationalen Jahrs der Artenvielfalt durch Bundeskanzlerin Angela-”Wir müssen jetzt handeln”-Merkel brachte es in der Süddeutschen heute gerade mal als Einspalter auf Seite 6.

Quelle: Biodiversity is life. Biodiversity is our life. - Highlights — EEA.

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

Nachhaltige Gerechtigkeit

Abgelegt unter Allgemein am 11.01.2010

Wenn der Kollege und Philosoph Peter Zudeick hier Recht hätte, dann wären meines Erachtens auch sämtliche nicht-nachhaltigen Verträge sittenwidrig:

Das Bürgerliche Gesetzbuch begrenzt die Vertragsfreiheit durch “die guten Sitten”. Die geltende Rechtssprechung interpretiert das so, dass ein Rechtsgeschäft sittenwidrig ist, wenn es “gegen das Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden verstößt”.

Denn ein gerechtes Denken ohne Nachhaltigkeit (auch im Sinne der Fürsorge für die kommenden Generationen) kann es nicht geben. Interessanter Ansatz. Aber im Grundgesetz steht ja auch: Eigentum verpflichtet. Nur: Wozu? Bauern zur Schonung des Grundwassers respektive der Trinkwasserbrunnen? Banker zum Investment in ressourcenschonende Projekte? Wir sehen: Es gibt noch eine Menge zu tun.

Quelle: TP: “Der Rückblick auf die Alten macht einfach schlauer”.

Erzschätze bedrohen Tiefsee

Abgelegt unter Abfall, Artenschutz, Biodiversität, Fischerei, Meer, Rohstoffe am 08.01.2010

Steigende Rohstoffpreise könnten den Abbau von Manganknollen aus der Tiefsee interessant machen. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe hat sich schon entsprechende Lizenzrechte im Pazifik gesichert. Nur: die Erzförderung ist mit einem starken Eingriff in das noch weitgehend unbekannte Ökosystem der Tiefsee verbunden, befürchtet der Meeresbiologe Gerd Schriever vom norddeutschen Biolab Forschungsinstitut.

Durch den Abbau der Knollen würde auch Sediment an die Oberfläche gepumpt werden. Dieses würde, zurück in den Pazifik gekippt, die Filterwerkzeuge dieser Kleinstlebewesen verstopfen und sie damit abtöten. Dazu käme das kalte Tiefseewasser, dass in der Umgebung der verarbeitenden Plattform die Wassertemperatur absenken würde.

Dadurch fällt Lebensraum für viele Arten weg. Und: Rentabel sind solche Förderanlagen nur, wenn - bergbautypisch - die schlackigen Überreste vor Ort entsorgt, sprich: über Bord gekippt werden. Das wäre die größte Gefahr für die - noch - klare See und ihre Bewohner. Entsprechende Schiffe sind wohl bereits in der Entwicklung. (Dies ist ein Blogeintrag aus der Serie: Jeder Euro, der auf diesem Planeten verdient werden kann wird verdient. Und zwar sofort.)

Quelle: TP: Deutsche Suche nach Rohstoffen am Meeresboden.

Keine Chance für Eisbären

Abgelegt unter Klima am 07.01.2010

Polar Bear from Plane Stupid on Vimeo.

Werbung für mehr Klimaschutz mal anders. Immerhin setzt jeder innereuropäische Flugpassagier im Schnitt 400 Kilogramm CO2 frei. Die werden hier sichtbar. Harte, aber gut gemachte Werbung einer britischen Aktionsgruppe gegen Flugverkehr.

Wärmepumpen im Praxistest

Abgelegt unter Energie, Klima am 06.01.2010

Was taugen Wärmepumpen wirklich? Eine strittige Frage, je nach wirtschaftlichem Interesse des Antwortgebers. Die Elektrowärmepumpen, die in Ein- oder Zweifamilienhäusern eingebaut sind, werden gern als effizient und CO2-sparend angepriesen, es bestehen aber Zweifel. Sehr sinnvoll ist also ein Praxistest  und den hat sich die Lokale Agenda-Gruppe Energie aus dem badischen Lahr vorgenommen hat, wir werden die Ergebnisse mit großem Interesse verfolgen:

In einem vierjährigen “Feldtest Elektro-Wärmepumpen” untersucht sie den Stand heutiger Wärmepumpentechnik, deren Effizienz und Wirtschaftlichkeit am Oberrhein.

Quelle: Agenda-Gruppe Umwelt/Energie Lahr.

Walfänger versenkt Tierschützer

Abgelegt unter Artenschutz, Jagd, Meer, NGO, Tierschutz am 06.01.2010

Ohne Walfang gäb’s solche Meldungen gar nicht:

Nach Scharmützeln mit einem japanischen Walfänger ist das Schnellboot einer Tierschutzgruppe im eisigen Wasser der Antarktis gesunken. Die Besatzung konnte gerettet werden.

Wir schreiben das Jahr 2010 und noch immer halten einige Länder wie Japan, Norwegen oder Island ohne Not an überholten Riten wie dem Walfang fest. Absurd.

Quelle: 20 Minuten Online - Walfänger schiessen Tierschützer ab - Kreuz und Quer.

Willkommen bei der Artenvielfalt

Abgelegt unter Biodiversität am 05.01.2010

Das UNO-Jahr der Artenvielfalt hat begonnen. Ist auch nötig, sagt die Weltnaturschutzunion IUCN. Denn bisher haben alle Maßnahmen nicht gegriffen, um den Verlust an biologischer Vielfalt zu mindern.

Targets to reduce the loss of biodiversity by 2010 look set to have fallen far short of what had been hoped for.

Quelle: IUCN - International Year of Biodiversity.

Schöne Feiertage, Guten Rutsch!

Abgelegt unter Allgemein am 25.12.2009

Das war’s also für dieses Jahr. Als ich am letzten Arbeitstag vor Weihnachten noch für die Kollegen von SWR cont.ra einen halbstündigen Jahresrückblick aus Umweltsicht produziert habe wurde mir klar: das war kein Jahr für Gewinner. Zumindest nicht für nachhaltige Gewinner und die Umwelt. Die üblichen Verdächtigen dagegen kamen wie immer fein raus, nur ein bisschen getadelt - schließlich endet das Strafrecht bei A13 und im Zweifel kommt der Staat für privatwirtschaftliche Defizite auf, sie müssen nur groß genug sein. Jaja, ich weiß, Porsche hat ein bisschen Unabhängigkeit verloren und Sal.Oppenheims Besitzern erging’s grad auch nicht gut. Sorry, aber das ist Jammern auf einem verdammt hohem Niveau. Erklär das mal jemandem aus Tuvalu, dessen Insel in den nächsten Jahren dank Klimawandel absäuft. Ende, aus, fertig sucht euch halt ein neues Plätzchen.

Und wenn wir schon dabei sind: Das i-Tüpfelchen war Kopenhagen. Da wurde deutlich wie nie: “Jeder Dollar, der auf diesem Planeten verdient werden kann, wird verdient. Und das sofort.” Sie erklären immer noch sehr viele Probleme des Planeten, diese beide Sätze.

Hatte ich mir nicht zum letzten Jahreswechsel vorgenommen, nur noch Positives zu bloggen? Hat irgendwie nicht funktioniert, da war dann das wirkliche Leben vor. Am besten, ich nehme mir für 2010 nichts mehr vor. Dann kann’s nur besser werden. In diesem Sinne: einen fröhlichen Jahreswechsel, das nächste Jahr wird hart genug. Wetten? Oder, frei nach Uli Keuler: “Geduld, Geduld, das Schlimmste kommt noch.” Und dass mir keiner vorwirft, ich sei einer dieser negativ denkenden Unker, typisch deutsch, immer skeptisch und ein Haar in der Suppe suchend. Sorry Leute, in der Suppe liegen derzeit mindestens 5 fette Perücken. Und darüber wird man reden müssen, so oder so. Aber vorher ziehe ich mich die nächsten Tage erst mal auf die Schwäbische Alb in den dort angesagten Regen zurück. Neue Kraft tanken, ist nötig. Wenn’s (private) iPhone aus dem Funkloch der sanftgrünen Hügel der Rauhen Alb funkt und ich die Finger nicht davon lassen kann wird gebloggt. Sonst ist Ruhe. Bis zum 4. Januar 2010. Euer Axel Weiß.

Kilimandscharo schneefrei

Abgelegt unter Klima am 22.12.2009

Ostafrika leidet unter einer katastrophalen Dürre. Inzwischen unübersehbar, berichtet die Welthungerhilfe in ihrem Blog.

Die weltbekannte Schneekuppe des Kilimandscharo gibt es nicht mehr; sie ist weggeschmolzen. Flüsse, die am Anfang dieses Jahrzehnts noch Wasser führten, sind nicht mehr da. Zumindest fliesst kein Wasser mehr. Auch jetzt – mitten in der Hauptregenzeit - regnet es kaum, und die Bauern schauen schon wieder ganz besorgt zum Himmel. Wenn es hier nicht schleunigst einige Tage lang ausgiebig regnet, werden die Erwartungen auf eine Ernte und auf ein baldiges Ende des auch für die Armen peinlichen Hungers und auf ein bisschen mehr Selbstrespekt dieses Jahr an Weihnachten erneut enttäuscht. Auf den Äckern wächst nur noch alle fünf Jahre etwas, das die bäuerlichen Haushalte für ein paar Monate mehr schlecht als recht über Wasser hält.

Da bekommt das Scheitern des Weltklimagipfels noch einmal eine ganz andere, ganz konkrete Bedeutung.

Quelle: Welthungerhilfe Blog.

Nachdenken über Kopenhagen

Abgelegt unter Klima am 21.12.2009

Absolut lesenswert: das heutige Interview mit Peter Sloterdijk über die Folgen von Kopenhagen in der Süddeutschen Zeitung. Da sind wesentliche Kernpunkte zur Analyse und weiteren Entwicklung der Weltpolitik im Zeichen des Klimawandels drin. Die Rolle der Bremser aus der Ölindustrie, die Frage der Zwischenlagerung von CO2, die ideologische Aufladung der Klimadebatte, die Hoffnungen auf eine “heilsame Warnkatastrophe” und auf multipolare Ingenieursintelligenz usw. Muss man weissgott nicht alles so sehen wie der Karlsruher Philosoph, ich find’s aber ungemein anregend.

Fehlt nur noch die Debatte um die aufkeimende Aversion gegen UNO-Prozesse, die mich doch daran erinnert, dass auch der UNO-Vorgänger Völkerbund als Quasselbude diskreditiert wurde. Verbesserungen der Zusammenarbeit sind dringend nötig, keine Frage. Kopenhagen ist aber nicht an der UNO gescheitert, sondern an unüberbrückbaren Egoismen und Interessensgegensätzen.

COP15 - die über Leichen gehen

Abgelegt unter Klima am 19.12.2009

Brokenhagen. Der Klimagipfel ist gescheitert.

Der Gegensatz zwischen der Klimarhetorik und den tatsächlichen Beschlüssen kann Millionen Menschen das Leben kosten.

Das sagte der Chef der  WWF-Klimadelegation Kim Carstensen nach Vorlage des sogenannten Kompromissvorschlags durch Obama. Wir lernen: die Karawane zieht weiter, der Prozess wird weiter gehen. Es lebe das Prinzip Hoffnung, und die stirbt bekanntlich zuletzt. Beim nächsten Treffen in Bonn könnte in den USA das Klimagesetz endlich den Senat passiert haben, vielleicht hat Obama dann mehr Handlungsspielraum. Obwohl: Ob er ihn nutzen würde erscheint dennoch fraglich.  Zugeständnisse an China wird es kaum geben, wer füttert schon seinen Rivalen? Und China wird nur dann seine Emissionen reduzieren, wenn das seinen eigenen Interessen nutzt und seiner eigenen Entwicklung dient. Motto: es ist nicht unser Problem, dass die Industrialisierung so einen hohen Preis hat, gleiches Recht für alle. Das Eigeninteresse dominiert die mächtigen Nationalstaaten der Welt nach wie vor. Allen voran die USA. (Und, machen wir uns nichts vor, im Grunde auch die Europäer.) Das Gefangenen-Dilemma - hier bekommen wir es live vorgeführt. Fehlendes Vertrauen der einzelnen Mitspieler führt zur schlechteren Lösung für alle Beteiligten. Millionen Menschen werden dieses Spiel mit dem Leben bezahlen. #Dürre #Überflutungen #Wirbelstürme

Klimaschutz im Hunsrück

Abgelegt unter Klima am 18.12.2009
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Eine der Vorzeigegemeinden in Sachen Klimaschutz ist Morbach im Hunsrück. Die tun’s einfach. Ich habe zwar den Verdacht, dass der Klimaschutz nicht das Hauptziel der diversen Versuche ist, in Morbach eine Menge Energie zu sparen, sondern dass die Wirtschaftsentwicklung und verbesserte Attraktivität der Gemeinde im Vordergrund steht. Warum aber auch nicht? Entscheidend ist ja immer, frei nach H.K. “was hinten rauskommt”. Und während sich die Kopenhagener Klimakonferenz schwer tut zu Ergebnissen zu kommen wird im Kleinen zugepackt. Morbach tut was, sagt Michael Grehl vom Bauamt. Klimaschutz praktisch in Rheinland-Pfalz.

Mehr Windkraft wagen

Abgelegt unter Energie, Klima am 17.12.2009
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Und schon wieder sind sie ausgezeichnet worden, die Chefs des kleinen expandierenden Unternehmens juwi, jetzt sind sie “Greentech-Manager des Jahres”, wir haben gestern für die ARD berichtet. Sie tun das, was Unternehmen tun: Geld verdienen. Aber im Gegensatz zu EnBW, RWE und Co. tun sie das primär mit Erneuerbaren Energien. Sagt auch PR-Frau Barbara Schenk von juwi. Klimaschutz praktisch in Rheinland-Pfalz, der nächste Teil unserer kleinen Serie als Begleitung unserer Kopenhagen-Berichterstattung.

Tierqual im Schlachthof

Abgelegt unter Tierschutz am 17.12.2009

Eigentlich sollte die Praxis in unseren Schlachthöfen “human” sein: In einer Minute ist alles vorbei. So sehen es die Gesetze vor: eine Minute vom Setzen des Bolzenschusses bis zum Ausbluten. Schmerzfreies Sterben, betäubt. Doch die Realität sieht vielfach anders aus.

Bilder, die “Zur Sache Baden-Württemberg!” zugespielt wurden, beweisen, es dauert auch schon mal bis zu vier Minuten: eine Zeitspanne, in der die Rinder gewaltige Qualen durchleben, so ein Veterinär.

Die Kollegen haben den Schlachthofbetreiber sowie die zuständigen Aufsichtsbehörden mit dem Problem konfrontiert. Antworten gibt’s heute abend. Ab 20.15 Uhr im SWR-Fernsehen

Quelle: SWR Fernsehen :: Zur Sache Baden-Württemberg! | SWR.de.

Klimawandel selber machen

Abgelegt unter Klima am 17.12.2009

Kunst am Bau - Copyright Axel Weiss

Was auch sonst. Gesehen in Frankfurt.

Mehr Technologie wagen

Abgelegt unter Energie, Klima am 16.12.2009

Vor zwei Jahren schon betrug der Anteil der Informations- und Kommunikationstechnologie am deutschen Stromverbrauch bereits mehr als 10 Prozent. Sechs Jahre vorher waren es noch sieben Prozent. Tendenz: Steigend. Höchste Zeit, etwas zu unternehmen. Jetzt hat das Wissenschaftsministerium 30 Millionen Euro für einen Wettbewerb zur Verfügung gestellt. Bis Ende Mai 2010 können Vorschläge eingereicht werden.

Der Wettbewerb zielt darauf ab, intelligente Lösungen für Informations- und Kommunikationstechnologien IKT zu fördern, die weniger Energie verbrauchen.

Die effizienteste Lösung lautet freilich nach wie vor: Computer Abschalten. Das verbraucht Null Energie, gut fürs Klima.

Quelle: Bundeswirtschaftsministerium startet Technologie-Wettbewerb zur Energieeffizienz - Business | News | ZDNet.de.

Mehr neue Energien wagen

Abgelegt unter Energie, Klima am 15.12.2009
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Alle reden von den Chancen erneuerbarer Energien, nur: was heißt das konkret? Eine zukunftsfähige und dezentrale Energieversorgung für Siedlungen oder Gebäude und industrielle Fertigungsprozesse fällt nicht vom Himmel, muss berechnet und bewertet werden. Schließlich gilt es etwa, verschiedene Energiesysteme zu kombinieren. An solchen Aufgaben arbeiten sie beim Institut für ZukunftsEnergieSysteme, sagt Barbara Dröschel. Wir finden das gut. Klimaschutz praktisch, zweiter Teil.

Hölzernes Wachstum

Abgelegt unter Klima, Wald, Wirtschaft am 14.12.2009

120 Jahre Wachstum - Copyright Axel Weiss

Vor 120 Jahren wurden diese Douglasie im Hunsrück gepflanzt, da war von Klimawandel noch keine Rede. Nur die Emissionen an Treibhausgasen waren schon heftig. Jetzt liegt der geschätzt gut einen Meter dicke Stamm auf dem Wertholzsammelplatz des Landes Rheinland-Pfalz und wartet auf den Abtransport zur weiteren Verarbeitung. Und was lernen wir daraus? Jedes Wachstum hat ein Ende. Das gilt auch für die Wirtschaft, nicht nur für Bäume. Wäre gut, ab und an daran zu denken.

Wenigstens überwachte Wälder

Abgelegt unter Brasilien, Wald am 14.12.2009

Damit wir wenigstens genau beobachten können, wie der Regenwald verschwindet, gibt’s ab kommendem Jahr eine Überwachungslösung von - genau - Google:

Mit der Cloudlösung lassen sich anhand von Satellitenbildern Veränderungen an Baumbeständen aufspüren. Google präsentiert die Plattform auf dem laufenden Weltklimagipfel in Kopenhagen. Sie soll 2010 veröffentlicht werden.

Google will damit vor allem Staaten unterstützen, denen die Technologie fehlt, um ihren Waldbestand zu überwachen. Meines Wissens ist weniger fehlende Überwachungstechnologie das Problem, etwa in Brasilien, als vielmehr Korruption und vor allem völlig überforderte und schlecht ausgerüstete Gesetzeshüter vor Ort in den Wäldern.

Quelle: Google.org stellt Tool zur Überwachung des Waldbestands vor - Internet | News | ZDNet.de.

EU-Bio-Logo abstimmen

Abgelegt unter Energie, Frankreich, Jagd, Landwirtschaft, Verbraucherschutz am 13.12.2009

Das Grauen hat einen Namen: das neue EU-Bio-Logo. Denn von den drei Logos, die derzeit zur Online-Abstimmung stehen, ist eines schlimmer als das andere. Am ehesten geht noch Nummer Eins, finde ich. Der Rest ist ein Mr.Spock-Ohr oder Hieroglyphen. Mal ehrlich: wollen wir das wirklich ab Juli 2010 auf allen verpackten Produkten sehen, die die EU-Biorichtlinie erfüllen? Mir wäre das heimische Biosiegel Künastscher Herkunft  lieber gewesen, das ist klar und prägnant und auch von weitem im Regal gut zu erkennen. Aber gut, die Vorauswahl ist leider schon getroffen. Bis Freitag hatten EU-weit 38424 Menschen abgestimmt, bin gespannt, wieviel  letztlich  mitmachen. Die Abstimmung geht noch bis 31.01.2010.

Der Nullemissions-Landkreis

Abgelegt unter Allgemein am 12.12.2009
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Alle reden vom Klimaschutz, manche tun’s einfach. Der Kreis Cochem-Zell etwa produziert schon heute seinen Strom aus erneuerbaren Energien, sogar ein bisschen mehr als die rund 65.000 Einwohner verbrauchen. Sagt Hermann Johann vom Landkreis. Wir finden das gut. Klimaschutz praktisch in Rheinland-Pfalz, Teil 1.

Quelle: Auf dem Weg zum Nullemissions-Landkreis: Cochem-Zell ist “Energie-Kommune” des Monats.

Viel mehr tote Waschbären

Abgelegt unter Artenschutz, Biodiversität, Jagd, Tiere, Wald am 11.12.2009

Wer weiß es: Wieviele Waschbären wurden im vergangenen Jagdjahr in Deutschland erlegt? Na? Ich hätte jetzt mal auf: ein paar hundert getippt. Irrtum:

Mehr als 54.000 Waschbären kamen im Jagdjahr 2008/09 April 2008 bis März 2009 zur Strecke – über 18.000 mehr als im Vorjahr.

Was will uns das sagen? Da hat sich einer erfolgreich eingebürgert (ich sage nur: Kassel und Umgebung). Denn an besseren Nachtsichtgeräten dürfte die gegenüber dem Vorjahr neun Mal höhere Abschussquote kaum liegen. Die Forderung nach einer Fallenjagd, wie sie der Deutsche Jagdverband postuliert, halte ich freilich aus Tierschutzgründen für verfehlt. Man könnte aber mal darüber nachdenken, ob die sogenannte “Waidgerechtigkeit” noch zeitgemäß ist, mit der das Verbot von Abschüssen mit Hilfte von Licht oder Nachtsichtgeräten begründet wird. Und wir sollten uns davon verabschieden, als “Regulator” und künstlicher Prädator  in ökologische Zusammenhänge gezielt eingreifen zu wollen - das funktioniert wildbiologisch betrachtet nicht.

Und jetzt noch eine zweite Frage: Wieviele Marderhunde wurden erlegt? Wie - was das ist? Sowas waschbärähnliches. Mehr dazu hier. Also: wieviele waren es? Wetten, dass keiner jetzt mit 30.000 gerechnet hat? Aber soviele waren es wohl wirklich.

Quelle: DJV-Newsroom.

Stromfresser Minibar

Abgelegt unter Klima am 10.12.2009

Kleinkühlschränke sind Energiefresser. Allen voran die beliebte Minibar in Hotelzimmern. Darauf weist die oberste Schweizer Umweltbehörde hin.

Im Vergleich zu effizienten Haushaltkühlschränken verbrauchen sie bei einem viel kleineren Fassungsvermögen bis zu viermal mehr Energie. In den Schweizer Hotels sind rund 55′000 Kleinkühlschränke im Einsatz, die jedes Jahr rund 24 Millionen Kilowattstunden Strom verbrauchen, soviel wie 6′000 Haushalte. 50 Prozent dieser Energie oder über 2 Millionen Franken an Stromkosten könnten durch den Einsatz der heute bereits erhältlichen energieeffizientesten Mini-Kühlschränke eingespart werden.

Beim Vergleich zwischen Minibar und Haushaltkühlschränken schneiden die Kleinkühlschränke extrem schlecht ab, stellen die Schweizer Umweltschützer fest.

Während ein effizienter Haushaltskühlschrank mit einem Volumen von 150 Litern am Tag 0,24 Kilowattstunden Strom verbraucht, liegt der Stromverbrauch eines typischen 40-Liter-Kleinkühlschranks bei 0,9 Kilowattstunden.

Will heißen: der legendäre Effizienz-Faktor 4, bei Minibars ist er verkehrt herum zu verstehen: Nur ein Viertel des Volumens, aber fast das Vierfache an Stromverbrauch.  Beeindruckend. Dass es so krass ist, hätte ich nicht gedacht. Solche Gerätschaften sollten in Kopenhagen bei der UN-Klimakonferenz COP15 mit einer Sonderabgabe belegt werden, damit sich ihr Betrieb nicht mehr rechnet.

Quelle: www.news.admin.ch - Stromfresser Minibar: Schweizer Hotels ,verschenken” jährlich 2 Millionen Franken.

Die Psychologie der Klimaleugner

Abgelegt unter Klima am 09.12.2009

Nachdem das sogenannte “Climate-gate” in den letzten Wochen einmal hoch und runter debattiert wurde, die gehackte Email-Korrespondenz von Klimaforschern oftmals als “Beweis” dafür gewertet wurde, dass es gar keinen Klimawandel gibt, da mag sich manch einer gesagt haben: die spinnen, die Amis. Nicht ganz falsch, denn gerade mal die Hälfte der US-Amerikaner glaubt, dass zuviel Kohlendioxid in der Luft die Temperaturen erhöht.

But as world leaders gather in Copenhagen to discuss how to avoid catastrophic climate change, barely half the U.S. public thinks carbon pollution could warm Earth. That’s 20 percent less than in 2007, and lower than at any point in the last 12 years. In a Pew Research Center poll, Americans ranked climate dead last out of 20 top issues, behind immigration and trade policy.

Das ist keine schöne Grundlage für den US-Präsidenten, um nächste Woche in Kopenhagen das Steuer der Weltklimapolitik herum zu reißen und sein Land eben nicht hinter sich zu wissen.  Wenn aber nicht Obama reingrätscht in die Verhandlungen, dann niemand. Die Soziologin Kari Marie Norgaard hat für die Weltbank ein “white paper” zum Thema Klimaleugnung geschrieben (ja, ich weiss: nicht das Klima wird geleugnet, sondern der Wandel, aber wie klingt das: Klimawandelleugnung? Brrh). Norgaard also sieht im Interview mit dem “Wired” hinter dem Nicht-wissen-wollen der US-Amerikaner zunächst einmal eine Verunsicherungskampagne. Ihrer Meinung nach stecken da die gleichen PR-Firmen dahinter wie hinter der Rauchen-macht-keinen-Krebs-Kampagnen der Tabakindustrie. Diesmal finanziert vom Ölkonzern Exxon mobil. Und: Viele Leute haben aufgehört, sich über den Klimawandel zu sorgen als deutlich wurde: es gibt keine einfache, schnelle Lösung für das Problem. Ausserdem möchten sich Menschen wohlfühlen - und wer sich die Konsequenzen seines verschwenderischen Lebensstils täglich vor Augen führt, wird sich nicht wohlfühlen. Also dann lieber leugnen.

Quelle: The Psychology of Climate Change Denial | Wired Science | Wired.com.

Kopenhagen bis zum Hals

Abgelegt unter Klima, NGO am 09.12.2009

Die Megakonferenz zum Klima in Kopenhagen ist angelaufen, wir berichten im SWR-Klimablog. Was die Zivilgesellschaft dazu zu sagen hat ließ bislang an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig:

In einem riesigen “Aquarium” vor dem Brandenburger Tor wurde eine Verhandlungsrunde beim Klimagipfel nachgestellt. Die Staats- und Regierungschefs, im „Aquarium“ vertreten durch Barack Obama (USA), Hu Jintao (China), Angela Merkel und Abdoyale Wade (Senegal), saßen an einem Verhandlungstisch, redeten und redeten, während im Aquarium der Wasserspiegel stieg – bis zum Hals.

Brot für die Welt ist diesmal übrigens auch im Internet sehr aktiv, schön finde ich auch deren Klima-Blog bei MySpace.

Quelle: Brot für die Welt - Klimaschutz jetzt! Sonst steht uns bald das Wasser bis zum Hals….

Info zu fehlendem Dieselrußfilter

Abgelegt unter Luft, Umweltschutz, Verkehr am 08.12.2009

Wer seinen Diesel nicht mit einem Rußfilter nachrüsten kann, sollte sich zumindest mit dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle  (BAFA) in Verbindung setzen. Tel. 030-346465480, Montag bis Donnerstag 8-20 Uhr, Freitags von 8-12 Uhr.

Die Kolleginnen und Kollegen des BAFA werden alle notwendigen Daten aufnehmen (Bitte halten Sie ihren Fahrzeugschein bereit!), um Ihre spezielle Situation mit den Filterherstellern zu klären. Über das Ergebnis wird Sie das BAFA schnellst möglich informieren.

Habe heute da angerufen und meine Daten angegeben. Wer keine E-Mail hat ist da übrigens erst mal aufgeschmissen: die Datenaufnahme per Telefon muss danach noch per Mail ans BAFA genehmigt werden. Na, ich bin sehr gespannt, ob ich jemals in dieser Sache wieder etwas höre bzw. wann. Klar ist nur: am 31.12.09 endet die Frist, bis zu der ein nachträglicher Russfiltereinbau mit 330 Euro bezuschusst wird.

Quelle: Verkehr - Dieselruß - 330 Euro für Nachrüstung mit Partikelfilter.

Der kleine Klick für den Wald

Abgelegt unter NGO, Wald am 08.12.2009

Sie wollen den Regenwald zu retten, koste es, was es wolle. Der WWF arbeitet jetzt mit Suchmaschinen zusammen und sammelt Geld, um Wald aufzukaufen.

Das WWF-Projekt finanziert sich durch gesponserte Links und Bannerwerbung. Zudem wird das Rechenzentrum ausschließlich mit Ökostrom betrieben. Das Suchangebot kooperiert mit Microsoft Bing und Yahoo.

Übrigens: Hat mal jemand beim WWF nachgefragt, ob sein Vorstand die Petition für eine Finanztransaktionssteuer gezeichnet hat?

Quelle: News | ZDNet.de.

Ende für Obst vom Kap?

Abgelegt unter Dritte Welt, Klima, Landwirtschaft am 06.12.2009

Klimawandel aller Orten. Auch in Südafrika. Die Folge der Erwärmung: zu lange Warm- und Trockenphasen machen Obst und Reben zu schaffen.

Die Obstbauern beispielsweise brauchen für gute Äpfel und Birnen erst recht eine lange Winterschlafphase, und zwar mit Frost. Und der kommt immer seltener und unberechenbarer. Das beliebte Kapobst könnte in nicht allzu ferner Zukunft aus deutschen Supermarktregalen verschwinden.

Jaja, und Kopenhagen soll wahrscheinlich auch das richten. Ist jetzt schon völlig überladen mit Erwartungen, diese Klimakonferenz…

Quelle: Keine Hoffnung mehr für Obst vom Kap? | tagesschau.de.

Demonstrationen für Klimaschutz

Abgelegt unter Klima am 05.12.2009

In Großbritannien gingen Zehntausende auf die Straße, um für mehr Klimaschutz und einen Erfolg beim UN-Klimagipfel zu demonstrieren.

In London, police say about 20,000 people are taking part, while about 7,000 turned out earlier in Glasgow. A march is also taking place in Belfast.

Immerhin: mit der angekündigten Teilnahme von US-Präsident Obama in der Endphase des am Montag beginnenden Gipfels hat der wieder ein ganz anderes politisches Gewicht bekommen. Feste Zahlen wird Obama in Kopenhagen zwar kaum zusagen  - er kann die Zustimmung des US-Senats zu den Klimagesetzen schliesslich nicht vorweg nehmen  - aber die Perspektiven für die weiteren Verhandlungen könnten verbindlich werden. Das ist deutlich besser als nichts.

Quelle: BBC News - Climate change protests ahead of Copenhagen summit.

Dieselmotor jetzt nachfiltern!

Abgelegt unter Luft, Umweltschutz, Verkehr am 04.12.2009

Ende 2009 läuft die 330-Euro-Förderung für den Rußfilter aus. Also schnell noch den Zuschuss für einen nachgerüsteten Partikelfilter beantragen bzw. das Auto endlich umrüsten lassen, sofern noch ein Werkstatt-Termin frei ist. Klar ist:

Die Zahl der Umweltzonen in den Kommunen nimmt stetig zu. Zudem werden 2010 die Zufahrtsbestimmungen in einzelnen Städten weiter verschärft. Häufig sind dann nur noch grüne Schadstoffplaketten in den Zonen gültig.

Welche amtliche Plakette Ihr Fahrzeug erhält und ob es für ältere Fahrzeuge überhaupt Nachrüstmöglichkeiten gibt (für den Peugeuot 806 HDi gibt’s zum Beispiel keine), das lässt sich online abfragen.

Schweiz gegen Mikroverunreinigungen

Abgelegt unter Schweiz am 03.12.2009

Medikamente und Pestizide haben im Abwasser und überhaupt: im Wasser nichts verloren. Nur: Was tun mit den Abflüssen von den Feldern? Was tun mit den Überresten der Medikamente, die wir a) ausscheiden oder b) via Toilette entsorgen? Herkömmliche Kläranlagen haben ein Problem, moderne Reinigungsstufen etwa mit Ozon können mit den sogenannten Mikroverunreinigungen aber klar kommen. Die Schweiz macht jetzt vor, wie das Problem zu lösen ist: ihre Abwasserreinigungsanlagen (ARA) werden jetzt peu à peu nachgerüstet:

Die ARA sollten für im Abwasser enthaltenen Mikroverunreinigungen eine 80 Prozentige Entfernung erreichen . Damit würde sich die Reinigungsleistung mehr als verdoppeln.

Ein Siebtel der  insgesamt 700 ARA in der Schweiz sollen in den nächsten Jahren entsprechend ausgestattet werden. Davon sind wir in Deutschland meines Wissens noch weit entfernt.

Quelle: www.news.admin.ch - Mikroverunreinigungen: Änderungen der Gewässerschutzverordnung in der Anhörung.

Ozonloch schützt vor Klimawandel

Abgelegt unter Klima, Meer am 03.12.2009

Manchmal gibt’s bei negativen Entwicklungen auch eine unbeabsichtigte, positive Nebenwirkung. Das Ozonloch über der Antarktis etwa führte nach jüngsten Erkenntnissen zwar zu einer höheren UV-Belastung mit den einschlägigen Folgen für die Hautkrebsentwicklung rund um den Südpol. Gleichzeitig haben aber auch die Westwinde im Südpolarmeer um rund ein Siebtel zugenommen. Sie haben dafür gesorgt, dass wärmere Luftströmungen die Antarktis nicht erreichen konnten, haben sie gleichsam isoliert. Nur die Westantarktis hat sich leicht erwärmt und die Ostküste der Antarktischen Halbinsel deutlich.  Alles in allem aber überwiegt der Kühleffekt, meldet das Environmental News Network:

Westerly winds over the Southern Ocean that surrounds Antarctica have increased by around 15%. The stronger winds have effectively isolated Antarctica from the warming elsewhere on the planet. As a result during the past 30 years there has been little change in surface temperature over much of the vast Antarctic continent, although West Antarctica has warmed slightly. An important exception is the eastern coast of the Antarctic Peninsula, which has seen rapid summer warming. This warming is caused by stronger westerly winds bringing warm, wet air into the region from the ocean

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Quelle: Sustainable Ecosystems and Community News:.