Bauern schneller lungenkrank

Abgelegt unter Gesundheit, Landwirtschaft am 20.11.2009

Von wegen gesunde Landluft und viel gesunde Bewegung draußen: die Idylle trügt und lebt eh nur noch in Kinderbüchern. Das Gegenteil ist der Fall: Landwirte, die in großen Tierzuchten arbeiten, werden eher lungenkrank. Sagen Lungenärzte und die sollten es ja wissen.

Nicht nur langjährige Raucher, sondern auch Bauern haben ein erhöhtes Risiko an einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zu erkranken. … Betroffen sind vor allem Landwirte, die in der Tierzucht arbeiten und eine bereits bestehende Allergie haben.

Quelle: Lungenaerzte im Netz.

Fleischproduktion schadet Kranken?!

Abgelegt unter Gesundheit, Landwirtschaft am 19.11.2009

Siebzig Tonnen Antibiotika wurden letztes Jahr allein in der Schweiz an Tiere verfüttert. Zumeist um Krankheiten in der Massentierhaltung vorzubeugen. Deutlich wird: Unsere Fleischproduktion hat hohe Nebenwirkungen - wir riskieren, wertvolle Medikamente im Kampf gegen resistente Bakterien zu verlieren. Und das gilt nicht nur für die Schweiz.

In der Schweiz setzt sich der Trend zu mehr Antibiotika-Einsatz in der Tiermedizin fort. Dabei werden nach Angaben des Schweizerischen Heilmittelinstituts Swissmedic auch vermehrt moderne Wirkstoffe eingesetzt, die in der Humanmedizin als so genannte Reserveantibiotika gelten. Diese werden bei Menschen vor allem dann eingesetzt, wenn herkömmliche Wirkstoffe nicht wirksam sind oder sich Resistenzen gebildet haben.

Quelle: swissmedic - Schweizerisches Heilmittelinstitut - Trend zu Antibiotika neuester Generationen in der Tiermedizin.

Wieviel CO2 nimmt Erde auf?

Abgelegt unter Klima am 19.11.2009

Eine zentrale Frage bei der Einschätzung des zu erwartenden Klimawandels ist: Wieviel CO2 kann die Erde, können die Meere speichern. Heute stoße ich auf zwei Studien, die in unterschiedliche Richtungen zielen. Bei telepolis heisst es :

Nach einer Studie nehmen die irdischen Ökosysteme trotz ansteigender CO2-Emissionen seit über 100 Jahren weiterhin konstant 40 Prozent auf.

Anders Spiegel-Online mit Verweis auf Forscher der US-amerikanischen Columbia University.:140 Milliarden Tonnen CO2 hätten die Weltmeere seit Beginn der Industrialisierung abgespeichert, doch das gehe nicht unbegrenzt so weiter:

Eine Wissenschaftlergruppe um Samar Khatiwala von der Columbia University in New schreibt, dass der prozentuale Anteil an CO2 sinkt, der durch die Weltmeere aus der Atmosphäre entfernt wird. “Wir können uns auf die Speicherfunktion von Meer und Land in Zukunft nicht mehr so verlassen wie in der Vergangenheit und müssen unseren maßlosen Hunger auf fossile Brennstoffe bremsen”, warnt Khatiwala.

Superunkräuter durch Gentechnik?!

Abgelegt unter Gentechnik, Landwirtschaft am 19.11.2009

Gen-Pflanzenanbau führt zu erhöhtem Pestizideinsatz weil vermehrt herbizid-resistente Super-Unkräuter entstehen. Zu diesem Schluss kommt eine US-amerikanische Untersuchung. Zugegeben, bei den Auftraggebern handelt es sich auch nicht gerade um die Gentech-Industrie à  la Monsanto, sondern um Organisationen, die eher der Bioszene nahestehen. Bedenkenswert sind die Erkenntnisse dennoch.

The widespread use of genetically modified GM crops engineered to tolerate herbicides has led to a sharp increase in the use of agricultural chemicals in the U.S. This practice is creating herbicide-resistant “super weeds” and an increase in chemical residues in U.S. food, according to a new report released today by The Organic Center, the Union for Concerned Scientists, and the Center for Food Safety.

Quelle: Global Pollution and Prevention News:.

Kapitulation vor dem Hunger

Abgelegt unter Brasilien, Dritte Welt, Ernährung, Landwirtschaft am 16.11.2009

Hungern ist eine der schlimmsten Erfahrungen, die wir Menschen erleiden können. Und der Hungertod muss ausgesprochen grausam sein, hat mir ein Arzt erzählt. Das geht mir durch den Kopf wenn ich sehe, was beim heutigen Welternährungsgipfel in Rom respektive seiner Abschlusserklärung herausgekommen ist. Platt gesagt: den reichen Ländern geht es am Hintern vorbei, dass ein Sechstel der Menschen hungert, mehr denn je. Und dass, wo die weltweite Nahrungsmittelproduktion einen neuen Rekordstand erreicht hat.

Statt die Probleme ernsthaft anzugehen ist aus Rom nur das ewige Lied der Grossagrarlobbies und Gentech-Industrien zu hören: 70 Prozent Produktionssteigerung muss her bis 2050, sonst reicht’s nicht zum leben. Diese Mär wird durch Wiederholung nicht wahrer.

Wahr ist: Es könnte auch heute schon reichen für alle - wenn da nicht eben ein paar Kleinigkeiten gründlich daneben laufen würden auf diesem Planeten. In Ländern wie Brasilien besitzen wenige Großgrundbesitzer fast alles fruchtbare Land und nutzen es hemmungslos für industrielle Export-Landwirtschaft, für Kleinbauern ist da kein Platz. Viele Länder haben durch eine falsche Entwicklungshilfe und unfaire Handelsstrukturen in den letzten Jahrzehnten systematisch die Fähigkeit zur Selbstversorgung verloren. Den Rest haben ihrer Landwirtschaft die Agrarsubventionen in den Industriestaaten gegeben. Und: Der Klimawandel mit seinen Wetterextremen macht den von der Hand in den Mund lebenden Kleinbauern in der Dritten Welt wesentlich stärker zu schaffen als uns hierzulande.

Die UNO hat in ihren Milleniumszielen vor neun Jahren beschlossen, die Zahl der Hungernden zu halbieren bis 2015. Die Welt ist diesem Ziel ferner denn je. Von den 30 -40 Milliarden Euro, die jährlich gegen den Hunger benötigt würden, war aus Rom nichts zu hören. Keine konkreten Ziele, kein Zeitplan, nirgends. Die reichen Staaten haben eh nur die zweite Politgarde nach Rom geschickt. Aber dafür feiert unsere Landwirtschaftsministerin dann das unverbindliche Resultat dieser armseligen Veranstaltung in Rom als „zukunftsweisendes Ergebnis“.

Natur des Jahres 2010

Abgelegt unter Artenschutz, Naturschutz, Pflanzen, Pilze, Tiere am 13.11.2009

Der Dachs, Tier des Jahres 2010 - Copyright picture-alliance/dpa
Vom Kormoran bis zur Schleiereule, die (auch) ein Pilz ist: die Natur des Jahres 2010, so sie schon gekürt wurde, präsentiert sich vielfältig. Die zehnteilige Bildergalerie der Onlinekollegen hat unsere Volontärin gerade fertig vertont und jetzt ist das Ganze eine runde Sache für alle, die sich für Natur interessieren.

Entwaldung in Brasilien rückläufig

Abgelegt unter Brasilien, Wald am 12.11.2009

Es ist ja schön, wenn die brasilianische Entwaldungsrate nach den neuesten Regierungsdaten von heute die niedrigste der letzten 21 Jahre ist. Ich finde dennoch, 7000 Quadratkilometer Urwaldverlust sind in diesen Zeiten 7000 Quadratkilometer zuviel. Wo bleibt eigentlich eine ernsthafte Landreform in Brasilien, die den Menschen die Möglichkeit gibt, auf fruchtbarem Land zu wirtschaften ohne neue Rodungen? Und wann werden die illegalen Rodungen in Amazonien mal ernsthaft bestraft? Das sind doch die entscheidenden Fragen, weil sie an die Wurzeln des Problems zielen.

De acordo com os dados do INPE Instituto Nacional de Pesquisas Espaciais, a área desmatada passou de 12.911 km2 para um total estimado em 7.008 km2 neste ano. De acordo com o Ministério do Meio Ambiente, é o menor desmatamento já registrado nos últimos 21 anos.

Quelle: Folha Online - Ambiente - Desmatamento na Amazônia é o menor em 21 anos, diz governo - 12/11/2009.

Braunpelikan außer Gefahr

Abgelegt unter Artenschutz am 12.11.2009

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten. Hier die neueste Variante:

The brown pelican, a species once decimated by the pesticide DDT, has recovered and is being removed from the list of threatened and endangered species under the Endangered Species Act.

Der Braunpelikan, ein über einen Meter großer, geselliger Vogel, war durch das Insektengift DDT in den USA jahrelang im Bestand stark bedroht. Seine Eier wurden dünnschalig und gingen kaputt. Seit dem Verbot von DDT 1972 hat sich die Art erholen können und kann jetzt von der “Roten Liste” in den USA genommen werden, sprich: der Artenschutz nach dem “Endangered Species Conservation Act” wird aufgehoben.

Quelle: Environmental News Network.

Mauern für die Ewigkeit

Abgelegt unter Landwirtschaft, Wein am 11.11.2009

Trockenmauer bei Lorch - Copyright Axel Weiss

Ein alter Mosel-Winzer hat mir mal stolz erzählt, wenn er nicht mehr sei - seine handgesetzten Weinbergsmauern würden noch lange von ihm künden. Nicht nur von Heinrich Stein aus St. Aldegund: dieses Beispiel fand ich dieser Tage am Mittelrhein oberhalb von Lorch. Sie hatten recht, unsere Altvorderen, ihre Namen in Stein in die Mauern zu setzen. Denn solche (ökologisch wertvollen) Trockenmauern zu bauen ist eine Kunst. Die beherrschen nur noch wenige. Zum Glück gibt es Institutionen wie die Umweltakademie Baden-Württemberg, die ab und an dazu (gut besuchte) Seminare anbieten.

Mehr Atomkraft in England?

Abgelegt unter Atom, Energie am 09.11.2009

Die Briten wollen neue AKW bauen. Zumindest berichtet der Guardian von entsprechenden Plänen:

The government will later identify further sites around Britain that could be suitable for building a nuclear plant.

Allerdings liest sich das alles insgesamt noch recht vage. Von einer Renaissance der Kernkraft kann deshalb dennoch keine Rede sein, zumindest nicht im globalen Maßstab, auch wenn das immer wieder mal (wie im Guardian-Data-Blog) postuliert wird. Dazu ist der Prozentanteil der Kernkraft an der Weltenergieversorgung insgesamt zu gering.

Quelle: Ed Miliband to unveil plans to fast-track new nuclear power stations | Environment | guardian.co.uk.

Nachhaltig im Smoking

Abgelegt unter Allgemein, Nachhaltigkeit, Rohstoffe, Verkehr, Versorgung am 06.11.2009

Heute abend werden sie feiern, in Düsseldorf, und alle werden wie erbeten in Abendgarderobe, Smoking und Abendkleid erscheinen. Denn der Deutsche Nachhaltigkeitspreis 2009 wird verliehen! Jawohl, sowas gibt’s. Den Preis hat ein cleverer Kollege ins Leben gerufen, mit Merkelscher Schirmherrschaft adeln können und zeichnet damit Unternehmen aus, “die vorbildlich wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung und Schonung der Umwelt verbinden”. Das klingt gut. Zu gut fast schon. Zur Debatte stehen für den Nachhaltigkeitspreis Konzerne wie SAP, Vaillant oder Procter & Gamble u.a. (Vaillant tritt übrigens auch als Sponsor auf, na so was.) Aber auch ein umtriebiger Ökounternehmer wie der badische Gärtner Christian Hiß bekommt eine Auszeichnung.

Beim Blick auf die Gästeliste möchte man meinen, hier finde das Jahrestreffen der Reichen, Schönen und nebenher auch der üblichen grünen Vorzeigeverdächtigen statt, wenn man die Debatten um Nachhaltigkeit schon ein paar Jahre verfolgt. Joschka Fischer passt da genauso hin wie Stargast Jane Fonda. Und für den Ehrenpreis an Wolfgang Schäuble und eine Sonderauszeichnung für Yusuf Islam (war: Cat Stevens) gibt’s selbstredend eine plausible Begründung. Auch der Deutsche Fussballbund bekommt übrigens ein Preislein ab (Jugendarbeit!!), damit auch ja alle strömen zum großen Festbankett, bei dem diverse I.H. , S.H., S.H.D. (Hohheiten und Durchlauchtigkeiten also) nicht fehlen dürfen.

Wer viel Geld in den Kassen klingeln hat, kann sich eben vorbildliche Nachhaltigkeit leisten (es macht ja trotzdem nicht jeder), man tauscht im Zweifel den GM-Hummer gegen einen Toyota Prius und darf abends mit Gattin am Galabuffet mit seinesgleichen gute Vorsätze austauschen. Nur an der global nicht-nachhaltigen Wirtschaftsweise ändert sich dummerweise bisher wenig. Immer noch setzen die Akteure ungebremst auf Wachstum, Wachstum und abermals Wachstum. Auch so mancher Preisträger für Nachhaltigkeit. Oder habe ich die Vorschläge zur Einführung etwa einer Tobin-Steuer oder des Ökosozialprodukts von Wolfgang Schäuble bisher nur übersehen? Nein, ernsthafte Änderungen sind nicht wirklich erwünscht: Finger weg von den Spielregeln des globalen Marktes!

Schneller reich wird man ohne Nachhaltigkeit. Bisher zumindest. Aber vielleicht ändert sich das ab jetzt und die Gala in Düsseldorf ist nur ein erster Schritt. Wollen wir also nicht länger kritteln. Nachhaltigkeit ist in jedem Fall eine spannende Sache, und deshalb haben wir uns mit Prof. Martin Müller unterhalten. Der hat an der Universität Ulm den bundesweit einzigen Stiftungslehrstuhl inne für nachhaltiges Wissen, nachhaltige Bildung und nachhaltiges Wirtschaften. Der Talk hängt hier an zum Nachhören.

 
icon for podpress  Interview Prof. Martin Müller, Nachhaltigkeitsprofessor [9:39m]: Play Now | Play in Popup | Download

Der Klimafrust geht weiter

Abgelegt unter Klima am 05.11.2009

Das klingt gar nicht gut, was unser Redaktionschef und Klimaexperte Werner Eckert heute in Barcelona bei den Vorverhandlungen vor der UN-Klimakonferenz im Dezember erfahren hat. Die skeptische Stimmung hat sich weiter verstärkt, der Erfolg der Kopenhagener Konferenz wird immer offener in Frage gestellt. Werners Beitrag hier zum Nachhören. Übrigens sind viele Umweltbeiträge aus unserer Redaktion auch als Podcast abonnierbar. Wie und wo, das ist am besten  HIER nachzulesen.

 
icon for podpress  Werner Eckert über Klimagespräche in Barcelona [2:41m]: Play Now | Play in Popup | Download

Minister als Naturzerstörer geoutet

Abgelegt unter Naturschutz, Verkehr am 04.11.2009

Es geht gleich gut los mit der neuen Regierung. Der neue Bundesverkehrsminister möchte die Donau schiffsgerecht ausbauen lassen - ein seit Jahrzehnten umstrittenes Vorhaben. Mit einer Staustufe bei Straubing und Vilshofen würde das letzte Stück naturnahe Donau zerstört. Peter Ramsauer weiss aber natürlich bereits jetzt, was bei der ökologischen Bewertung des Vorhabens herauskommen muss:

Ramsauer sagte, er wolle zwar der laufenden ökologischen Prüfung des Donauausbaus nicht vorgreifen. Er sei aber “überzeugt”, dass die Untersuchung “in Richtung” der von der CSU favorisierten Variante mit einer Staustufe gehe.

Der Deutsche Naturschutzring, der Dachverband der Umweltverbände, hat Befürwortern des Donauausbaus wie etwa auch dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer den Kampf angesagt. Mit diesem Vorhaben werde Seehofer sein Wackerdorf erleben, hieß es heute von Hubert Weinzierl vom DNR. (Die im bayrischen Wackersdorf geplante Wiederaufbereitungsanlage wurde nie gebaut (allerdings wohl eher wegen Finanzierungsschwierigkeiten als wegen des erbitterten Widerstands). )

Quelle: Niederbayern - Neuer Zank um Donauausbau - Bayern - sueddeutsche.de.

Goldenes Welterbe

Abgelegt unter Allgemein, Wirtschaft am 02.11.2009

Mittelrheintal - Copyright Axel Weiss

Das Welterbe-Gebiet Mittelrheintal im goldenen Herbst. Blick dieser Tage vom Rheinsteig auf die Pfalz, auf Kaub und Burg Gutenfels. Die Region könnte noch etwas mehr sanften Tourismus vertragen. Obwohl der Wanderweg Rheinsteig zumindest sonntags schon recht gut angenommen wird. Zu Recht übrigens, die Touren sind schön angelegt und gut ausgesucht.

Waldvernichtung heizt ein

Abgelegt unter Dritte Welt, Wald am 31.10.2009

Hier war mal Regenwald - Copyright Axel Weiss/SWR
Die Zerstörung von Wäldern ist für ein Fünftel des weltweiten Treibhausgas-Ausstoßes verantwortlich. Das ist mehr als das, was alle Autos, Flugzeuge und Züge zusammen emittieren. Ein Fakt, der gerne bei uns in den Debatten vergessen wird.

In fact, deforestation is responsible for around one fifth of global greenhouse gas GHG emissions. This is more than all of the cars, planes, and trains in the world put together - and means that forest destruction is one of the biggest causes of climate change.

Besonders in Indonesien wird der Wald in einem Umfang gerodet, der das Land mittlerweile zum drittgrößten Klimasünder nach China und den USA weltweit macht. Greenpeace erinnert derzeit mit einem Camp vor Ort in Südostasien an diese Zusammenhänge.

Quelle: Climate Defenders Camp | Greenpeace International.

Doch kein Atommüll im Meer

Abgelegt unter Abfall am 30.10.2009

Nicht jeder Hinweis der Mafia erweist sich als wahr:

Ein vor Kalabrien entdecktes Wrack hat weder Gift- noch Atommüll an Bord.

Wir sind darüber nicht unglücklich, oder?

Quelle: Wrack vor Kalabrien birgt keinen Atommüll | tagesschau.de.

Atomstrom-PR mit Elektroautos?

Abgelegt unter Energie, Versorgung, Wirtschaft am 28.10.2009

Elektroautos der RWE - Copyright Axel Weiss
Putzige Elektroautos an einer Spezial-Tankstelle der RWE heute morgen am Mainzer Rheinufer. Die wirbt derzeit heftig fürs Stromtanken, die RWE, und die PR-Mädels an der Tanke waren deshalb natürlich hübsch und ziemlich viele. Wahrscheinlich habe ich deswegen das Schild übersehen auf dem stand “Der Strom für unsere tollen Elektroautos wird aus regenerativen Energiequellen hergestellt”. Oder gab’s das etwa gar nicht? Woher der Strom kommt ist schließlich der Knackpunkt, der darüber entscheidet, ob Elektroautos eine Umweltsauerei sind oder ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Ob da das Mainzer Umweltministerium mehr weiß? Denn sonst würden die doch nicht mit dem Atomstromkonzern RWE in Sachen Elektroautos gemeinsame Sache(n) machen, oder??!

Frosch-Esser fördern Killerpilz

Abgelegt unter Artenschutz, Biodiversität, Ernährung, Tiere am 27.10.2009

Nachdem inzwischen der Pilz identifiziert worden ist, der für ein massives Amphibiensterben weltweit verantwortlich ist, gilt es jetzt, die Verbreitung des Pilzes zu stoppen. Umweltschützer fordern dafür unter anderem, Froschschenkel von den Speisekarten zu nehmen und den Tierhandel zu kontrollieren. Der Grund: Sie transportieren Millionen Amphibien um die Welt und verbreiten dabei den Pilz.

“The pet and food trade are significant contributors to the amphibian disease problem by transporting millions of amphibians around the world each year,”

erklärt Kerry Kriger der NGO “Save the Frogs”. Ausserdem müssten weltweit Frösche auf den Pilz getestet werden, bevor sie andere Populationen anstecken können. Seit der “Chytrid”-Pilz 1999 erstmals beobachtet wurde ist er auf allen Kontinenten mit Amphibien beobachtet worden. Binnen nur eines Jahres nach Infektion ist damit zu rechnen, dass die Hälfte aller Amphibienarten und vier Fünftel der Individuen sterben. Deutschland hat der Pilz, gegen den es noch kein Gegenmittel gibt, noch nicht erreicht.

Quelle: Extinction Countdown: New tools in the fight against frog-killing fungus available online.

Schwarz plus Gelb ist wenig Grün

Abgelegt unter Abfall, Artenschutz, Atom, Biodiversität, Energie, Ernährung, Fischerei, Gesundheit, Klima, Landwirtschaft, Meer, Naturschutz am 26.10.2009

Für den Naturschutz brechen harte Zeiten an. Nicht, dass die schwarz-rote Koalition der Brüller in Sachen Natur- und Artenschutz gewesen wäre. Wenn allerdings wie geplant unter Schwarz-Gelb die “Kooperation mit den Betroffenen vor Ort” tatsächlich “unabdingbare Voraussetzung” für die Naturschutzpolitik werden soll, dann gute Nacht. Unverzichtbar ist tatsächlich ein “Dialog” mit den Betroffenen und deren “Einbindung”, aber keine zwingende Zusammenarbeit. Das schwächt die Verhandlungsposition des Naturschutzes deutlich.
Bezeichnend ist, dass das Wort “Artenschutz” im Koalitionsvertrag nicht einmal vorkommt. Wenig lustig ist auch, dass die Länder künftig Naturzerstörung einfach mit Geld ausgleichen lassen können. Dieser Ablasshandel wird den Aderlass der Natur weiter beschleunigen, der bisher über eine “Kompensation” an anderer Stelle zumindest versucht wurde auszugleichen. weiterlesen »

Bis 120 Milliarden Klimamehrkosten

Abgelegt unter Klima am 22.10.2009

Der Klimawandel könnte uns richtig teuer zu stehen kommen. Eine Studie für das Bundesfinanzministerium rechnet mit Kosten bzw. Mindereinnahmen für die öffentliche Hand von bis zu zweieinhalb Prozent des Bruttosozialprodukts. Das Untersuchungsteam hat die Daten aus den SRES -Klimaszenarien des IPCC ausgewertet und auch die Klimamodellierungen für Deutschland durch die Modelle WETTREG und REMO hinzugezogen. Die Ergebnisse im Einzelnen:

Der Klimawandel könnte im Jahr 2100 Zusatzkosten und Mindereinnahmen für die öffentliche Hand zwischen 27 und 120 Mrd. Euro verursachen. Dies entspricht einer Belastung in Höhe von 0,6 bis 2,5% des BIP.
Für 2050 ergibt sich dagegen ein ambivalentes Bild: Erwartet wird eine Belastung von bis zu 0,25% des BIP, es ist jedoch auch eine Nettoentlastung durch positive Effekte des Klimawandels möglich.
Die quantitativ stärksten Auswirkungen des Klimawandels auf die öffentlichen Haushalte sind über Veränderungen im internationalen Handel und im Tourismus zu erwarten. Aufgrund geringerer Nachfrage nach deutschen Exportgütern wird es zu Einbußen bei den betroffenen Industrien kommen, während im Tourismus voraussichtlich positive Effekte dominieren werden.
Für die Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen stellt der Klimawandel ein Risiko dar, das mit der Belastung durch den demographischen Wandel vergleichbar ist. Die Spitzenbelastungen durch Klimawandel und Alterung werden jedoch zeitlich nicht zusammenfallen, da sich die Alterung vor allem bis 2050 auswirkt, während der Klimawandel erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts substantielle Kosten verursachen wird.

Naja, besonders tröstlich finde ich das nicht, dass es erst Probleme mit der Altersarmut geben wird, bevor dann der Klimawandel so richtig zuschlägt und den öffentlichen Kassen den Rest gibt.

Biotreibstoff mies fürs Klima

Abgelegt unter Energie, Ernährung, Klima am 21.10.2009

Ein neuer Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP bekräftigt die bestehende Kritik an Biotreibstoffen:

Um zukünftig auch nur 10 % des Treibstoffbedarfs durch nachwachsende Rohstoffe zu decken, müsste die Anbaufläche weltweit auf 5 Mio. Quadratkilometer steigen, was netto bis zu 1 Mrd. Tonnen zusätzlicher Treibhausgase bedeuten würde. 170 bis 760 Mio. Tonnen eingespartem CO2 stünden dann aber 750 bis 1.830 Mio. Tonnen zusätzlicher Treibhausgase gegenüber.

Damit sind Biokraftstoffe global betrachtet nicht geeignet, den Klimawandel zu bekämpfen oder eine größere Rolle in der Energieversorgung einzunehmen. Schade eigentlich, aber wenn Grüne Energie eben nicht wirklich grün ist, dann sollten wir besser die Finger von lassen.

Quelle: Telepolis enews: Klimabilanz von Biotreibstoffen außerordentlich schlecht.

Bedrohte Baumreihen

Abgelegt unter Naturschutz, Pflanzen, Verkehr am 20.10.2009

Brandenburg ist das Land der Alleen - Copyright Axel Weiss

Brandenburg ist das Land der Alleen, aber auch in vielen anderen Bundesländern sind die Baumreihen landschaftsprägend - so sie noch existieren, wohlgemerkt. 23.000 Kilometer Alleen gibt es noch, Tendenz: abnehmend. Viele Alleen sind in Lauf der Jahre bereits gefällt worden, viele wurden nicht nachgepflanzt, auch nicht einige Meter entfernt von der Fahrbahn. Heute lese ich: der BUND vergibt am Tag der Allee die Auszeichnung “Allee des Jahres”. Erster Gedanke: Nicht schon wieder so ein “Dingsbums des Jahres”, der Begriff wird inzwischen inflationär verwendet. Andererseits sind die Argumente der Naturschützer sehr nachvollziehbar:

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: “Mit der Prämierung der “Allee des Jahres” wollen wir auf die deutschlandweite Gefährdung von Alleebäumen aufmerksam machen. In vielen Regionen, vor allem im Westen Deutschlands, sind Alleen bereits aus dem Landschaftsbild verschwunden. Dabei sind sie nicht nur schützenswerte kulturelle Monumente. Sie leisten auch einen unschätzbaren Beitrag für den Umwelt- und Naturschutz. Sie filtern Schadstoffe aus der Luft und verbinden in der intensiv genutzten Agrarlandschaft natürliche Lebensräume. Alleen sind oft die letzten Zufluchtstätten gefährdeter Tierarten.”

Interessanterweise liegen nur für wenige Bundesländer Zahlen zur Menge der Alleen vor. In Brandenburg schrumpfte die Länge der Alleen binnen f ünf Jahren 8.000 Kilometer geschrumpft, 12.000 Kilometer waren es vorher. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es noch 4.300 Kilometer, der Altbestand ist laut BUND seit 1990 um rund 80 Kilometer jährlich zurückgegangen.

Quelle: BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland: Zum “Tag der Allee” am 20. Oktober: Allee des Jahres 2009 ist eine Birnenallee in Niedersachsen.

Bremse für den Güterverkehr

Abgelegt unter Verkehr am 19.10.2009

Ausgerechnet das umweltfreundlichste Massentransportmittel bekommt zunehmend Probleme:

Das Management fürchtet in diesem Jahr ein Sinken der Erlöse im Schienengüterverkehr um ein Viertel, wie das “Handelsblatt” unter Berufung auf ein konzerninternes Schreiben weiter berichtet. Das entspreche einem Minus von mehr als einer Milliarde Euro im Vergleich zu 2008.

Quelle: Güterverkehr: Bahn fürchtet Verlust von einem Viertel des Umsatzes

Umweltautorin erneut ausgeladen?!

Abgelegt unter Allgemein, Wirtschaft am 18.10.2009

China und die kritischen Stimmen  - auch zum Abschluss der Buchmesse gab’s noch mal Ärger,  weil eine Umweltaktivistin erst eingeladen wurde, aber dann doch nicht zu Wort kam:

Dai Qing ist empört. Bis zum Sonntag dachte die chinesische Autorin und Umweltkritikerin, sie würde auf einem abschließenden Empfang auf der Buchmesse noch ein Grußwort sprechen.

War aber dann doch nichts. Die Buchmesse sieht die Sache naturgemäß völlig anders, harmloser. Alles andere hätte mich angesichts der wirtschaftlichen Dimensionen des Chinageschäfts auch gewundert.

Quelle: Programmänderung: Buchmesse vergrätzt China-Kritiker

Gemeinschaften wirtschaften nobel

Abgelegt unter Allgemein am 12.10.2009

Die Arbeit der frischgebackenen Wirtschafts-Nobelpreisträgerin sollte unsere künftige Regierung sehr genau studieren bevor sie über weitere Privatisierungen nachdenkt:

Die Wissenschaftlerin geht dabei der Frage nach, wie öffentliche Güter - etwa Weideland oder Fischgründe - durch Nutzergemeinschaften verwaltet werden können. Dabei widerlegte sie die gängige Theorie, wonach Gemeinschaftseigentum von den Nutzern ausgebeutet wird und deswegen entweder reguliert oder privatisiert werden sollte.

Quelle: Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften für zwei US-Forscher | tagesschau.de.

Milliardenprofit im Klimaschutz?!

Abgelegt unter Klima am 11.10.2009

Das lesen wir doch gern:

US-Großinvestor George Soros will eine Milliarde Dollar (678 Mio. Euro) in erneuerbare Energien investieren, um den Klimaschutz vorwärtszubringen.

Und dass der Herr dabei Profit machen will, warum nicht, die Kombination macht’s.

Soros will eine Milliarde investieren - Klimawandel - derStandard.at/Wirtschaft.

Fortschritte in Bangkok

Abgelegt unter Klima, Schweiz am 10.10.2009

Von deutschen Beobachtern wie dem ARD-Kollegen Musch-Borowska werden die Ergebnisse der UN-Klima-Vorbereitungskonferenz in Bangkok ziemlich  kritisch bewertet, hoffen wir, dass in diesem Fall die Schweizer mit ihrer optimistischen Einschätzung Recht behalten. Danach wurden “signifikante Forschritte erzielt” und:

Nach Einschätzung der Schweizer Delegation wurde der Entwurf inhaltlich konsolidiert und die Zahl der verbleibenden Optionen reduziert. Damit stehen für das letzte vorbereitende Treffen Anfang November 2009 in Barcelona bereinigte, klare Verhandlungstexte zur Verfügung.

Quelle: www.news.admin.ch - Vorbereitende Klimaverhandlungen: Fortschritte in Bangkok.

Solarschulden oder Anschubförderung?

Abgelegt unter Atom, Energie am 10.10.2009

Die “Bild am Montag” macht ihrem Namen auch in der Online-Fassung alle Ehre: Gabriels Solarpolitik hinterlässt Milliarden-Schuldenberg, titelt Spiegel-Online.  Das muss ein ganz schöner Hallodri gewesen sein, dieser Gabriel. 27 Milliarden Euro Schulden hat er in seiner Amtszeit angehäuft und uns Stromverbrauchern hinterlassen, soso. Nur: Welche Förderung neuer Technik war bisher umsonst zu haben? Die der Kernkraft bestimmt nicht. Das monieren auch die (SPD-nahen) “Nachdenkseiten”:

Mit einem völlig unkritischen nachplappern einer Studie des kernenergiefreundlichen RWI stützt der Spiegel das Festhalten am Atomstrom und an den Sauriertechnologien der Energiemonopole. Auf die 40 Milliarden Subventionen und die Erblasten für den Atomstrom oder auf die Kohlesubventionen allein von 1997 bis 2005 ergingen Hilfen von insgesamt umgerechnet rund 35 Milliarden Euro wird natürlich nicht hingewiesen.

Ein Schuft, der Böses dabei denkt.

Quelle: NachDenkSeiten - Die kritische Website » Hinweise des Tages 2.

Das Ende des Sommers

Abgelegt unter Allgemein, Klima am 08.10.2009

Summers almost gone - Copyright Axel Weiss

Wenn der Rheinstrand selbst in Mainz abgebaut wird, dann sind die Tage des Sommers definitiv gezählt. Kürzlich war es wieder mal so weit. Gesehen morgens auf dem Weg ins Funkhaus. Dieser Sommer hat uns übrigens mal wieder daran erinnert, dass die Extreme zunehmen. So niedrig war der Wasserstand des Rheins nach meiner Wahrnehmung seit 2003 nicht mehr.

Klimawandel fördert Killerpilze

Abgelegt unter Klima, Landwirtschaft, Pilze, Wein am 05.10.2009

Winzer Stein sägt Esca-kranke Rebe ab - Copyright Axel Weiss/SWR

Zur Säge greifen Winzer nur im Ausnahmefall. Wenn eine Rebe freilich die Esca-Krankheit hat, hilft nur noch ein radikaler Schnitt. Oft muss der ganze Rebstock dran glauben, damit sich die tückische Pilzkrankheit nicht noch weiter ausbreiten kann. Untersuchungen zeigen, dass Pilze wie der Mittelmeerfeuerschwamm, die Esca verursachen, in vielen Rebstöcken im Holz nach zu weisen sind, unklar ist aber nach wie vor, was einen Ausbruch verursacht.

Winzer Dr. Ulrich Stein (links im Bild) aus Alf, bei dem wir heute gedreht haben, könnte sich vorstellen, dass die modernen, auf Zuckerproduktion gezüchteten Riesling-Klone anfälliger sind für Esca als die alten, wurzelechten Reben. Dafür sprechen entsprechende Befallsverteilungen, die er in seinen Weinbergen beobachten konnte. Eine wissenschaftliche Beweisführung steht aber noch aus. Sollte sich Steins Vermutung bestätigen, könnte das für den Weinbau gravierende Folgen haben, denn Esca breitet sich aus. Eine mörderische Krankheit, die teilweise binnen kurzer Zeit eine Rebe dahin raffen kann. Und eine tückische Krankheit, denn etwa bei der Kerner-Rebe ist der Befall lange nicht klar zu erkennen. Durch die Bearbeitung der Rebe verbreiten sich die Pilze dann über die Rebscheren an neue Stöcke.

Klar ist: Vor einigen Jahren war Esca hierzulande noch kaum ein Thema, doch mit dem Klima wandeln sich eben auch die Rebkrankheiten. Dieses Jahr machten vor allem Pilze wie der Falsche (und tw. zusätzlich der Echte) Mehltau den Reben zu schaffen. Manche Winzer an der Mosel verzeichneten in ihren Weinbergen bis zu 100 Prozent Ernteausfall, vor allem bei empfindlichen Sorten wie Müller-Thurgau oder Cabernet-Arten. Mehr dazu am Dienstag Donnerstag abend in der Landesschau Rheinland-Pfalz im SWR-Fernsehen.

Serengeti soll nicht sterben

Abgelegt unter Dritte Welt, Ernährung, Landwirtschaft, Naturschutz, Tiere am 02.10.2009

Beim Recherchieren stieß ich heute auf den Blog der Welthungerhilfe. Der Generalsekretär blogt aus dem dürregeplagten Kenia, wir hatten zur Hungerkatastrophe dort auch schon Berichte im Programm. Es ist schlimm, die Lage in den einzigartigen Nationalparks und drumherum.

Auf unseren Fahrten in die Dürregebiete Kenias, jetzt, Anfang Oktober, kommen wir immer wieder an Gerippen verendeter Tiere vorbei, Rinder, Esel, Zebras.

Und den Menschen geht’s nicht viel besser, schreibt Wolfgang Jamann. Sie wehren sich tapfer. Aber wenn schon die Massai in die Vorstädte Nairobis ziehen um ein bisschen Gras für ihre Tiere zu finden, dann macht das wenig Hoffnung.

Quelle: Welthungerhilfe Blog » Blog Archiv » Dürregeplagt, unterernährt und Schwerstarbeit: Die starken Frauen aus Kajiado/Kenia geben nicht auf.

Klimakonferenz auch bei Google

Abgelegt unter Klima am 01.10.2009

Der UN-Weltklimagipfel im Dezember in Kopenhagen wird diesmal auch von Google begleitet, lese ich bei Telepolis:

Google soll über seine Webkanäle Google Earth und Youtube über die Konferenz berichten, ein offenes Videoforum für die Diskussionen während der Konferenz bieten und die globalen Zusammenhänge des Klimawandels und seiner Ursachen über seine Geodienste anschaulich machen.

Unsere Berichterstatter der ARD stehen allerdings auch schon in Warmlaufposition. Werner Eckert von der SWR-Umweltredaktion beispielsweise wird wie die letzten Jahre auch wieder vor Ort sein und im Klimablog sowie diesmal auch via Twitter berichten. Mehr demnächst.

Quelle: Telepolis enews: Klimapolitik animiert.

Bioeinkauf in Rheinland-Pfalz

Abgelegt unter Ernährung, Gesundheit, Landwirtschaft, Verbraucherschutz, Versorgung am 29.09.2009

Die Verbraucherzentrale hat ihr Internetangebot erweitert: mit wenigen Klicks lassen sich unter www.bioeinkaufen.rlp.de zahlreiche Bezugsquellen für eine Vielzahl von Bioprodukten finden. Vom Hofladen über kleinere Bioläden über Bäckereien, Metzgereien, Partyservice bis zum Caterer reicht das Angebot, das gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau gepflegt wird. Eine Karte erleichert die grobe Navigation beim Suchen, noch schöner wäre freilich, wenn die so gefundenen Adressen direkt dann auf einer Karte zu sehen wären und sich eine Route planen ließe.  Aber das kommt ja vielleicht noch. Und als App fürs iPhone wären die Infos natürlich auch nicht übel.

Wenig nachhaltiges Wahlergebnis

Abgelegt unter Allgemein, Umweltschutz am 27.09.2009

Aus Sicht der Umwelt verheißt das Ergebnis der Bundestagswahl nach derzeitigem Stand kaum erfreuliche Entwicklungen. Nach den Wahlaussagen von CDU/CSU und FDP ist nicht anzunehmen, dass das gescheiterte Umweltgesetzbuch eine neue Chance bekommt oder dass der Naturschutz gestärkt wird, im Gegenteil. Schätze eher mal, wir werden  statt dessen ein verändertes Atomausstiegsgesetz kassieren, das Laufzeitverlängerungen für die AKW vorsieht. Gorleben wird als Endlager ausgewiesen, obwohl die Sicherheit längest nicht nachgewiesen ist und die Lügereien um illegale Endlagerungen und der Skandal um den Atommüll im Bergwerk Asse werden jetzt wieder in den Akten verschwinden, wenn das Umweltministerium schwarz-gelb bestimmt wird. Ich bin jedenfalls gespannt, was nachher tatsächlich im Koalitionsvertrag drin steht, Steigerungen sind noch drin — in beiden Richtungen.

Zeit für Grünes Rechnen

Abgelegt unter Europa, Umweltschutz am 24.09.2009

Die Zeit ist reif für die Tobin-Steuer. Gerade mal 37 Jahre nach dem nach folgenden Zitat wird heute in Pittsburgh wenigens ein BISSCHEN darüber nachgedacht, wie die globalen Kapitalflüsse zum Wohle nicht nur weniger dienen könnten. Ich glaube zwar kaum, dass daraus ERNSTHAFTE Veränderungen des globalen Wirtschaftssystems resultieren. Aber es gibt doch Fortschritte. Zum Beispiel diesen: Die Europäische Umweltagentur denkt darüber nach, wie ein nachhaltiges “Bruttosozialprodukt” aussehen könnte, das auch die externen Kosten verantwortungsloser Produktionsweisen berücksichtigt. Das ist ein wichtiger Schritt.

A long decade ago economic growth was the reigning fashion of political economy. … [Since then] the climate of opinion has changed dramatically. Disillusioned critics indict both economic science and economic policy for blind obeisance to aggregate material “progress”, and for neglect of its costly side effects.

Nordhaus, W.D. and Tobin, J., Is growth obsolete?, 1972.

Quelle: The time is ripe for green accounting — EEA.

Solarpionier Salvamoser ist tot

Abgelegt unter Energie am 23.09.2009

Er war einer der ersten, die in Deutschland die Herstellung von Solarzellen voranbrachte. Jetzt ist Georg Salvamoser im Alter von nur 59 Jahren gestorben. 1996 hatte er in Freiburg die “Solar-Fabrik” gegründet, war 1998 mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet worden. Mehr zu Salvamoser hier und hier.

Verbraucherdesinformationsministerium?

Abgelegt unter Abfall, Ernährung, Gesundheit, NGO, Verbraucherschutz am 22.09.2009

Die Deutsche Umwelthilfe ist sauer. Und soweit ich das beurteilen kann: zu Recht. Denn es ist nicht das erste Mal, dass starke Zweifel daran aufkommen, dass das Verbraucherministerium wirklich seinen Namen ernst nimmt. Bis zum zwölffachen des Unbedenklichkeitswertes waren Milchgetränke und Fruchtsäfte mit der Druckchemikalie ITX im Jahr 2006 belastet, die von Getränkekartons stammt, teilt die DUH heute mit. Aber mehr als drei Jahre habe der damalige Minister Horst Seehofer und dann seine Nachfolgerin Ilse Aigner die Herausgabe der einschlägigen Akten verweigert.

Trotz einer Serie von fünf Gerichtsurteilen, bis hin zur höchstrichterlichen Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes, die allesamt die Rechtswidrigkeit der Auskunftsverweigerung durch die Bundesregierung feststellten, schützte das Ministerium mit seiner Informationsblockade die für den Lebensmittelskandal verantwortliche Industrie – zu Lasten der Verbraucherinnen und Verbraucher – und führte damit nebenbei das neue Verbraucherinformationsgesetz (VIG) ad absurdum.

Statt die belasteten Säfte vom Markt zu nehmen sei die Wirtschaft geschützt worden. Das Seehofer-Ministerium habe statt dessen “den Chemiecocktail durch die Kehlen der Verbraucher” entsorgen lassen. Fazit für die Umwelthilfe:

Das Verbraucherschutzministerium verdient seinen Namen nicht, wenn es den Interessen der Industrie mehr Gewicht beimisst als seinen eigentlichen Schutzbefohlenen. Faktisch verständigten sich Industrie und Politik darauf, mit der Gesundheit der Verbraucherinnen und Verbraucher Roulette zu spielen.

Mit der Sprache - und nicht nur der - lässt sich halt allerlei Schindluder treiben.

Flashmob für den Klimaschutz

Abgelegt unter Klima am 21.09.2009

Heute demonstrieren weltweit eine Menge Leute für mehr Klimaschutz. Per Flashmob. Neue Technik, neue Möglichkeiten - alle machen (getimed per Handy) zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort das Gleiche. Heute zum Beispiel ist unter anderem ein Flashmob in Stuttgart.  Einer mimt Merkel - und was dann passiert, davon wird hoffentlich später uns ImBürogebliebenen meine Kollegin Sabine Gronau berichten, die vor Ort ist.

Verkanntes Artenschutzabkommen

Abgelegt unter Artenschutz, Biodiversität, Europa, NGO, Pflanzen, Tiere am 19.09.2009

Selten geworden - Enzian Copyright Axel Weiss

Die Berner Konvention wird heute 30. Die Berner was??? Das ging mir lange auch nicht anders: die Berner Konvention kennt kaum jemand. Völlig zu Unrecht. Am 19. September 1979 trat das Abkommen in Kraft, mit dem zum ersten Mal völkerrechtlich verbindlich die Erhaltung aller wildlebenden Tiere und Pflanzen und ihrer Lebensräume in ganz Europa geregelt wurde. Ein richtig dicker Brocken also, der da gestemmt wurde für den internationalen Naturschutz. Die Berner Konvention gilt auch als Grundlage für die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU oder auch das riesige EU-Schutznetz Natura 2000. Beides sind sehr erfolgreiche Regelungen des Naturschutzes, ohne die es in Europa noch schlimmer um die Artenvielfalt stehen würde als ohnehin. Denn gefährdet sind 43 Prozent der europäischen Brutvogelarten, während 42 Prozent der Säugetiere, 30 Prozent der Süßwasserfische und 800 Pflanzenarten sogar vom Aussterben bedroht sind.
Kein Wunder, dass der NaBu warnt:

Dreißig Jahre Berner Konvention - das erinnert uns an viele Erfolge für den Artenschutz, aber auch an die enormen Herausforderungen, die Europa noch zu bewältigen hat.

Da kann ich NaBu-Chef Olaf Tschimpke nur zustimmen, wenn ich mir die Liste der bedrohten Arten anschaue. Arten sind Ressourcen - daran muss ab und an erinnert werden, es gibt also neben dem ethischen Aspekt auch ein paar handfeste monetäre Gründe für den Artenschutz. Insofern: Herzlichen Glückwunsch, Berner Konvention, es gibt viel zu tun!

Umweltjournalisten leben gefährlich

Abgelegt unter Allgemein, Dritte Welt, NGO, Naturschutz, Umweltschutz am 18.09.2009

Es trifft nicht uns, sondern vor allem engagierten KollegInnen in Staaten, deren Demokratie nicht wirklich lupenrein ist. Oder wo das Land so groß und korrupt ist, dass vor Ort im Hinterland einfach nur das Recht des Stärkeren zählt. Besonders in solchen Ländern leben UmweltjournalistInnen gefährlich, sagt ein neuer Bericht von “Reporter ohne Grenzen”:

Gewalttätige Übergriffe, Verhaftungen, Drohungen und Zensur sind oft die Folgen, wenn Journalisten oder Blogger umweltzerstörende Wirtschaftspraktiken und ökologische Skandale aufdecken. Viele Unternehmen, kriminelle Gruppen und sogar Regierungen sehen ihre Interessen durch solche Berichte gefährdet. Journalisten werden als unerwünschte Zeugen oder gar als Feinde betrachtet, die zum Verstummen gebracht werden sollen. In einigen Fällen engagieren kriminelle Unternehmer oder korrupte Politiker Schläger, um gegen unliebsame Berichterstatter vorzugehen.

Besonders schlimm sind die Verhältnisse etwa in Südamerika, wenn es um Umweltzerstörung und Regenwaldrodungen geht. Aber es gibt auch Beispiele aus Europa. So schreibt “Reporter ohne Grenzen” etwa von der bulgarischen Reporterin Maria Nikolaeva, der mit einer Säureattacke gedroht wurde wenn sie weiter über illegale Grundstückserschließungen im Naturschutzgebiet Strandzha-National-Park berichten würde.

Klimawandel bedroht Bierqualität

Abgelegt unter Ernährung, Klima, Landwirtschaft am 16.09.2009

bier rein - Copyright Axel Weiss
Biertrinker! Der Klimawandel wird Euch Euer Lieblingsgetränk vermiesen! Oder sagen wir es präziser: die Hopfenqualität lässt nach. Statt herbem Pils gibt’s dann hierzulande nur noch lasches Export zu kippen. Und ausgerechnet im Land des Ur-Pilses, in Tschechien, wurden jetzt die ersten Anzeichen für eine Entwicklung in dieser Richtung gefunden. Forscher des tschechischen Hydrometeorologischen Instituts haben ermittelt, dass sich die Hopfenqualität stark nach den Wetterbedingungen richtet. Simulationen legen jetzt nahe, dass Hopfen teilweise deutlich auf den Klimawandel reagieren wird.


Simulations using future climate predict a decline in both yields, of up to 7–10%, and α-acid content, of up to 13–32%, the latter a major determinant of quality.

Bereits eine leichte Erwärmung könnte zu Ernteausfällen und Qualitätseinbußen führen. Erhöhte Lufttemperaturen sind mit einer früheren Reifung und einer verkürzten Vegetationszeit verbunden. Modellrechnungen zeigen für die Zukunft eine um bis zu zehn Prozent verminderte Enrte und, schlimmer noch, der Gehalt an Alphasäuren könnte um fast ein Drittel sinken und die wiederum sind für die Bierqualität maßgeblich mit verantwortlich. Die Alphasäuren sind Bitterstoffe im Hopfen: je mehr davon drin sind, desto bitterer das Bier.
Wenn das alles so läuft, wie die Forscher erahnen, dann könnte das natürlich auch Konsequenzen haben. Bisher konzentriert sich der Hopfenanbau in Deutschland auf wenige Regionen, etwa die Holledau und die Region Tettnang. Ob das bei veränderten Qualitäten so bleibt erscheint vor diesem Hintergrund fraglich. Vielleicht ragen dann in dreißig Jahren die Hopfenstangen im Hochschwarzwald in den Himmel. Oder das heimische Bier schmeckt dann halt so wie heute ein “Brahma” oder andere Cerveza-Sorten, die die Brasilianer trinken (müssen). Mit europäischem Pils hat so ein tropisches “Chopp” geschmacklich nichts zu tun. So, und spätestens jetzt wird klar, dass der Kampf gegen den Klimawandel die deutschen Stammtisch erreicht hat, wenn sich das erst mal rumspricht. Und dann muss der Klimagipfel in Kopenhagen auf jeden Fall ein Erfolg werden. Darauf ein “Prost”!

Von Hanf ist die Rede

Abgelegt unter Landwirtschaft, Pflanzen am 15.09.2009

Hanffeld bei den Vogtsbauernhöfen
Ein seltener Anblick in Deutschland: ein Hanffeld. Es steht im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof im Schwarzwald. Gezeigt wird dort in liebevoller Aufbereitung die Seilherstellung von der Hanfpflanze bis zum fertigen Seil. Ein aufwändiger Prozess mit Dörre und Rupfe und einer Menge Handarbeit. Die eigentlich berauschende Wirkung des Hanfs freilich ist mit keinem Wort erwähnt. Dabei sollen die Bauern etwa auf der Schwäbischen Alb früher durchaus gewußt haben was passiert, wenn sie Blätter und Blüten des Hanfs in die Pfeife stopften. Hanf rauchen war durchaus verbreitet, habe ich in einem Beitrag über regionale Geographie vor einiger Zeit gelesen. Aber was nicht sein darf das nicht sein kann. Seit 1981 ist Hanfanbau hierzulande nur noch erlaubt, wenn der THC-Gehalt unter 0,3 % liegt. Deshalb hat das Feld beim Vogtsbauernhof auch noch keiner geklaut und ich hatte das Vergnügen, bei meinem kürzlichen Recherchebesuch ein paar selten gewordene Hanfpflanzen zu sehen.

Politik blendet Klima aus

Abgelegt unter Klima am 15.09.2009

Die größten Herausforderungen auf diesem Planeten sind derzeit sicherlich die Milleniumsziele der Vereinten Nationen. Armut bekämpfen, Hunger und Krankeiten lindern, sauberes Wasser und Abwasser sicherstellen u.a.m. Klar ist auch, dass der Klimawandel vielen dieser Ziele diametral entgegen wirkt. Die Ärmsten werden am meisten leiden. Und was machen Medien, was macht unsere Politik, wenige Wochen vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen? Abtauchen.

Beim Duell der Kanzlerkandidaten war den vier fragenden Journalisten das Klima-Thema keine Frage, den Kandidaten kein Wort wert, obwohl es an Gelegenheiten nicht mangelte. Auch beim TV-Dreikampf der Oppositionsparteien haben die Moderatoren und zwei der drei Kandidaten das Thema völlig ignoriert.

kritisiert Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch.
Und sein Kollege Klaus Milke setzt noch eins drauf:

Kopenhagen droht zu scheitern - und Deutschland verschläft das in einem lahmen Wahlkampf. Die internationale Klimadiplomatie scheint nicht durch das Treibhaus des nationalen Wahlkampfes hindurchzudringen. Es ist höchste Zeit, dass sich das ändert!

Besondere Anzeichen für eine Änderung sind nicht in Sicht. “Yes we gähn!” titelte der Bild-Boulevard nach dem sogenannten Duell. Wie passend und entlarvend zugleich. Der Spruch “Nach uns die Sintflut” bekommt so wahrscheinlich noch eine ganz interessante Aktualität.

Aufruf gegen Hunger

Abgelegt unter Dritte Welt, Ernährung, Gesundheit, Landwirtschaft, NGO, Versorgung am 14.09.2009

Eine Milliarde Menschen werden voraussichtlich zum Zeitpunkt der Bundestagswahl hungern, schätzt das Forum Umwelt und Entwicklung:

Seit 2005 wäre damit die Zahl der chronisch Unterernährten um 150 Millionen gestiegen. Mit Beginn der Ernährungskrise vor zwei Jahren und dem zunächst drastischen Anstieg der Weltmarktpreise für Nahrungsmittel hat sich die Situation der Welternährung grundlegend verschärft. Die Sicherstellung von Anbauflächen in Drittstaaten für die Ernährung der eigenen Bevölkerung, die Spekulation auf den Rohstoffmärkten, das massive Vordringen des Anbaus von Biomasse für die Energiegewinnung sowie die steigende Attraktivität von Ackerland als Geldanlage sind Vorboten einer von Knappheit geprägten Zukunft der Weltagrarmärkte.

Ich bin dankbar, dass mir eine Hunger-Erfahrung (bisher) erspart geblieben ist, weil ich das Glück habe, auf der satten Seite der Welt leben zu können. Umso wichtiger, den Hunger zu bekämpfen. Der Aufruf verschiedener Entwicklungshilfe- und Umweltorganisationen gegen den Hunger ist anlässlich der Bundestagswahl ein Schritt in die richtige Richtung.

Mörderische EU-Agrarpolitik

Abgelegt unter Ernährung, Europa, Landwirtschaft, NGO, Schweiz am 14.09.2009

Pflügen in Frankreich - Copyright Axel Weiss

Jean Ziegler, Ex-Uno-Sonderbotschafter für das Recht auf Nahrung, wird nicht müde, diejenigen an zu prangern, die er für die Millionen Hungertoten auf diesem Planeten verantwortlich macht. Die EU zum Beispiel.

Die Europäische Union (EU) macht eine arrogante, mörderische Agrarpolitik. Letztes Jahr haben die Industrienationen im Schnitt 349 Milliarden Dollar ausgeben, praktisch eine Milliarden pro Tag, für Produktions- und Exportsubventionen an ihre Bauern. Wenn Sie jedoch heute einen afrikanischen Markt besuchen, beispielsweise den Sandaga-Markt im Senegal, der größte, schönste, farbigste, lärmigste Markt in Westafrika, so können Sie dort deutsches, italienisches, portugiesisches Gemüse und Früchte zur Hälfte oder zu einem Drittel der Preise entsprechender afrikanischer Agrarprodukte kaufen. Und ein paar Kilometer weiter rackert sich der senegalesische Bauer mit seiner Frau und seinen Kindern unter brennender Sonne, zwölf Stunden täglich, auf seinem Feld ab und hat nicht die geringste Chance auf ein Existenzminimum. Von 53 Staaten Afrikas sind 37 reine Agrarstaaten. Das Agrar-Dumping der EU ist absolut mörderisch. Und dann wundert sich die EU und mobilisiert Kriegschiffe, um die Hungerflüchtlinge, die über den Atlantik oder durchs Mittelmeer kommen, abzuwehren. Die Menschen versinken zu Hunderten im Meer. Da ist eine unglaubliche Arroganz, ein Zynismus der EU-Kommission am Werk.

Harte Worte, wie wir sie von Ziegler gewohnt sind, gefallen bei der Vorstellung seines neuesten Buches “Hass auf den Westen” in Berlin am Wochenende. Aber jenseits dessen, dass der begnadete Schweizer Selbstdarsteller es nicht immer ganz genau nimmt mit der Recherche - das Unrecht, auf das er zeigt, ist himmelschreiend.

Quelle: CARE | Spenden | Hilfsorganisation |Aktuelle Meldungen | Armutsbekämpfung.

China blockt unliebsame Autoren

Abgelegt unter Umweltschutz am 11.09.2009

China tut sich offenbar schwer damit, Meinungen zu zu lassen, die der offiziellen “Linie” deutlich und offen widersprechen. Anders lässt sich kaum plausibel erklären, warum zwei Autoren nicht an einem Symposion in Deutschland teilnehmen sollen. Neben dem Exilchinesen Bei Ling traf es die Umweltaktivistin Dai Qing, die seit Jahren gegen den Drei-Schluchten-Damm gekämpft hat. Zu Recht gibt es deshalb Ärger, kurz vor der Buchmesse in Frankfurt mit Gastland China.

Nach der Ausladung des exilchinesischen Autors Bei Ling und der Umweltaktivistin Dai Qing von einem Symposion der Frankfurter Buchmesse hat Projektleiter Peter Ripken diese Entscheidung verteidigt.

Kann sein, dass das besagte Symposion dennoch platzt, weitere Teilnehmer überlegen noch, ob sie nicht aus Protest gegen die Zensur fernbleiben sollen.

Quelle: Deutschlandradio Kultur - Thema - “Es gab Druck unserer Partner”.

Bayerns Landeshauptstadt grünt

Abgelegt unter Energie am 10.09.2009

Ja da schau her, die Münchner machen’s vor:

Nicht mehr Kohle, sondern Sonne, Wind und Wasser sollen die Münchner künftig versorgen. Und das auch nicht erst 2020, sondern viel schneller: Schon 2015 wollen die SWM 100 Prozent des privaten Strombedarfs in München ökologisch erzeugen - und zwar vollständig in eigenen Anlagen.

Mei, geht doch, kohleverliebtes Mainz, ma muss nur wolla wolln, sakra.

Quelle: Ökostrom für München - Sonne, Wind und Wasser - Stadtleben - sueddeutsche.de.

Siegeszug des Gen-Leins

Abgelegt unter Gentechnik am 10.09.2009

Während der Nutzen der Grünen Gentechnik nach wie vor strittig ist - bestenfalls profitieren Hersteller und Bauern - wird eines immer deutlicher: die Ausbreitung von gentechnisch veränderten Organismen ist unaufhaltsam, wenn sie erst im Freiland angelangt sind. Wenn es dafür noch eines Beweises bedurfte, dann sind es die jüngsten Funde von Gen-Leinsamen in Baden-Württemberg. Keiner weiß so richtig, wie es dazu kommen konnte. Sie sind gekommen, um zu bleiben und gehen nicht mehr weg - ein Experiment mit offenem Ausgang. Sicherheit sieht anders aus.

Unterhaltsame Stromschlucker

Abgelegt unter Energie am 07.09.2009

Die schöne neue Welt der Unterhaltungselektronik -gerade auf der IFA zu bewundern -  hat eine Schattenseite: den Energieverbrauch. Ein Plasmabildschirm verbraucht beispielsweise soviel Strom wie sechs Kühlschränke. 2007 hat die Elektronik schon mehr Kohlendioxid in die Luft geblasen als der deutsche Luftverkehr. Zeit also, dagegen etwas zu tun. Was - das weiß das Umweltbundesamt in einer herunterladbaren Broschüre .

Ein paar Spartipps vorab, wie sie das Berliner Institut IZT empfiehlt:
- das vom Hersteller serienmäßig eingebaute Energiesparprogramm nicht nur bei modernen Spülmaschinen, sondern auch bei PCs anwenden
- schon vor dem Gerätekauf wissen, welche Flachbildschirme viel zu viel Energie verbrauchen.
- auch beim Kauf moderner LCD-TV-Geräte mit großer Bildschirmdiagonale ist Vorsicht geboten. Zwar sind LCD-Bildschirme für ihre Energieeffizienz bekannt, aber der Energieverbrauch steigt mit der Größe der Flachbildschirme an
- den WLAN-Router so einstellen, dass er abends mit den Usern vom Netz geht.

Abwrackprämie schöngeredet

Abgelegt unter Abfall, Rohstoffe, Umweltschutz, Verkehr am 05.09.2009

Wes’ Brot ich ess’, des Lied ich sing’, neueste Variante: ein Gutachten zur Abwrackprämie vom Heidelberger Ifeu-Institut. Toll isse gewesen, die Prämie, ja, klasse, ein Super-Erfolg, ökologisch betrachtet. Und, ja, genau: der Auftraggeber war das Umweltministerium. Und damit war dieses Studien-Ergebnis auch zu erwarten.

Klar ist eines: ein Blick in die USA und nach Frankreich zeigt, wie sich der Umgang mit Autos ökologisch sinnvoller gestalten lässt als das bei uns mit der sogenannten Umweltprämie der Fall war. Die Umweltbilanz hätte weit aus besser ausfallen können, wenn auch nur die geringste Ökosteuerwirkung in die Prämienvoraussetzungen eingepflegt gewesen wären. Euro 4 ist lächerlich - das war schon vor langen Jahren Stand der Technik. Mein Opel Vectra ist 17 Jahre alt. Er hat einen Kat, eine grüne Plakette, lässt sich mit 7 Litern fahren, ist bislangnahezu unkaputtbar und es gibt nicht den geringsten Grund, mich von ihm zu trennen. Zumal er oft genug gar nicht fährt, weil ich auch öffentliche Verkehrsmittel nutze.

Der Ressourcenverlust bei den Verschrottungen von zigtausenden intakter Autos wiegt schwer gegenüber den paar Einsparungen bei den Emissionen. Das dann noch als Öko-Erfolg zu verkaufen finde ich eher peinlich.