. . Ein Projekt vom SWR

Vorerst keine Pipeline für schmutziges Öl

25.02.2015, von

Eine umstrittene Pipeline wird vorerst nicht gebaut, die aus Ölsanden gewonnenes und damit besonders umweltbelastendes Erdöl aus Kanada in die USA transportieren soll. Präsident Barack Obama hat sein Veto gegen ein entsprechendes Gesetz vorgelegt, das die Republikaner durchgesetzt haben.

Er will eine erneute Überprüfung des gigantischen Projekts abwarten, gegen das Umweltschützer Sturm laufen.

Eine gute Entscheidung, dieses Veto. Fraglich ist nur, wie lange der Widerstand hält. In dem Moment wo die Ölpreise weltweit wieder steigen, wird es deutlich lukrativer, das Öl aus den kanadischen Böden zu nutzen und damit steigt der Druck, die Pipeline dann doch zu genehmigen.

via Veto gegen umstrittenes Projekt: Obama blockiert Keystone-Pipeline | tagesschau.de.

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Wieviel Zukunft hat der Emissionshandel?

10.02.2015, von

Seit zehn Jahren gibt es den europäischen Emissionshandel. Wer CO2 rausbläst, muss dafür Zertifikate besitzen, so die Kurzformel. Dadurch bestünde ein Anreiz, weniger zu emittieren oder auch Investitionen in Klimaschutz lukrativ zu machen. Soweit die Theorie. In Berlin wurde jetzt von der “International Carbon Action Partnership” eine Untersuchung über die Emissionshandelssysteme weltweit veröffentlicht:

Die zwischenstaatliche Organisation befindet, dass der Zertifikate-Markt die Zukunft des weltweiten Klimaschutzes ist.

Schon interessant, wenn dem Handel mit Emissionsrechten eine große Zukunft prognostiziert wird. Klar, weltweit sind 14 auf Handel basierende Klimaschutzsysteme für Länder oder einzelne Regionen geplant. Und immerhin 17 sind schon existent.

In ihrem Report vergleichen die Autoren die Systeme in verschiedenen Punkten: Welche Branchen müssen für ihre Emissionen Zertifikate kaufen? Für welche Treibhausgase sind diese gültig? Wie funktionieren Kauf und Verkauf im Detail? Wie lange haben sich die Systeme schon entwickelt?

Besonders gut  scheint der Handel in Kalifornien zu laufen, glaubt man dem Bericht des zwischenstaatlichen Netzwerks. Und China sei auch im Kommen. Ich würde sagen: die Hoffnung stirbt zuletzt. Denn lange lange Zeit dümpelte der Handel zumindest in Europa weitgehend vor sich hin. Mit Preisen, die tief unten im Keller waren. Da lohnte es sich eher, weiter  Braunkohle zu verbrennen und genau das ist ja auch passiert.

Und dabei reden wir dann noch gar nicht über zwischenzeitlich gestohlene Zertifikatnummern. Da hatten sich 2011 einige Trickdiebe clever an den Datenbanken zu schaffen gemacht und erheblichen Schaden angerichtet, in der Größenordnung von 30 Millionen Euro.

Statt dessen gibt’s eher Zweckoptimismus und den Blick nach vorn:

Die EU sei gerade dabei, den Markt mithilfe ihrer Klimaziele für 2030 und dem zeitweiligen Herausnehmen von 900 Millionen Zertifikaten wiederzubeleben und “den Weg für eine kohlenstoffarme Gesellschaft zu ebnen”.

Leider ist nach dem neuen Bericht auch nicht   zu vermuten, dass die Zukunft des Emissionshandels so kommt, wie sie der Potsdamer Klimaforscher Ottmar Edenhofer letztes Jahr vorgeschlagen hat. Mit einer radikalen Reform könnten die EU-Mitgliedsstaaten pro Jahr künftig 64 Milliarden Euro anstelle von nur 3,5 Milliarden Euro durch verkaufte Verschmutzungrechte einnehmen. Sie müssten halt einen Mindestpreis von 20 Euro einführen. Gerade für südeuropäische Staaten wie Griechenland könnte die Emissionshandelsreform sehr lukrativ sein. Geschätzte Mehreinnahmen: 2,5 Milliarden Euro. Wie gesagt: es könnte so schön sein…

via klimaretter.info – Wirtschaft – Die “Schlüsselrolle” im Klimaschutz – klimaretter.info.

Schmähpreis für versifften Regenwald

24.01.2015, von

Künftig wird das Weltwirtschaftsforum in Davos um eine – um DIE – kritische Stimme ärmer sein. Noch ein letztes Mal gab’s heuer einen Schmähpreis für die übelsten Konzernpraktiken der Welt. Der Ölkonzern Chevron ist für die Ölverseuchung des südamerikanischen Regenwaldes mit dem Public Eye Livetime Award ausgezeichnet worden. Die Umweltorganisationen Greenpeace und Erklärung von Bern hatten die Public Eye Awards die letzten Jahre immer an wirklich ausgesucht umweltschädlich wirkende Konzerne und Banken wie Gazprom oder Goldman Sachs verliehen bzw. übers Internet wählen lassen. Schade, eine Plattform weniger, auf der die Hintergründe globaler Umweltvernichtung pointiert beleuchtet wurden.

Erschwerte Klagen für Umweltverbände gegen EU

22.01.2015, von

Keine guten Nachrichten für die Umwelt in Europa, lese ich:

In zwei kürzlich ergangenen Urteilen hat der EuGH entschieden, dass Umweltverbände nur unter engen Voraussetzungen gegen EU-Institutionen klagen dürfen. Dies hält Felix Ekardt für verfehlt, denn für Klagen gegen Mitgliedsstaaten lasse der Gerichtshof einen deutlich weiteren Maßstab genügen.

via EuGH beschränkt Klagebefugnis von Umweltverbänden.

Ölteppich bedroht letzte bengalische Tiger

15.12.2014, von

Die Ölverschmutzung durch ein Tankerunglück in den weltweit größten Mangrovensümpfen an der Küste von Bangladesh hat offenbar größere Ausmaße als offiziell bisher eingeräumt. Betroffen sind in dem Sundarbarns genannten Gebiet laut Dhaka Tribune sowohl Menschen (wenn sie verseuchte Shrimps essen) als auch Tiger, Vögel, Flussdelfine…

A day after the first sighting of an Irawaddy dolphin corpse, hundreds of marine birds, small fishes and otters could be seen struggling with their lives looking for food in the oil-mixed mud on the banks of Sela River.

via Toll on wildlife rises in the Sundarbans | Dhaka Tribune.

Ostalpen: Temperaturrekord für November

29.11.2014, von

Passend zur UN-Klimakonferenz in Peru:

Um 3,8 °C war der November 2014 in Österreich wärmer als das Mittel 1981-2010. Diese hohe Abweichung macht diesen November zum wärmsten der 248-jährigen Temperaturmessgeschichte Österreichs.

via Wärmster November seit Messbeginn — ZAMG.

Haie besser geschützt – zumindest auf dem Papier

10.11.2014, von

Haie, Eisbären und manche Zugvögel profitieren von den jüngsten Beschlüssen der UN-Konferenz zum Schutz wanderernder Tierarten, die am Wochenende in Ecuador zu Ende ging. 100 Millionen Haie werden jährlich gefangen, ihre Bestände sind um 80 Prozent gesunken in den letzten zehn Jahren.

The International Fund for Animal Welfare (IFAW) www.ifaw.org is thrilled to announce that sharks, mantas and devil rays will receive increased protections

Mit der Aufnahme von 21 Hai, Rochen- und Sägefischarten neu in die Konvention zur Erhaltung wanderernder wildlebener Tierarten hätten die Haie jetzt etwas bessere Chancen zu Überleben, freuen sich Artenschützer. Wermuthstropfen: es gab wieder keinen Beschluss der Konferenz, endlich mal ein Verfahren auszuarbeiten, um eine Missachtung der Konvention zu sanktionieren. Derzeit bietet die Konvention also faktisch nur Papiertiger-Schutz. Besser als nichts aber extrem unbefriedigend für den Artenschutz.

Pikant finde ich übrigens in diesem Zusammenhang, dass einige deutsche Bundesländer den Abschuss von Zugvögeln wie Bläss- und Saatgänsen erlauben. Wobei mich schon interessieren würde, welcher Jäger unter realen Bedingungen Graugänse, Blässgänse und Saatgänse unterscheiden kann. Eigentlich sollten russische Umweltschützer mal in Deutschland gegen diese Praxis protestieren. Wir tun’s ja  – mit Recht – auch im Fall von Malta und Zypern, wo “unsere” Singvögel zu Tausenden getötet werden.

via World leaders deliver big wins for sharks, mantas and devil rays at CMS CoP 11 | IFAW – International Fund for Animal Welfare.

EcoCrowd soll Ökoprojekte finanzieren

09.10.2014, von

Wurde ja mal Zeit, dass es eine eigene Plattform fürs Öko-Crowdfunding gibt. Gegründet hat sie die Deutsche Umweltstiftung und in drei Wochen geht EcoCrowd an den Start. Bin gespannt, welche Projekte da in die Pipeline kommen.

Auf der EcoCrowd-Plattform werden nachhaltige Projekte und Startups vorgestellt, die sich nicht selbst tragen können oder Starthilfe benötigen. Jetzt kommt dann die Gemeinschaft („Crowd“) ins Spiel. Nach dem Motto „Zusammen mehr erreichen“ können alle einen Beitrag zur Finanzierung leisten, Netzwerke bilden und Ideen verbreiten. Bei erfolgreicher Finanzierung erhalten die Unterstützer eine Gegenleistung vom Projektinitiator. Das kann das fertige Produkt – etwa ein solarbetriebenes Ladegerät – sein, aber auch etwas ganz anderes, wie eine Einladung zur Eröffnung des Projektes (bspw. eine Filmpremiere). Wird der vorher festgelegte Betrag nicht erreicht, bekommen alle Unterstützer ihr Geld zurück.

via Home.

Freihandel nicht auf Kosten der Umwelt

08.10.2014, von

Der Abbau von Handelshemmnissen darf nicht auf Kosten der Umwelt gehen. Genau das könnte aber durch die geplanten Abkommen TTIP und CETA geschehen, befürchten 250 Organisationen aus 22 EU-Mitgliedsstaaten und sammeln deshalb jetzt Unterschriften.

“Wir wollen ein Zeichen setzen gegen Demokratieabbau, Geheimverhandlungen und die Absenkung bewährter Umwelt- und Verbraucherschutzstandards durch TTIP und CETA.”

via Trotz Ablehnung durch EU-Kommission: Sammlung für europäische Bürgerinitiative “Stop TTIP” startet – Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND.

Blogpause wegen Technikproblemen

04.10.2014, von

Sorry dass zur Zeit wenig Beiträge kommen, es gibt ein technisches Problem. Noch einige Tage Geduld, bitte. Schaut solange bei www.swr.de/umwelt vorbei, da gibt’s täglich Neues aus dem SWR von Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz.

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Ein Blog von Axel Weiß, SWR-Fachredaktion Umwelt und Ernährung

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