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SWR2 Radioakademie 2008

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Plan Erde

Die Versorgung der Welt

Zwölf Sendungen vom 3. Mai bis 19. Juli 2008, samstags, 8.30 Uhr in SWR2 Wissen

Die Welt will versorgt werden: Die bald 7 Milliarden Menschen auf der Welt müssen essen, trinken, brauchen etwas zum Anziehen, haben Anspruch auf Medizin und Bildung. Sie wollen Arbeit haben, in Frieden und Sicherheit leben, sich frei bewegen können und kommunizieren. Die Befriedigung dieser Bedürfnisse wurde früher überwiegend auf regionaler Ebene organisiert. Dies hat sich durch die Globalisierung gründlich geändert.

Menschen wollen Zugang. Zugang zu Wasser, Nahrung, Bildung, Gesundheit und Arbeit. Ihnen diesen Zugang zu gewähren, ist heute ein globales Unterfangen. Allerdings stellt jedes dieser Bedürfnisse, jedes dieser elementaren Güter besondere Herausforderungen: Manche lassen sich transportieren, andere nicht. In manchen Regionen gibt es Überfluss, in anderen herrscht Mangel. Gäbe es eine globale Planwirtschaft, so wäre die Versorgung ein rein logistisches Problem. Tatsächlich aber erzeugt die Versorgung der Welt Konflikte und Abhängigkeiten. Wasserknappheit führt zu regionalen Spannungen, um Bodenschätze werden Kriege geführt, private Konzerne stecken ihre Claims ab und in vielen Gegenden müssen Menschen ihre angestammten Gebiete verlassen, weil dort Rohstoffe abgebaut werden.

Dieser globale Versorgungskreislauf verändert zudem die natürlichen Stoffkreisläufe der Erde. So greift der Mensch, um die Bedürfnisse der wachsenden Weltbevölkerung zu stillen, massiv in den Stoffwechsel der Erde ein: den Wasserkreislauf, den Kohlenstoffkreislauf, den Stickstoffkreislauf. Mit welchen Folgen, ist noch nicht ganz klar.

Die einzelnen Güter lassen sich dabei auch nicht isoliert betrachten: Immer öfter treten sie in Konkurrenz. Zunehmend stellt sich heute – auch auf deutschen Feldern – die Frage: Baue ich Nahrung an – oder Energiepflanzen? Der Zugang zu Kommunikation bedingt den Zugang zu Bildung, der wiederum den Zugang zu Arbeit und der wiederum den Zugang zu materiellen Gütern. Eine funktionierende Versorgung mit den Grundbedürfnissen wiederum ist Voraussetzung für soziale Stabilität.

Die globale Logistik selbst wiederum verlangt ein weltumspannendes, immer effektiveres Transportwesen. Auch das muss organisiert werden, so wie die weltweite Kommunikation – hier verschwinden zur Zeit alle Engpässe, dank hocheffizienter Datenautobahnen und Satelliten – der Engpass liegt hier eher in der Aufnahmefähigkeit des einzelnen Individuums.

Dies macht deutlich, dass es neben der technischen Seite der Weltversorgung immer auch eine menschliche Seite gibt: Wie verändert die globale Logistik unser Leben, unsere Ansprüche, unser Denken und unseren Blick auf die Erde – und umgekehrt?

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