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Achtung, Kurve rechts! Tests für Abbiegeassistenzsysteme

21.11.2016, von , in Karte anzeigen

Forscherteam mit Fahrradfahrerdummy (Foto: WDR)

Forscherteam mit Fahrradfahrerdummy

Wenn ein Bus um die Kurve fährt, wird es für Radfahrer gefährlich. Damit in solchen Situationen, wenn Bus und Rad auf gleicher Höhe fahren und der Bus abbiegt, kein Unfall geschieht, sollen Abbiegeassistenzsysteme den Busfahrer warnen oder den Bus im Notfall sogar abbremsen. Doch wie überprüft man, ob so ein System korrekt funktioniert? Darüber machen sich Ingenieure der Bundesanstalt für Straßenwesen in Bergisch Gladbach bei Köln Gedanken und entwerfen Tests, mit denen Abbiegeassistenzsysteme einheitlich geprüft werden können. Unser Reporter Aeneas Rooch hat einen solchen Test in der Nähe von Köln besucht.

 

Realistisches Unfallszenario
Die Forscher haben detaillierte Unfalldaten ausgewertet und typische Situationen identifiziert, in denen ein Bus beim Abbiegen ein Fahrrad angefahren hat.

Reporter Aenaes Roch "im Gespräch" mit dem Fahrradfahrer-Dummy (Foto: WDR)

Reporter Aenaes Roch „im Gespräch“ mit dem Fahrradfahrer-Dummy

Diese Situationen stellen sie nun in der fahrzeugtechnischen Versuchsanlage der Bundesanstalt für Straßenwesen nach, einem großen asphaltierten Platz: Mit rot-weiß gestreiften Leitkegeln markieren sie eine Straßenkreuzung. Die Position der Hütchen ist dabei genau festgelegt, um einem ganz bestimmten Kreuzungstyp und Unfallszenario zu entsprechen.

 

 

Video: Test für Abbiegeassistenzsysteme

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Radar erkennt Radfahrer
An einem Ende des Platzes wartet ein Linienbus, der bereits mit einem Abbiegeassistenzsystem ausgestattet ist. Er soll mit einer bestimmten, festen Geschwindigkeit in die Kreuzung fahren und abbiegen. Mitten auf dem Platz wartet auch ein Fahrrad. Damit es nicht umfällt und trotzdem fahren kann, ohne dass jemand in die Pedale tritt, ist es in einen Metallrahmen mit Rollen eingehängt, der wiederum an einem Zugriemen befestigt ist. Wird der Riemen über eine Seilwinde aufgerollt, setzt sich das Fahrrad in Bewegung. Auf dem Fahrrad sitzt außerdem eine menschengroße Puppe. Sie sieht nicht nur aus wie ein Mensch, sondern besitzt auch die gleichen Radar-Reflektionseigenschaften, das heißt, auch auf einem Radar sieht sie aus wie ein echter Mensch.

Unfälle vermeidem mit High-Tech
Mehrere Male fährt der Bus nun in die Kreuzung und biegt ab. Jedes Mal lassen die Ingenieure und Techniker gleichzeitig das Fahrrad fahren – ebenfalls mit einer ganz bestimmten, typischen Geschwindigkeit und gerade so, dass es beim Abbiegen genau mit dem Bus zusammenstoßen würde. In letzter Sekunde bremst der Busfahrer jedoch jedes Mal ab.

Wie zuverlässig sind solche Assistenzsysteme? Das versuchen die Forscher herauszufinden. (Foto: WDR)

Wie zuverlässig sind solche Assistenzsysteme? Das versuchen die Forscher herauszufinden.

Die genauen Positionen von Bus und Fahrrad ermitteln Maschinenbauingenieur Adrian Hellmann und seine Kollegen in dem Versuch per GPS und zusätzlicher Messelektronik auf wenige Zentimeter genau. Aus den Daten, die sie so bei den Beinahe-Unfällen sammeln, wollen sie Vorschläge erstellen, wie sich Abbiegeassistenzsysteme für Busse und Lastwagen einheitlich und verlässlich für den Einsatz auf der Straße testen lassen.

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