. . Ein Projekt vom SWR

Allgäuer Brauer warnt vor TTIP

02.02.2016, von

Vor lauter Flüchtlingsdebatten in den Hintergrund geraten, dabei höchst umstritten und in den Auswirkungen auf die Umwelt fragwürdig: TTIP, das Freihandelsabkommen mit den USA. Ein Allgäuer Brauer macht jetzt unter seinesgleichen mobil. Übrigens war er auch der erste in Deutschland, der seine Brauerei klimaneutral aufgestellt hat.

„Über 80% der Verbraucher in Deutschland und in Europa lehnen gentechnisch veränderte Lebensmittel ab! Sollte die geltende Kennzeichnungspflicht zu Fall gebracht oder aufgeweicht werden, dann ist der Markt offen für gentechnisch veränderte Produkte mit der Folge, dass der Verbraucher möglicherweise getäuscht wird in diesem Zusammenhang.“

Gottfried Härle, Brauer in 4. Generation und Inhaber der Brauerei Härle KG im Allgäu.

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Mehr Plastikmüll –  jetzt auch vom 3D-Drucker

29.12.2015, von

Neue Technologien wie 3D-Drucken bieten neue Chancen, wundervolle Möglichkeiten der Fabrikation, auch für Privatmenschen. Doch erste Nebenwirkungen  sind auch bereits sichtbar und wenig erfreulich für die Umwelt:

Der Karlsruher Experte Christian Lölkes sagte am Dienstag beim Kongress des Chaos Computer Clubs (CCC) in Hamburg, fünf bis zehn Prozent aller 3D-Druckerzeugnisse seien Ausschuss und wanderten auf den Müll.

Quelle: 32C3: Trend-Technologie 3D-Drucken belastet die Umwelt | heise online

Dammbrüche von Minen: Umweltsauerei mit Systematik

26.11.2015, von

Wied-Rio DoceBrasiliens größte Umweltkatastrophe mit Giftschlämmen im Rio Doce steht in einer unschönen Systematik, mit der die Metallgewinnung in den letzten Jahrzehnten immer wieder die Umwelt massiv vergiftet hat.

Da sind 182.000 Tonnen Zyankali jährlich (!), mit denen etwa Gold aus dem Gestein gelöst wird. In Rumänien brach beim Ort Baia Mare ein Rückhaltedamm im Jahr 2000, Rumänien, Ungarn und Serbien erlebten eine wochenlange, massive Wasservergiftung.
Oder die gewaltige Ok-Tedi-Mine in Papua-Neuguinea mit ihren riesigen Abfallmengen. Über 30.000 Menschen leben südlich der Mine und sind massiv von den Umweltwirkungen der Mine betroffen. Immer wieder geriet auch Zynakali in die angrenzenden Flusssysteme. In den frühen 1990er Jahren waren zeitweilig die ersten 70 Kilometer des Flusses nach der Mine biologisch tot. Die Probleme sind bis heute massiv, wer sie thematisiert, lebt gefährlich (aber die Mine liefert eben auch das wichtigste Einkommen für das ansonsten bitterarme Land…).

1998 riss in Südspanien ein Damm, seine arsenhaltigen Schlämme vergifteten 4600 Hektar Ackerland und bedrohten eines der wichtigsten Naturschutzgebiete Europas, die Coto de Donana. Der Versuch, die seither geschlossene Mine wieder zu eröffnen, scheiterte diesen Sommer weniger an der Einsicht der betreffenden Firmen als an einer mutigen Richterin.

Und jetzt also Brasilien, wieder ein riesiges Gebiet betroffen, Dutzende Menschen starben nach dem Dammbruch am Rio Doce, die ökologischen Folgen bis hin zum Meer sind unabsehbar. Und warum? Letztlich wegen Profitmaximierung. Gier. Das Übliche halt.

Proben aus den verschlammten Flussabschnitten durch das städtische Abwasser- und Wasserversorgungsunternehmen der Stadt Baixo Guandu bestätigten die Giftfracht im Wasser: Aluminium, Blei, Kupfer, Arsen, Quecksilber. Wann und ob das Flusswasser wieder genutzt werden kann ist höchst fraglich.

Besonders bitter: der Rio Doce war nicht irgendein eh schon versiffter Flusslauf in industrieller Landschaft, sondern auf weite Strecken noch von ökologisch hohem Wert. Der hatte sich seit der Erkundung durch Naturforscher Maximilian Prinz zu Wied-Neuwied (siehe Bild) Anfang des 19. Jahrhunderts zwar um einiges verschlechtert, war dennoch hoch. Wie lange das System jetzt brauchen wird, um halbwegs wieder einen vielfältigen Lebensraum zu bieten ist offen.

Quelle: Brasiliens größte Katastrophe: Rio Doce | WWF Blog

Unterm Wald liegt die Dorfgeschichte

26.10.2015, von

   

  

  

  

 Was wir gern für romantische Natur halten ist oft alles, nur keine wirkliche Wildnis. Den Verdacht hatte auch vor einigen Jahren ein Förster bei Calw, kam, sah und kartierte all die vielen merkwürdigen Hügel  und Wegespuren in seinem Revier im Nordschwarzwald. Nach einigen Jahren Ausgrabungsarbeit durch Archäologen steht inzwischen fest: die Überreste von Oberwürzbach sind gefunden. Ein mittelalterliches Dorf, das bis ins 15. Jahrhundert existiert hat, liegt unterm Waldboden, erstaunlich gut erhalten. Nein, Schätze sind dort nicht vergraben, höchstens wertvolle Erkenntnisse etwa zu umweltarchäologischen Fragestellungen. Denn der Waldboden hat die Mauern gut konserviert (zumindest dort, wo kein tonnenschwerer Vollernter gefahren ist). Wie haben die Menschen damals gelebt? Welche Ressourcen haben sie verbraucht? Wir haben für „natürlich!“ die Grabungen und die netten AusgräberInnen besucht. Oberwürzbach im SWR-Fernsehen, morgen 27.10., 18.15 Uhr und danach in der Mediathek. natürlich! 

Int. Energieagentur: Null Bock auf Erneuerbare?!

22.09.2015, von

Die Internationale Energieagentur IEA mit Sitz in Paris war offenbar jahrelang Teil des (Energie-)Problems und nicht der Lösung: die Potentiale der Erneuerbaren Energien wurden „weltweit kontinuierlich unterschätzt und konventionellen Energiequellen in nicht nachvollziehbarer Weise Bedeutung beigemessen“. Zu diesem Schluss kommt zumindest eine Studie der Energy Watch Group und der finnischen Lappeenranta University of Technology.

Energy Watch Group and Lappeenranta University of Technology analysis shows that the IEA has consistently undermined potential of solar and wind energy in the last decade.

Die Kritiker bemängeln weiter: Die falschen Voraussagen im jährlich herausgegebenen Bericht „World Energy Outlook“  „führen zu hohen Investitionen in Fossil- und Nuklearenergie, behindern weltweit die Entwicklung von Erneuerbaren Eerngien und untergraben den globalen Kampf gegen den Klimawandel.“ Klingt fast so ein bisschen nach Absicht. Ein Schuft, der Böses dabei denkt.

Quelle: New EWG study: International Energy Agency holds back global energy transition | News, Renewables| Energy Watch Group – Energy Policy Needs Objective Information! Search

IAA: Faszination Roboter statt Klimaschutz

19.09.2015, von

Vor vier Jahren bei der IAA war E-Mobility ein richtiges großes Thema. Aufbruchsstimmung, nur die Batterien schienen noch etwas zu groß und zu teuer. Und ok, der Strom sollte natürlich nachhaltig und klimafreundlich gewonnen werden. Aber das wird schon alles bald besser, versicherten die Spezialisten an den teuren Ständen. Und heute? Da hat zwar der Strom einen riesigen Schritt in Richtung Energiewende gemacht, übertreffen Windräder und Fotovoltaik zeitweilig sogar schon in der produzierten Leistung die AKW. Aber die Elektro-Autos? Überteuert, Lieferschwierigkeiten, schwache Reichweiten oder was für Leute, die es sich leisten können oder wollen oder beides. Massenmarkt? Fehlanzeige. Franz Alt hat völlig Recht wenn er bemängelt:

Noch vor zwei Jahren war das bezahlbare und effiziente E-Auto das große Thema auf der IAA. Doch jetzt reden alle von Digitalisierung und selbst fahrenden Autos.

Wie heißt es doch so treffend im Süden: „Was g’schert mi mai saudomms G’schwätz vo‘ gestern.“ Hoffentlich ist das zur nächsten IAA anders.

 

Quelle: Die falschen Autos auf der IAA | Telepolis

Smiley – Kartoffeln können so charming sein

17.08.2015, von

  3000 essbare Kartoffelsorten gibt’s. In deutschen Supermärkten normalerweise nur fünf. Und diese rot-gelben „Smiley“ gibt’s fast nirgends zu kaufen. Schade eigentlich, die Knollen aus der Familie der Nachtschattengewächse hätten mehr Aufmerksamkeit verdient. Auch der schwierige Bio-Anbau. Wir drehen heute am Lindenbrunnenhof am Kaiserstuhl, alles über die geliebten Tartuffeln des Großen Fritz zeigen wir dann am 25.8., 18.15 Uhr im SWR-Fernsehen. natürlich!

Ebikes: Schön locker den Berg rauf

14.08.2015, von

  Von wegen nur was für Rentner (hartnäckiges Vorurteil): Ebikes sind für die Strecken zwischen zehn und zwanzig Kilometern inzwischen eine ernst zu nehmende Alternative zum Auto. Wir haben das für „natürlich!“ mal ausgetestet und ich muss sagen: klasse! Hügel spielen einfach keine  wichtige Rolle mehr für den Weg mit dem Rad. 25 km/h sind selbst bei leichten Steigungen noch drin, wird’s steiler, muss man selbst stärker mit ran oder wird halt etwas langsamer. Also: nur etwas.

Neben den Ebikes mit grossem Akku und Powermotor, die sogar im Gebirge gut einsetzbar sind, gibt’s auch die sanfteren Varianten für die Stadt. Besondes cool: bei manchen Rädern wie den Ebikes von „Remsdale“ sieht man den Akku nicht und das Rad ist trotzdem leicht (17kg), das Ebike als eine Art elegantes „Normalfahrrad plus“. Gebaut vom findigen schwäbischen Tüftler Till Rydyger in Schorndorf.  (Gibt’s auch in der Carbon-Variante mit nur 12 (!) kg, dann aber auch rund 6000€ Kaufpreis.) Mich hat das Remsdale-Konzept echt begeistert (nur für ’s Gebirge bieten sie mir als wenigtrainiertem Radler zu wenig Dauerhochleistung),und  auch der Enthusiasmus, mit dem da jemand an seinem Produkt tüftelt und dafür sogar seinen Ingenieursjob bei Daimler drangegeben hat. 

Wer wissen will, welches Ebike für ihn oder sie für welchen Zweck geeignet ist, kann beim VCD nachschauen, die haben Ebikes schon lange als umweltfreundliches Verkehrsmittel entdeckt. 

Bäume pflanzen mit Drohnen?

26.06.2015, von

Wenn sich der Wald nicht natürlich verjüngen lässt (die billigste und ökologisch meist verträglichste Art der Bewaldung), dann bieten sich auch neue Hightech-Verfahren an. Ein britisches Start-up will nach Meldung der Technology Review mit Drohnen vorbehandelte Samen ausbringen.

Das Verfahren sei wesentlich erfolgversprechender als der Abwurf von Trockensamen, der bereits erprobt wurde, heißt es bei BioCarbon Engineering. Die Zahl der Bäume, die wirklich anwachsen, soll bedeutend größer sein.

Spannend. Abgesehen davon, dass weniger Entwaldung noch besser und mir einfache, weniger technische Lösungen lieber wären – weil letztlich praktikabler und weniger fehleranfällig – aber warum nicht auch sowas versuchen? Die Herausforderung Klimawandel und CO2-Bindung ist schließlich verdammt groß.

Quelle: Drohnen pflanzen Bäume | Technology Review

Yoga-Tag: Mit Om gegen den Klimawandel

20.06.2015, von

Klimaskeptiker, nehmt das: Erst die Enzyklika des Papstes, der den Klimawandel als menschengemacht ansieht, dann das: Am Sonntag ist Yoga-Tag. Weltweit in 192 Ländern. Und die Begründung, zumindest laut „Spiegel“:

Die Geburtsstunde des Yoga-Tags schlug am 27. September 2014, als Indiens Ministerpräsident Narendra Modi die Vollversammlung der Vereinten Nationen davon überzeugte, dass die yogische Praxis dabei helfen könne „mit sich selbst eins zu werden“ und „mit dem Klimawandel umzugehen“.

Es ist nicht davon auszugehen, dass von dieser weltweiten Massenmeditation sofort spürbare Wirkungen ausgehen. Auch das Klima wird sich davon nicht abkühlen, logisch. Aber in einer an vielen Orten kriegerisch geprägten Welt ist der Yoga-Tag ein friedliches Signal. Auch für ein nachhaltiges Leben.

 

Quelle: Indien: Erster internationaler Yoga-Tag steht an – SPIEGEL ONLINE

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Ein Blog von Axel Weiß, SWR-Fachredaktion Umwelt und Ernährung

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