Reviere werden abgesteckt
Klar, dass die ersten Pressekonferenzen genutzt werden, um mal das eigene Revier abzustecken. Die Amerikaner haben nüchtern und sachlich dargelegt, dass sie vor 2020 keinen Bedarf für neue Abkommen sehen. Die Kyoto-Staaten sollten halt weitermachen, wenn sie wollten, aber die USA seien zufrieden mit den freiwilligen Maßnahmen, die man in Cancun beschlossen habe.
Die EU dagegen verlangen hier in Durban eine klare Ansagen von den USA und auch von Schwellenländern wie China, zu sagen, wo dieser Prozess eigentlich hinführen soll und wann es einen Abschluss geben wird. Sonst verlieren die Menschen das Vertrauen in diesen “Wanderzirkus” namens Klimakonferenz – so hat das Arthur Runge-Metzger von der EU-Kommission genannt. Also: die EU will, dass sich die Amerikaner darauf festlegen lassen, dass es am Ende, wenn alles ausbalanciert ist, auch ein UN-rechtsverbindliches Abkommen gibt. Und nicht nur irgendwas Freiwilliges. Aberda hat er bei John Pershing, dem US-Unterhändler auf Granit gebissen: “wir wollen erst mal sehen, wie so ein Abkommen aussehen würde”, sagt der und will keinerlei Zusagen machen. Am Ende-wir erinnern uns: nach 2020 – würden die USA den anderen dann schon sagen, ob sie es gut finden oder nicht.
Das sind schon weit aus einander liegende Positionen. Mal sehen, was da Imponiergehabe ist und was verhandelbar…..
Dynamischer Auftakt – wenigstens getanzt
Trommeln und Beingewirbel – so viel Dynamik wie die südafrikanischen Tänzer bei der Klimakonferenz vorlegen, wird es kaum in den Verhandlungen geben. Aber warten wir jetzt erst mal die Eröffnung ab…..
Wieder eine Tiefgarage
Das Pressezentrum der Klimakonferenz ist mal wieder in einer Tiefgarage untergebracht. Laut und dunkel. Die deutsche Delegation ist aber auch nicht attraktiver untergebracht. Technisch ist das wieder alles nicht so einfach. Wenn mal genug Datenbreite im Internet vorhanden ist, lade ich einen Film hoch. Dabei sind die Südafrikaner gar nicht schlecht aufgestellt. Das macht alles einen soliden Eindruck. Aber irgendwo hakt es immer. Für morgen früh sind einige Live-Gespräche angemeldet aber das ist wenig im Vergleich zu früheren Jahren.
Letzte Vorbereitungen vor Durban: Technik okay?
Heute abend geht der Flieger von Werner Eckert nach Südafrika – wehe, dann ist nicht alles Wichtige dabei. Technikcheck vor der nächsten Klimakonferenz.
Auf ein Neues – Durban mit gemischten Gefühlen
Wie immer Hektik vor der nächsten Klima-Konferenz. Die Sache hat für Journalisten ja heutzutage auch immer mehr eine technische Seite. Mehrere Kilo Hardware und mehr als ein Dutzend unterschiedliche Programme brauche ich, um Hörfunk zu machen und auch zu bloggen. (Wie machen Sie das mit den vielen Pass-Wörtern?) Das ist dann eben doch auch ganz was anderes als im Büro, wo alles fest eingerichtet ist und immer läuft. Also gibts da im Vorfeld doch immer einen gewissen Stress: läuft auch alles, fehlt am Ende nicht ein kleines Kabel?
Dabei sind eigentlich ja die Inhalte das Wichtige. Wir sind nicht auf Großes eingestellt. Eher darauf, zu vermitteln, warum überhaupt so eine großen Konferenz einberufen wird, wo doch keine Aussicht besteht, dass es ein großes Abkommen gibt.
Die Themenkonkurrenz ist dieses Jahr auch wieder stark: Schuldenkrise und dann auch die Stuttgart 21 -Abstimmung im Südwesten. Da steht die Klimakonferenz nicht im Fokus. Zumal das Wetter den Menschen ja gerade gut reinläuft -ein warmer und sonniger November, wenn das keine schöne Entwicklung ist….. Und leider ist das Wetter wichtiger als das Klima – und dass beides nicht das Gleiche ist, bleibt schwer vermittelbar.
Wir gehen wieder dran, Flug heute abend, morgen Mittag dann Durban.
Nicht gescheitert – und weiter?
Drama hoch drei! Diese Klimakonferenzen haben filmreife Finale. Boliviens Widerstand und die Reaktion von Konferenzpräsidentin Espinosa - großes Kino!
Der unbestreitbar positive Effekt: der internationale Prozess ist gerettet! Das freut mich auch. Aber: mir ist auch klar geworden, wie sehr sich die Denke vieler Beteiligter in diesem Klimakonferenz-Umfeld geändert hat. Hubert Weiger, der BUND-Chef, hat mit seiner bayrisch-poltrigen Art wieder daran erinnert: das ist alles voll daneben, wenn man die Ergebnisse anschaut! Und natürlich hat (in der Sache! nicht im politischen Stil) der Bolivianer Recht. Nur: wegen eines entsprechenden Kommentars bin ich doch von einigen Konferenzteilnehmern angesprochen worden. http://www.tagesschau.de/kommentar/cancun156.html Aber ich frage mich schon: was, wenn die USA auch die nächsten Jahre nicht liefern (können)? Gerade als Journalist halte ich das auf Dauer für problematisch: wir können den Menschen nicht 10 Jahre lang das Gleiche erzählen – immer unterlegt mit dem Druck, dass es bald zu spät ist! Das mag verhandlungstaktisch ja klug sein – nachhaltig ist es nicht.
Wenigstens ein Entwurf
Die Sonne geht zum letzten Mal unter – während der Klimakonferenz in Cancun
Jetzt liegen zumindest mal Papiere vor, ein Entwurf für einen Abschlusstext, den die Mexikaner vorgelegt haben. Wir lesen noch, es ist viel Holz. Aber es ist wenig genug Substanz drin. Nur minimal mehr als im Kopenhagen Accord – immerhin: Kyoto II scheint wieder möglich – wenn denn am Ende alle zustimmen. Und da steht auch drin, dass die Kyoto-Industriestaaten bis 2020 zwischen 25 und 45% ihrer Treibhausgase einsparen sollen. Das ist ein Punkt. Aber die Einbindung der USA und Chinas ist schwach. Und auch sonst: jede Menge Schlupflöcher, z.B. auch beim Waldprogramm.
Die Flagge der UN hängt ziemlich schlapp am Mast nach diesem Gipfel.
Wenn nicht mal das jetzt durchkommt, dann fällt sie runter.
Wartezeit im Pressezentrum
Es ist Mittag in Cancun. Und wir stellen uns auf das lange Warten ein. Nichts Neues bei Klimaverhandlungen. Auch wenig Neues aus den Verhandlungen. Es gibt einen Textentwurf für ein Abschlusspapier. Wir sollen es bald kriegen. Aber: nicht überbewerten! Die Mexikanische Konferenzpräsidentin Espinosa hat angekündigt, man habe nur zusammenfaßt, was die Verhandlungsstränge ergeben hätten. Es wird also ein Text sein mit vielen Optionen, keiner über den man abstimmen könnte.
“langsam ist noch diplomatisch umschrieben”
sagt Bundesumweltminister Norbert Röttgen zum Fortgang der Verhandlungen:
Der Kampf um ein ausbalanciertes Paket führt dazu, dass nichts entschieden werden kann, bevor nicht alles entschieden ist. Japans Weigerung, das Kyoto-Protokoll zu verlängern, ist kein gutes Zeichen. Aber es wird immer noch Klima-Mikado gespielt: wer sich zuerst rührt, hat verloren.
Mal ganz klar: ein Riesending kann das hier auch im Idealfall nicht werden. Es schält sich heraus, dass maximal ein diplomatischer Winkelzug gelingt. Die freiwilligen Selbstverpflichtungen aus Kopenhagen – bislang laufen die ja neben dem UN-Prozess – die werden wohl in einem Anhang jetzt offiziell eingebunden. Mehr nicht. Ob und wie sie rechtsverbindlich werden, das wird wohl nächstes Jahr in Durban/Südafrika behandelt. Trippelschritte…
Kein gutes Gefühl…
Nein, das sieht nicht nach einem Durchbruch aus hier. Man hat das Gefühl, die Stimmung kippt gerade. Es ist nur ein Gefühl. Aber Fortschritte sind nicht sichtbar, die Probleme die alten, die Erklärungen auch und Lösungen nicht in Sicht.





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