Artikelarchiv für Juni 2008
Wie Analphabeten sparen lernen
Den Sparstrumpf kennen Deutsche nur noch sprichwörtlich. In Deutschland findet heute jeder Geldbeutel die passende Bank. In Entwicklungs- und Schwellenländern wie Mexiko dagegen existiert er noch, denn die ärmere Bevölkerung hat keinen Zutritt zu kommerziellen Banken. Geschäfte mit ihnen lohnen sich für die Banken nicht. Nur die „Cajas Populares“ genossenschaftlich organisierte Sparkassen, kümmern sich um [...]
Kohle statt Berge in West Virginia
Wenn Bergwanderer einmal richtig Auslauf brauchen, dann empfiehlt sich der Kurs durch die Appalachen – der ist fast 3.500 Kilometer lang. Eine Rast empfiehlt sich in West Virginia, etwa 600 Kilometer östlich der Hauptstadt Washington gelegen. West Virginia ist einer der kleinsten, ärmsten, aber auch schönsten US-Bundesstaaten, Zweitname „The Mountain State“, denn das gesamte Gebiet [...]
Leise Schlammkatastrophe in Indonesien (mit Audio-Bilder-Galerie)
50 Siebtklässler in grün-weißer Uniform lauschen ihrem Erdkunde-Lehrer – in einem Raum mit rissigem Boden und schiefen Wänden; einer Ruine, wie man von draußen erkennt. Das mit roten Ziegeln gedeckte Schulgebäude ist halb eingestürzt und wirkt wie eingebacken in eine rissig graue Masse. Schulleiter Muhammed Hussein schüttelt resigniert den Kopf.
Traditionelle Versöhnungsrituale im Bürgerkrieg Nordugandas
Schweißgebadet, aber in unbeirrbarem Rhythmus spielen junge Männer auf fellbespannten Trommeln, während tanzende Mädchen – umwirbelt von Staub – wie in Trance dahinschweben. Awe, ein Vertriebenenlager bei Gulu in Norduganda, bewohnt von 12.000 Angehörigen der Acholi-Volksgruppe: 2.000 Hütten auf grau-braun zertretenem Grund, nackte Kinder mit aufgeblähten Bäuchen – bittere Armut. Zwei Kindersoldaten sind zurückgekehrt aus der „Widerstandsarmee [...]
