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Tissue Engineering – Zellen aus der Zauberküche

06.12.2016, von , in Karte anzeigen

Die Chemikerin Svenja Hinderer züchtet Körperzellen (Foto: SWR)

Die Chemikerin Svenja Hinderer züchtet Körperzellen

Tissue Engineering ist ein vergleichsweise junges Forschungsgebiet, von dem man sich viel erwartet. Es geht darum, menschliche Zellen- etwa Hautzellen oder solche aus dem Herzmuskel oder Knorpelzellen- außerhalb des Körpers auf einem künstlichen Trägergewebe wachsen zu lassen, so dass auf diese Weise etwa ein Stück menschlicher Haut entsteht.
Reporter Ralf Caspary hat der Chemikerin Svenja Hinderer in einem Tübinger Labor des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik bei ihren Experimenten über die Schulter geschaut.


Umzug der Zellen mit einer Pipette (Foto: SWR)

Umzug der Zellen mit einer Pipette

Dr. Svenja Hinderer züchtet in einem Brutschrank menschliche Hautzellen in kleinen Glasflaschen. Diese Zellen bringt sie nach dem Wachstum auf ein künstliches Trägermaterial auf, um letztlich außerhalb des Körpers Hautpartikel „herzustellen“. Diese Haut könnte man dann einem Patienten, der schwere Hautverbrennungen hat, transplantieren, man könnte auch so gewonnene Herzmuskelzellen in einen kranken Herzmuskel spritzen. Vieles in diesem Bereich ist allerdings noch Grundlagenforschung.

 

Reporter Ralf Caspary untersucht die Zellen unter dem Mikroskop (Foto: SWR)

Reporter Ralf Caspary untersucht die Zellen unter dem Mikroskop

Umzugshelfer für Zellen
Wichtig ist, dass bei diesen Experimenten immer wieder möglichst viele Hautzellen gezüchtet werden; dazu werden einige Zellen von der Innenwand der Glasflasche, in der sie wachsen, mit einer bestimmten Flüssigkeit abgelöst und zentrifugiert. Die so gewonnenen Zellen kommen dann in eine neue Flasche mit Nährlösung, wo sie sich wieder teilen können. Dieser „Umzug“ der Zellen geschieht mithilfe von Pipetten, der Vorgang dauert cirka 20 bis 30 Minuten.

 

Hilfe bei Verbrennungen

In dieser "Zauberküche" werden Hautzellen gezüchtet (Foto: SWR)

In dieser „Zauberküche“ werden Hautzellen gezüchtet

Hinderer kann dann mit den Zellen experimentieren und erforschen, auf welchen Trägermaterialien sie besonders gut wachsen, das heißt, auf welchen Strukturen sie sich zu kleinen Hautpartikeln zusammenschließen können. Vielleicht ist es in Zukunft dann möglich, Patienten mit schweren Verbrennungen zu helfen, indem man ihnen Hautpartikel, die im Labor gewachsen sind, transplantiert.

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