Blackbox Dschihad
Jihad auf der Buchmesse
“Black Box Dschihad” heisst das aktuelle Buch von Martin Schäuble – der selbst häufig betont, nicht mit dem Bundesminister verwandt zu sein. Martin hat eine Doppelbiographie geschrieben, die ich hier auch noch besprechen werde: Über Daniel Martin Schneider von der “Sauerlandgruppe” und Sa’ed, einen palästinensischen “Selbstmordattentäter”. Schon vorweg: Ich halte das Buch für sehr lesenswert! Mein Kollege Thomas Bille vom MDR hat mit Martin Schäuble auf der Leipziger Buchmesse gesprochen – wie hier nachzuhören ist.
Kevin hat nun Daniels Anwalt
Anwaltswechsel: Der Terrorverdächtige Kevin S., der versucht haben soll, Daniel Schneider von der Sauerlandgruppe aus dem Gefängnis freizupressen, will offenbar einen neuen Anwalt haben. Aus Justizkreisen ist zu hören, dass dem Beschuldigten möglicherweise ein anderer Pflichtverteidiger beigeordnet wird. Und zwar interessanterweise der gleiche Anwalt, der auch Daniel Schneider im Sauerland-Verfahren vertreten hat: „Kevin hat nun Daniels Anwalt“ weiterlesen →
Terrorist auf saarländisch
Am Freitagvormittag war die Aufregung groß: Im Saarland sei ein Al Qaida-Mitglied festgenommen worden, noch dazu kurz vor Fertigstellung einer Bombe, mutmaßten einige Kollegen anderer Medien. Die Realität war weit profaner. Kevin S. darf man wohl getrost als „Möchtegern-Terroristen“ bezeichnen. Überhaupt verdient der ganze Fall das Attribut „saarländisch“ – sagen meine Kollegen vom Saarländischen Rundfunk:
Terrorist Kevin aus dem Kartoffelkeller
Die Einschätzung meines Kollegen Tobias war gut. Sehr gut sogar: Sehr wahrscheinlich sind die Aufnahmen eines Droh-Videos zur Freipressung von Daniel Schneider tatsächlich im Saarland, wohl sogar in Neunkirchen selbst enstanden. Kevin S. wurde jedenfalls heute morgen in Neunkirchen festgenommen. Er soll aus Kamerun stammen und ein fanatisierter Einzeltäter sein, heisst es in Sicherheitskreisen. Mehr gibt es am Nachmittag auf einer Pressekonfernz in Saarbrücken. Mein Eindruck: Es handelt sich um einen – vielleicht nicht ungefährlichen – Spinner. Aber nicht um “großen” Terrorismus.
Freipressungsversuch aus dem Kartoffelkeller

Nachricht aus dem Kartoffelkeller
Im Internet sind bizarre Videos aufgetaucht, die eine Freilassung von Daniel Schneider, Mitglied der Sauerlandgruppe, fordern. Auf einem Video sieht man eine vermummte Gestalt, die halloween-würdig gekleidet ist und in nicht wirklich überzeugendem Deutsch seine Befreiung fordert. “Es sieht aus wie im Kartoffelkeller in Neunkirchen”, meinte mein Kollege Tobias spontan und treffend, als er das Video fand. Die simple Botschaft: Falls Schneider nicht freikomme, drohe ein Anschlag auf Deutschland. Doch der Mann im Kartoffelkeller hat seine Botschaft offenbar nicht mit Daniel Schneider abgestimmt:
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Schneider in Saarbrücken, Gelowicz beim Höllen-Engel
Die Urteile gegen die vier Mitglieder der “Sauerland-Gruppe” sind bekanntlich rechtskräftig. Entsprechend sind die vier Verurteilten in unterschiedliche Gefängnisse verlegt worden, um ihre Strafhaft zu verbüßen. Dabei sind verschiedene Überlegungen berücksichtigt worden: Prinzipiell soll Strafhaft heimatnah erfolgen - zum Schutz der Sozialkontakte. Auch Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten können ein Kriterium sein (auf das beispielsweise Daniel Schneider hofft). Schließlich wird bei Terrorgruppen oder kriminellen Vereinigungen in der Regel versucht, nicht mehrere Täter in dem gleichen Gefängnis unterzubringen. Aktuell sieht die Situation für die “Sauerländer” so aus:
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Sauerland: Ende gut, alles gut?!
Das Sauerlandverfahren ist zu Ende. Mit den Strafen
Fritz Gelowicz 12 Jahre Haft
Adem Yilmaz 11 Jahre Haft
Daniel Schneider 12 Jahre Haft und
Atilla Selek 5 Jahre Haft
hat der 6. Strafsenat nach meinem Eindruck angemessene Strafen für die vier Angeklagten gefunden. Das mag man auch daran ablesen, dass Adem Yilmaz, Daniel Schneider und Atilla Selek die Strafen noch im Gerichtssaal akzeptierten und auf die Einlegung eines Rechtsmittels verzichteten. Fritz Gelowicz tat das nicht.
Drei Fragen vor dem Urteil…
Zugegeben: Für regelmäßige Leser des Blogs kratzt der folgende Beitrag nur an der Oberfläche des Sauerland-Prozesses. Aber die aktuelle Bereichterstattung heute morgen für die Informationsprogramme innerhalb der ARD dreht sich immer wieder um drei Kernfragen vor dem Urteil, die ich immer wieder gestellt bekomme. Und wer den Blog nicht verfolgt hat und einen schnellen Einstieg sucht: Voila!
Berühmte letzte Worte…
… werden aus dem Sauerlandverfahren wohl kaum der Nachwelt überliefert werden. Kurz und bündig verlief heute der letzte Verhandlungstag vor dem Urteil, das am 04. März verkündet werden soll. Mit Spannung hatte ich besonders erwartet, was Fritz Gelowicz sagen würde, nachdem vor drei Tagen seine Frau wegen des Vorwurfs der Unterstützung der “Islamischen Jihad Union” festgenommen wurde und nun in Untersuchungshaft sitzt. Doch seine letzten Worte waren kurz: “Ich wollte nur sagen, ich bin immer noch überrascht und geschockt von aktuellen Ereignissen“, sagte Gelowicz, der nicht so souverän wie an früheren Verhandlungstagen wirkte. Aber nach wie vor gelte, was er schon im Prozess gesagt habe: “Ich werde die IJU nicht mehr unterstützen, nicht in irgendeine Richtung“, betonte er. “Irgendeine Richtung” bedeutet ja auch: Keine finanzielle Unterstützung. Aber wie passt das zu der Tat, die seiner Frau vorgeworfen wird?

ARD-Terrorismusexperte Holger Schmidt berichtet über aktuelle Entwicklungen im Bereich des islamistischen Terrorismus in Deutschland und vom Prozess gegen die Ex-RAF Terroristin Verena Becker wegen des Mordanschlags auf Siegfried Buback und seine Begleiter. Auch hier nachzulesen: Berichte vom "Sauerland-Verfahren" gegen vier islamistische Terroristen der "Islamischen Jihad Union" vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf.

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