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Der Freitags-Film: Proben der Eröffnungskonzerte

16.10.2010, von

Die Uraufführungen “Radiographie d’un roman” von Vinko Globokar und “Monadologie IX: The Anatomy of Disaster” von Bernhard Lang eröffneten gestern Abend um 18 und um 20 Uhr die Musiktage in den neuen Donaueschinger Donauhallen.  Die Videoblogger von der nmz media haben die Proben beobachtet und Interviews mit den Komponisten geführt:

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Wider die Sportlichkeit

16.10.2010, von

“Wenn ein Sport olympisch wird, dann ist es mit ihm vorbei…”, so lautete das Diktum unter uns Rollbrettfahrern, als wir den Untergang unserer Schwesterdisziplin Snowboard mitansehen mussten. In diesem Sinne möchte ich für die heutige Quardittiade vorausschicken, dass ich entgegen der Anlage des Spektakels als Kur mit Pflichtelementen möglichst keine Vergleiche anstellen und Punkte verteilen werde – und so gegen eine schlechten Sportlichkeit zu halten, die hier der Disziplin Streichquartett droht.

"No Sports":Probe des Diotima Quartetts in der Christuskirche

"No Sports":Probe des Diotima Quartetts in der Christuskirche

Freitag 19:00 Uhr Cello-Exekution

16.10.2010, von

Leider waren nicht viele Besucher da. Exekutionen sind ja auch irgendwie Grenzerfahrungen. Zumindest kann ich das sagen, seitdem ich das im Internet kursierende “Saddam Hussein am Galgen”-Video anschaute. Hier war es der Pfeil und Bogen, exekutiert von dem Europameister in Bogenschießen, sesshaft in Donaueschingen. Sieben Pfeile schoss er von unten die Treppe des Möbelhauses hinauf, zwischen den beiden Zuschauerblöcken hindurch, in das Cello. Dies war die Eröffnung der Konzertinstallation “Salon Q” von Georg Nussbaumer, der schon am Donnerstagabend im Zuge des Podiumsgesprächs das Streichquartett im Museum verortete. Schade, dass Irvine Arditti nicht da war.

Der Bogenschütze am Eingang des Möbelhauses

Der Bogenschütze am Eingang des Möbelhauses

In Anbetracht der sexuellen Konnotation, angebundenes Cello wird von männlichem Bogenschützen durchbohrt, fragt man sich, ob diese “Exekution” nicht der genuinen Doppelmoral von Hure und Heilige verhaftet bleibt. Demnach wäre es eigentlich kein wirklicher Tod, sondern eher ein “petite mort”. Aber vielleicht macht es ja auch einfach Spaß, wie im echten Leben, das Streichquartett immer wieder zu Grabe zu tragen…

Das Cello als Zielscheibe

Das Cello als Zielscheibe

Globokar: Gaukler, aber noch kein Güttler

15.10.2010, von

Frenetischen Applaus erntet am Eröffnungsabend der Musiktage nur ein Werk: Mit radiographie d’un roman stößt Vinko Globokar in Donaueschingen auf offene Ohren und ich muss gestehen: Die 39 Minuten waren kurzweilig. Es ist ja schon viel wert, wenn Neue Musik die Zeit schnell vergehen lässt und ein Konzertpublikum in diesem Genre gar zum Lachen zu bringen, ist eine Seltenheit; die vollbracht zu haben sich der alte Herr  nun rühmen darf.

Globokar Folkloretanz

Folkloretanz in der Uraufführung des Stücks von Vinko Globokar

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Die Freitags-Reaktionen

15.10.2010, von

Recht gesprächsfreudig waren die Besucher der eröffnenden Konzerte in Donaueschingen. Ein interessantes Unterfangen meinerseits war es zudem auch. Man wusste nie genau, ob man jetzt ein Komponisten, Theoretiker oder Donaueschinger erwischt; der Textmenge wegen. Wobei da gar nicht soviel Unterschiede bestehen müssen. So trafen Christoph und ich gestern einen Donaueschinger Philosophen (!) in der Bäckerei, der bei Heidegger studiert hatte und bei uns ein “Sein des Seienden” aufgeschnappt hatte.

Pausengespräche im Foyer der Donauhallen

Pausengespräche im Foyer der Donauhallen

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Zwischen Blockflötensolo, Chorgesang und Folkloretanz

15.10.2010, von

Am Freitagmorgen des Eröffnungstages der Musiktage geht es im Mozart Saal nicht ums Streichquartett, sondern um Chor- und Orchestermusik. Das SWR Vokalensemble Stuttgart und das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg proben unter der Leitung von Rupert Huber für das Eröffnungskonzert um 20 Uhr. Auf dem Programm stehen Werke von Klaus Ospald, Liza Lim und Vinko Globokar.  Letzterer bringt in seiner “Radiographie d’un roman” Bewegung und Dramatik in den Saal.

Ein Sarg aus Nussbaum-Furnier

15.10.2010, von

Instrumentalisierung im "Salon Q"

Instrumentalisierung im "Salon Q"

Der Begriff des Instruments ist nur im Kontext der Musik positiv konnotiert. Bereits die Instrumente des Gastroenterologen lässt man ungern über sich ergehen, genauso die Instrumente der Macht, und wird ein Mensch gar zum blossen Instrument so schreien – der unzweifelhaften Poesie dieser Vorstellung zum Trotz – nicht nur Kantianer nach Richtigstellung. „Ein Sarg aus Nussbaum-Furnier“ weiterlesen →

Arditti, Simmenauer, Ferneyhough, Nussbaumer. Vier Positionen zum Streichquartett. Nein, Fünf!

15.10.2010, von

Podiumsdiskussion "Streichquartett jetzt" mit I. Arditti, B. Ferneyhough, G. Nussbaumer und S. Simmenauer, Moderation: Meret Forster

Podiumsdiskussion "Streichquartett jetzt" mit I. Arditti, B. Ferneyhough, G. Nussbaumer und S. Simmenauer, Moderation: Meret Forster

Der Gesandte des Streichquartetts erzählte seine Geschichte in professioneller Reserviertheit. So reserviert er sein Quartett für all die Komponisten, die ein wenig die Historie dieser Gattung im Blick haben. Letztendlich fällt er aber keine qualitativen Urteile über ein Stück, sondern befürwortet ein jedes, in dessen Dienst er sich stellt.

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An den Haaren herbei gezogen?

15.10.2010, von

Tag eins vor Beginn der Musiktage in Donaueschingen, unterm Dach des Einrichtungshauses Häring, Josefstraße 10: Einübungen der “Übungen mit Bögen, Haaren, Wangen, Wirbeln, Schnecken …” in Georg Nussbaumers “Salon Q”. Mehr Eindrücke vom Vor-Festival-Betrieb und aus Nussbaumers “Salon Q” im Video der nmz media:

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In neuem Glanz: Die Donauhallen

14.10.2010, von

Ein ungewohnter Anblick erwartet die Besucher der Donaueschinger Musiktage in diesem Jahr: nach mehrjähriger Renovierungs- und Umbauphase werden die neuen Donauhallen dieses Jahr zum ersten Mal bei den Musiktagen genutzt. In den Glasfronten spiegelt sich der Parkplatz, helle, geräumige Foyers laden zum Verweilen in den Pausen ein, zwei modernisierte Säle und ein zusätzlicher Konzertsaal warten auf das Publikum. Hier die ersten Bilder:

Generation Streichquartett

14.10.2010, von

Ich glaubte meine Generation zu kennen: Ignorant gegenüber großen Themen, große Neigung hingegen zu leichter Unterhaltung und Konsum. Nicht so in Donaueschingen: Höchst verhalten wurde der diesjährige Studentenworkshop „Next Generation“ eröffnet, dabei hat die fürstlich-fürstenbergische Brauerei alles daran gesetzt, die Künstler und Denker von morgen in Stimmung zu bringen.

Eröffnung des "Next Generation" Workshops im Keller der fürstlich-fürstenbergischen Brauerei

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Vorher macht Kritik am meisten Spaß…

13.10.2010, von

Sich auf die soziale Bedeutungslast des Streichquartetts einzulassen, mag heute prätentiös wirken, gerade wenn man vor vier Jahren, so ist es die Regel, als Komponist/in beauftragt wurde, für Donaueschingen zu schreiben. „Vorher macht Kritik am meisten Spaß…“ weiterlesen →

Aufbau in Donaueschingen

13.10.2010, von

Mittwoch, 13. Oktober: In Donaueschingen haben die Aufbauarbeiten für Georg Nussbaumers Klanginstallation “Salon Q” begonnen.  Hier die ersten Bilder:

Währenddessen proben die “digital natives” für ihr “Response-Project” am Sonntagnachmittag in der Erich-Kästner-Halle:

Neuer Wein aus alten Bäuchen?

12.10.2010, von

“Warum machen die das nicht gleich mit Violinsonaten?”, so ein Freund zum diesjährigen Programm in Donaueschingen und Darmstadt. Was bietet das Streichquartett, dass es noch immer von Komponisten beliefert wird? Die Kritik liegt nahe: Angesehene Ensembles adeln die Bühne, gefallen sich und ihrer Stammhörerschaft aus gesicherter Warte. Die Aufführung schont Kosten, vermittelt Kennertum und Festivität zugleich und die Tonsetzer dürfen sich stolz im 100-Meter-Lauf der Kunstmusik beweisen. Sehr gefällig, ja selbstgefällig, für eine „Musikbaustelle“, die mehr als volle Säle zu Stande bringen will. „Neuer Wein aus alten Bäuchen?“ weiterlesen →

Multimediale Impressionen von der Musikbaustelle 2010

05.10.2010, von

Orchesterprobe zu Georg Friedrich Haas' "limited approximations" im Hans-Rosbaud-Studio

Orchesterprobe zu Georg Friedrich Haas' "limited approximations" im Hans-Rosbaud-Studio

Auch in diesem Jahr berichten wir in diesem Blog wieder von den Donaueschinger Musiktagen. Ausverkauft! hieß es hier bereits vor ein paar Tagen! Kleiner Trost: Wer noch keine Karte mehr ergattern konnte, muss dennoch nicht auf das Live-Erlebnis Donaueschinger Musiktage verzichten. SWR2 überträgt die meisten der Konzerte live, auch über den SWR2 Live-Stream  im Internet.

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