. . Ein Projekt des SWR

Trump: Profitgier statt Klimaschutz

20.01.2017, von

„Ich bin stolz Amerikaner zu sein“, klampfte ein Countrysänger heute anlässlich des bevorstehenden Amtsantritts Donald Trumps. Stolz? Auf Gier und Ignoranz?

„Trump hat angekündigt, fast alle Errungenschaften Obamas für den Klimaschutz rückgängig zu machen. So will er alle Einschränkungen für die Gas- und Kohleindustrie wieder aufheben.“

Mir tun die Millionen armer Schweine auf diesem Planeten einfach nur leid, die ob der Arroganz der Klimawandelleugner unter Dürren, Überschwemmungen usw. leiden und die heisse Klimasuppe auslöffeln müssen, die ihnen die gierigen Profiteure des Wandels eingebrockt haben. Und 2016 war schon wieder ein klimatisches Rekordjahr, was (fast) niemanden wirklich wundert. Es ist zum Mäusemelken.

Quelle: Donald Trump: Die Abschussliste des neuen US-Präsidenten – SPIEGEL ONLINE

Dieselgate: Milliarden in USA, Tankquittung vorlegen in D

29.12.2016, von

Wie peinlich ist das denn? Wer einen Diesel von VW fährt, der aufgrund der Abgasmanipulationen des Autobauers in die Werkstatt zurück gerufen wird, bekommt einen Leihwagen, muss aber bei der Rückgabe die Tankquittung vorlegen. Wieder volltanken allein reicht offenbar nicht. Was für ein Misstrauensvotum gegenüber der eigenen Kundschaft. Schließt der Konzern von sich auf andere? 16.000.000.000 Dollar muss der Autobauer in den USA wohl allein für Entschädigungsprogramme wg. Dieselgate zahlen. In Deutschland gönnt er offenbar dem Kunden, der wegen des Fehlverhaltens von VW in die Werkstatt geordert wird, keinen Cent mehr als unbedingt nötig.

„Ausgestanden ist Dieselgate noch lange nicht – weder für die Wirtschaft noch die Politik“, schreibt die Stuttgarter Zeitung heute. Und auch nicht für die Kunden, die haben nämlich zumindest bisher nur wenig Lust, ihre Zeit für die Verfehlungen eines Konzerns zu vergeuden: Zumindest in Baden-Württemberg haben viel weniger Diesel-Besitzer ihre Wagen bisher umrüsten lassen als Volkswagen geplant hatte. Diese Quittung bekommt VW also auch.

Rettet die Daten – Trump ante portas

20.12.2016, von

Soweit sind wir offenbar wieder: Wissenschaftliche Daten müssen vor staatlicher Willkür geschützt werden. Ausgerechnet in den USA. Die Inquisition lebt. Wo leben wir denn? 2016? Von wegen: Back to the Middle Age und das aber mit Hightech-Waffen. Mad Max lässt grüßen.

Wissenschaftler kopieren fieberhaft Daten zum Klimawandel von Regierungsservern. Sie wollen bis zu Trumps Amtseinführung im Januar so viel Material wie möglich sichern. Denn sie haben Angst, dass wissenschaftliche Daten verschwinden könnten, sobald Donald Trump Präsident ist – ein Mann, der Klimawandel als Scherz der Chinesen bezeichnete.

Quelle: Sorge um wissenschaftliches Material: Klimaforscher schützen Daten vor Trump | tagesschau.de

Klimafreundlich Online-Shoppen

14.12.2016, von

Online-Shoppen, das ist praktisch, geht schnell und ist bequem. Nachteil: Verödende Innenstädte, wenn immer mehr Leute nicht in Läden kaufen (ok, da sind auch die Centren auf der grünen Wiese mitverantwortlich), und: erhöhter Ressourcenverbrauch. Aber: das geht besser, hat sich das Mainzer Umweltministerium gedacht und eine lesenswerte Liste mit Tipps erstellt, wie sich klimafreundlich Onlineshoppen lässt. Besonders schlecht weg kommt die verbreitete Variante, erst im Laden zu gucken und dann online zu bestellen = doppelter Ressourcenverbrauch. Obwohl: das vermeidet Retouren. Naja, wie man’s dreht und wendet: letztlich kommt’s immer auf die Details an, ob der Einkauf unter dem Strich  klimafreundliche oder klimaschädlich verläuft.

 

https://umweltschutz-im-alltag.rlp.de/de/monatstipps/online-shopping-was-hat-das-klima-davon-dezember-2016/

DB: Fahrt in die Bedeutungslosigkeit?!

12.12.2016, von

Ein bischen Unkenruf darf und muss sein. Ich sag‘ mal: Wenn die Entwicklung so weitergeht, dann wird die Deutsche Bahn in 20 Jahren eine so große Bedeutung haben wie die Eisenbahn heute in den USA – fast keine mehr. Politisch zumindest geduldet werden durch die Bahnoberen die Weichen seit Jahren in dieser Richtung gestellt, mehr oder minder unauffällig.

Da gibt es Großprojekte wie Stuttgart21, die enorme Ressourcen binden, die woanders dringend gebraucht würden (Stichwort: Förderung des Regionalverkehrs). Mit einem auch monetär zumindest extrem zweifelhaften Nutzen für das Verkehrsmittel und dessen Kunden sowieso.

Die Schweizer feiern gerade den neuen Gotthard-Bahntunnel, der Zugverkehr im längsten Tunnel der Welt rollt, und der Anschluß in Deutschland? Fehlanzeige, die Oberrhein-Bahntrasse ist von der Vollendung weit entfernt, ein Desaster, das sich schon vor Jahren abzeichnete.

Geld ist knapp bei der Bahn. Auch das ist politisch durchaus hausgemacht, denn wer hat denn der Bahn mit den Fernbussen die Konkurrenz erst geschaffen, die jetzt auf den lukrativen Strecken die Profite mindert? Genau: das stand bereits im vorletzten Berliner Koalitionsvertrag. Es hat bloß kaum einer bemerkt und Ernst genommen. Alle freuen sich über vermeintlich billige Busreisepreise, aber aus Steuermitteln muss jetzt die Bahn bezuschusst werden. Gerade erst gab’s deshalb wieder einen Milliardenzuschuss.

Der Bundesrechnungshof ist freilich äußerst unzufrieden mit der Bahn:

Trotz Milliardensummen gebe es zu wenige Verbesserungen bei teils veralteten Verkehrswegen.

Dafür trifft man inzwischen Fahrkartenkontrolleure in Springerstiefeln und blauer Security-Uniform in der S-Bahn, antreten zum Fahrkarten-Appell. Irgendwo muss das Geld ja herkommen. Die Pünktlichkeit hat nach einem Zwischenhoch vor einigen Monaten nach eigenen Beobachtungen inzwischen wieder stark nachgelassen, zumindest im süddeutschen Raum. Quo vadis, Bahn? Von Besserung ist wenig zu spüren. Wenn’s so weiter geht, geb‘ ich ihr noch zwanzig Jahre.  Schade eigentlich.

Quelle: Sparkurs bei Infrastruktur: Rechnungshof kritisiert Bahn | tagesschau.de

Apple: Abkassieren durch Elektroschrott?!

30.11.2016, von

Wie lange will unser Gesetzgeber eigentlich noch zugucken ohne einzugreifen, wie Firmen wie Apple munter dazu beitragen, wertvolle Ressourcen wie Metalle zu verschwenden? Gerade mal fünf Jahre alte Rechner werden demnächst wohl faktisch zu nicht-reparierbarem Müll deklariert.

Apple will demnächst verschiedene bekannte Mac-Modelle nicht einmal mehr gegen Geld reparieren. Darunter sind Geräte, die noch nicht wirklich alt sind.

Bei allem Verständnis, dass der Support auch von Hardware nicht unbegrenzt lange gehen kann weil er sich irgendwann betriebswirtschaftlich nicht mehr rechnet: dass sich Apple wie auch die entsprechend authorisierten Werkstätten schlichtweg weigern, Geräte zu reparieren, die noch nicht alt sind, das ist ein echtes Ärgernis. Manches Apple-Produkt ist eh schon katastrophal reparaturunfreundlich konstruiert, wie z.B. die Timemachine, und dann auch noch die Totalverweigerung nach fünf Jahren für Laptops…

In Kalifornien und der Türkei scheint es allerdings auch anders zu gehen: dort gelten offenbar längere Fristen, in denen ein Hersteller sich noch um seine Gerätschaften kümmern muss. So etwas ist auch bei uns bzw. in der EU überfällig. Da könnte doch z.B. die Ecodesign-Richtlinie der EU mal entsprechend angepasst werden, dass sie längere Reparaturzeitfenster erzwingt.

Milliardengewinne einfahren auf Kosten von Lieferanten und Kundschaft und gleichzeitig Elektro-Schrottberge anwachsen lassen durch Reparaturverweigerung, das passt nicht in die Zeit und sollte auch politisch nicht noch länger geduldet werden.

 

Quelle: Ausgelistet: 2011er Macs werden „obsolet“ | Mac & i

Unterm Sarkophag strahlt’s weiter

29.11.2016, von

Dreißig (!) Jahre hat es gedauert, bis mit gigantischem technischem und finanziellen Aufwand ein erster großer Schritt zur Aufarbeitung der Atomkatastrophe von Tschernobyl gelang:

Der Reaktor von Tschernobyl ist unter einem gigantischen Hightech-Sarkophag verschwunden.

Leider ist damit das Problem nicht gelöst. Hundert Jahre hat die Ukraine jetzt Zeit gewonnen, um den hochproblematischen strahlenden Sondermüll unter der Hülle zu beseitigen. Hundert Jahre hält die Hülle. Danach? Mh. Tja. Also. Ähm. Soviel zum Thema: Atomkraft als Alternative zu fossilen und erneuerbaren Energien.

Quelle: Tschernobyl-Schutzhülle: „Yes! Wir haben es geschafft!“ | tagesschau.de

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Mörderisches Honduras: No-Go-Area für Aktivisten

20.10.2016, von

Für Umweltaktivisten und Menschenrechtler gibt es zur Zeit wohl kaum ein gefährlicheres Land als den mittelamerikanischen Staat Honduras. Vor wenigen Wochen war dort die Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin Berta Caceres ermordet worden, die sich gegen ein strittiges Staudammprojekt gewehrt hatte – und schon wieder gibt’s es zwei Morde. Diesmal traf es den Bauernaktivisten Jose Angel Flores und einen weiteren Mann. Silmer Dionision George und der 64-jährige Flores hatten sich für die Landrechte der armen Landarbeiter eingesetzt, Flores war Präsident des Movimiento Unificado Campesino. Beide wurden am Abend des 18. Oktober im Norden von Honduras von einer Gruppe unbekannter Männer erschossen.

„Honduras ist ein „No-Go“-Gebiet für jeden geworden, der sich für die Umwelt einsetzt“, erklärte jetzt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International und fragte: „Wieviele Aktive müssen erst noch brutal ermordet werden bevor die Behörden sich für einen effektiven Schutz einsetzen oder überhaupt mal sich herablassen, mit uns über die Krise zu reden?“ Der honduranische Präsident Juan Olrando Hernandez hatte letzte Woche ein Treffen mit Amnesty abgesagt.

Wasserkrieg am Himalaya?

03.10.2016, von

Wenn in den letzten Jahren vom Krieg um  Wasser die Rede war, schienen Rangeleien um die Nutzung natürlicher Ressourcen wie Wasser keine wirkliche, eher eine abstrakte Gefahr. Potentielle Konfliktherde gibt’s allerdings genügend: Euphrat und Tigris werden in der Türkei auf dem Weg in den Irak gestaut, um Wasserkraftwerke zu betreiben (und nebenher den kurdischen Rebellen die Fortbewegung zu erschweren). Der Jordan  wird von Israel sehr stark genutzt, auch da gibt’s Anrainer, die das Wasser ebenfalls  brauchen könnten. 

Oder jetzt Indien und Pakistan. Seit einem Überfall auf ein indisches Militärcamp vor einigen Wochen, den die Inder Pakistan zurechnen,  ist das Verhältnis der beiden Nachbarstaaten wieder sehr gespannt. Das ist besonders im Grenzgebiet zu Pakistan zu spüren. Diverse indische Zeitungen haben in den letzen Wochen mehr oder minder offen eine „Reaktion“ ihrer Regierung auf den Überfall gefordert. 

Inzwischen sind zahlreiche Dörfer im Grenzbereich geräumt, Händler sitzen auf ihren Waren, auf den Feldern vergammelt die Reisernte. Laut Zeitungsmeldungen hat es in Kaschmir mehrer gezielte Angriffe entlang der Grenze zu Pakistan gegeben. Im Prinzip nichts Neues, die Konflikte dauern ja bereits Jahrzehnte an. Allerdings könnten sie eine neue unerfreuliche Qualität gewinnen, wenn Indien tatsächlich das Wasserabkommen mit Pakistan aufkündigen sollte. 

Pakistan wird es kaum ohne Reaktion akzeptieren, wenn ihm die Inder für neue Wasserkraftwerke den Hahn abdreht. Als ob der Krieg in Syrien nicht genug wäre, jetzt droht im Vorland des Himalaya ein weiterer Konfliktherd zu eskalieren, zwischen zwei Atommächten übrigens. Und wieder mal geht es um die Nutzung natürlicher Resourcen. 

https://deutsch.rt.com/asien/41392-atommachte-auf-konfrontationskurs-droht-wasserkrieg/

Plastiktütenverbot soll Ganges retten

24.09.2016, von

Die Inder nennen den Ganges zärtlich „Mutter Ganga“ und verehren den mächtigen Strom aus dem Himalaya schon lange. Kein Wunder angesichts der gewaltigen Wassermengen, die die heilige Ganga in jedem Moment zum Meer spült, fruchtbare Überschwemmungen hinterlassend, die Wasserversorgung weiter Landstriche garantierend, aber auch immer wieder mit wilden Ausbrüchen ihre unbändige Kraft demonstrierend. 

Ein Bad im Fluß ist für Hindi ein Muss, für Westler eher, sagen wir: gewöhnungsbedürftig angesichts dessen, was alles in der Ganga landet. Tote Mönche in Tuch eingewickelt sind da noch das geringste Problem. Es ist vor allem, was uns in Deutschland an Rhein, Elbe und Co. ebenfalls zuschaffen macht: die Plastikverschmutzung. Grober Müll, versiffte Tüten allerorten. Bergeweise. Unhygienisch, verstopfen die Kanalisation. Und: Feinste Partikel zerriebenen Plastiks schleichen sich über das Wasser allmählich in die Nahrungskette, vergiften die Tierwelt und letzlich auch uns. 

Das Ausmaß der Belastung ist hier am Rand des Himalaya allerdings noch um ein Vielfaches größer und sichtbarer als bei uns in Deutschland. Traditionell wird hier jeder Müll einfach mal in die Landschaft geworfen. Solange das verrottende Materialien waren wie Blätter u.ä. war das eher ein ästhetisches Problem. Inzwischen ersticken weite Teile Indiens im (plastikdominierten) Müll. Doch das Problem ist inzwischen erkannt und langsam tut sich auch was. Es sind einzelne Initiativen wie etwa ein Trupp Frauen, die morgens die Pilgertreppen zur Ganga vom Müll reinigen. Eine Sisyphusarbeit, denn jeden Tag lässt dort jeder alles fallen wo er oder sie steht und geht. Diverse Hinweisschilder appellieren an die Pilger: Lasst Mutter Ganga nicht zur Mutter Müll verkommen. 

Ein mühsames Geschäft: Die Herausforderung einer Verhaltensänderung betrifft in Indien bei rund einer Milliarde Menschen nicht gerade wenige. Aber sie trauen sich dran, auch wenn der Müll angesicht anstehender Wahlen ein unpopuläres Thema ist: Ein Verbot der noch allgegenwärtigen Plastiktüte ist zumindest im Bundesstaat Punjab bereits seit 1. April 2016 da, auch wenn die Umsetzung noch hängt. Städte und Gemeinden sind seither eigentlich verpflichtet, in ihren Bereichen ein Verbot der Herstellung, Verkauf und Gebrauch von Plastiktüten durchzusetzen. 

Davon ist freilich in der Praxis beim Einkauf nichts zu spüren. Der Handel weigert sich, den Bann umzusetzen, denn die Alternativen kämen ihn deutlich teurer: Netze, Stofftaschen oder Papiertaschen. Und mal eben die Kunden zur Kasse zu bitten wie das bei uns geschieht ist angesichts oft geringster Einkommen nicht so einfach. Jetzt sollen es Subventionen richten, fordert etwa ein Kommentator in der Zeitung „The Tribune“. Die Kosten für die Beseitigung der durch das Plastik angerichteten Schäden lägen schließlich um ein Vielfaches höher als die  Subventionierung des Plastikersatzes. In der Tat. Die Müllberge in erheblichen Teilen Nordindiens haben ein Ausmaß erreicht, das einfach nur noch unerträglich ist, für Mensch und Natur.

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Ein Blog von Axel Weiß, SWR-Fachredaktion Umwelt und Ernährung

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