. . Ein Projekt vom SWR

Smiley – Kartoffeln können so charming sein

17.08.2015, von

  3000 essbare Kartoffelsorten gibt’s. In deutschen Supermärkten normalerweise nur fünf. Und diese rot-gelben „Smiley“ gibt’s fast nirgends zu kaufen. Schade eigentlich, die Knollen aus der Familie der Nachtschattengewächse hätten mehr Aufmerksamkeit verdient. Auch der schwierige Bio-Anbau. Wir drehen heute am Lindenbrunnenhof am Kaiserstuhl, alles über die geliebten Tartuffeln des Großen Fritz zeigen wir dann am 25.8., 18.15 Uhr im SWR-Fernsehen. natürlich!

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Ebikes: Schön locker den Berg rauf

14.08.2015, von

  Von wegen nur was für Rentner (hartnäckiges Vorurteil): Ebikes sind für die Strecken zwischen zehn und zwanzig Kilometern inzwischen eine ernst zu nehmende Alternative zum Auto. Wir haben das für „natürlich!“ mal ausgetestet und ich muss sagen: klasse! Hügel spielen einfach keine  wichtige Rolle mehr für den Weg mit dem Rad. 25 km/h sind selbst bei leichten Steigungen noch drin, wird’s steiler, muss man selbst stärker mit ran oder wird halt etwas langsamer. Also: nur etwas.

Neben den Ebikes mit grossem Akku und Powermotor, die sogar im Gebirge gut einsetzbar sind, gibt’s auch die sanfteren Varianten für die Stadt. Besondes cool: bei manchen Rädern wie den Ebikes von „Remsdale“ sieht man den Akku nicht und das Rad ist trotzdem leicht (17kg), das Ebike als eine Art elegantes „Normalfahrrad plus“. Gebaut vom findigen schwäbischen Tüftler Till Rydyger in Schorndorf.  (Gibt’s auch in der Carbon-Variante mit nur 12 (!) kg, dann aber auch rund 6000€ Kaufpreis.) Mich hat das Remsdale-Konzept echt begeistert (nur für ‚s Gebirge bieten sie mir als wenigtrainiertem Radler zu wenig Dauerhochleistung),und  auch der Enthusiasmus, mit dem da jemand an seinem Produkt tüftelt und dafür sogar seinen Ingenieursjob bei Daimler drangegeben hat. 

Wer wissen will, welches Ebike für ihn oder sie für welchen Zweck geeignet ist, kann beim VCD nachschauen, die haben Ebikes schon lange als umweltfreundliches Verkehrsmittel entdeckt. 

Bäume pflanzen mit Drohnen?

26.06.2015, von

Wenn sich der Wald nicht natürlich verjüngen lässt (die billigste und ökologisch meist verträglichste Art der Bewaldung), dann bieten sich auch neue Hightech-Verfahren an. Ein britisches Start-up will nach Meldung der Technology Review mit Drohnen vorbehandelte Samen ausbringen.

Das Verfahren sei wesentlich erfolgversprechender als der Abwurf von Trockensamen, der bereits erprobt wurde, heißt es bei BioCarbon Engineering. Die Zahl der Bäume, die wirklich anwachsen, soll bedeutend größer sein.

Spannend. Abgesehen davon, dass weniger Entwaldung noch besser und mir einfache, weniger technische Lösungen lieber wären – weil letztlich praktikabler und weniger fehleranfällig – aber warum nicht auch sowas versuchen? Die Herausforderung Klimawandel und CO2-Bindung ist schließlich verdammt groß.

Quelle: Drohnen pflanzen Bäume | Technology Review

Yoga-Tag: Mit Om gegen den Klimawandel

20.06.2015, von

Klimaskeptiker, nehmt das: Erst die Enzyklika des Papstes, der den Klimawandel als menschengemacht ansieht, dann das: Am Sonntag ist Yoga-Tag. Weltweit in 192 Ländern. Und die Begründung, zumindest laut „Spiegel“:

Die Geburtsstunde des Yoga-Tags schlug am 27. September 2014, als Indiens Ministerpräsident Narendra Modi die Vollversammlung der Vereinten Nationen davon überzeugte, dass die yogische Praxis dabei helfen könne „mit sich selbst eins zu werden“ und „mit dem Klimawandel umzugehen“.

Es ist nicht davon auszugehen, dass von dieser weltweiten Massenmeditation sofort spürbare Wirkungen ausgehen. Auch das Klima wird sich davon nicht abkühlen, logisch. Aber in einer an vielen Orten kriegerisch geprägten Welt ist der Yoga-Tag ein friedliches Signal. Auch für ein nachhaltiges Leben.

 

Quelle: Indien: Erster internationaler Yoga-Tag steht an – SPIEGEL ONLINE

Grimme Online Award für Klimawandel-App

19.06.2015, von

Eine Webreportage bei Arte macht den Klimawandel erfahrbar. Und ist jetzt Grimme Online Award 2015 bepreist. Fein.

„‚Polar Sea 360°'“, urteilt die Jury, „macht den Klimawandel sichtbar und ermöglicht – eindrücklich auch per zugehöriger Smartphone-App und mit Virtual-Reality-Brille – ganz genau hinzuschauen, wie sich die Erde wandelt.“

Quelle: Grimme Online Award 2015: YouTube-Kanal und Tagesspiegel – SPIEGEL ONLINE

Eine entzückende Enzyklika

18.06.2015, von

Das selbstgemalte Plakat neben dem schlichten Altar ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: „Der Kapitalismus kann nur ausgrenzen.“ Das war Anfang der 1980-er Jahre in einem kleinen Kaff am Amazonas in einer Holzhüttenkirche – letzte Überbleibsel der katholischen Befreiungstheologie. Von der Aufbruchsbewegung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil war nicht mehr viel übrig geblieben zu diesem Zeitpunkt, die letzten Aufrechten vom damaligen Vatikan gemaßregelt und zum Schweigen gebracht.

Und jetzt dieser Papst Franziskus. Kein klassischer Befreiungstheologe, aber sein „Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung“ erinnert mich doch sehr an das Kirchlein am Amazonas, damals. Zu Umwelt hat er sich schon gelegentlich geäußert, für den Erhalt der amazonischen Regenwälder und gegen Verschwendung etwa. In der neuen  Enzyklika zu Umwelt bezieht Franziskus Position und zwar ziemlich deutlich:

„…er wendet die christliche Botschaft und katholische Lehre so konsequent auf die heutige Zeit an, dass er revolutionär wirkt. Etwa, wenn er jetzt die Wegwerfkultur verwirft und einen neuen Lebensstil fordert.“

Bleibt zu hoffen, daß er sich mit seiner nachhaltigen Argumentation auch langfristig durchsetzen kann. Die Gegner sind mächtig, nehmen Einfluß und mit seiner „Weniger ist mehr“-Haltung bringt er sogar noch die Prediger des grünen Wachstums gegen sich auf, denn „Negativwachstum“ ist bisher selbst unter Grünen nur bei wenigen gefragt. Mutig, dieser Mann. Beeindruckend.

Quelle: Enzyklika – Papst Franziskus wird zum Grünen – Panorama – Süddeutsche.de

Tiger und Huskys in Hunsrücker Tierpark – ist das ok?

16.06.2015, von

Keine leichte Aufgabe, die wir uns von der SWR-Umwelt- und Natursendung „natürlich!“ dieser Tage gestellt haben. Da ist ein neuer „Tiererlebnispark“ im Hunsrück, hält Huskys, Tiger und Papageien. Und wirbt auch noch damit, dass das tiergerecht sein soll. Geht das? Wir waren einen Tag vor Ort, haben eine Verhaltensbiologin befragt, die sich den Tiererlebnispark angeschaut hat.  Das Ergebnis: Soweit wir das beurteilen können ist der Park in Bell für viele Tiere eine echte Verbesserung ihrer Lebensbedingungen. Denn die allermeisten Tiere stammen aus dem Tierschutz. Und Spaß kann es auch noch machen, das spielerische Bewegungstraining von Tiger und Co. mit anzuschauen. Ich meine: Wilde Tiere gehören in die Freiheit, keine Frage. Aber wenn sie schon da sind, hierzulande, dann doch bitte so wie in Bell als dröge hinter Gittern in kleinen Käfigen. Zumal bei den Vorführungen auch Natur- und Artenschutzthemen mit angesprochen werden. Das Video: hier.

Vorerst keine Pipeline für schmutziges Öl

25.02.2015, von

Eine umstrittene Pipeline wird vorerst nicht gebaut, die aus Ölsanden gewonnenes und damit besonders umweltbelastendes Erdöl aus Kanada in die USA transportieren soll. Präsident Barack Obama hat sein Veto gegen ein entsprechendes Gesetz vorgelegt, das die Republikaner durchgesetzt haben.

Er will eine erneute Überprüfung des gigantischen Projekts abwarten, gegen das Umweltschützer Sturm laufen.

Eine gute Entscheidung, dieses Veto. Fraglich ist nur, wie lange der Widerstand hält. In dem Moment wo die Ölpreise weltweit wieder steigen, wird es deutlich lukrativer, das Öl aus den kanadischen Böden zu nutzen und damit steigt der Druck, die Pipeline dann doch zu genehmigen.

via Veto gegen umstrittenes Projekt: Obama blockiert Keystone-Pipeline | tagesschau.de.

Wieviel Zukunft hat der Emissionshandel?

10.02.2015, von

Seit zehn Jahren gibt es den europäischen Emissionshandel. Wer CO2 rausbläst, muss dafür Zertifikate besitzen, so die Kurzformel. Dadurch bestünde ein Anreiz, weniger zu emittieren oder auch Investitionen in Klimaschutz lukrativ zu machen. Soweit die Theorie. In Berlin wurde jetzt von der „International Carbon Action Partnership“ eine Untersuchung über die Emissionshandelssysteme weltweit veröffentlicht:

Die zwischenstaatliche Organisation befindet, dass der Zertifikate-Markt die Zukunft des weltweiten Klimaschutzes ist.

Schon interessant, wenn dem Handel mit Emissionsrechten eine große Zukunft prognostiziert wird. Klar, weltweit sind 14 auf Handel basierende Klimaschutzsysteme für Länder oder einzelne Regionen geplant. Und immerhin 17 sind schon existent.

In ihrem Report vergleichen die Autoren die Systeme in verschiedenen Punkten: Welche Branchen müssen für ihre Emissionen Zertifikate kaufen? Für welche Treibhausgase sind diese gültig? Wie funktionieren Kauf und Verkauf im Detail? Wie lange haben sich die Systeme schon entwickelt?

Besonders gut  scheint der Handel in Kalifornien zu laufen, glaubt man dem Bericht des zwischenstaatlichen Netzwerks. Und China sei auch im Kommen. Ich würde sagen: die Hoffnung stirbt zuletzt. Denn lange lange Zeit dümpelte der Handel zumindest in Europa weitgehend vor sich hin. Mit Preisen, die tief unten im Keller waren. Da lohnte es sich eher, weiter  Braunkohle zu verbrennen und genau das ist ja auch passiert.

Und dabei reden wir dann noch gar nicht über zwischenzeitlich gestohlene Zertifikatnummern. Da hatten sich 2011 einige Trickdiebe clever an den Datenbanken zu schaffen gemacht und erheblichen Schaden angerichtet, in der Größenordnung von 30 Millionen Euro.

Statt dessen gibt’s eher Zweckoptimismus und den Blick nach vorn:

Die EU sei gerade dabei, den Markt mithilfe ihrer Klimaziele für 2030 und dem zeitweiligen Herausnehmen von 900 Millionen Zertifikaten wiederzubeleben und „den Weg für eine kohlenstoffarme Gesellschaft zu ebnen“.

Leider ist nach dem neuen Bericht auch nicht   zu vermuten, dass die Zukunft des Emissionshandels so kommt, wie sie der Potsdamer Klimaforscher Ottmar Edenhofer letztes Jahr vorgeschlagen hat. Mit einer radikalen Reform könnten die EU-Mitgliedsstaaten pro Jahr künftig 64 Milliarden Euro anstelle von nur 3,5 Milliarden Euro durch verkaufte Verschmutzungrechte einnehmen. Sie müssten halt einen Mindestpreis von 20 Euro einführen. Gerade für südeuropäische Staaten wie Griechenland könnte die Emissionshandelsreform sehr lukrativ sein. Geschätzte Mehreinnahmen: 2,5 Milliarden Euro. Wie gesagt: es könnte so schön sein…

via klimaretter.info – Wirtschaft – Die „Schlüsselrolle“ im Klimaschutz – klimaretter.info.

Schmähpreis für versifften Regenwald

24.01.2015, von

Künftig wird das Weltwirtschaftsforum in Davos um eine – um DIE – kritische Stimme ärmer sein. Noch ein letztes Mal gab’s heuer einen Schmähpreis für die übelsten Konzernpraktiken der Welt. Der Ölkonzern Chevron ist für die Ölverseuchung des südamerikanischen Regenwaldes mit dem Public Eye Livetime Award ausgezeichnet worden. Die Umweltorganisationen Greenpeace und Erklärung von Bern hatten die Public Eye Awards die letzten Jahre immer an wirklich ausgesucht umweltschädlich wirkende Konzerne und Banken wie Gazprom oder Goldman Sachs verliehen bzw. übers Internet wählen lassen. Schade, eine Plattform weniger, auf der die Hintergründe globaler Umweltvernichtung pointiert beleuchtet wurden.

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Ein Blog von Axel Weiß, SWR-Fachredaktion Umwelt und Ernährung

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