Es müsste noch ein Wunder geschehen, wenn die Welt sich in Kopenhagen auf einen fertigen Klimaschutzvertrag einigen würde.
Wunder sind selten. Wenn es ohne gehen muss, dann gibt es eine Hängepartie, mit optionaler Verlängerung und am Ende vielleicht Elf-Meter-Schießen.
Das Grundproblem: können die USA sich schon im Dezember auf fixe Zahlen beim Klimaschutz festlegen? Kann Präsident Obama ein Papier unterschreiben, das ihn zuhause verpflichtet bevor seine Klimaschutzgesetze durch sind? Kaum. Aber nur dann wäre das Komplettpaket zum Rundum-Klimaschutz international zu haben. Wahrscheinlicher ist. Die Amerikaner sagen: ihr seht doch, wir machen ja so schnell wir können. Also beschließt mal schön und haltet uns einen Platz warm. Nächstes Jahr setzen wir uns hin.
Das klingt nicht dumm. Aber was, wenn die Chinesen das gleiche Recht für sich in Anspruch nehmen?
Oder wenn die Entwicklungsländer das nicht mitmachen. Sie waren in Barcelona schon undiplomatisch wütend über den Gang der Dinge und fühlen sich schlicht mit dem Schaden am Klima alleine gelassen.
Es wird ein Höllenritt in Kopenhagen. Immer zwischen totalem Scheitern und einem mäßigen Deal. Egal wie der juristisch gefasst wird.
Denn über den Stress mit der Form geht derzeit der Inhalt leicht vergessen: es geht darum, den Treibhauseffekt zu bekämpfen – und zwar schnell und deutlich. Und da sind die Industriestaaten weit von dem entfernt, was wissenschaftlich Analysen ihnen abverlangen.
Ein wirklich radikaler Schritt scheint aber ziemlich unmöglich.
Wenn es in Kopenhagen keinen Vertrag fertigen Vertrag gibt, sondern nur politische Erklärungen: Egal wie wohlklingend die dann sind: es bleibt dann auf Monate hin eine Zitterpartie.