Wozu noch nach Kopenhagen fahren?

Abgelegt unter Vor Kopenhagen am 17.11.2009

Das ist derzeit die beliebteste Frage von Kollegen in Interviews: wozu muß man eigentlich noch nach Kopenhagen fahren. Da wird es doch sowieso kein Ergebnis geben. Die Nachrichen aus Fernost vom APEC-Treffen und über die Reise Obamas u.a. in China, die lesen sich gerade so, als sei der Klimaschutz abgehakt. Geniale Schlagzeile der FTD gestern: “Rettung der Welt abgesagt”.  

Es ist ziemlich mühsam zu erklären, was ich hier ja auch in früheren Einträgen versucht habe: so viel reißen kann Kopenhagen vielleicht nicht mehr, aber es kann dort viel kaputt gehen.

So rechnen die Amerikaner

Abgelegt unter Vor Kopenhagen am 13.11.2009

Was können die Amerikaner in Kopenhagen bieten? Davon wird viel abhängen. Es kann ja nicht so furchtbar viel sein. Rechnen wir: das Gesetz, das im Repräsentantenhaus schon durch ist, das würde dazu führen, dass die USA bis 2020 4% weniger Treibhausgase ausstoßen. Die Pläne, die im Senat noch umstritten sind, laufen auf 7% weniger hinaus. Die EU hat 20% garantiert. Und 30% in Aussicht gestellt, wenn auch andere vergleichbares tun. Davon kann ja dann keine Rede sein. Beide Blöcke blieben damit mehr oder weniger deutlich unter den 25-40% Reduktion, die sich aus den wissenschaftlichen Anforderungen ergeben.
Aber die Amerikaner sehen das ganz anders: einen Vorgeschmack auf ihre Argumentation hat Chefunterhändler Pershing in Barcelona gegeben: der Obama-Abgesandte geht davon aus, dass sein gutwilliger Chef ja nicht für die Schlamperei seines Vorgängers verantwortlich gemacht werden könne. Und deshalb wählt er einfach 2005 als Basisjahr – satt des international üblichen und vergleichbaren Jahres 1990. Dann läuft die US-Idee auf –17% oder sogar –20% hinaus. Und die EU hätte plötzlich alle Vorleistungen, die sie schon gemacht hat verloren und es sähe so aus, als böte sie nur noch –12% an. So kann man das auch sehen!

Abgelegt unter Vor Kopenhagen am 10.11.2009

p10409612Das ganze Wochenende ist mir das durch den Kopf gegangen: ist das nun wirklich ein Problem, wenn in Kopenhagen kein voll gültiger Vertrag unterzeichnet wird - oder ist das keins? Es ist eine Enttäuschung, glaube ich. Denn es war bis vor wenigen Wochen common sense, dass dort ein Vertrag zustande kommen müßte. Jetzt reden viele davon, dass das ja nicht das Wichtigste sei. … Tatsächlich ist die Formfrage vielleicht weniger wichtig als die unterschwellige Botschaft die diese Änderung vermittelt: im Zweifel interpretieren wir uns unsere Beschlüsse halt nach Bedarf zurecht. Zuerst nur in der Form, dann vielleicht auch im Inhalt?

Kopenhagen kann trotzdem noch ein Meilenstein werden. Aber es gibt keine Garantie mehr dafür. Wer einmal schiebt, der traut sich nicht….

Barcelona - und wie weiter?

Abgelegt unter Vor Kopenhagen am 06.11.2009

 

Es müsste noch ein Wunder geschehen, wenn die Welt sich in Kopenhagen auf einen fertigen Klimaschutzvertrag einigen würde.

Wunder sind selten. Wenn es ohne gehen muss, dann gibt es eine Hängepartie, mit optionaler Verlängerung und am Ende vielleicht Elf-Meter-Schießen.

Das Grundproblem: können die USA sich schon im Dezember auf fixe Zahlen beim Klimaschutz festlegen? Kann Präsident Obama ein Papier unterschreiben, das ihn zuhause verpflichtet bevor seine Klimaschutzgesetze durch sind? Kaum. Aber nur dann wäre das Komplettpaket zum Rundum-Klimaschutz international zu haben. Wahrscheinlicher ist. Die Amerikaner sagen: ihr seht doch, wir machen ja so schnell wir können. Also beschließt mal schön und haltet uns einen Platz warm. Nächstes Jahr setzen wir uns hin.

Das klingt nicht dumm. Aber was, wenn die Chinesen das gleiche Recht für sich in Anspruch nehmen?

Oder wenn die Entwicklungsländer das nicht mitmachen. Sie waren in Barcelona schon undiplomatisch wütend über den Gang der Dinge und fühlen sich schlicht mit dem Schaden am Klima alleine gelassen. 

Es wird ein Höllenritt in Kopenhagen. Immer zwischen totalem Scheitern und einem mäßigen Deal. Egal wie der juristisch gefasst wird.

Denn über den Stress mit der Form geht derzeit der Inhalt leicht vergessen: es geht darum, den Treibhauseffekt zu bekämpfen – und zwar schnell und deutlich. Und da sind die Industriestaaten weit von dem entfernt, was wissenschaftlich Analysen ihnen abverlangen.

Ein wirklich radikaler Schritt scheint aber ziemlich unmöglich.

Wenn es in Kopenhagen keinen Vertrag fertigen Vertrag gibt, sondern nur politische Erklärungen: Egal wie wohlklingend die dann sind: es bleibt dann auf Monate hin eine Zitterpartie.

 

 

 

 

Die Zeit läuft ab - warum eigentlich?

Abgelegt unter Vor Kopenhagen am 06.11.2009
Tck, tck, tck, tck...
Tck, tck, tck, tck…

In Kopenhagen muss es ein Klimaschutzabkommen geben - muss es ? Wieso eigentlich? Wenn’s diesmal nicht klappt, dann halt nächstes Jahr…. vielleicht..

Es gibt so die Tendenz, den Druck raus zu nehmen bei den KLimaverhandlungen. Und da muss man sich noch mal fragen: ist das nur ein grüner Spleen, dass ausgerechnet Kopenhagen ein neues ABkommen liefern soll?
Bisher ist das einzig verbindliche Abkommen zum KLimaschutz das Kyoto-Protokoll. Das regelt die Sache bis Ende 2012. Und dann wäre theoretisch Schluss mit allen Auflagen, mit dem Klimagashandel und so. Dann dürften alle ungestraft wieder voll abdampfen. Das ist  naürlich nicht so gewollt. Also sollte es von Anfang an ein Folgeabkommen geben. Klimaschutz als Jahrhundertprojekt mit immer neuen strafferen Vereinbarungen. Gut, hat vor allem die betroffene Wirtschaft gesagt: wenn das so ist, dann wollen wir aber vor allem Verläßlichkeit. Wir wollen wissen, dass und wie das weitergeht, dann können wir uns drauf einstellen. Und deshalb haben die UN-Mitglieder vor 2 Jahren in Bali beschlossen: in Kopenhagen machen wir einen Knopf dran. Das ist im Interesse der Wirtschaft wichtig! Da gibt es einen neuen Klimaschutzvertrag. Das ist ein politisch bindender Beschluss. Nur: daran will keiner mehr erinnert werden. Und alle tun so, als wäre das nur eine Idee grüner Spinner…

Frust über die USA

Abgelegt unter Vor Kopenhagen am 05.11.2009

Die USA am Pranger Barcelona - die letzten Vorbereitungen auf den Klimagipfel in Kopenhagen. Und es ist wie immer: die USA als großer Hemmschuh. Frust, Wut, Enttäuschung…

War da nicht die große Hoffnung auf Obama? Bislang: Fehlanzeige. Die Umweltgruppen verleihen den Amerikanern einmal mehr ihr “Fossil of the day”. Weil die US-Regierung einfach nicht weiterkommt mit dem KLimaschutz, weil der Kongress auf Zeit spielt… Die Afrikanischen Delegationen äußern sich öffentlich wütend. Im Plenum. Wenn es so weitergeht, geht es gar nicht weiter, sagen sie und blockieren alles, bis die Amerikaner endlich loslegen. Und aus der deutschen Delegation ist zu hören: wir haben es meistens mit den gleichen Leuten aus den USA zu tun. Nur die Köpfe sind ausgetauscht - da wird viel in Aussicht gestellt, aber nichts geliefert.

Technisch ist fast alles vorbereitet - aber ob es wirkliche Entscheidungen gibt, das steht in den STernen - in denen auf dem Star spangled banner…

Zwischenstand aus Bonn

Abgelegt unter Vor Kopenhagen am 08.04.2009

 Was unterscheidet eine Kette von Klimakonferenzen von einem mehrgängigen Menü? Man wird erst beim Nachtisch satt. Davor ist alles zäh, wenig appetitlich und nicht wirklich nahrhaft.

Gerade geht in Bonn die erste Vorbereitungskonferenz für den großen Kopenhagener Gipfel im Dezember zu Ende. Es wird noch mindestens zwei, wahrscheinlich vier weitere geben!

Ein Wahnsinn in Tüten, den meiner Ansicht nach können diese Veranstaltungen ALLEINE wenig bringen. 

Sitzt da jetzt aber nicht in Washington eine neue – willige – Regierung. Haben nicht die Schwellenländer noch in Posen bei der letzten großen Klimakonferenz zugesagt: wir werden mitmachen? Und jetzt wieder das: och nöö. Vielleicht doch nicht.

Das ist Taktik. Und – noch – kein Grund zur Sorge. Die spielen alle Mikado - wer sich zuerst rührt, hat verloren. Was mir wirklich Sorge macht:

dass die Finanz- und Wirtschaftskrise so viel Zeit und Kraft von den Regierungen fordert, dass sie dem Klimaschutz zu wenig Beachtung schenken. Diese Verhandlungen sind kompliziert und müssen durch viele politische Signale und Treffen begleitet und geleitet werden. Aber beim G20-Gipfel oder beim EU-US-Gipfel am vergangenen Wochenende stand das Thema zwar auf der Tagesordnung, aber außer zwei, drei dürftigen Formulierungen kam nichts dabei heraus. Die Damen und Herren waren mit Dingen beschäftigt, die kurzfristig wichtiger scheinen. Dabei dürfte ihnen allen bewusst sein, dass die Krise die größte Chance bietet, die Wirtschaft auf Nachhaltigkeit zu trimmen – in jeder Beziehung. Aber das ist schwierig zu vermitteln, wenn die Erfolge sich erst nach der übernächsten Wahl einstellen werden.

Barack Obama will demnächst die Spitzen der wichtigsten Wirtschaftsnationen nur zum Klimaschutz zusammenbringen. Hoffentlich haben sie Zeit dafür…

Schluss, Ende, Aus…

Abgelegt unter Vor Kopenhagen am 12.12.2008

Die Konferenz verläppert.. Die meisten sind einfach klammheimlich abgehauen. Hier tut sich nichts mehr. Wir haben uns rückversichert: es wird noch einen formalen Abschluss geben, aber keine Dinge mehr, die man verstehen kann. Selbst für einen Profi kann Arbeit eher schön oder eher frustrierend sein. Das hier war ersteres nicht. Kopenhagen im nächsten Jahr verspricht mehr. Auch unter professionellen Gesichtspunkten…Der Einfachheit halber einfach mein Abschlusskommentar:Dieses Jahr war für den Klimaschutz ein verlorenes Jahr. Die Gräben haben sich eher vertieft in Posen. Das liegt vor allem an Staaten wie Kanada, Australien und Japan, aber auch an Russland, die mit aller Macht versucht haben, jede neue Diskussion zu blockieren – im Gegenteil: sie haben nach hinten verhandelt. Sie ignorieren die Daten der Wissenschaftler, die sagen:  wenn der Klimawandel im vertretbaren Rahmen bleiben soll, müssen die Industriestaaten noch viel mehr tun! Die EU: die war mit sich selbst beschäftigt. Die Lokomotive des Klimazugs hatte Triebwerksstörungen.Die Botschaft, die in Posen bei vielen angekommen ist: die EU bietet starke Worte, aber wenn es hart auf hart kommt, kneifen die auch. Wer der Welt predigt, dass Klimaschutz die wirtschaftliche Entwicklung nicht behindert, der muss auch und gerade in rauen Zeiten beweisen, dass er das selbst glaubt. Bemerkenswert ist, was sich in den Schwellenländern tut. Sie legen eigene Konzepte zum Klimaschutz vor. Bieten freiwillige Verpflichtungen an im Kampf gegen den Klimawandel. Da ist der Wille erkennbar, mit zu machen. Sie fordern dafür aber einen Preis – und das Wort darf man ruhig wörtlich nehmen. Sie wollen Geld. Für die Anpassung an den Klimawandel, für moderne Technologien, die ihnen den Weg in eine saubere Zukunft möglich machen. Aber zu spät zu schwach kam das Signal der Reichen: Wir machen das.Die USA haben enorm Punkte gemacht. Das sind Vorschusslorbeeren. Aber die Ankündigung: Wir sind wieder im Spiel, wir wollen – mit den anderen gemeinsam – gegen den Klimawandel kämpfen, die war das einzige Begeisternde in dieser ernüchternden Konferenz.Das nächste Jahr wird entscheidend. In Kopenhagen soll ein neues Klimaschutz-Abkommen geschlossen werden. Posen war kein guter Start.     

Ein glücklicher(?) Gabriel

Abgelegt unter Vor Kopenhagen am 12.12.2008

Sieht so ein glücklicher Mann aus? - Copyright Werner Eckert, SWRDen Erzengel Michael hatten wir schon diese Woche (Eis) – jetzt ist es Gabriel. Der deutsche Umweltminister hat sich förmlich überschlagen bei den Lobpreisungen des Kompromisses, den die EU in Brüssel gefunden hat. Da kann man zumindest geteilter Meinung sein. Rauschenden Beifall hat in Posen aber ein anderer bekommen:   der einstige US-Vizepräsident und Friedensnobelpreisträger Al Gore. Al Gore - Copyright Werner Eckert, SWR   Auch Al Gore ist ein Vertreter des „neuen“ Amerika. Und er vermittelte etwas wie Faszination bei diesem Treffen, das so arm daran war. Die Konferenz löst sich auf, aber sie ist nicht zu Ende. Wie immer zieht sich das. Wir warten, damit wir mit Abschlussbericht und –kommentar den Deckel drauf machen können. Es wäre super, wenn wir anschließend noch mit den Kollegen im Team essen gehen könnten. Wer weiß….

USA zurück im Spiel

Abgelegt unter Vor Kopenhagen am 11.12.2008

Das haben die Amerikaner drauf: Heute abend haben wir John Kerry getroffen, den neuen Vorsitzenden im auswärtigen Ausschuss des Senats, einen engen Vertrauten von Barack Obama. Er führt die Hintergrundgespräche für die neue Regierung bei der Klimakonferenz. Seine Botschaft / klar und verständlich zum Punkt:1) Wir sind zurück im Spiel, Obama nimmt den Klimaschutz ernst und wird sich wieder ernsthaft  an multilateralen Verhandlungen beteiligten2) Die USA werden ein internationales Abkommen auch jetzt nur unter der Bedingung akzeptieren, dass auch China und Indien und die anderen Schwellenländer mitmachen.3) Das wird viel wahrscheinlicher, weil diese Schwellenländer eben immer auf der Mitwirkung der USA bestanden haben.Er hat schlicht gute Stimmung vermittelt. Deutlich wurde jedenfalls, dass die schmal-lippige Zeit der Verweigerung vorbei ist. Interessant war auch die Rede des chinesischen Chefdelegierten vor der Klimakonferenz. Er hat ganz klar auch Zusagen seines Landes in einem künftigen Klimaschutzabkommen in Aussicht gestellt. Auch wenn sonst nicht viel in Posen passiert. Das lässt zumindest hoffen.

…und schon hat ihn Deutschland

Abgelegt unter Vor Kopenhagen am 10.12.2008

Kaum habe ich das “Fossil of the Day” vorgestellt, kriegt ihn Deutschland: weniger für seine Haltung bei der Klimakonferenz, viel mehr für die Position der Kanzlerin in Brüssel. Die Umweltschützer sehen das so: Deutschland will an die eigenen Industrie jede Menge Klimaschutz-Zertifikate verschenken und stimmt - um das zu kriegen - auch noch zu, dass in anderen Ländern, wie Polen, die Zertifikate an die Stromhersteller verschenkt werden. Ist das jetzt nur Druck, den die Umweltschützer aufbauen wollen?

Fossil of the day

Abgelegt unter Vor Kopenhagen am 10.12.2008

Klima-Fossil - Copyright Werner EckertJeden Abend vergeben mehr als 400 Umweltverbände das “Fossil of the day”. Der Dino auf Silberfuss ging überproportional oft an Kanada, Japan und Australien. Das hat vor allem damit zu tun, dass diese Staaten die Zusagen der Industriestaaten offenbar hinter den Text von Bali zurückverhandeln wollen. Auch die EU hat mal was abgekriegt wegen ihres zögerlichen Verhaltens. Polen gleich zu Beginn für seine Kohlepolitik und seine harte Haltung innerhalb der EU.
Auffällig: die USA blieben bislang völlig verschont. Ist das der Obama-Bonus? Bei früheren Konferenzen waren sie abonniert auf diesen Preis.
Wir hatten heute eine erste Begegnung mit Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Seine Hauptaussage: die EU muss in Brüssel darauf achten, dass sie ihre Glaubwürdigkeit in Posen nicht verliert. Er selbst ist in Posen, die Kanzlerin in Brüssel - das sagt ein bißchen was über die Verhältnisse derzeit. Während vor Bali die Staats- und Regierungschefs sich in Sachen Klimaschutz mächtig ins Zeug gelegt haben, ist diesmal keine solche Rückendeckung auszumachen. Kann es unter solchen Umständen ein sinnvolles, neues Klimaschutzabkommen geben?

Jetzt kommen die Minister

Abgelegt unter Vor Kopenhagen am 09.12.2008

Offiziell beginnt zwar das so genannte High-Level-Segment erst am Donnerstag, aber der Bundesumweltminister ist schon in Posen und wird ab morgen bilaterale Vorarbeit mit Kollegen leisten. Ob das was nutzt, steht diesmal dahin, denn ohne einen Beschluss auf EU-Ebene in Brüssel wird hier kein EU-Mitglied einen leichten Stand haben. Heute abend tritt Sigmar Gabriel erst mal bei einer Veranstaltung des Stromriesen RWE auf.
Zwischen Minister und Kanzlerin, zwischen Ministerium und Kanzleramt, knackt es offenbar auch ganz nett. Letztlich aber positionieren sich ja auch alle schon im Vorwahlkampf. Bislang hatte dergleichen nur einen geringen Einfluss auf internationale Verhandlungen. Diesmal scheint das anders. Wir werden sehen…

In Warschau spielt die Musik

Abgelegt unter Vor Kopenhagen am 09.12.2008

Es wird voller, spürbar. Gestern war ja noch ein islamischer Feiertag und deshalb gab es keine offiziellen Verhandlungen. Somit ist jetzt ein langes Wochenende vorüber und es sind viele neue Teilnehmer dazu gekommen. Das vermittelt zunächst mal eine andere Stimmung, auch wenn in der Sache ja nichts passiert ist. Die Musik spielt heute ohnehin in Warschau, wo sich der polnische Premier Tusk mit Kanzlerin Merkel trifft. Viele Umweltschützer sind zu einer Demo da hin gefahren. Thomas Rautenberg macht das für die ARD vom Studio in Warschau aus. Wir halten hier die Stellung.

Mein Blog-Eintrag über die nette Begrüßung in Polen hat einige Reaktionen gebracht. Dazu so viel: es ist halt so passiert. Wenn da Überheblichkeit zum Ausdruck kommt, dann gehe ich in mich. Die Feststellung, dass alles prima organisiert ist, kann man natürlich auch so verstehen. Aber wie soll ich sonst sagen?

Mit dem Eis schmilzt Hoffnung

Abgelegt unter Vor Kopenhagen am 07.12.2008

Erzengel Michael - Copyright Werner EckertDer Erzengel Michael in Eis. Hat ja auch was mit dem Klimawandel zu tun. Gestern abend war auf dem Posener Marktplatz eine internationale Meisterschaft im Eisfiguren-Schnitzen. Wirklich schön - wie auch der ganze Weihnachtsmarkt, mit n(f)etter polnischer Wurst, Glühwein eines Händlers aus Potsdam und allem drum und dran. Die Figuren haben die Nacht kaum überlebt. Es ist nicht kalt genug, heute Mittag waren die meisten schon zusammengebrochen. Schade. Ausdrücklich machen wir dafür nicht den Klimawandel verantwortlich, das liegt nur am Wetter. Aber: wie die Eisfiguren, schmilzt so langsam auch meine Hoffnung, dass in Posen etwas zu Stande kommt. Ein mexikanischer Delegierter hat mir gestern abend bei der berühmten Party der NGOs gesagt: Wir langweilen uns! Das ist kein gutes Zeichen.

So leer habe ich ein Konferenzzentrum während einer Klimakonferenz noch nie gesehen. Hier in dieser Halle pulst sonst das Leben. Auch wenn Sonntag ist, ein bißchen mehr war sonst schon los….

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