Filiz Gelowicz kommt auf Bewährung frei
Die als Terrorhelferin verurteilte Ulmerin Filiz Gelowicz wird nach meinen Informationen in der kommenden Woche auf Bewährung aus der Haft entlassen. Das Berliner Kammergericht entschied, dass die Reststrafe der 30jährigen unter anderem wegen ihres positiven Verhaltens im Strafvollzug zur Bewährung ausgesetzt wird. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre.
Freipressungsversuch für Filiz Gelowicz!
Filiz Gelowicz soll aus dem Gefängnis freigepresst werden – das geht aus einer Forderung hervor, die deutsche Sicherheitsbehörden für authentisch halten. In der Botschaft bekannt sich die Unterorganisation „Al Qaida im Islamischen Maghreb“ zu der Entführung eines deutschen Ingenieurs. Der Mann stammt aus Nord-Württemberg und arbeitete für das Bauunternehmen „Bilfinger und Berger“ in Nigeria. Er wurde Ende Januar entführt. Seitdem bemühen sich deutsche Behörden um Kontakt zu den Entführern und um seine Freilassung. In der nun aufgetauchten Botschaft verlangen die Terroristen die Freilassung einer 30jährigen Terrorhelferin aus Ulm, die derzeit in Haft sitzt.
Lob für das Schokocafe
Es ist Lob von der falschen Seite: In einem dreiseitigen Schreiben, dass von der ”Islamischen Bewegung Usbekistans” (IBU) stammen soll, wird Filiz Gelowicz “Lob und Anerkennung” zugesprochen. Das Schreiben soll laut Unterschrift von “Abu Adam” stammen – und damit möglicherweise von Mounir C. aus Bonn, der schon häufiger mit Text- und Videobotschaften von sich Reden machte. Allerdings kann ich nicht verifizieren, woher das Dokument genau stammt.
Schmutzige Geschichte
Sherali Haitalievich Azizov soll tot sein. Sein Vater erzählte dem Journalisten Marcus Bensmann, die usbekischen Behörden hätten ihn über den Tod seines Sohnes informiert, als er ihn im Gefängnis in Taschkent besuchen wollte. Das berichtet Marcus Bensmann in der taz. Am 5. November sei Azizov demnach an Herzversagen gestorben. Im Alter von 35 Jahren. Es ist eine Nachricht mit Beigeschmack.
“Lieber Clown sein. Jihad ist keine Lösung!”
Heute wurden vor dem Kammergericht in Berlin die Schlussvorträge im Prozess gegen Filiz Gelowicz gehalten. Wie ich hier berichtet habe, ist sie als Unterstützerin und Werberin für eine terroristische Vereinigung angeklagt, kommende Woche will der Senat sein Urteil verkünden. Ursprünglich war Filiz Gelowicz gemeinsam mit Alican T. angeklagt, doch ihr Prozess wurde inzwischen abgetrennt und scheint für die Angeklagte ein relativ glimpfliches Ende zu nehmen. Die Bundesanwaltschaft beantragte heute eine Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten – aber es könnte durchaus auch weniger werden.
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Fritz sagte: “Ich bin dann mal weg!”
Überraschung heute in Berlin: Im Prozess gegen Filiz Gelowicz und Alican T. hat die Frau von Fritz Gelowicz eingeräumt, dass die Anklage der Bundesanwaltschaft zutrifft: Ja, sie habe Videos ins Internet hochgeladen, ja, sie habe Geld an einen Kontaktmann in der Türkei überwiesen, gab die 29jährige vor dem Berliner Kammergericht zu.
Schon zuvor hatte sie sich erstaunlich offen gezeigt und aus ihrem Leben berichtet. Mein Kollege Simon Dreidoppel saß im Gericht, als sie aus ihrem Leben erzählte und berichtete, wie sie ihren späteren Mann Fritz kennenlernte:
Schneider in Saarbrücken, Gelowicz beim Höllen-Engel
Die Urteile gegen die vier Mitglieder der “Sauerland-Gruppe” sind bekanntlich rechtskräftig. Entsprechend sind die vier Verurteilten in unterschiedliche Gefängnisse verlegt worden, um ihre Strafhaft zu verbüßen. Dabei sind verschiedene Überlegungen berücksichtigt worden: Prinzipiell soll Strafhaft heimatnah erfolgen - zum Schutz der Sozialkontakte. Auch Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten können ein Kriterium sein (auf das beispielsweise Daniel Schneider hofft). Schließlich wird bei Terrorgruppen oder kriminellen Vereinigungen in der Regel versucht, nicht mehrere Täter in dem gleichen Gefängnis unterzubringen. Aktuell sieht die Situation für die “Sauerländer” so aus:
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Fritz Gelowicz wird auch Terrorist
Heute endet für Fritz Gelowicz die Frist, innerhalb derer er Rechtsmittel gegen das Urteil vom vergangenen Donnerstag einlegen könnte. Die drei anderen Angeklagte hatten ja das Urteil im Sauerland-Verfahren schon im Gerichtssaal angenommen. Nicht so ihr Anführer. Sein Mandant wolle erst eine Nacht darüber schlafen, hatte sein Anwalt Dirk Uden (Karlsruhe) nach dem Urteil erklärt.
Heute teilt der Anwalt auf Nachfrage mit: Fritz Gelowicz wird nichts weiter unternehmen – das Urteil wird also mit Ablauf des heutigen Tages rechtskräftig. Damit ist dann auch Fritz Gelowicz rechtskräftig verurteilt und damit nicht mehr nur “mutmasslicher” Terrorist.
Der “Sauerland-Prozess” wird damit heute Nacht wohl endgültig Geschichte.
Sauerland: Ende gut, alles gut?!
Das Sauerlandverfahren ist zu Ende. Mit den Strafen
Fritz Gelowicz 12 Jahre Haft
Adem Yilmaz 11 Jahre Haft
Daniel Schneider 12 Jahre Haft und
Atilla Selek 5 Jahre Haft
hat der 6. Strafsenat nach meinem Eindruck angemessene Strafen für die vier Angeklagten gefunden. Das mag man auch daran ablesen, dass Adem Yilmaz, Daniel Schneider und Atilla Selek die Strafen noch im Gerichtssaal akzeptierten und auf die Einlegung eines Rechtsmittels verzichteten. Fritz Gelowicz tat das nicht.
Drei Fragen vor dem Urteil…
Zugegeben: Für regelmäßige Leser des Blogs kratzt der folgende Beitrag nur an der Oberfläche des Sauerland-Prozesses. Aber die aktuelle Bereichterstattung heute morgen für die Informationsprogramme innerhalb der ARD dreht sich immer wieder um drei Kernfragen vor dem Urteil, die ich immer wieder gestellt bekomme. Und wer den Blog nicht verfolgt hat und einen schnellen Einstieg sucht: Voila!


ARD-Terrorismusexperte Holger Schmidt berichtet über aktuelle Entwicklungen im Bereich des islamistischen Terrorismus in Deutschland und vom Prozess gegen die Ex-RAF Terroristin Verena Becker wegen des Mordanschlags auf Siegfried Buback und seine Begleiter. Auch hier nachzulesen: Berichte vom "Sauerland-Verfahren" gegen vier islamistische Terroristen der "Islamischen Jihad Union" vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf.

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