. . Ein Projekt vom SWR

Aus dem Herzen Amerikas zurück ins Schwabenland – ein Rückblick. Was waren Eure Highlights?

19.09.2012, von

Es ist Mittwochmorgen, noch sehr früh, und ich sitze gemeinsam mit hunderten anderen deutschen Austauschschülern im Flugzeug von New York nach Frankfurt. Langsam kommt der Frankfurter Flughafen in Sicht, der Ort, an dem alles begann, und an dem nun alles endet. Glauben kann das noch kaum einer von uns, realisieren schon gleich gar nicht. Und doch wissen wir alle an diesem warmen Junitag, dass es nun endgültig vorbei ist. Ein Jahr habe ich in Amerika verbracht, ein Jahr, das so anders war als alle anderen Jahre zuvor und wohl auch danach. Vieles habe ich erlebt dort drüben: Spannendes, Interessantes, Überraschendes, gelegentlich auch Enttäuschendes – doch das brauche ich Euch nicht zu  erzählen. Denn alleine war ich nicht in den USA – im Gegenteil: Ihr, meine Leser und Leserinnen wart immer bei mir und habt quasi mit mir zusammen eines der faszinierendsten Länder der Welt erkundet. Und da kommt auch das noch relativ „neue“ Medium Web-Log/Blog ins Spiel, das uns über die vergangen Monate genau diese Verbindung ermöglicht hat. Erinnert Ihr Euch noch an den Tag, an dem alles anfing? Gemeinsam reisen wir über New York ein, überqueren die Grenze und treffen die ersten freundlichen Amerikaner. Wenig später geht die Schule los, Amerika gedenkt der Opfer des 11. September, während sich in der Finanzmetropole Charlotte wütende Occupy-Aktivisten zur Bank of America aufmachen. Überall bin ich dabei, nein falsch: WIR sind dabei. Der Blog ist unser interaktives Kommunikationsmittel, weg vom alten Sender-Empfänger Modell, hin zur modernen Kommunikation des einundzwanzigsten Jahrhundert. Interessante Kommentare, E-Mails und andere Rückmeldungen – stets habt auch Ihr Leser dieses  Projekt auf Eure eigene Art und Weise mitgestaltet. Auslands-Blogs gibt es viele, wir wollten uns unterscheiden mit einem Konzept, das sowohl die persönliche Perspektive als auch   klassische journalistische Berichterstattung aus dem Ausland beinhaltet. Das erfordert natürlich viel Kreativität, Ausdauer und vor allem ganz viel Mut: Besonderen Dank dafür nochmal an meine Redaktion, die mich immer unterstützt und von Anfang an gesagt hat: „Jugendlicher Auslandskorrespondent – tolle Idee, lass uns das versuchen“. Und danke natürlich auch an Euch alle, die Ihr immer fleißig interaktiv dabei wart und das „Erlebnis“ Blog sichtbar bereichert habt.

Es ist nun also September 2011, und der junge Blogger Marcel kommt mit seinen Lesern im Gepäck in der neuen Heimat Amerika an. Nun geht sie also los, die Geschichte von unserer Zeit im verrücktesten Land der Welt, den Vereinigten Staaten von Amerika. Kaum bin ich da, steht auch schon der 10. Jahrestag der furchtbaren Anschläge vom 11.September bevor: Wir Europäer können uns gar nicht vorstellen, was dieser Tag für einen jeden Amerikaner noch heute bedeutet. „Was verbindet der Amerikaner mit diesem Tag?“, frage ich meine Mitmenschen in Hickory, „und wie fühlt man sich heute?“. Emotional, bewegend, sind die Reaktionen. Nicht zu sehen in meinem Film über Amerikas Umgang mit dem Jahrestag ist Steve. Steve ist um die 50, gestandener selbstbewusster Mann, von Beruf  Psychologe. Weinend bricht er zusammen, als er vom 11.September erzählt, mich berührt dieser Moment zutiefst, und gleichzeitig zeigt er, wie hart die Anschläge im eigenen Land einen jeden Amerikaner für die Ewigkeit getroffen haben. Auch in der Schule macht sich die allgemeine Anspannung bemerkbar. Polizisten patroullieren auf den Gängen, die Türen werden verschlossen und Überwachungskameras montiert. Sicher ist sicher. Mit dem Chor üben wir die Nationalhymne ein, um sie später voller Stolz und Inbrunst auf einer Gedenkfeier zum Besten zu geben. Man merkt, Amerika ist nicht gespalten, es rückt sogar noch enger zusammen.

Wochen verstreichen und ich lebe mich schnell ein: „Happy Birthday“ heißt es immer wieder montags, „wer hat denn heute wieder Geburtstag? Schlau sind sie schon die Amis, und so legt sich das Volk, das mit Urlaub längst nicht so gesegnet ist wie wir verwöhnten Europäer, einfach sämtliche (Geburts)-Feiertage berühmter Persönlichkeiten auf – wer hätte es gedacht – einen Montag. Ob Abraham Lincoln, Martin Luther King oder George Washington: Eines jeden Geburtstag wird unabhängig vom Datum immer montags gefeiert, langes Wochenende inklusive. Für mich bedeuten die langen Wochenenden vor allem eins: Reisen, Reisen, Reisen. „Was ist Reisen?“ fragt sich Anatole France im 19.Jahrhundert, „ein Ortswechsel?“. „Keineswegs“, meint er, „beim Reisen wechselt der Mensch seine Meinungen und Vorurteile!“. Mir geht es genauso: Ob Florida, Kalifornien, Las Vegas oder die Blue Ridge Mountains in Tennessee. Ob Washington, New York oder die Outerbanks im Atlantik. Nirgendwo bin ich alleine, wieder habe ich Euch im Rucksack dabei und darf meine Erlebnisse mit Euch teilen. „Wie vielseitig kann ein Land denn noch sein?“, frage ich mich oft, wenn ich das ländliche Hickory mit der liberalen Millionenstadt Los Angeles vergleiche. „Ist das wirklich ein einziges Volk?“, frage ich mich, wenn ich auf der einen Seite weltoffene Gastfreundschaft erlebe und auf der anderen fundamentalistische Hassprediger gegen alles hetzen, was schwul, arm oder muslimisch ist. „Sind solche zwei Menschen, von Grund auf unterschiedlich, wirklich beides Amerikaner“. Die Antwort lautet: Ja! Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten nennen viele Menschen die USA, auch ich gehöre dazu. Und das im positiven wie im negativen Sinne, man hätte es genauso gut als Land der „unbegrenzten Bandbreiten“ bezeichnen können. Den Versuch, Amerika als Ganzes komplett zu verstehen, den habe ich schnell aufgegeben. Unmöglich. Man kann Amerika spüren, es fühlen und erleben. Es verstehen, dass kann wohl kaum einer. Zu umfangreich sind die Möglichkeiten, zu vielfältig seine Kulturen, Völker und Gesellschaftsschichten.

Meine Reisen führen mich in alle Teile der USA

Wer als Deutscher unterhalten werden will, möglichst Trash-haltig natürlich, der schaut natürlich „DSDS“, „Supertalent“ oder „Bauer sucht Frau“. In Amerika gibt es solche Formate zwar auch, aber zur reinen Unterhaltung reicht allein eine von Grund auf viel ernstere Angelegenheit: Die Politik. Denn obwohl die politische Situation so wichtig, so entscheidend und so kritisch ist, bleibt die politische Landschaft der USA eine kuriose Bühne, die manchmal einem Schlachtfeld und manchmal einem Hühnerhaufen gleicht. Wie gut, dass wir gerade Wahlkampf haben, denn so gehen mir nie die Themen aus. Ob Michele Bachmann, die schwulenfeindliche Steuer-Verweigerin, Herman Cain, der Pizzabäcker, dem der Präsident von „Usbekibekibekistanstan“ egal ist, oder Rick Perry, der sich seine eigenen Parolen nicht merken kann und den Klimawandel selbstverständlich für eine große Lüge hält. Allerhand kuriose und komische Kandidaten haben die Republikaner in ihrem Vorwahlkampf hervorgebracht, so ziemlich jeder war für ein paar Monate Anführender der Umfragen und ist dann doch abgestürzt. Und gewonnen hat mal wieder der Reichste: Ein reicher Unternehmer namens Mitt Romney, der sich in diesen Tagen seine (ehemals nicht mal schlechten) Chancen aufs Weiße Haus höchstpersönlich kaputt redet. Doch nicht nur in Gesprächen, am Fernseher und im Internet verfolge ich den (Vor)-Wahlkampf, ich gehe auch raus und höre mich selbst um. Unvergessen meine Erlebnisse bei der Berichterstattung von der Occupy-Bewegung in Charlotte, für die ich extra eine stundenlange Autofahrt auf mich nehme. Bewegend die Abende bei den Demokraten Hickorys, ich bin dabei als demokratische Muslime oder Hispanics über ihre Probleme und Leiden bei der Integration erzählen und dennoch die große Chance aufzeigen, die sich ihnen in den USA bietet.

Es folgen meine ersten Begegnungen mit amerikanischen Traditionen wie Halloween, Thanksgiving oder „Black Friday“. Hunderte Kinder laufen an ersterem mit schaurigen Kostümen durch die Straßen, eine normale Nebenstraße, an der pro Tag weniger als ein Dutzend Autos entlang fahren, erinnert in dieser Nacht eher an die Stuttgarter Königsstraße in der Weihnachtszeit. Kinder, wohin man schaut, Lichter, wohin man schaut. An Thanksgiving esse ich meinen ersten Truthahn (=turkey) und wenig später geht es zum Black Friday Shoppen in die Mall. Was Black Friday ist? Nun, BF ist in etwa der Tag, an dem der amerikanische Verbraucher seinen Geldbeutel schnappt, Maß und Verstand zuhause lässt, und schon geht es los zum nächsten Shopping-Center. Mit Riesen-Rabatten werben diese für diesen einen Freitag im November, kilometerlange Schlangen, Schläger- und sogar Schießereien sind bei weitem keine Seltenheit, wenn der Kampf um die billigsten Schnäppchen beginnt.

Während sich Amerikaner in den Malls von Florida und im Rest des Landes mit Einkäufen eindecken, stehen vor einer Tankstelle im konservativen Georgia etwa ein Dutzend verzweifelte Autofahrer in einem Gebetskreis zusammen. Gemeinsam flehen Sie Gott an, und zwar um billigere Benzinpreise. Gibt’s nicht? Gibt’s doch! Jeden Samstag ruft der Pastor Marshall Mabry zum „Prayer at the Pump“, dem Gebet an der Zapfsäule. Dass er damit nicht allzu erfolgreich ist, dürfte uns allen mittlerweile bekannt sein. Crazy USA.

Amerikanische Eltern verstehen zum Großteil keinen Spaß, Jungs und Mädchen allein bei geschlossener Tür aufs Zimmer zu lassen, ist für viele undenkbar. Noch besser kommt es auf unserer Chortournee nach Washington: Obwohl mehrere Lehrer und Eltern mit im vollbesetzten Reisebus sitzen, dürfen Männlein und Weiblein nicht nebeneinander sitzen. Es könnte ja etwas passieren. Aha.

„Nutella ist gesund und das perfekte Frühstück!“ Oder etwa nicht? Das jedenfalls dachten sich mehrere amerikanische Mütter jahrelang und wunderten sich dann, warum Ihre Töchter und Söhne TROTZ gesundem Nutella-Frühstück so dick wurden. Klage gewonnen, Nutella muss jedem Kunden 5$ pro Glas zahlen, weil es doch nicht so gesund ist. Satte 25%, das ist jeder vierte Amerikaner, geben offen zu, von der Meldung über die Nichtgesundheit der Nuss-Nougat-Creme überrascht gewesen zu sein.

Pizza und Pommes sind übrigens Gemüse, wo wir schon bei der Ernährung sind. Präsident Obama will gesünderes Schulessen mit mehr Gemüse. Machen wir, denken sich Republikaner und die geldgierige Tiefkühllobby und erklären Pizza (wg.Tomaten) und die öligen Fritten (Kartoffeln) kurzerhand per Gesetz zu Gemüse. So geht’s auch.

Ich könnte jetzt ewig so weitermachen, Euch erzählen von Klos ohne Wasser, von Autos am Strand, von gratis Wiederauffüllen des Cola-Glases, vom Autofahren von der Haustür zum Müll und Briefkasten, von allerlei Kuriosem. Ihr seht, Amerika ist einfach crazy, und man muss es selbst erleben, um es fühlen zu können. Ich hoffe, dass ich Euch zumindest in Ausschnitten daran teilhaben lassen konnte.

„Crazy“, ja, das ist wohl das richtige Wort, um das vergangene Jahr zu beschreiben. Wo immer ich war, was auch immer ich getan habe, ich hatte immer die einzigartige Gelegenheit, es mit Euch zu teilen. Gemeinsam (er-)lebt es sich doch gleich viel besser, oder? Fast ein wenig sentimental, ja geradezu traurig bin ich, wenn ich daran denke, dass dies die letzten Zeilen dieses Blogs sein werden, der über ein Jahr hinweg einen Großteil meines Lebens bestimmt und ausgemacht hat. Über 75 Artikel aus allen Gebieten und Themenfeldern sind es geworden, vom Porträt des Pizzakandidaten Herman Cain bis hin zur eigenen Selbstreflexion und meiner Amerikanisierung. Dazu kommen Videos, Radiobeiträge, Zeitungsartikel und Bildergalerien, in denen ich Euch den großen Mythos USA ein Stück näher zu bringen versucht habe. Auch ich habe mich natürlich verändert, weiterentwickelt und neu fokussiert. Ich habe das Bloggen nicht nur gelernt und praktiziert, ich habe es geradezu gelebt. Dass sich die Anerkennung für meine Leistungen auch in Preisen und Auszeichnungen widergespiegelt hat, ist schön, am meisten bedeutet mir jedoch Eure Unterstützung, Ihr seid es, für die ich das alles mache. Doch keine Sorge, ganz werde ich nicht verschwinden, ich werde weiter bloggen, auch weiter im SWR. Neue, spannende Aufgaben warten, und ich freue mich auf diese genauso wie auf jede andere journalistische Tätigkeit. Die USA, mein Amerika, wird jedoch für immer in meinem Herzen erhalten bleiben, auch wenn ich nicht mehr darüber berichte – für ein Jahr meine Heimat gewesen, werde ich dieses Land nie vergessen, und vielleicht sieht man sich ja mal wieder in der Zukunft.

Als Abschluss des Blogs möchte ich Euch noch einmal alle darum bitten, in Euren letzten  Kommentaren Euren Lieblingsartikel, Eure schönste Erinnerung an meinen Blog oder einfach das für Euch lustigste Ereignis mitzuteilen. Damit will ich auch Euch die Chance geben, Good-Bye zu sagen, und zu sagen, was Euch am besten gefallen hat. Ich wäre Euch dafür sehr, sehr dankbar.

„I guess it is time to say Good-Bye now“, und auch wenn das Herz weint, so werde ich Euch dennoch nie vergessen. „Danke“, „Thank You“, „Good-Bye“.

Olympia-Kommentar: Warum Amerika uns alle schlägt!

15.08.2012, von

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Der Kommentar im Wortlaut: 

Die Olympischen Spiele von London sind vorbei, Auf‘s und Ab‘s inklusive. 11 Mal Gold gab es für Deutschland, aber leider auch viele Enttäuschungen. Es tobt eine Diskussion über die Lage im deutschen Spitzensport, ausgelöst durch die astronomischen Zielvorgaben des Innenministeriums. „Versager“, werden unsere Sportler genannt, „untergegangen“ sind die Schwimmer, und auch in vielen anderen Sportarten gab es eher Blech als Edelmetall.

Ganz anders die Situation in den USA: Im Medaillenspiegel haben die Amerikaner nicht nur den Spitzenplatz von China zurückerobert, sondern diese auch um Weiten distanziert. 104 Medaillen haben sie geholt, in mehr als jeder dritten Entscheidung gab es eine Medaille für einen US-Atlethen. Darunter 46 Goldene, mehr als Deutschland insgesamt hat. „Made in America“, das ist im Moment das non-plus-ultra des olympischen Spitzensports.

Was sind die Gründe? Wie wird ein Land, das allgemein für Fast-Food, dicke Kinder und wenig Bewegung bekannt ist, die Sportnation Nummer 1 der Welt?

Die Antwort liegt dabei nicht in irgendwelchen Sportförderprogrammen von Bund oder Zoll, nicht bei den Medien und auch nicht bei irgendwelchen Trainern. Der Grund, warum Amerika so erfolgreich ist und Deutschland nicht, sind wir: Die Jugend. Über sie geht der Erfolg, denn es sind die ersten Jahre des Lebens, in denen der Grundstein gelegt wird. Zentrale Institution dafür ist in Amerika die Schule. Dort findet im Gegensatz zum deutschen Vereins-System jeglicher Sport statt, trainiert wird schon ab der Grundschule jeden Tag. Und das ganz ohne Zeitstress, Leistungsdruck oder finanzielle Herausforderungen. Alles Probleme, die dem deutschen Schüler oft den Sport auf höchstem Niveau verweigern. Ob G8, Hausaufgaben oder GFS – welcher Gymnasiast kann es sich schon leisten, jeden Nachmittag Stunden über Stunden für seinen Sport zu „verschwenden“?

In Amerika war das anders: 1 Jahr lang habe ich jeden Tag Training gehabt. Erst 3 Monate Fußball, dann Schwimmen und schließlich Leichtathletik. Mit jedem Tag habe ich mich verbessert, meine 800 Meter-Lauf Zeit in nur 3 Monaten um über 30 Sekunden verbessert. So etwas ist nur mit täglichem Training möglich.

Auch die Motivation der jungen Athleten ist in den USA eine ganz besondere Angelegenheit. Jeder identifiziert sich voll mit seinem Team, seiner Schule seinem Land. Wir waren ein Team, eine Gemeinschaft, die immer alles gibt.

Enttäuscht sah man jüngst die 16-jährige US-Turnerin McKayla Maroney mit der Silbermedaille um den Hals, nur Gold hätte für sie gezählt. Diesen Siegeswillen schon in jungen Jahren kann später kein Förderprogramm vom Bund oder Zoll mehr einpflanzen, man muss ihn schlichtweg im Blut haben. Das US-System des täglichen Schulsports auf hohem Niveau ist hier ganz klar im Vorteil.

Wenn sie jetzt wieder kommen, die Rufe nach einer Reform des deutschen Spitzensports, dann bitte, bitte, redet nicht wieder über Geld, über Stützpunkte oder über Sportsoldaten. Liebe Offizielle, redet endlich über die Schulen, den Schulsport und vor allem über uns: Die Jugend. Denn in der Jugend liegen die Frische und das Neue; wir, die Jugend, wir sind die Zukunft.

German Money for Mitt – wie wir Deutschen für Romneys Wahlsieg spenden

14.08.2012, von

Ich unterstütze Mitt Romney und die Republikaner. Und das, obwohl ich es eigentlich gar nicht will. Kein Scherz! Und es kommt noch besser: Ihr tut es auch! Während ich diesen Artikel schreibe, sitze ich in einem ICE der Marke Siemens. Siemens ist mit 105.000$ Großspender der Republikanischen Partei. Der Internetanschluss, von dem aus ich den Blog betreibe, kommt von der Telekom, die wiederum die Republikaner mit 193.500$ unterstützt. Und auch durch meine Flüge mit verschiedenen Airbus-Modellen habe ich das Wahlkampf-Budget der konservativen Rechten der USA aufgebessert. Falls Ihr bei den letztgenannten  Firmen noch nicht als Unterstützer mit dabei seid, gibt es noch mehr Chancen auf ungewollte US-Wahlkampf-Finanzierung. Kontoinhaber bei der Deutschen Bank zum Beispiel unterstützen indirekt Romney, ebenso die Kunden der Allianz. Und wer täglich Medikamente von BAYER schluckt, der „sammelt“  dadurch kräftig für eine Mega-Spende von 261.000 $ des Pharmakonzerns.

Anders als die Konzerne sieht das der einfache deutsche Bundesbürger: „Yes, we can (again) “, denken sich 4 von 5 Deutschen, „Ja, wir wollen eine zweite Amtszeit für Präsident Barack Obama“. Auf 82% Zustimmung bei der deutschen Bevölkerung kann Barack Obama noch immer bauen, nur knapp 10% sind gegen eine Wiederwahl.

Obama oder Romney – das Rennen um die Präsidentschaft ist umkämpft wie nie zuvor

Während Großspenden von Unternehmern in der deutschen Politik noch größtenteils verpönt sind (siehe Hotelspenden-Affäre), wird im amerikanischen Wahlkampf munter drauf losgespendet. Eigene Vorteile und spätere Dankesleistungen erhoffen sich Wirtschaftsunternehmen von dem unterstützen Kandidaten, sollte er denn gewinnen. Um bei einer eventuellen Niederlage nicht leer auszugehen, sorgen viele vor und unterstützen einfach gleich beide Kandidaten – so kann nichts schiefgehen und man hat hinterher auf jeden Fall dem Gewinner geholfen. Bestes Beispiel hierfür ist SAP, das 20.000$ für die Demokraten und 30.000$ für die Republikaner spendet; noch verwirrender wird es bei Firmen wie EADS, die mehr für den demokratischen Kandidaten Obama als für Mitt Romney spenden, gleichzeitig aber die Republikaner stärker unterstützen als Obamas Demokraten. Über die Motive dieses Spendensplittings kann man dabei nur rätseln.

Über die Motive der Finanzbranche, die sich fast ausschließlich auf Mitt Romney festlegt, ist man sich da schon mehr im Klaren: „Die weltweite Finanzbranche hat Angst vor Obamas zweiter Amtszeit“, analysiert der renommierte US-Journalist Don Jordan auf meine Frage hin die Situation, „denn nach einer eventuellen Wiederwahl wäre er nicht mehr auf deren Spendengelder angewiesen und könnte eine Regulierung des weltweiten Finanzmarktes vorantreiben“. Von Mitt Romney, dem konservativen Kandidaten der Republikaner, wird hingegen eine Verschonung der Banken- und Aktienwelt erwartet.

Obwohl eine große Mehrheit der Deutschen für eine Wiederwahl von Barack Obama ist, weiß kaum einer von uns, wen wir über den Konsum bei deutschen Großunternehmen wirklich unterstützen. Ob im Zug, bei den Medikamenten oder durch unser Konto, fast überall geht Geld an die amerikanischen Präsidentschaftskandidaten und deren Parteien. „Geld regiert die Welt“, das bewahrheitet sich auch hier, und so muss ich weiter ungewollt für Romney spenden, hier im ICE.

„Mein Geld hast du nun, lieber Mitt Romney“, denke ich mir, „aber meine Daumen drücke ich nur für Barack Obama!“

 

 

Quelle: WiWO

 

Transatlantische Liberale auf Kuschelkurs – wie ein Wort aus Ungleichen Freunde macht

31.07.2012, von

„Freundschaft“, so bestätigt es mir Wikipedia, ist eine auf Sympathie aufgebaute Verbindung zwischen Menschen, Ländern oder auch Parteien. Als Freund, das bestätigt mir mein eigener Menschenverstand, hat man gemeinsame Interessen, Meinungen oder auch Neigungen. Man hilft sich gegenseitig und greift sich unter die Arme, es ist eine tolle Sache, so eine Freundschaft. Genauso suche ich mir meine Freunde aus, und ich bin mir sicher, das ist bei Euch ähnlich. Wir haben dieselben Interessen, unternehmen Dinge gemeinsam oder unterhalten uns einfach über das Leben.

„Ich heiße Marcel, Du heißt Marcel, also sind wir Freunde.“ Hört sich absurd an, oder? Doch stellen wir uns das einmal vor: Was wäre denn, wenn wir uns unsere Freunde in Zukunft nur nach dem Namen aussuchen? Fritz, der nette Junge und Fritz, der fiese Störenfried, plötzlich beste Kumpels? Helmut Schmidt (SPD) und Helmut Kohl (CDU), von hier auf da befreundet als „Helmut-United“? Schwer vorstellbar.

Doch nehme man mal zwei Parteien in zwei komplett verschiedenen Ländern, ja sogar Kontinenten. Beide haben sie wenig gemeinsam: Die eine, seit Jahrhunderten Partei des einfachen Arbeiters, sozial, setzt sich für Minderheiten, Arme und die Schwachen ein. Die andere, bisweilen verschrien als Klientel-Partei, Lobby-gesteuert, Arbeitgeber-freundlich. Eigentlich das komplette Gegenteil, zumindest auf den ersten Blick. Doch es gibt etwas, das diese Parteien verbindet, nein, kein Parteiprogramm, keine gemeinsamen Ziele, es ist, man höre: Ein Wort. Ja, ein Wort, das verbindet, ein Wort das Feinde zu Freunden macht. Und dieses Wort ist „liberal“. Die Rede ist von den Demokraten aus den USA und ihrer Jugendorganisation, den „Young Democrats of America“ und der deutschen FDP mit Tochterorganisation „Junge Liberale“.

Partnerorganisation nennen sich die beiden Jungverbände „YoungDems“ und „JuLis“ stolz, den Bundestagswahlkampf 2009 hat man im Zuge eines gemeinsamen Projekts gar gemeinsam geführt. Dazu sind extra Vertreter der Young Democrats aus den USA nach Deutschland geflogen und haben ihren liberalen „Genossen“ Tipps gegeben, wie man denn so einen modernen Wahlkampf am besten gewinnt. Die beiden Jungparteien sehen sich selbst als Schwestern im Geiste, beide sind vertreten im Internationalen Verband liberaler Jugend und stehen sich nach eigenen Angaben von der Ideologie her sehr nahe.

JuLis und YDA nennen sich ,,Schwestern im Geiste“

 Dass die Demokraten in den USA im Gegensatz zur wirtschafts-liberalen deutschen Schwesterpartei  sozial-liberal und arbeitnehmerfreundlich ausgerichtet sind, stört hierbei keinen. Es gibt doch noch das eine Wort, Zauberwort „liberal“. Auch ich war während meines Jahres in den USA liberal, sehr aktiv liberal sogar. Hier wäre vielleicht der richtige Zeitpunkt, einmal den Unterschied zwischen deutschem „liibeeraal“ und amerikanischem „lübrell“ (ja, so spricht man das aus) zu erklären. „Lübrell“, das war ich, und die meisten meiner Freunde auch, „lübrell“, das bedeutet in in den USA sozialliberal und ist das Gegenteil vom vor allem im Süden weit verbreiteten fundamentalistischen Konservatismus. Homosexualität ist eine Sünde, andere Religionen falsch und Steuern sollen die Reichen doch bitte kaum zahlen. Wer auch immer mit einer dieser Thesen nicht einverstanden ist, darf sich in Amerika getrost liberal nennen, wobei liberal meist noch als Synonym mit progressive (=fortschrittlich) genannt wird.

In Deutschland ist das schon ein bisschen anders mit diesem „liberal“. Die FDP hat sich in den letzten Jahren vor allem durch ihren Wirtschaftsliberalismus ausgezeichnet, der Staat soll sich doch bitte raushalten und Vermögen nicht einfach umverteilen. Das ist nicht zuletzt der Grund, warum sie von ihren Kritikern immer wieder – sorry, ich weiß, sie hört es nicht gerne – als Partei der Zahnärzte und Rechtsanwälte bezeichnet wird. Der komplette Gegensatz eigentlich zu den US-Kollegen, die Gewerkschaften unterstützen und für die der Arbeitnehmerschutz oberste Priorität hat.

Ich könnte es mir jetzt einfach machen und behaupten: „ Die nennen sich Freunde, obwohl sie nichts gemeinsam haben, ich habe Euch entlarvt!“ Doch diese Art der Bewertung will ich nicht  vornehmen, und sie steht mir auch nicht zu. Ich will, dass Ihr Euch selbst ein Bild machen könnt von den „Gemeinsamkeiten“ der beiden Freundesparteien, auf denen jeweils „liberal“ draufsteht, und die deshalb meinen, Freunde zu sein. Hierfür habe ich den Presseabteilungen der beiden Jungparteien jeweils 10 Thesen zur Beantwortung übermittelt zu Themen, die die gegenwärtige Politik beschäftigen. Die Antworten darauf habe ich hier gegenüber gestellt – mit den Orginalzitaten (kursiv) der jeweiligen Partei. Die ungekürzten Antworten im Wortlaut findet ihr hier in der Gallerie.

1)   Eine Regierung sollte in wirtschaftlichen Krisenzeiten regulierende Konjunkturpakete (u.a. Investitionen in Infrastruktur und neue Energien sowie Arbeitslosenförderung) einführen, um die Wirtschaft anzukurbeln, auch wenn sie dadurch eine hohe Neuverschuldung in Kauf nimmt. 

 Wie auch die Mutterpartei FDP sehen die Jungen Liberalen „Konjunkturpakete im Sinne staatsgläubiger Wirtschafts- und Fiskalpolitik kritisch.“ Als Begründung wird hierbei die hohe Staatsverschuldung zu Lasten zukünftiger Generationen angegeben. Diesen würde zu unserem Vorteil eine erfolgreiche Zukunft verbaut, meinen die JuLis: „Denn die Politik entwickelt immer neue Ideen, wie das Geld ausgegeben wird, aber nicht, wie Schulden wieder abgebaut werden. Die Zinslasten schränken dann den finanziellen Gestaltungsspielraum künftiger Generationen ein.“

Anders sieht das die amerikanische Partnerorganisation Young Democrats of America: Sie sieht den Staat als eine wichtige Institution (valuable tool) zur Beseitigung gesellschaftlicher Ungerechtigkeiten und wirtschaftlicher Probleme. Als „indispensible“ (unabdingbar, unverzichtlich) wird hierbei die Aufgabe der Regierung bezeichnet, in Bildung, öffentliche Einrichtungen und den Nachwuchs zu investieren.

Während die JuLis ausschließlich über „strikt befristete und komplett durchfinanzierte“ Konjunkturpakete mit sich reden lassen, fordern die amerikanischen Kollegen (We Support…“) unter anderem eine Erhöhung des Mindestlohns (increased minimum wage), staatlich finanzierte Wohnprojekte (public housing programs), Weiterbildung sozial Benachteiligter (vocational education), staatliche Mikro-Kredite in Gebieten sozialer Armut (micro-lending practices in areas of high poverty) und vieles mehr. Auch erhöhte und langfristige Investitionen in Infrastruktur und erneuerbare Energieen gehören nach der Auffassung der Young Democrats zu den Aufgaben einer Regierung: „…continued and increased Federal investment in our countrys aging infrastructure and in alternative energy.

2) Großverdiener mit einem Jahreseinkommen über 1.000.000/$ sollten eine extra Reichen-Steuer bezahlen

 Einig sind sich JuLis und YoungDems darin, dass starke Schultern mehr tragen können als schwache. Die Interpretation und Auslegung dieser These erfolgt jedoch in komplett verschiedene Richtungen. Während die deutschen Liberalen reine Neid-Steuern kategorisch als dumm ablehnen, wollen ihre amerikanischen Brüder die Steuerlast direkt mit der Fähigkeit des Einzelnen, zu zahlen(the ability of the individual to pay) verknüpfen. Hierbei werden konkrete Zahlen genannt: Abschaffen will man die unter der Regierung Bush verabschiedeten Steuersenkungen für Großverdiener (Expire the Bush tax cuts), ab einem Jahreseinkommen von einer Viertel Million Dollar (individuals over 250.000$ per year) sollen Reiche in Zukunft wieder stärker in die Pflicht genommen werden. Um eine starke Konzentration von Vermögen in den Händen weniger (ensuring that wealth does not become concentrated in too few hands) zu verhindern, fordert man auf der anderen Seite des großen Teichs außerdem die Wiedereinführung einer verbindlichen Erbschaftssteuer (restoration of the estate tax) sowie die Schließung von Schlupflöchern (clorsure of loopholes) , die der Oberschicht das Hinterziehen von Steuern ermöglichen.

 

3)   Die Konsolidierung des Staatshaushalt hat oberste Priorität, weg mit der Staatsverschuldung.

 Bei den amerikanischen Liberalen unterstützt man langfristige Haushaltspläne (long-term budget), die über ganze Wirtschaftszirkel (business circle) mit Hoch-und Tiefzeiten ausbalanciert werden sollen. In wirtschaftlichen Tiefzeiten („economic slowdowns“) soll es weiter zu Budgetdefiziten kommen, diese dann später bei einem eventuellen Aufschwung („periods of growth“) ausgeglichen werden.

Anders sieht man das bei den Jungen Liberalen aus Deutschland, wo weitere Staatsschulden grundsätzlich abgelehnt werden: „Nicht erst seit der Staatsschuldenkrise in der Europäischen Union wissen wir [Junge Liberale], dass eine solide Haushaltsführung im Sinne der Generationengerechtigkeit oberste Priorität haben muss.

Daher wollen wir [JuLis] dem Staat über die existierende Schuldenbremse hinaus die Schuldenaufnahme im Grundgesetz verbieten.

 

4)   Zur Bekämpfung von Terrorismus sollten Behörden wie das BKA auf Computer von Verdächtigen zugreifen können sowie deren Nutzungsdaten auslesen können (Vorratsdatenspeicherung).

 In dieser Frage engagieren sich beide Parteien für den Datenschutz,wenn auch in unterschiedlichen Dimensionen. Die JuLis wollen nicht, dass jeder Mensch unter Generalverdacht gestellt und dauerhaft überwacht wird. [Sie]  lehnen daher die Vorratsdatenspeicherung und andere Methoden zur anlasslosen Speicherung und Auswertung von Mobilfunkverbindungsdaten genauso ab wie andere Maßnahmen, die der Sammlung von persönlichen Daten dienen und Bürgerrechte in unverhältnismäßiger Weise einschränken. Außerdem lehnt man Biometrische Pässe, öffentliche Videoüberwachung oder das Erstellen von Bewegungsprofilen ab. Bei den Young Democrats of America will man den Missbrauch nationaler Sicherheit als Rechtfertigung (to justify)  für flächendeckende Verletzungen (widespread violation) von Verfassungsrechten (contitutional rights) verhindern. Gleichzeitig lässt man sich jedoch im Gegensatz zur deutschen Schwesterpartei eine Hintertür offen, indem man die Polizei (police forces) in ihrem Handeln unterstützt, sofern diese die am wenigsten einschneidende (least intrusive) notwendige Aufklärungsmethode verwenden, um Recht und Ordnung im Staate (uphold the law) aufrecht zu erhalten.

 

5)   In Krisensituationen sollte die Bundeswehr auch im deutschen Inland eingesetzt werden.

 In den USA ist der Einsatz der Bundeswehr im Inland seit langem üblich, akzeptiert und stößt auf breite Zustimmung bei der Bevölkerung sowie allen großen Parteien, inklusive der Demokraten und ihrer Jugendorganisation. Dies liegt vor allem an dem positiven Ansehen des Militärs in den Vereinigten Staaten, während die Bundeswehr in Deutschland noch immer kritisch gehen wird, sind die amerikanischen Soldaten wahre Helden, die bewundert und angehimmelt werden. Warum also nicht die starken Muskeln und technisch hoch entwickeltes Gerät einsetzen, wenn es im Ernstfall auf jede helfende Hand ankommt? Mit uns nicht, sagen die Jungen Liberalen Deutschlands, und lehnen einen Einsatz der Bundeswehr im Innern sowie dafür erforderliche Änderungen des Grundgesetzes ab. Außerdem ist man strikt gegen eine Verquickung von Strafverfolgung und Gefahrenabwehr, zweier klar zu trennender Bereiche. In den USA ist ein Einsatz der Armee längst Gang und Gebe, nach den Terroranschlägen vom 11.September wurde sogar eine eigene Inlandseinheit der US-Streitkräfte gegründet, die ausschließlich auf inländische Aufgaben wie Terrorismusabwehr und die Sicherung von Großveranstaltungen spezialisiert ist.

 

6)   Langfristig kann eine so genannte „Flat Tax“ ein faireres Steuersystem bringen.

 Kurz zur Erklärung: Eine Flat Tax nennt man einen Einheitssteuersatz für alle Einkommensschichten, wie er von Vertretern der FDP in Deutschland und vor allem konservativen Republikanern in den USA immer wieder gefordert wird. Im Gegensatz zum progressiven Einkommenssteuersystem, wie wir es in Deutschland haben, zahlt bei einer Flat Tax jeder den gleichen Prozentsatz seines Einkommens, 13% sind dies zum Beispiel in Russland. Dabei zahlt die Krankenschwester mit 500€ Einkommen genauso 13% (=65€) wie der Multimillionär, der 1 Million verdient (130.000€ Steuern).

Obwohl das Thema in der FDP umstritten ist und immer wieder diskuttiert wird, lehnen die JuLis eine „Flat Tax“ ab und bekennen sich stattdessen zum progressiven Einkommenssteuerverlauf in Deutschland – auch wenn dieser gerade im Hinblick auf die Kalte Progression und den Mittelstandbauch reformbedürftig sei. Auch die YoungDems unterstützen ein progressives Steuersystem (progressive tax system), um Reiche stärker in die Pflicht zu nehmen. Gleichzeitig lehnen sie Steuererleichterungen zu Gunsten Hochverdienender (benefiting only the wealthy), wie sie im Zuge einer Flat Tax der Fall wären, konsequent ab.

 

7)   Alle Sozialleistungen sollten zu einem einzigen Sozialgeld/Bürgergeld zusammengefasst werden.

 In den Vereinigten Staaten gibt es viele verschiedene staatliche Sozialleistungen, um die Schwachen der Gesellschaft finanziell wie materiell zu unterstützen. Social Security ist eine Geldzahlung und in etwa vergleichbar mit dem deutschen Arbeitslosengeld, wenn auch in geringerem Umfang. Außerdem gibt es weitere Leistungen wie Medicaid (Unterstützung bei Krankheit), Food Stamps (Essensmarken) oder ähnliches. Die YoungDems befürworten diese Art der Sozialleistung und nennen Social Security das erfolgreichste (most successful) und zukunftsstärkste (most visionary) Sozialprogramm der amerikanischen Staatsgeschichte (in American history). Gleichzeitig unterstützen sie die aktuell vorhandenen Zusatzleistungen, die den Sozialschwachen der Gesellschaft Essen („Food Stamps“), Wohnraum („housing programs“) sowie eine funktionierende Krankenversicherung („Medicaid“) garantieren. Gleichzeitig warnen („We oppose“) die YoungDems vor jeder Art der Kürzung (any reduction) oder Streichung dieser Sozialleistungen.

Wie auch die Mutterpartei FDP verfolgen die Jungen Liberalen seit vielen Jahren das Ziel eines einheitlichen Sozialgelds, einem so genannten „Bürgergeld“. Dies soll dafür sorgen, dass „jemand, der arbeitet, auch in jedem Fall mehr Geld hat als jemand, der nicht arbeitet.“ Hierfür sollen vorhandene Sozialleistungen und Gelder gekürzt oder gestrichen werden, jeder Bürger erhielte eine einheitliche Geldzahlung, von der er sein Leben finanzieren müsste. Aus Sicht der JuLis sichere es einerseits die Existenz jedes Bürgers durch einen Pauschalbetrag materiell ab. Andererseits bleibe es attraktiv, wenigstens einen Teil zum eigenen Lebensunterhalt beizutragen. Sobald der Sozialhilfeempfänger wieder selbst etwas hinzuverdient, geht auch die staatliche Zahlung zurück und wird entsprechend gekürzt.

 

8)   Schüler aller Fähigkeitsstufen sollten in einer einheitlichen Gesamtschule unterrichtet werden.

 In der ständigen deutschen Streitfrage Gesamtschule vs. dreigliedriges Schulsystem halten sich die Jungen Liberalen größtenteils raus, vielmehr halten sie eine Vielfalt der Schulformen für wichtig. Eltern und Schüler bräuchten eine Auswahl an verschiedenen Schulformen; das umfasse das dreigliedrige Schulsystem genauso wie Gesamtschulen. Des weiteren sei die Durchlässigkeit der Systeme wichtig, nichtsdestotrotz solle eine Schulform die bestmögliche individuelle Förderung gewähren.

Die YoungDems of America stehen dagegen zu dem in Amerika etablierten System der Einheitsschule (High School), da dies Jugendliche mit verschiedenen Erfahrungen (diverse experiences), Hintergründen (backgrounds) und Fähigkeiten (abilities) zum gemeinsamen Lernen zusammenbringt. Als Demokraten sehen es die YoungDems als eine ihrer Top-Prioritäten an, die wachsende, sozial-wirtschaftliche Lücke (socio-economic achievement gap) der amerikanischen Gesellschaft zu schließen, die High School als Einheitsschule soll hierfür der erste Schritt im Leben eines jeden Amerikaners sein.

 

9)   Der freien Marktwirtschaft sollen keine Regulierungs-Schranken durch die Regierung auferlegt werden.

 In dieser sozial-wirtschaftlichen Grundsatzfrage verfolgen beide „liberale“ Jungparteien unterschiedliche Anschauungen aus der Sicht verschiedener Marktteilnehmer. Die amerikanischen YoungDems sind hierbei klar auf der Seite der Arbeiter/Arbeitnehmer, die durch strikte Gesetze und Regulierungen (rigorous pro-worker legislation) besonders geschützt werden sollen. Speziell genannt wird hierbei der Employee Free Choice Act, der die Rechte der Arbeitnehmer in den USA (rights of the workers) sichert und sichern soll. Außerdem soll der gesetzliche Mindeslohn (minimum wage) beibehalten und sogar erhöht werden.

Bei den JuLis tritt hier im Gegensatz zur amerikanischen „Partner-Partei“ die stark wirtschafts-liberale Ausrichtung in den Mittelpunkt. Dabei darf auch die berühmt-berüchtigte liberal-ökonomische Leistungsparole nicht fehlen: Marktwirtschaft bedeutet, dass Wohlstand nach Leistung verteilt wird. Dieser Zusammenhang ist gerecht und unverzichtbar, wenn der Markt weiter zu Fortschritt und Innovation motivieren soll. Der Staat hingegen solle nur eingreifen, „wenn feststeht, dass dieser Eingriff zu einer besseren Lösung führt. Denen, „deren Leistungsfähigkeit vorübergehend oder dauerhaft begrenzt ist und die deshalb nicht durch Leistung an der Verteilung des Wohlstandes beteiligt sind, den Verlierern des Leistungskampfes, sozusagen, soll dabei ein „menschenwürdiges Leben“ ermöglicht werden.

 

10)  In der politischen Landschaft von sozialem Links zu konservativem Rechts sind wir JuLis/Young Dems anzusiedeln …..?

 In dieser Frage vermeiden beide Jungparteien eine klare Rechts-Links Positionierung, vielmehr verfallen sie in diplomatische Politikfloskeln, bisweilen auch in idealistische Poesie. Die YoungDems betonen hierbei ihre Vielseitigkeit und unterschiedlichen Hintergründe (various backgrounds) eines Verbandes, der in 48 US-Bundesstaaten aktiv ist. Alle, das eint und verbindet sie, unterstützen sie jedoch die Politik ihres Präsidenten Barack Obama (our presidents agenda) sowie die demokratische Kongressführung (democratic leadership in congress).

Auch bei den JuLis will man sich weder links noch rechts einordnen, viel lieber bezeichnet man sich und den humanistischen Liberalismus als Teil der politischen Mitte. „Während Grüne, SPD und CDU, wenn auch aus verschiedenen Motiven, den Einzelnen bevormunden würden, vertraut man bei den JuLis auf die „Kreativität und Freiheit des Einzelnen.Und das sei mehr als ein Rechts-Links Schema, da ist man sich sicher, „das sei Freiheitsliebe.

 

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Als ideologisch sehr nahe bezeichnen sich die beiden Schwesterparteien im Geiste, der Praxistest zeigt da doch gehörige Unterschiede. Auch wenn sie versucht, sich im Sinne eines so genannten „humanistischen Liberalismus“ zu profilieren, ist die FDP mit Tochterpartei JuLis noch immer eine sehr wirtschaftsliberal geprägte Partei, während die YoungDems auf der anderen Seite des Atlantiks vor allem für sozial-/linksliberales, arbeitnehmerfreundliches Gedankengut steht. Denn liberal ist nicht gleich liberal, schon gleich gar nicht bei zwei so verschiedenen Ländern und Lebensphilosophien. Da kommt es schon mal zu Missverständnissen, und so helfen heute Young Democrats, die normalerweise zusammen mit Gewerkschaften für höhere Mindestlöhne und mehr Sozialleistungen kämpfen, den Jungen Liberalen, die auf einen freien Markt schwören, in der Wohlstand nach Leistung verteilt wird, im Wahlkampf.

Ich werde mir auch in Zukunft meine Freunde nicht nach dem Namen aussuchen, gemeinsame Interessen und Ansichten sind mir da schon wichtiger. Denn wirkliche Freunde fallen nicht vom Himmel, und schon gleich gar nicht findet man sie über  Attribute, die  hier und dort  ganz Unterschiedliches  beinhalten. Das rate ich Euch allen – insbesondere unseren transatlantischen „Liberal-Freunden.“

 

Hier nochmal alle Fragen incl. Antworten in der Bildergalerie:

Frage 1

America – The Country : Die vielen Gesichter der Vereinigten Staaten von Amerika im Rückblick

19.07.2012, von

An der Kasse im Supermarkt fragt mich die stets gut gelaunte Verkäuferin nach meinem Befinden oder erzählt vom Wetter, ihren Kindern oder von den aktuellsten Geschehnissen im Ort. Solche Unterhaltungen enden meist mit einem „Have a great day“ oder „Enjoy Your Life!“ und drücken die positive Stimmung in den Köpfen der Amerikaner aus. Man ist nett, man liebt das Leben. This is America.

In Daytona Beach, Florida, ist der Strand zur Straße geworden, man fährt mit dem Pick-Up Laster am Meer entlang und genießt die (un-)frische Luft. Immer wieder hält ein Truck an, die Familie steigt zum Picknick aus. Bei laufendem Motor mit Klimaanlage, versteht sich. Sogar Staus bilden sich. This is America.

Stau am Strand – das gibt’s nur in Amerika

Wenn ich nach der Schule am Straßenrand sitze und auf meinen Gastvater warte, kommt fast immer einer meiner Freunde vorbei und bietet an mich nach Hause zu fahren. Wo es nur geht, wird einander geholfen, der Ami tut das gerne. Nicht umsonst liegen die USA in den Punkten „soziales Engagement und Hilfsbereitschaft“ der OCED-Studie „Gesellschaft auf einen Blick“  weit vorne. This is America.

In Amerikas Schulkantinen soll es künftig mehr Gemüse geben. Republikaner und Tiefkühlkost-Lobby erklären darauf Pizza und Pommes Frites per  Gesetz zum Gemüse. Kein, Witz. This is America.

Pizza und Pommes per Gesetz zu Gemüse erklärt!

Werden in Deutschland gute Schulleistungen unter Jugendlichen häufig mehr missachtet als respektiert, steht in den USA Anerkennung vor Neid. In allen Bereichen der Schule und des Arbeitslebens erhält man Respekt für das Erbrachte und gönnt es dem anderen. Anstatt „Streber, haste schon wieder gelernt?“ heißt es dort: „You are so talented! Can you please help me next time?“. This is America.

Die Liberalen des Landes fordern mehr Rechte für Minderheiten wie Latinos, Schwarze oder Schwule, gleichzeitig stimmen 60% der Einwohner von North Carolina dafür, die Homo-Ehe für verfassungsfeindlich zu erklären. „Schwule gefährden die heilige Ehe zwischen Mann und Frau“, argumentieren konservative Kirchenvertreter. This is America.

In der Provinz von Hickory, North Carolina, verbringt ein deutscher Austauschschüler ein tolles Jahr voller Erlebnisse, trifft nette Menschen und macht neue Erfahrungen. Ihm gefällt dieses „America“, mit all seinen Aspekten und Facetten. This is him.

Teamgeist wird in Amerika groß geschrieben

This, ja all dies ist Amerika. So verschieden, und doch so einzigartig, so bunt, und doch so grau. Amerika ist und bleibt ein Phänomen, Traum für viele, Vorbild für Menschen aus aller Welt. Ein Jahr lang durfte ich es selbst erleben, mitten drin, statt nur dabei. Und ich bin nicht enttäuscht worden, im Gegenteil. Was dieses Land so besonders macht, will ich Euch jetzt noch ein wenig erzählen, in meiner kleinen Rückblicksserie „America-“. Heute mit Teil 1: America – The Country.

„Was ist denn nun anders in Amerika?“, „Ist es besser als Deutschland?“ oder „Wie war es in Ami-Land?“.10, 20, vielleicht 100 mal ist mir diese Frage schon gestellt worden seit meiner Rückkehr, und jedes Mal muss ich neu nachdenken, so viele Eindrücke und Erfahrungen gilt es unter einen Hut zu bringen. Amerika ist jetzt knapp 8000 Kilometer weg, und doch ist es noch tief drinnen in meinem Kopf – im Kopf eines neuen Marcels, der nun stets fröhlich und gut gelaunt durch die Straßen Stuttgarts läuft.

Denjenigen unter Euch, die die obige Einleitung aufmerksam gelesen haben, dürfte aufgefallen sein, dass dort ein stetiger Wechsel stattfindet zwischen Positivem und Negativem, zwischen tollen Erlebnissen, aber auch herben Enttäuschungen. Wem dies also aufgefallen ist, der versteht nun ein Stückchen besser dieses Land, die Vereinigten Staaten von Amerika. Denn Amerika ist nicht gleich Amerika. Amerika ist ein Land aus 50 Bundesstaaten, 200 Nationalitäten und 300 Millionen Einwohnern unterschiedlicher Herkunft und Abstammung.

Während meines Schuljahres in Hickory bin ich teil einer Klasse aus Amerikanern, Briten, Vietnamesen, Chinesen, Japanern, Deutschen, Russen und Schweizern. Selbst die „echten“ Amerikaner sind keine solchen, ein Großteil von Ihnen hat Vorfahren aus Europa oder dem Rest der Welt. Stolz erzählt fast jeder Amerikaner übrigens bei jeder sich ergebenden Gelegenheit von Ur-Ur-Ur-Großmutter Gisela Jackson aus Hilterholzbach, um dann enttäuscht feststellen zu müssen, dass Deutschland nicht nur aus einem kleinen Kaff besteht, in dem jeder jeden kennt. „Nein, ich kenne Tante Gisela aus Hinterholzbach leider nicht“, muss ich dann jedes Mal antworten, aber sie meinen es ja nur gut.

Wenn ich hier nach einem Jahr ein ganzes Land rückblickend betrachte, dann darf man natürlich auch die aktuelle politische und wirtschaftliche Situation nicht außer Acht lassen. Im Moment befindet sich Amerika im Aufschwung und in der Krise zugleich, wirtschaftlich gesehen immer noch stagnierend, mit einer anstehenden Präsidentschaftswahl, die den Weg des Landes beeinflussen dürfte wie kaum eine zuvor. In meinem Alltag in USA konnte ich die Auswirkungen der schwachen Wirtschaft im vergangenen Jahr miterleben, im ländlichen Hickory, das mit weit über 10% die höchste Arbeitslosenquote North Carolinas aufweist, bleiben bei meinem Gastvater, von Beruf Familienanwalt, mehr und mehr die Kunden aus. „Die Leute wollen sich trennen, können sich aber eine Scheidung und Aufteilung des gemeinsamen Vermögens einfach nicht leisten“, erklärt er die Situation. Und so gibt es bei uns eben nicht immer teures, frisches Essen, sondern oft billiges Fast-Food: McDonalds und Burger King lassen grüßen. Dennoch gibt es Hoffnung für die einstige Weltmacht: Präsident Barack Obama hat angekündigt, weiter in die Zukunft zu investieren. So soll das Bildungssystem verbessert und vor allem sollen die Gebühren für die Universitäten, die heute oft über 30.000$ pro Jahr betragen, gesenkt werden. Ziel: Den Nachwuchs stärken, damit der Amerikaner in einigen Jahren wieder sagen kann, was er sowieso schon denkt, dass es ihm zustehe: „We are the number 1!“.

Ein Jahr Amerika – und ich war dabei. Ich durfte ein Land kennen lernen voll verschiedener Persönlichkeiten, Mentalitäten und Kulturen. Doch ich habe es nicht nur kennen gelernt und er-lebt, ich habe es auch ge-lebt, mit all seinen Facetten, den guten wie den schlechten. Meine Füße stehen wieder auf deutschem Boden, doch mein Kopf, der denkt noch immer ein wenig amerikanisch. Und so gebe ich im Restaurant noch immer amerikanisch – großzügige 20% Trinkgeld, bin ein wenig faul zu Fuß und bin vor allem einfach gut gelaunt. Amerika sei Dank.

Bloggen – Nebenjob und Lebenstraum

17.07.2012, von

Bloggen? Ein toller Nebenjob, der unglaublichen Spaß macht. Für die aktuelle Ausgabe der jungen Lifestyle-Beilage ,,Solo“ haben die Stuttgarter Nachrichten junge Menschen nach verschiedenen Fragen des Lebens gefragt. Ich durfte dabei über meinen ,,Nebenjob Journalismus“ erzählen. Das Ergebnis könnt ihr Euch nun hier durchlesen. Klickt einfach auf das Bild, um meine Antwort zu vergrößern. Wenn Ihr wissen wollt, was andere junge Menschen im Land so machen, dann klickt einfach auf den Link unten, um die vollen 3 Seiten zu erhalten.

Aktuelle Ausgabe ,,Solo“ – Lifestyle der Jugend

Deutsche Austauschschüler in den USA – Interkulturelle Eindrücke eines Jahres voller Erlebnisse

03.07.2012, von

Liebe Leserinnen und Leser,

auch wenn es oft schwer fällt, selbst die schönsten Erfahrungen und Lebensabschnitte finden irgendwann ein Ende. So erging es gerade mir und tausenden anderen Austauschschülern auf der ganzen Welt, für die es vor einer Woche hieß: Koffer packen, und ab nach Hause.

Während des vergangenen Jahres haben wir alle unglaublich viele und eindrucksvolle Erfahrungen gemacht und Spannendes erlebt. Ich habe einige deutsche Austauschschüler nach ihren Erfahrungen in den USA gefragt. Klickt auf das Video, um zu sehen, wie es ihnen in Amerika ergangen ist:

 

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„Einwanderungsland USA“ im Praxistest – Mit Can im Multikulti-Land

25.06.2012, von

„Einwanderungsland USA“ – ein Land, erbaut von verschiedenen Völkern aus verschiedenen Kulturen, und alle leben sie bis heute friedlich gemeinsam. Einwanderungsland USA ist nicht nur der Titel dieses Blogs, sondern steht auch für eine Mulitkulti-Nation, in der Menschen verschiedener Herkunft so lange schon zusammenleben wie sonst wohl an kaum einem Ort dieser Erde. Can Büyükcinar (17), deutsch-türkischer Austauschschüler aus Berlin, durfte dieses einzigartige Land ein Jahr lang mit seiner ganzen Vielfalt erleben, sowohl mit seinen Sonnen-, als auch mit  den Schattenseiten. Besonders für ihn als Deutschen mit Migrationshintergrund war das Leben im Einwanderungsland Amerika etwas ganz besonderes: vor allem die offene Art der Amerikaner und die reibungslose Integration ohne Vorurteile haben es ihm angetan. „Ein unglaublich tolles und spannendes Jahr“, verbrachte Can in Washington. Auch seiner großen Leidenschaft, dem Journalismus, konnte er in den USA nachgehen.

Can Büyükcinar wird 1995 mit türkischem Migrationshintergrund in Berlin geboren, wächst alleine mit seiner Mutter, einer jüngeren Schwester und zwei größeren Brüdern in der Hauptstadt auf. Can bekommt nichts hinterher getragen, muss sich alles selbst erarbeiten. Obwohl er in einfachen Verhältnissen aufwächst, ist er schon früh fasziniert von der Welt der Stars und Sternchen. Im Journalismus, so erhofft er sich, könnte er diesen endlich nahe sein, es wäre seine Eintrittskarte in die Welt des Showbusiness. Das Erhoffte sollte wahr werden.

Sein erstes Interview führte Can Büyükcinar (17) mit Michelle Hunziker

Mit 15 berichtet Can für die Schülerzeitung über einen privaten Radiosender in seiner Heimatstadt Berlin, als ihn das Journalistenfieber packt. Can kommt wieder, doch diesmal bleibt er länger, absolviert ein Praktikum bei Berlins größtem Privatradio. Journalismus soll es sein, das beschließt Can in dieser Zeit, doch den wirklichen Stars ist er beim Berliner Radiosender noch nicht wirklich näher.
Für berühmte Stars und Promis war und ist die Fernsehshow „Wetten, dass…“ über Jahre hinweg Heimat und Zuhause. „Wenn nicht dort, wo dann?“, denkt sich Can und erkundigt sich nach Adresse und Ansprechpartnern. Prompt wird er für eine Woche zu den Showvorbereitungen nach Erfurt eingeladen und verbringt eine spannende Zeit hinter den Kulissen der Erfolgsshow.
Sein erstes Interview als Jungjournalist führt er mit keiner geringeren als mit Michelle Hunziker persönlich; kein so schlechter Anfang. „Das alles habe ich nur geschafft, weil ich immer hart gearbeitet und nie aufgegeben habe“, betont er heute und fügt hinzu: „und das ganz ohne Kontakte oder Beziehungen, die mir dabei geholfen hätten.“ Später folgen Praktika bei einer großen deutschen Boulevardzeitung und ein Engagement als Unterhaltungs- und Musikredakteur bei einem aufstrebendem Berliner Onlinemagazin.

Mit 16 Jahren beschließt Can, „es muss etwas neues her in meinem Leben“. Was würde da besser passen als ein Auslandsjahr im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten?“ Raus aus Deutschland soll es gehen, weg von deutschen Vorurteilen, denen sich Can wegen seines türkischen Namens immer wieder ausgesetzt sieht. In dem „Einwanderungsland USA“, dem Muster einer  Multikulti-Nation, soll all das besser werden.

Besser wird es erst einmal nicht. Als Can im gleichen Flugzeug wie ich mit knapp 100 anderen deutschen Austauschschülern in New York landet, geht sofort ein großer, schwarzer Sicherheitsbeamter strammen Schrittes auf ihn zu. Can wird in einen abgetrennten Bereich geführt und muss eine Weile warten, während er von den Blicken der Beamten gemustert wird. „Warst du schonmal im Irak, Iran oder Afghanistan?“, fragt der Sicherheitsbeamte in unfreundlichem Ton „ oder in irgendwelchen anderen Kriegsländern?“. Nein, war er nicht, antwortet Can verunsichert, „ warum müssen Sie das überhaupt wissen?“. „Bü-yü-kc-in-ar“, lautet die trockene Antwort, „nicht jeder hat so einen komischen Namen.“ Und so warten wir, der Rest der Gruppe auf Can, und warten und warten und warten.

Sobald Can jedoch den Flughafen und die Büros der Einwanderungsbehörde verlassen hat, erwartet ihn ein anderes, ein besseres Amerika. Die Menschen sind viel offener und netter, seine Gastfamilie nimmt ihn sofort wie ein Familienmitglied auf. „Ich habe das Gefühl, dass man in Amerika viel lieber mit anderen Kulturen zusammenlebt“, sagt Can über seine temporäre Wahlheimat, „das liegt bestimmt daran, dass die USA ja als Einwanderungsland aus dem Zusammenleben aller verschiedener Kulturen entstanden sind“. Nicht ein einziges Mal ist er nach dem Verlassen des Flughafens komisch auf seinen Namen angesprochen worden, man hat ihn so akzeptiert, wie er ist. Einzig mit der Aussprache hatte so manch ein Amerikaner seine Probleme, und so wurde aus „Can“ kurzerhand „John“: Problem gelöst.

Der neue Can: Offen, selbstsicher, selbstbewusst.

Auch der Can 2012 ist nicht mehr jener, der er vor einem Jahr Amerika einmal war. Ein halbes Jahr lang ging  er jeden Tag nach der Schule zum Praktikum ins Washington-Büro des Privatsenders RTL, auch bei den Kollegen des ZDF war er für kurze Zeit. Als ich Can im Mai während meines Praktikums im ARD-Studio Washington treffe, finde ich einen selbstbewussten Jungen vor, der sich in der Hauptstadt überaus wohlfühlt. Viel offener und selbstsicherer sei er über das Jahr geworden, erzählt mir Can, und das könne ihm natürlich auch im Umgang mit Prominenten später helfen. Veränderungen, die ich  nur bestätigen kann. Beide ließen wir uns anstecken durch das positive, amerikanische Lebensgefühl,  sind stets mit guter Laune ausgestattet. Wieder einmal ein perfektes Beispiel dafür, welch tolle Erfahrung ein Auslandsjahr sein kann. Auch sein Bild vom Schreiben und dem Journalismus habe sich in dem vergangenen Jahr grundlegend verändert. „ Früher wollte ich einfach nur den Stars nah sein“ blickt Can zurück, „doch jetzt verstehe ich die Welt besser und habe einfach nur Spaß am Schreiben.“

Für Can geht es diese Woche zurück nach Deutschland, in die alte Heimat Berlins. Doch die Erfahrungen, die er während der letzten 10 Monate in der US-Hauptstadt gemacht hat, die kann ihm keiner mehr nehmen. „Für die Amerikaner war ich weder Can, der Türke, noch Can, der Deutsche. Ich war einfach John, der gern gesehene Austauschschüler in Washington. Und vor allen Dingen wahr ich einfach ich selbst.“

„Sin City Las Vegas“ – Von einer Stadt, die ihre Moral verkauft!

21.06.2012, von

Mitten in der Wüste, umgeben von nichts als Sand und Felsen steht eine Stadt, doch es ist keine gewöhnliche Stadt. Es ist eine verruchte Stadt, voller Glücksspiel, Prostitution und Alkohol. Eine Stadt, die ihre Moral verkauft hat für Geld, viel Geld. Als größte von wenigen im ganzen Land erlaubt sie das Spiel mit der Hoffnung der Menschen auf schnellen Gewinn und Reichtum, und zieht damit täglich Tausende an, die dort verlieren, viel verlieren, alles verlieren.

Nein, obige Beschreibung handelt nicht von einer Phantasiestadt aus irgendeinem Horrorfilm. Obige Stadt ist so real wie berühmt, und ich darf sie gerade bewundern: ,,Oh, Du schönes, oh, Du hässliches Las Vegas!“

Vor 2 Tagen wusste ich über Las Vegas noch nicht mehr, als dass es einer der wenigen Orte in den USA ist, an dem Glücksspiel legal ist, und dass es ein berühmtes Touristenziel ist. Onkel und Tante aus Dresden, die es regelmäßig gen Vegas zieht, haben nur Gutes erzählt. Angeblich galt zu DDR-Zeiten Vegas als die Verkörperung des nicht erreichbaren Super Amerikas. Exzentrisch, übergeschnappt, bunt und schrill. So bin auch ich hoffnungsvoll, als ich von Los Angeles aus quer durch die Wüste Nevadas die Vergnügungsstadt ansteuere. Stunden weg fühle ich mich noch, bei 50°C umgeben von endlosem Wüstensand. Und plötzlich, hinter einem Hügel, steht sie da, die Stadt des Glücksspiels und Glamours, Las Vegas.

„Sexy Babes, 35$ direct to your hotelroom!” und eine Telefonnummer, lautet das erste Werbeplakat, das mir noch vor den Stadttoren entgegenleuchtet. „ Für den ersten Eindruck hast Du keine zweite Chance, liebes Las Vegas“, denke ich nur. Mein zweiter Eindruck ist wenig besser: Kaum in der Hotellobby angekommen, beginnt auch schon der endlose Saal voller Spielmaschinen, Roulettetischen und Pokerspielen. Was mir sofort auffällt: Spaß am Spielen scheint hier kaum einer zu haben, die meisten sitzen eher verzweifelt vor ihrem elektronischen Glücksrad und drücken wieder und wieder denselben Knopf: Einmal, zweimal, dreimal, hundert Mal. Nichts gewonnen.

Typischer Abend in Vegas – alle Spielen, kaum einer gewinnt

Ich stelle mich neben eine der Maschinen und schaue einer älteren Dame, sie ist bestimmt an die 75, beim Spielen zu. Eigentlich hängt sie mehr über dem Spielautomat und schiebt nach und nach ihre Dollarscheine in den gierigen Schlund der Maschine, gewinnen tut sie freilich nichts. Längst hätte sie zumindest etwas gewinnen müssen, das habe ich mit meinen Kenntnissen der Wahrscheinlichkeitsrechnung aus Klasse 10 schnell im Kopf ausgerechnet. Doch die Casinobetreiber sind nicht blöd, und so schieben die Menschen ihr Geld eben in einen ausgeklügelten Computer anstatt in eine „gerechte“ Zufallsmaschine. Knapp 500$ verliert der durchschnittliche Tourist übrigens während eines Las-Vegas Aufenthalts, ein lukratives Geschäft für Casinobetreiber wie Finanzamt. Ich fange langsam an, immer mehr „Gambler“ in meinem Umkreis im Auge zu behalten. Die meisten sind Dauerzocker, sitzen seit über einer halben Stunde vor der Dudelmaschine und füttern sie mit ihren Dollars, stets in der Hoffnung auf den Jackpot, der heute nicht, vielleicht nie kommen wird. Manchmal hat einer Glück und gewinnt 10$, doch kurze Zeit später ist der nächste 50er auch schon wieder weg. Ich bin fasziniert und gleichsam schockiert von der Mischung aus Verzweiflung und falscher Hoffnung in den Gesichtern der Menschen. Ein Spektakel, das ich ewig mitverfolgen könnte.

Enden sollten meine Beobachtungen ziemlich abrupt. Ich sehe einen der Dauerspieler entnervt aufstehen, sein Geld ist aufgebraucht. Was ich nicht sehe, sind zwei große, stämmige Sicherheitsmänner der Marke Türsteher-Schrank, die sich mir von hinten mit grimmiger Miene nähern. Mit den Worten: „You better fuck off! You are not 21!“ werde ich aus dem Spielareal entfernt. „Wie weit von den Spielautomaten entfernt ich denn zu stehen habe, will ich in freundlichem, leicht sarkastischem Ton wissen“. Gar nicht dürfe ich hier stehen, ich soll mich auf mein Zimmer verziehen. Dumm nur, dass der einzige Weg dorthin durch weitere dutzende von Spielautomaten führt, es kaum einen Ort gibt, an dem diese nicht stehen. Vegas ist nicht gerade für Kinder gemacht. Streng sind die Gesetze, und so ist ein 17-Jähriger, der gute 10 Schritte von einem Spielautomaten entfernt steht, eine mittlere Staatsbedrohung.

Reihe an Reihe stehen die Spielautomaten – schier ohne Ende schlucken sie Geldscheine

Weniger gut sehen die Behörden dagegen bei einem weitaus größeren Problem in Las Vegas hin: Prostitution, leider auch Minderjähriger. Obwohl offiziell illegal, sind in ,,The Sin City“(Die Stadt der Sünde) hunderte von Frauen aktiv, die sich als Erwachsenen-Entertainer oder Escorts tarnen, um durch die Maschen des Gesetzes schlüpfen zu können. Über 6 Milliarden Dollar, so vage Schätzungen, beträgt der Jahresumsatz des Handels mit dem Körper. Auf der Straße entlang des Strips werden dutzende Billigarbeiter, vorzüglich arme Mexikaner engagiert, die den Touristen Flyer mit Telefonnummern von leicht bekleideten Frauen in die Hand drücken. Diese sind darauf gedrillt jedem Passanten eine Karte in die Hand zu drücken, was zu dem sinnlosen Umstand führt, dass sogar Hand-in-Hand laufenden Pärchen Werbung für Prostitution anzudrehen versucht wird. Crazy America.

Leider sind darunter auch immer wieder minderjährige Mädchen, die aus asiatischen Ländern wie Thailand oder den Philippinen eingeschleppt und zur Prostitution gezwungen werden. 1497 minderjährige Opfer von Prostitution hat das Las Vegas Police Department in den letzten 13 Jahren auf der Straße aufgegabelt. „Es gibt Touristen, die speziell wegen uns junger Mädchen gekommen sind, und wussten, dass wir keine 18 sind“, erzählt die 16-jährige Lauren einer Lokalzeitung nach ihrer Befreiung durch die Polizei aus der Hand ihres Zuhälters: „Es war die Hölle.“

Vegas wird nicht umsonst „Sin City“ genannt

Dabei tut die Polizei noch ihr Bestes, um das Problem unter Kontrolle zu bekommen. 5000 Menschen wurden im vergangenen Jahr in Las Vegas verhaftet, 2700, mehr als die Hälfte davon, hatten entweder sexuelle Dienstleistungen angeboten oder versucht, diese zu kaufen. Denn man darf nie vergessen: Trotz des teils bizarr riesigen Angebots ist und bleibt Prostitution in Las Vegas illegal. Für alle Touristen bleibt deshalb nur 1 Ratschlag: Finger weg davon! Ansonsten kann die Partynacht schneller in der Zelle enden, als sich das ein jeder gerne wünscht.

Zurück zu mir: So viel kritisiert und angeprangert habe ich in diesem Artikel, dass gar keine Zeit blieb für die schönen Seiten von Las Vegas – und die gibt es allemal! Sei es der „Strip“, die legendäre Hauptstraße mit den bunten Fassaden und Leuchtreklamen oder eine der unzähligen Musik -und Musical-Shows. Und wer es eher ein wenig beschaulicher mag, dem kann ich die umliegende Natur wärmstens empfehlen. „Red Rock Canyon“, „Death Valley“ oder der „Hoover-Damm“ sind einzigartige Spektakel, die man nicht wissen möchte.

Was viele nicht wissen: Im Vegas Hinterland wartet traumhafte Natur

Für mich heißt es heute wieder: „Good-Bye Vegas“ und ganz ehrlich, so wirklich werde ich die„Sin City“ nicht vermissen. Ich freue mich stattdessen lieber auf Arizona und den Grand Canyon. Zwar ohne Glücksspiel und Prostitution, dafür aber definitiv jugendfreundlich. Vegas, das war schon so eine Erfahrung für sich; „Was fasziniert die Menschen nur so daran?“ frage ich mich. Vielleicht muss man das – auch als Siebzehnjähriger – einfach mal gesehen haben.

Bis dann, „Goodbye Vegas! Welcome Back, America!“

Singend in ein neues Leben – Wenn Musik Brücken baut

14.06.2012, von

„Musik baut Brücken“, so lautet ein lateinisches Zitat aus der römischen Zeit 300 v.Chr. Für Valentin Fritz, 16 Jahre alt aus Stuttgart, wird dieses Motto gerade Wirklichkeit, für ihn ist die Musik Mittel zur Integration, Brückenbauerin in ein neues Leben. Knapp 1 Jahr ist es nun her, seitdem er mit seiner Familie aus dem schwäbischen Stuttgart ins weltliche Washington DC nach Amerika gekommen ist.

,,Am Anfang war es natürlich nicht leicht; so viele neue Menschen, so viele neue Eindrücke“, erzählt Valentin heute, „es war zu Beginn nicht einfach, neue Freunde zu finden, gerade Amerikaner sind da ja oft sehr oberflächlich.“  Seine alte Band, seine deutschen Freunde, ja sein ganzes altes Leben hatte er hinter sich lassen müssen. Gar nicht mal schlecht waren sie damals gewesen für eine Schülerband, erste Erfolge hatte es bereits gegeben. Die Musik, seine große Leidenschaft, hat ihm während dieser Zeit stets großen Halt gegeben.

Valentin Fritz aus Stuttgart träumt vom Musikbusiness

Als er noch ganz klein ist, trommelt der junge Valentin schon fleißig mit Kochlöffeln auf den Pfannen und Tellern der großmütterlichen Küche. Dort entsteht auch seine Leidenschaft für die Musik, er lernt zuerst Schlagzeug, später spielt er auch Gitarre. Es entsteht ein moderner Universalmusiker, das Klavierspielen und Singen bringt er sich selbst bei. In der 6. Klasse gründet er mit ein paar Freunden die Band ,,Fruchtgehalt“, 3 Jahre lang sind sie  unzertrennlich, fahren erste Erfolge ein.

Im Jahre 2011 kommt dann der große Umbruch, Familie Fritz geht aus beruflichen Gründen für  5 Jahre in die USA. Natürlich würde Valentin in Amerika sofort weitermachen mit der Musik, doch eine Band findet sich nicht. „Die meisten Amerikaner sind viel zu unmotiviert dafür, sich professionell für ihre musikalische Leidenschaft zu engagieren, da ist es schwer, Leute für eine Band zu finden“, musste er zu Anfang feststellen.

Doch Valentin gibt nicht auf: Heute ist er selbst seine eigene Band, produziert, singt, nimmt auf. Er hat sich zurückgekämpft ins musikalische Leben. Denn dazu nötigen Kampfgeist hat er; Talent allemal, davon darf ich mich selbst überzeugen, als ich mich zum persönlichen Gespräch mit Valentin treffe. Auch aufgetreten ist er in den USA bereits, seine Fans waren begeistert. Seinen neusten Song „Help Me“ hat er nicht nur selbst komponiert und geschrieben, er hat ihn selbst gesungen und nebenbei Klavier, Schlagzeug und Gitarre gespielt. Auch die Aufnahme und Produktion übernimmt er selbstverständlich. Valentin mit „Help Me“ könnt Ihr jetzt hier anhören.

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Bei der Integration in der neuen Heimat und einer neuen Schule hat ihm nach und nach die Musik geholfen. „Neue Freunde habe ich über das Musizieren gefunden“, erzählt Valentin, „nachdem ich meine ersten Auftritte hier hatte.“ Jugendliche, mit denen er sonst nie etwas zu tun gehabt hätte, haben sich plötzlich für ihn und seine Musik interessiert. Valentin selbst ist glücklich darüber, durch die Musik Anschluss gefunden zu haben: „ Ich weiß nicht, was ich ohne die Musik gemacht hätte, sie hat mir geholfen, mich in meiner neuen Heimat richtig zu integrieren und Kontakte zu knüpfen“, sagt er heute über die Erfahrungen in den letzten Monaten.

Noch 4 Jahre wird Valentin im amerikanischen Washington verbringen, später will er seine Leidenschaft für die Musik einmal zur Lebensaufgabe machen. Produzent oder Songwriter möchte er werden, „aber am liebsten würde ich Filmmusik machen“, das ist mein Traum“, da ist er sich schon sicher. Valentin Fritz ist wie ich vor knapp einem Jahr in die USA gekommen und ist hier seinem Ziel vom Musikerleben ein Stück näher gekommen. Um sich mit Begeisterung darauf vorzubereiten, gäbe es wohl kaum einen besseren Ort als das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten.“

 

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