Abschied von Japan

Letzter Blick frühmorgens auf die Stadt Tokio (Foto: Reinhard Ermen)
Ein letzter Blick vom 35. Stock des Tokyo Dome Hotels auf den grauen, morgendlichen Himmel und dann geht es zu nachtschlafender Zeit zum Flughafen. Nur noch 12 Stunden Flug und wir sind in Zürich. Das Problem mit der Reisezeit war ja schon mal ganz zu Beginn aus ähnlichem Anlass ein Thema. Erfahrungsgemäß lässt sich aber sagen, dass Rückwege immer kürzer erscheinen. Erst bei der Abreise fällt auf, dass uns Japan diesmal seltsam vertraut ist. „Abschied von Japan“ weiterlesen →
Abschiedskonzert in Suntory Hall

Nach dem Abschiedskonzert: Die Fans warten am Bühnenausgang (Foto: Reinhard Ermen)
Am letzten Tag in Tokio geht es das erste Mal in die U-Bahn. Das System ist etwas komplizierter als zum Beispiel in Peking, denn in Tokio haben verschiedene Gesellschaften das Netz unter sich aufgeteilt, und manchmal hat man das Gefühl, dass beim Umsteigen Hinweise auf konkurrierende Linien eher ungern gemacht werden. Doch das Personal ist von einer ausgesuchten, ja entwaffnenden Höflichkeit und einer unkomplizierten Kulanz, die den Zentraleuropäer, der trotz des endlich gefundenen Schalters “English” noch immer nicht kapiert, schon beschämen kann. „Abschiedskonzert in Suntory Hall“ weiterlesen →
Gelungenes Konzert in Yokohama

Der Landmark Tower in Yokohama (Foto: Reinhard Ermen)
In knapp 45 Minuten sind wir mit dem Bus von Tokio nach Yokohama unterwegs. Zusammen mit der Hauptstadt bildet die Hafenstadt einen Großraum für etwa 16 Millionen Menschen. Die Ecke von Yokohama, die wir zu sehen bekommen, ist eine futuristisch anmutende Gegend für Banken, Hotels und Konsum. Minato Mirai heißt diese elegante Ecke, wo man auf zahllosen Ebenen sein Geld ausgeben oder einfach nur flanieren kann. Dominiert wird sie vom Landmark Tower, der mit seinen 296 Metern Höhe ein wenig martialisch auftritt. Von außen fast nicht zu sehen: die Minato Mirai Hall (“since 1998″) mit ihren über 2000 Plätzen. Das ist wieder so ein Saal, der die Stuttgarter staunen macht, großzügig und offen, von einer etwas zu prächtigen Orgel gekrönt und im akustischen Vergleich sehr gut wegkommt; er ist vielleicht ein wenig ‘laut’ aber von einer durchhörbaren Präsens, hier kann man in den Klängen baden! „Gelungenes Konzert in Yokohama“ weiterlesen →
Warmherziges Publikum in Nagano

Die Geigerin Hyeyoon Park in der Anspielprobe (Foto: Reinhard Ermen)
Streng genommen waren wir gar nicht in Nagano, sondern in Naganoken Matsumoto. Von der Stadt, in der 1998 die Olympischen Winterspiele ausgetragen wurden, ist hier nichts zu sehen, denn bis Nagano sind es noch gut und gerne 40 Kilometer. Wir sind in einem typischen Provinzstädtchen, das über ein beachtliches Kulturzentrum verfügt, das Bunkakaikan mit einer Main Hall von 2000 Plätzen.
Ein schwieriger Esser in Japan

Flughafen Peking (Foto: Reinhard Ermen)
Reisen, Reisen, Reisen. Es geht weiter nach Tokio, von wo aus drei Konzerttermine in Japan wahrgenommen werden: Nagano, Yokohama und zuletzt eben Tokio. Fliegen, Fliegen, Fliegen. Die asiatischen Flughäfen sind in der Regel ausgesprochen funktional, blitzsauber und modern. In potenziertem Maß trifft das auf den Flughafen von Peking zu. Hier mischen sich Großzügigkeit und weitläufige Eleganz, die unter einer geschwungenen Dachkonstruktion zusammengeführt werden. Man fühlt sich ein wenig an die Architektur des National Center for the Performing Arts erinnert. Der Frankfurter Flughafen mit seinem ewigen Zickzack von Umbaumaßnahmen, diese repräsentative Drehscheibe des internationalen Luftverkehrs in Deutschland, erscheint dagegen wie eine Notfallmaßnahme, ja wie eine Absteige. Anders gesagt, was Flughäfen, auch was den Service angeht, kann man in Deutschland von Asien noch eine ganze Menge lernen.
Abstecher in Pekings Dashanzi Art District 798

Dashanzi Art District 798 (Foto: Reinhard Ermen)
Es geschehen Zeichen & Wunder. Ein nächtliches Gewitter mit heftigem Regen hat die Dunstglocke weggewaschen; über Peking spannt sich ein blauer Himmel mit blassen Wolken, und das an dem freien Tag.
Den verbringen wir im Dashanzi Art District 798 im Nordosten der Stadt. Ursprünglich war das mal ein Industriekombinat mit militärischen Aufgaben, das mit deutscher Unterstützung errichtet wurde. 1957 war die Eröffnung. Seit 2001 residieren in den funktionalen Hallen die Künstler bzw. die Bildende Kunst. Anfangs nur als Übergangslösung geplant, die 2005 einer neuen Electronic City weichen sollte, hat sich das Quartier längst etabliert. Was in den ersten Jahren ein Geheimtipp war, ist heute eine breitgestreute Touristenempfehlung, die sogar auf den kurzgefassten Monumentenkarten zu finden ist, etwa als Nummer 17 zwischen dem Silk Market und dem Panjiayuan Antiques Market.
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Das RSO als konfuzianisches Paradigma?

Das CCTV Building (Foto: Reinhard Ermen)
Rückkehr nach China, Ankunft in Peking. Das ist eine ganz andere Stadt als Shanghai! Es gibt Hochhäuser ohne Zahl aber relativ wenige Wolkenkratzer, die hier dominierende Vorzeigearchitektur verschafft sich Geltung, sozusagen mit dem Ellenbogen. Sie geht eher in die Breite, sie setzt auf einschüchternde Horizontalen oder macht dekonstruktivistische Gesten wie das gezackte CCTV Building, dessen Umgebung (der Chaoyang District) zurzeit saniert wird. Auch die gelegentlich etwas wuchernde, bunte Stadtlandschaft Seouls mit dem öffentlich initiierten Skulpturenschmuck ist weit weg.
Abstecher nach Südkorea

Kunst im öffentlichen Raum, oder: Ich war eine Dose (Foto: Reinhard Ermen)
Der Konzerttermin am 7. Mai in Südkorea ist, wenn man so will, ein Seitensprung, denn anschließend geht es wieder zurück nach China, nach Peking. Seoul darf man freilich nicht unterschätzen, denn das ist eine wichtige Drehscheibe im internationalen Kulturbetrieb, auf Augenhöhe mit Shanghai oder Tokio. In anderthalb Tagen machen wir eine neue asiatische Erfahrung, die so schnell gar nicht verarbeitet werden kann.
Stuttgart-Shanghai-Express mit eigenem Charme

Generalprobe: Zhu Zhu dirigiert die Zugabe. (Foto: Reinhard Ermen)
Großer Auftritt am 4. Mai im Oriental Arts Center in Shanghai. Die RSO-Conservatory Formation muss sich mit der viersätzigen ‘Epochen-Sinfonie’ (Händel, Mozart, Beethoven & Wagner) bewähren. Was wird das? Einige Kollegen meinen etwas skeptisch, dass dieses Repertoire nicht dem pädagogischen Anliegen des Unternehmens entspricht; spätestens mit Beethoven und Wagner sei eine Grenze erreicht. Das mag schon sein, aber geht es hier um Pädagogik? Die kommt womöglich erst an zweiter Stelle, zuerst geht es um eine Erfahrung, die man bei dieser Gelegenheit in Windeseile machen kann.
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“Pure Tone” = die ideale Mitte?

In Shanghai (Foto: Reinhard Ermen)
Relativ viele Kolleginnen und Kollegen sind auf der EXPO gewesen. Die Berichte vom Probelauf, wonach selbst Karteninhaber bis zu drei Stunden warten mussten, um überhaupt auf das Gelände zu kommen, waren anscheinend übertrieben. Wer ein Ticket hat, kommt problemlos rein, nur an den Pavillons selbst habe man stehen müssen.

