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Problem: Private Fernsehsender in HD

09.09.2016, von

Herr G. schrieb mir: Sie haben im Bericht von der IFA erwähnt, dass bald alle Sender nur noch in HD ausgestrahlt werden. Ich habe jeweils für mein Smartphone und Tablet die App “Zattoo TV” dort sind alle Sender im Bezahl TV natürlich auch gesperrt. Ich kann mir ja für meinen TV eine Karte besorgen. Wie kann ich aber dann die Sender für Smartphone und Tablet auch freischalten lassen, oder müsste ich dann für beide Geräte auch nochmal bezahlen. Sie erwähnten, dass man fürs TV ein Jahresabo erwerben kann. Wo kann ich das erwerben?

Andreas antwortet: Ich hatte vom digitalen Antennenfernsehen gesprochen. Das wird es ab dem 29. März 2017 nur noch in HD geben und heißt dann DVB-T2 HD. Nach einer kurzen Probephase kosten die Privatsender Geld und sind über freenet TV zu bekommen, Kostenpunkt 69 Euro im Jahr. Kostenlos in niedriger Auflösung (SD) werden die Programme dann nicht mehr ausgestrahlt. Das brauchen Sie aber nicht, wenn Sie alles über Zattoo schauen.

Zum selben Thema kam auch eine Frage von Herrn K.: Ist der Empfang der Privatsender ab Sommer 2017 mit einem HD-Receiver für Antenne auch in SD-Qualität möglich? Denn wenn das nicht möglich ist, bleibt uns nur der Satellitenempfang, weil wir kein Kabel haben. Der Fachhandel konnte mir diese Frage nicht beantworten.

Andreas antwortet: Beim digitalen Antennenfernsehen lassen sich die Privatsender künftig den Empfang in HD bezahlen und strahlen aber gleichzeitig nicht mehr in SD aus. Beim Satellitenempfang über Astra kosten die Privaten in HD ebenfalls Geld, die Firma HD+ verlangt 60 Euro im Jahr. In SD sind sie immer noch kostenlos empfangbar, wie lange noch, ist unklar. Ich kenne keinen konkreten Termin, zu dem die unverschlüsselte Verbreitung von SD-Programmen per Satellit eingestellt wird. Es soll aber Gespräche dazu geben.

Problem: Antivirus bei Windows 10

24.08.2016, von

Frau H. schrieb mir: ich habe seit ein paar Wochen Windows 10. Freunde haben mir gesagt, ich brauche nun kein Extra-Virenschutz-Programm mehr, weil Windows 10 sicher ist. Stimmt das?

Andreas antwortet: ich würde ein Antivirus-Programm weiter empfehlen. Windows 10 ist sicherer als frühere Versionen, aber nicht gegen Schadprogramme immun. Das eingebaute Programm namens Defender ist zwar besser, als die Vorgänger-Versionen, aber immer noch nicht so gut, wie die renommierten Produkte. Sie brauchen aber kein komplettes Paket, die kostenlosen Varianten von Avast, Avira und AVG sind ebenfalls gut. Wenn Sie die hin und wieder erscheinenden Werbefenster zu arg stören, können Sie ja immer noch auf die Kaufvariante wechseln.

Ratgeber: Windows 10 noch kurze Zeit kostenlos

08.07.2016, von

Immer wieder erreichen mich jetzt Fragen zum Upgrade auf Windows 10. Microsoft drängt die Benutzer derzeit mit aufploppenden Fenstern regelrecht zum Upgrade. Ab dem 29.07.16 wird Windows 10 wohl nicht mehr kostenlos sein. Soll ich jetzt upgraden? Was passiert, wenn ich es nicht mache?

Wer seinen Rechner noch eine Zeitlang nutzen möchte, kann relativ gefahrlos auf Windows 10 wechseln, möglichst noch bis zum 29.07. Zuächst ist es wichtig, eine komplette Datensicherung durchzuführen, etwa mit dem kostenlosen Programm von Paragon, auf eine externe Festplatte zum Beispiel. Dann mit dem Media Creation Tool von Microsoft die richtige Version von Windows 10 herunterladen und auf eine DVD oder einen Stick sichern. Dann vom derzeit laufenden aktuellen Windows das Upgrade starten. Das kann dann locker eine Stunde oder auch mehr dauern, bis alles installiert ist.

Wer dann von Windows 10 nicht überzeugt ist, kann innerhalb von 30 Tagen in aller Regel problemlos wieder auf das vorherige System zurück. Das geht im Menü “Einstellungen” bei “Update und Sicherheit” über den Punkt “Wiederherstellen”. Da steht dann zum Beispiel “Zu Windows 8.1 zurückkehren”. Mit den Klick auf “Los geht’s” wird das vorige System wieder zurückgespielt.

Der Vorteil einer Installation von Windows 10 bis zum 29.07. ist der, dass bei Microsoft damit eine Art Fingerabdruck von der Hardware Ihres Rechners hinterlegt wird. Der bleibt auch erhalten, wenn Sie wieder zum alten System zurückkehren. Sollten Sie zu einem späteren Zeitpunkt nochmal Windows 10 ausprobieren wollen oder eine Neuinstallation von Windows 10 planen, wird der Rechner automatisch erkannt und Sie brauchen keine Seriennummer dazu. Das Upgrade bleibt dann kostenlos.

Problem: Microsoft schiebt Live Mail aufs Abstellgleis

03.06.2016, von

Viele Nutzer sind mit dem kostenlosen Mail-Programm von Windows glücklich. Es ist einfach, leicht zu bedienen und übersichtlich. Windows Live Mail löste einst Outlook-Express ab, jetzt schiebt es Microsoft aufs Abstellgleis und lässt es dort verrotten.

Windows Live Mail wurde zwar seit 2012 nicht mehr erneuert, es tut aber als Teil der so genannten Windows Essentials seinen Job. Das wird es auch künftig, kurioserweise aber nicht mehr mit E-Mail-Konten von Microsoft. Office 365, Hotmail, Live Mail, MSN Mail, Outlook.com und wie sie alle heißen wurden unter der Oberfläche technisch vereinheitlicht. Als Folge arbeiten sie nicht mehr mit Live Mail zusammen. Microsoft könnte jetzt Live Mail aktualisieren, macht das aber nicht. Stattdessen soll der Nutzer umsteigen auf Alternativen.

Der Nutzer dieser Konten kann weiter über die Weboberfläche E-Mails empfangen und verschicken. Das ist aber nicht so komfortabel wie Live Mail. Wer es mit einem echten Programm machen möchte, was dann auch offline Funktionalität bietet, dem rät Microsoft das mächtige Outlook zu nutzen. Das ist aber im Abomodell bei Office 365 aber nur im ersten Jahr kostenlos. Dann werden Gebühren von 99 euro pro Jahr fällig. Office lässt sich auch richtig kaufen, dann werden für Office Home and Business 2016 einmalig 279 Euro fällig. Wer Windows 8.1 und 10 nutzt, kann zum Mailen die vorinstallierte App nehmen, die auch mit den Microsoft-Konten weiter funktionieren wird.

Wer das alles nicht möchte, kann auf andere Programme umsteigen, sollte das aber bald machen, denn nach dem 30. Juni 2016 ist Schluss. Weitere Informationen von Microsoft dazu:

https://support.office.com/de-de/article/Windows-Live-Mail-2012-stellt-keine-Verbindung-mit-Outlook-com-her-45453b92-373b-4bbb-88ca-f8ec74f8e8fd

Problem: Analogabschaltung beim Kabel-TV

03.05.2016, von

Frau M. schrieb mir: Ich habe ein TV-Gerät HD Ready und einen analogen Festplattenrecorder und empfange über Kabel (Unitymedia). Da spätestens 2017 der analoge Empfang abgeschaltet wird, stellt sich mir folgende Frage: Was ist die sinnvollste, zukunftsfähigste und möglichst kostengünstigste Lösung, wenn ich aufnehmen und gleichzeitig ein anderes Programm sehen möchte. Eine Set Top Box nutzt mir dabei wahrscheinlich wenig. Neuer Fernseher und neuer Recorder? Fernseher mit integrierter Festplatte sind sehr teuer und bei Reparatur ist auch der Fernseher weg. Für mich eigentlich keine Lösung.

Andreas antwortet: Oft macht ein neuer Fernseher Sinn, der hat dann einen digitalen Kabeltuner eingebaut. Viele Geräte haben eine Funktion, die sich PVR-ready nennt. Dann können Sie hinten einen USB-Speicherstick oder eine Festplattte anschließen und aufnehmen. 350 bis 500 Euro kosten die etwa, je nach Größe. Hat der TV einen Dual-Tuner (auch Doppel- oder Twin-Tuner genannt), können Sie ein Programm schauen und ein anderes aufzeichnen. Unterm Strich dürfte es aber günstiger sein, statt dem Doppel-Tuner einen zusätzlichen digitalen Kabelreceiver mit PVR-Funktion zu kaufen. Die gibt es ab ca. 50 Euro, ein TV mit Doppel-Tuner kostet vergleichsweise mehr Geld zusätzlich.
Sie können sich auch alternativ bei Unitymedia einen Receiver mieten, dann können Sie auch sämtliche Pay-TV Angebote nutzen, sind aber in der Auswahl des Geräts eingeschränkt. Rechnet man alles zusammen dürften die Kosten für ein eigenes Kauf-Gerät auf 1-2 Jahre gerechnet günstiger sein, als die monatliche Miete beim Anbieter.

Kaufberatung: Neuer Laptop

26.02.2016, von

Immer wieder erreichen mich in den vergangenen Wochen Fragen zum Kauf eines neuen Laptops, wie diese von Frau S. Sie schreibt: Ich brauche meinen Laptop hauptsächlich für die Uni (Hausarbeiten o.Ä.), spiele aber auch machmal, was können Sie mir raten?

Andreas antwortet: Ein Windows-Laptop für die gängigsten Büroaufgaben muss nicht mehr als 500 Euro kosten. Normalerweise ist da bereits Windows 10 installiert. Wer einen Rechner mit Windows 8.1 kauft, muss sich darüber im Klaren sein, das erstmal stundenlang Updates geladen werden, bis das Gerät einsetzbar ist. Darüberhinaus sind ein paar Aspekte wichtig.
Wie groß soll der Bildschirm sein? Für die meisten Aufgaben reicht eine Diagonale von 15,6 Zoll aus. Ist der Bildschirm kleiner, ist der Laptop transportabler. Ist der Bildschirm größer, ist der Laptop teurer und eignet sich eher als Daheim-Rechner, der sich leicht verstauen lässt.
Muss ein DVD-Brenner eingebaut sein? Auch das beeinflusst den Preis und die bauliche Größe. Es kann günstiger sein, sich ein externes Laufwerk mit USB-Anschluss zu kaufen, das dann nur bei Bedarf angeschlossen wird.
Eckdaten: Häufig werden Intel-Prozessoren in Laptops verbaut. i3 heißt die “schwächste” Serie, i5 hat für alle normalen Aufgaben genug Power, i7 ist für Spieler genau richtig. Die Festplatte sollte 500GB haben, mit 1TB hat man genug Platz. Der Hauptspeicher darf gerne 4GB oder mehr haben, mehr als 8GB sind aber nur notwendig, wenn zahlreiche Fenster gleichzeitig geöffnet sind und etwa gleichzeitig viele große Fotos oder Videos bearbeitet werden.
Eine SSD-Festplatte ist deutlich schneller als eine herkömmliche Festplatte mit rotierenden Magnetscheiben, aber auch teurer. Wer sparen möchte, kann ein Gerät mit herkömmlicher Festplatte kaufen und diese auch noch in ein paar Jahren gegen eine SSD tauschen.
Markengeräte halten zumeist länger und sind weniger störanfällig, als die Ware aus dem Discounter. Die alte Handwerkerregel gilt auch hier: wer billig kauft, kauft zweimal.

Problem: Umstieg auf Windows 10

17.12.2015, von

Immer wieder erreichen mich Fragen zu Windows 10. Ein paar will ich hier beantworten:

F: Es hieß am Anfang, man soll noch warten mit einem Umstieg auf Windows 10, bis die Kinderkrankheiten ausgemerzt sind. Wann ist das soweit?
A: Seit Mitte November 2015 gibt es eine neue Version, die von Microsoft mit der Versionsnummer 1511 bezeichnet wird. Darin sind einige Punkte besser als in der allerersten Version. Sie können also umsteigen. Was jetzt besser ist, steht zum Beispiel hier bei heise.de

F: Ich habe Windows 10 installiert, jetzt funktioniert mein Drucker/Scanner/Maus nicht mehr. Was tun?
A: Das ist eine Treiberfrage. Die Hersteller bieten gerade für ältere Geräte keine Windows-10-Treiber zum herunterladen an. Fragen Sie gezielt beim Hersteller nach, per E-Mail. Wenn genügend Nutzer das tun, vielleicht merkt der Hersteller, dass es sich lohnen würde. Ansonsten können Sie folgendes versuchen: Gerät vom PC abklemmen, Stecker ziehen, in der Systemsteuerung (Geräte Manager) deinstallieren. Rechner neu starten. Gerät wieder anstöpseln. Manchmal wird es dann erkannt und der windowseigene Treiber installiert. Ansonsten funktioneren manchmal auch die Treiber von Windows 7 oder 8.1.

F: Ich habe seit ein paar Wochen Windows 10 auf meinem PC, leider muss ich nun feststellen, dass der PC immer langsamer wird. Im Internet surfen macht gar keinen Spaß mehr. Was kann ich tun?
A: Eine Neuinstallation ist immer die sauberste Möglichkeit, die aber am meisten Zeit verschlingt. Sie können es auch mit “ausmisten” versuchen. Die Zeitschrift PCGamesHardware hat hier eine umfangreiche Liste, mit Möglichkeiten zu schrauben.

F: Ich habe auf meinem PC Windows 10 runtergeladen, komme langsam zurecht. Ich habe noch einen Laptop mit XP den ich zwar selten benutze, jedoch hätte ich auch hier gerne Windows 10. Wie kann ich in den Genuß eines kostenlosen Windows 10 kommen, gibt es einen Umweg über Zwischenspeicher vom PC auf USB Stick?
A: Es ist fraglich, ob Windows 10 auf alten Geräten läuft. Wenn Sie älter als 5-7 Jahre sind, kann das ein Problem sein. Und: Windows 10 bekommen Sie nur kostenlos, wenn Sie von Windows 8.1 oder Windows 7 upgraden. Sonst kostet das System ca. 50 Euro bis 100 Euro, ja nach Ausführung. Direkt über einen Stick geht das leider nicht.

F: Windows 8.1 nervt mich ständig, ich solle auf Windows 10 umstellen. Das will ich nicht. Lässt sich das nicht abstellen?
A: Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Je nach dem wie versiert Sie sind können das Zwangs-Upgrade verschieben oder verhindern. Die Kollegen von chip.de haben da ein paar Tipps zusammengestellt.

F: Windows 10 gefällt mir nicht, ich will mein altes System wieder haben. Wie komme ich zurück zur vorherigen Version?
A: Unter Einstellungen, Windows Update, Wiederherstellung, gibt es einen Punkt der heißt (z.B.) “zu Windows 8 zurückkehren”. Das geht bis zu 30 Tage nach der Installation von Windows 10.  Dann wird das vorherige System wiederhergestellt und Windows 10 entfernt.

F: Wie kann ich bei Windows 10 den Store wieder installieren? Der reagiert nicht mehr.
A: Ich habe im Forum bei Dr. Windows dazu eine Anleitung gefunden, die aber nicht ganz einfach ist.

Ratgeber: Tipps zum erfolgreichen Anbieterwechsel

16.11.2015, von

Wer jahrelang nicht seine Telefonrechnung überprüft, legt meistens drauf. Oft gibt es mehr Leistung zum selben Preis oder ein ähnlicher Vertrag ist deutlich günstiger zu haben. Nach einem Preisvergleich kommt dann meist der Anbieterwechsel. Der kann schief gehen (so wie bei mir), häufig geht aber alles glatt, wenn Sie paar Tipps beachten.

Nicht selbst kündigen
Wenn Sie einen neuen Anbieter etwa mit einer Preisvergleichsseite gefunden haben, sollten Sie bei seinem bisherigen Anbieter anrufen und erfragen, wie lange Ihr jetziger Vertrag noch läuft. Hier können Sie durchaus durchblicken lassen, dass Sie kündigen möchten. Keinesfalls sollten Sie aber direkt kündigen, sondern das immer den neuen Anbieter machen lassen. Planen Sie genug Zeit dafür ein, innerhalb eines Monats kann der Wechsel schief gehen.

Nummer mitnehmen
Am selben Ort können Sie Ihre Telefonnummer zum neuen Anbieter mitnehmen, mit dem Fachbegriff  „portieren“ genannt. Dazu gibt es oft ein Anbieterwechselformular, das genau ausgefüllt werden muss. Wichtig sind dabei, dass Name und Anschrift exakt so angegeben werden, wie sie beim alten Anbieter registriert sind. Geben Sie darauf auch sämtliche Rufnummern an, die Sie mitnehmen möchten. Schicken Sie es am besten per Post oder faxen es an den neuen Anbieter. Ein Foto als Anhang einer E-Mail kann unter Umständen nicht richtig erkannt werden. Fragen Sie nach ein paar Tagen beim neuen Anbieter nach, ob auch wirklich alle Unterlagen vorhanden sind oder ob noch was fehlt.

Möglichst ohne Unterbrechung
Hat der alte Anbieter mitbekommen, dass Sie wechseln wollen, darf er die Versorgung nicht einstellen, auch wenn der alte Vertrag bereits ausgelaufen ist. So steht es im Gesetz. Der bisherige Anbieter muss solange weiterversorgen, bis der neue übernommen hat. Am Tag der Umstellung darf es zwar zu einer Unterbrechung kommen, die darf aber insgesamt nicht länger als einen Tag dauern.

Beschwerde
Sollte es doch zu einer längeren Unterbrechung der Versorgung kommen, sollten Sie sich bei der Bundesnetzagentur schriftlich beschweren. Ein entsprechendes Formular gibt es online auf der Webseite, sowie eine Rufnummer zu einer Hotline der Bundesnetzagentur. Dass es durchaus Probleme beim Wechsel geben kann, zeigt die Zahl der Beschwerden, die 2014 bei 28.000 lag.

Nochmal in eigener Sache: Andreas wieder online

13.11.2015, von

Seit dem 12.11.15 am späten Nachmittag bin ich wieder online. Die Schaltung hat geklappt, der neue Anbieter hat die Versorgung aufgenommen. Danke an alle, die im Hintergrund sämtliche Hebel dafür in Bewegung gesetzt hatten! So waren es statt der befürchteten 33 Tage nur 11 Tage ohne Internet.

Es ist dann schon komisch, wieder online zu sein. Die Rechner ziehen sich stundenlang updates, ich kann wieder Audio-Streamingdienste nutzen, Musik ertönt über mein Multi-Room-System in allen Räumen und das online pokies Telefon klingelt! Huch. Irgendwie war es auch ganz schön oldschool so ohne Internet. Ich werde die Zeit in Erinnerung behalten, aber nicht vermissen.

In eigener Sache: Andreas offline

04.11.2015, von

Wie ein DSL-Anbieterwechsel so richtig schief gehen kann.

Ich bin privat bei mir zuhause seit 2.11.2015 13.08 Uhr ohne Telekommunikationsversorgung. Mein alter Anbieter (O2) hat die Leitung gekappt, mein neuer Anbieter (Telekom) sie noch nicht geschaltet. Nächster möglicher Termin 4.12.2015. Viereinhalb Wochen ohne Internet, WLAN und Festnetz, 33 Tage, wenn alles gut geht. Der ARD Multimedia-Experte ist privat ohne Internet und kann nichts dagegen tun.

Die Geschichte im Detail. Ich hatte das so genannte Triple-Play, Mobilfunk, Festnetz und Internet bei O2. Ich war mit der Mobilfunkversorgung von O2 lange schon unzufrieden, weil ich in Gebäuden, im Zug und auf größeren Veranstaltungen kein ausreichendes Netz hatte. Die Verträge waren am Auslaufen, also kam ich auf die glorreiche Idee, den Anbieter komplett zu wechseln, ins „beste Netz“ zur Telekom. Schon der Wechsel des Mobilfunks war mehr als holprig. Es war klar, dass ich zu der Zeit als die neue SIM-Karte mir zugeschickt werden sollte, auf der Messe IFA in Berlin sein werde. Aber kein Problem, an der Telekom-Hotline sagte man mir zu, dass ich die Karte einfach rechtzeitig vorher zugeschickt bekommen werde. Sie kam aber nicht. Am 2.9.2015 versuchte DHL-Express mir die Karte zuzustellen, ich war aber nicht da. Drei weitere Zustellversuche von DHL-Express schlugen fehl. Der Bote kam einfach nicht in dem Zeitfenster wie mit der Hotline vereinbart, sondern ein einem Fall anderthalb Stunden früher. Am 13.09.2015 endete mein Vertrag bei O2, ab 14.09.2015 ca. 9 Uhr war ich ohne Mobilfunk und ohne mobiles Internet. Ein Tag offline, das geht ja gar nicht. Ich habe an der DHL-Hotline getobt (was sonst wirklich nicht meine Art ist), ohne Ergebnis. Nein, eine weitere Zustellung am selben Tag sei einfach nicht möglich. Tags drauf, am 15.09.2015 standen dann (ohne dass es vereinbart war) morgens zwei DHL-Express-Mitarbeiter vor der Tür und drückten mir freudestrahlend die neue SIM-Karte in die Hand. Zwei Wochen, um eine Express-Sendung zuzustellen, wird aus meiner Sicht dem Begriff Express nicht gerecht. Und ein Tag offline im Mobilfunk, ich dachte das sei schlimm. Es sollte aber noch schlimmer kommen, denn ich wollte ja auch mit DSL und Festnetz wechseln.

Am 21.09.2015 beauftragte ich bei der Telekom mit dem Paket Magenta Zuhause M den Anbieterwechsel. Meine Rufnummer wollte ich behalten, die kann ja portiert werden. Gleichzeitig kündigte ich rechtzeitig und zeitlich ausreichend bei O2 zu Ende Oktober, was sich schließlich als Fehler herausstellen sollte. Am 25.09.2015 schickte ich der Telekom das Anbieterwechselformular, fragte ein paar Tage später an der Hotline nach, ob alles klar sei, ja es sei alles klar. Einen Monat (!) später, am 22.10.2015 erhielt ich einen Anruf von der Telekom, es würde noch das Anbieterwechselformular fehlen. Nein, ich hatte das nicht gefaxt, ich habe privat kein Faxgerät, sondern gemailt. Offenbar auch ein Fehler. Am selben Abend noch kontaktierte ich die O2-Hotline und bat den Termin für die Umstellung um einen Monat zu verschieben, auf Anfang Dezember. Das wurde mir auch so zugesagt. Ich bin mir da deshalb so sicher, weil ich noch nachgefragt hatte, ob sich der Vertrag nicht etwa um zwölf Monate verlängere, nein, hieß es, nur einen Monat.

Am 2.11.2015 schaltete schließlich O2 meinen DSL-Anschluss trotzdem ab. Nichts zu machen, die Leitung sei weg, hieß es an der O2-Hotline. Weg ist weg. Kurios: Meine Rufnummer gibt O2 für den neuen Anbieter aber erst zum 4.12. frei, ich hatte ja die Kündigung um einen Monat verschoben… Da ist einiges schief gelaufen, von beiden Anbietern.

Rechtlich gesehen darf O2 die Versorgung eigentlich gar nicht einstellen. Es gibt da klare Vorgaben von der Bundesnetzagentur. Das nützt im Zweifel nichts, wenn die Leitung weg ist und der Anschluss tot. Neu zu schalten würde es 20 Werktage dauern, hieß es bei O2. Dann ist es auch Ende November. Jetzt habe ich die Wahl, meine geliebte private Rufnummer behalten oder schnell wieder einen neuen Internet-Anschluss. Wenn ich schon “Stornierung des jetzt laufenden Auftrags” und “Neubeauftragung” höre, dann denke ich bin ich mit den derzeit avisierten 33 Tagen offline noch gut bedient.

Ich bin nicht allein betroffen, 28.000 Beschwerden über Probleme beim Anbieterwechsel sind im Jahr 2014 bei der Bundesnetzagentur eingegangen. Dieses Jahr wird es mindestens eine Beschwerde mehr sein, nämlich meine.

Das sagen die Netzbetreiber zu meinem Fall:

Stellungnahme O2:
Aufgrund der von Ihnen beschriebenen Verzögerungen beim Portierungsvorgang ist es prozesstechnisch leider nicht mehr möglich, den Anschluss weiterzuversorgen. Wir bemühen uns, mit der Deutschen Telekom schnellstmöglich eine Lösung herbeizuführen. Wir bedauern die Ihnen entstandenen Umstände und möchten Ihnen in der Zwischenzeit einen kostenfreien Surfstick für die Internetnutzung zur Verfügung stellen.

Stellungnahme Deutsche Telekom:
Hallo Herr Reinhardt,
 wir können sehr gut nachvollziehen, dass Sie verärgert sind. Ihre konkreten Fall lasse ich anhand der persönlichen Daten derzeit prüfen.
Zum Grundsätzlichen: Wir wissen dass die Prozesse beim Wechsel zwischen den Anbietern noch nicht in allen Fällen so funktionieren, wie sie sollten. Gemeinsam mit unseren Wettbewerbern müssen wir weiter daran arbeiten. Richtig ist aber auch: Von den jährlich mehr als drei Millionen Anbieterwechseln in Mobilfunk und Festnetz laufen die allermeisten problemlos. Konkrete Fallzahlen zu den Problemfällen liegen mir nicht vor. Zu den erwähnten 28.000 Beschwerden kann ich allerdings sagen, dass diese sich nicht nur auf den Anbieterwechsel beziehen, sondern alle Probleme beinhalten.
 Die Prozesse des Wechselns sind im Festnetz technisch sehr komplex und teilweise sind immer noch manuelle Arbeiten nötig, was leider auch zu Fehlern führen kann. Hinzu kommt, dass die Kunden auch nicht immer vollständige bzw. korrekte Angaben machen. Die Telekom hat bereits Verbesserungsmaßnahmen getroffen: Als einer der ersten Anbieter hat die Telekom im Oktober 2013 die vollautomatische Wechsel-Schnittstelle fertiggestellt. Zudem haben wir mit den größten Wettbewerbern einen zusätzlichen Eskalationsprozess für Kundenbeschwerden zum Anbieterwechsel gestartet. Im Telekommunikationsmarkt gibt es rund 400 Anbieter. Deshalb ist es nicht ganz einfach, vollautomatische Prozesse für den Anbieterwechsel im Festnetz zu etablieren, wie es ihn im Mobilfunk bereits gibt.
Die Bundesnetzagentur hat in ihrer Pressemitteilung selbst darauf verwiesen, dass wir uns „aktiv an der branchenübergreifenden Erarbeitung und Einführung effizienterer Prozesse zur langfristigen Verbesserung des Anbieterwechsels“ beteiligen. Das werden wir mit Nachdruck weiterhin tun. Der Wechselprozess muss für die Kunden reibungslos funktionieren.
 Aber: Geben Sie ihren Zuschauern/Lesern bitte auch mit auf den Weg, dass diese bitte nie selbst kündigen sollten. Das sollte immer der neue Anbieter machen. Damit kann man einige Stolpersteine aus dem Weg räumen.

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